Hightech-Frage, Folge 7

„Wie verändert Hightech den OP, Hessing-Direktor Markus Funk?“

Markus Funk, Direktor der Hessing Stiftung. Foto: Hessing Stiftung
Hightech und Medizin: Wie gut passt das zusammen? Ersetzt der Mensch den Chirurgen? Und worauf müssen sich Patienten einstellen? Das verrät Markus Funk, Direktor der Hessing Stiftung, in unserer nächsten Folge „Hightech-Fragen an die Macher aus der Region“.

„Wie verändert Hightech den OP, Herr Funk?“

Markus Funk: Der OP an sich ist schon seit Jahrzehnten der Ort, an dem medizinisches Können und technische Innovation zusammenkommen. Erst zu Beginn der 1990er Jahre setzte sich die sogenannte minimalinvasive Chirurgie durch. Sie ist bis heute perfektioniert, inzwischen sprechen wir von Robotern oder gar Augmented Reality. Wenn man sich das vor Augen führt, wird deutlich, wie rasant die Entwicklung ist.

Hoch-technologische Geräte und Instrumente für den OP bleiben auf dem Vormarsch. Besonders im Bereich der roboter-gestützten Chirurgie sind erhebliche Fortschritte zu verzeichnen. Mechanisch gesteuerte Systeme bauen kontinuierlich ihre Rolle in den OPs aus. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass der Chirurg bald der Vergangenheit angehört. Im Gegenteil: Das Zusammenspiel aus fachlicher Exzellenz und hoch-technologischen Instrumenten ermöglicht eine noch bessere und zugleich schonendere Behandlung der Patienten.

Eine der nächsten Technologie-Ebenen kommt bereits auf uns zu: Es gibt erste Versuche mit Augmented und Virtual Reality sowie mit 3D-Bildern. Die Vision hierbei ist, dass der Operateur über eine OP-Brille während des gesamten Eingriffs hilfreiche Informationen eingeblendet bekommt. Das können Angaben zur Entfernung oder zu den Strukturen sein, die tiefer im Gewebe liegen. Aktuell besteht jedoch die Herausforderung darin, die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine in verlässlicher Art und Weise zu entwickeln. Denn gerade im OP muss sich der Operateur auf seine Werkzeuge, egal ob haptisch oder virtuell, verlassen können.

Hightech bringt zentrale Veränderung für den OP mit sich: Chirurgen können ihre Fähigkeiten noch besser, schonender, effizienter und sicherer einsetzen. Dies hat zur Folge, dass Patienten sich schneller von einem solchen Eingriff erholen und zügig in ihren Alltag zurückkehren können. Auch beim Thema Qualitätssicherung spielen diese Technologien im OP eine wichtige Rolle. So wird unseren Patienten teilweise der eigene OP-Film, der aus dokumentationsgründen ohnehin aufgenommen wird, über eine sichere Plattform zum Download zur Verfügung gestellt.

Im Profil: Die Hessing Kliniken sind eines der führenden Orthopädie-Kompetenzzentren Europas und gehören zu den größten orthopädischen Fachkliniken deutschlandweit. In Augsburg führen die Ärzte über 10.000 orthopädische Operationen im Jahr durch. Die Hessing Kliniken bestehen aus dem orthopädischen Klinikum mit acht hochspezialisierten Fachabteilungen, den zwei Rehabilitationskliniken und der Hessingpark-Clinic mit ihrem Schwerpunkt im Bereich der Versorgung von Spitzensportlern und privatärztlichen Leistungen. Jährlich werden mehr als 13.000 stationäre Patienten behandelt.

Trägerin der Kliniken ist die traditionsreiche Hessing Stiftung. Zur Stiftung gehören mehrere Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft und anderer Branchen mit dem Schwerpunkt im Großraum Augsburg. 2018 feiert die Stiftung ihr hundertjähriges Bestehen.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN nimmt die Zukunft von Wirtschaft und Region ins Visier: Neben Herr Dr. Eschle haben weitere Persönlichkeiten aus der Region für das Frühjahrsthema 2018 von B4B WISSEN die Frage beantwortet, wodurch sich Hightech aus Bayerisch-Schwaben auszeichnet.

Zur vorangegangenen Folge der Hightech-Fragen gelangen Sie hier.

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