Hightech-Frage, Folge 5: Dr. Walter Eschle

„Welche spezielle Hightech haben Sie in letzter Zeit finanziert?“

Dr. Eschle, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Augsburg, beantwortete unsere Hightech-Frage. Foto: Stadtsparkasse Augsburg
Keine Hightech kommt ohne eine solide Finanzierung aus. Wir haben Dr. Walter Eschle, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Augsburg, gefragt, welche Technologie aus der Region ihn zuletzt besonders beeindruckt hat.

„Welche spezielle Hightech haben Sie in letzter Zeit finanziert, Herr Dr. Eschle?“

Eine junge Augsburger Firma hat mich in Erstaunen versetzt. Ich war zu Besuch im Technologiezentrum Augsburg und dort wurde mir ein einkristalliner Diamant, fast so groß wie ein Bierdeckel, präsentiert. Das Besondere an ihm: Er ist nicht in Milliarden von Jahren in der Erde entstanden, sondern in nur wenigen Tagen. Und das auch noch mitten in Augsburg, nicht in Afrika, Russland oder Kanada. Des Rätsels Lösung: Das Startup Augsburg Diamond Technology GmbH lässt Diamanten „im Labor wachsen" und produziert synthetische Steine, die von Kristallen natürlichen Ursprungs kaum zu unterscheiden sind.

Mit den beiden Geschäftsführern der AuDiaTec, Dr. Martin Fischer und Dr. Stefan Gsell, sind zwei sympathische und bescheidene Physiker am Werk, die gut gelaunt den Platzhirschen im Diamantenmarkt, sei es Element Six oder der Konkurrenz aus Fernost und USA, Paroli bieten. Noch ist die Diamantenproduktion der AuDiaTec nicht auf das Schmuckgewerbe ausgelegt, vorerst wird nur die Industrie bedient: In erster Linie werden mit den monokristallinen Steinen Werkzeuge zur Glanzbearbeitung von Buntmetallen oder Acrylglas hergestellt, die in der Uhren- und Brillenindustrie eingesetzt werden. Laborsteine spielen zwar momentan noch eine untergeordnete Rolle im Diamantengeschäft, aber wenn man Prognosen glauben darf, wird sich ihr Anteil am Weltmarkt bis 2030 um das Fünffache erhöhen. Da ist Musik drin, „made in augsburg" wird hierbei ein Wörtchen mitreden, da sind wir uns sicher.

Überzeugt hat uns, neben dem interdisziplinären Team, dass die Labordiamanten dieselbe charakteristische Struktur aufweisen, für die der härteste Edelstein der Welt berühmt ist. Dazu eine neuartige ressourcenschonende Produktionsweise, die auf Nachhaltigkeit abzielt, und eine exzellente Homogenität der Steine über bislang unerreichte Dimensionen von vielen 10 Quadratzentimetern. AuDiaTec ist es gelungen, den bislang größten Diamanteinkristall der Welt mit 155 Karat zu synthetisieren. Damit sind große Dimensionen zu erschwinglichen Preisen möglich geworden und maßgeschneiderte Kristalle, die für Kunden nur einen minimalen Verschnitt bedeuten. Alles in allem: Ein Produkt, das nie aus der Mode kommen und immer gebraucht werden wird und dabei grenzenlos reproduzierbar ist. Sie können sich denken, dass wir über eine Zusammenarbeit nicht lange nachdenken mussten.

Im Profil: Dr. Walter Eschle ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Augsburg, dem Marktführer bei Privat- und Firmenkunden im Wirtschaftsraum Augsburg und Friedberg. Mit einer Bilanzsumme von 5,8 Milliarden Euro und als einer der großen Arbeitgeber in und um Augsburg ist das Kreditinstitut ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region. Als größter örtlicher Kreditgeber leistet das Finanzinstitut einen wichtigen Beitrag zur Stärkung und Verbesserung der Wirtschaftsstruktur.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN nimmt die Zukunft von Wirtschaft und Region ins Visier: Neben Herr Dr. Eschle haben weitere Persönlichkeiten aus der Region für das Frühjahrsthema 2018 von B4B WISSEN die Frage beantwortet, wodurch sich Hightech aus Bayerisch-Schwaben auszeichnet.

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