Baugeschichte – Damals und Heute | Teil 4

PFEIFER: Draußen vor dem Tore, da steht eine Seilerei

Das PFEIFER-Werk in Memmingen hat seinen Ursprung in einem Handwerksbetrieb. Foto: PFEIFER Holding GmbH & Co. KG
Bayerisch-Schwabens Traditions-Unternehmen prägen die Region nachhaltig. Im Fall von PFEIFER sogar seit Jahrhunderten. Wie sich der Handwerksbetrieb zu einem internationalen Player wandelte, beantwortet Gerhard Pfeifer in Teil 4 unserer Serie „Baugeschichte – Damals und Heute“.

Im 16. Jahrhundert war die Landwirtschaft der stärkste Wirtschaftszweig und das Handwerk in Zünften organisiert. Hier hat die PFEIFER Firmengruppe ihren Ursprung. 1579 wird der Seilerbetrieb der Memminger Familie Pfeifer erstmals urkundlich erwähnt. Der Vorfahre und Seiler Linhart Biechele hatte sich mit seinen Kollegen im Namen der Zunftgenossenschaft über unerlaubte Handelspraktiken beschwert. Das ist heuer 440 Jahre her.

„Pfeifer“ seit 1925

Damals befand sich der Betrieb noch in der Memminger Innenstadt. Zeitweise zog die Seilerei zum Salzstadel, einem wichtigen Umschlagplatz. Hier hielten Gespanne mit ihren Salz-Ladungen, welche wiederum mit Seilen befestigt waren. Den Familien- und heutigen Unternehmensnamen „Pfeifer“ brachte Eduard Pfeifer 1925 ein, als er die Tochter des damaligen Geschäftsführers Karl Hail heiratete. Er nennt sein Geschäft „Seilerei zum Kreuz“. Dieses feiert 1949 das 370jährige Firmenjubiläum. Der Maschinenpark verfügt zu diesem Zeitpunkt über zwei mechanische Spinn- und drei Seilschlagmaschinen und hat bereits die ersten Drahtseile im Angebot.

Umzug vor die Tore der Stadt

1954 startet der Bau der ersten Werkhalle mit Bürotrakt in der Augsburger Straße in Memmingen. Gut zehn Jahre später erwarb das Unternehmen die Berliner Seilfabrik Robert Schneider KG. Es ist der erste Produktionsstandort außerhalb Memmingens.

1968 erweitert PFEIFER seinen Standort in der Mammostraße 1 in Memmingen mit einer neuen Werkhalle mit Verwaltungsgebäude. „Wir haben nach mehreren Jahrhunderten unseren Standort in der Innenstadt verlassen und sind vor die Tore Memmingens gezogen. Mein Vater hatte damals begonnen, im Osten der Stadt zu bauen“, berichtet Gerhard Pfeifer. „In meiner Zeit haben wir dann den Standort aufgebaut, an dem wir uns heute befinden.“ Das war 1986 an der Dr.-Karl-Lenz-Straße 66 in Memmingen. Dort zieht das Unternehmen im November 1988 ein.

Übernahmen, Vertriebsgesellschaften und Joint Ventures

1994 übernimmt PFEIFER die „Gustav Kocks GmbH“ in Mülheim an der Ruhr. Das macht PFEIFER zu einem der wichtigsten Aufzugseilhersteller Deutschlands.

Ein Jahr drauf wird die Berliner Seilfabrik verkauft und Teile der Seilfertigung nach Mülheim, die Seilösen- und Ankerhülsenfertigung nach Memmingen verlagert. In den folgenden Jahren gründet PFEIFER weitere Vertriebsgesellschaften und Joint Ventures. 2008 wird der erst Produktionsstandort außerhalb Deutschlands in Changshu (China) aufgebaut.

Im selben Jahr erweitert PFEIFER das Werksgebäude am Stammsitz. 2010 erhält das Unternehmen seinen bis dahin größten Auftrag, der für Gerhard Pfeifer gleichzeitig zu den Highlights gehört: die Überdachung der  beiden WM-Stadien in Südafrika, das Moses Mabhida Stadion in Durban und das Cape Town Stadion in Kapstadt.

2018 löst der Auftrag für das Inglewood Stadiums bei Los Angeles diesen Rekord ab.

„Themen, die heute eine besondere Bedeutung haben“

PFEIFER durchlief in den letzten 440 Jahren einige Veränderungen und tut es noch. „Die Anforderungen verändern sich vor allem durch moderne und andere Produktionsabläufe oder durch den Einsatz von entsprechenden logistischen Elementen“, weiß Gerhard Pfeifer. „Man muss die gesamte Arbeitsorganisation neu gestalten, muss neue Maschinen oder Automatisierung-Lösungen integrieren. Das ist natürlich insbesondere eine Frage der Logistik, das heißt: wie oft nehme ich ein Teil in die Hand, wie organisiere ich den betriebsinternen Prozess und wie geht’s dann nach außen? Das sind die Themen, die heute eine besondere Bedeutung haben.“

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„Pfeifer“ seit 1925

Damals befand sich der Betrieb noch in der Memminger Innenstadt. Zeitweise zog die Seilerei zum Salzstadel, einem wichtigen Umschlagplatz. Hier hielten Gespanne mit ihren Salz-Ladungen, welche wiederum mit Seilen befestigt waren. Den Familien- und heutigen Unternehmensnamen „Pfeifer“ brachte Eduard Pfeifer 1925 ein, als er die Tochter des damaligen Geschäftsführers Karl Hail heiratete. Er nennt sein Geschäft „Seilerei zum Kreuz“. Dieses feiert 1949 das 370jährige Firmenjubiläum. Der Maschinenpark verfügt zu diesem Zeitpunkt über zwei mechanische Spinn- und drei Seilschlagmaschinen und hat bereits die ersten Drahtseile im Angebot.

Umzug vor die Tore der Stadt

1954 startet der Bau der ersten Werkhalle mit Bürotrakt in der Augsburger Straße in Memmingen. Gut zehn Jahre später erwarb das Unternehmen die Berliner Seilfabrik Robert Schneider KG. Es ist der erste Produktionsstandort außerhalb Memmingens.

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Übernahmen, Vertriebsgesellschaften und Joint Ventures

1994 übernimmt PFEIFER die „Gustav Kocks GmbH“ in Mülheim an der Ruhr. Das macht PFEIFER zu einem der wichtigsten Aufzugseilhersteller Deutschlands.

Ein Jahr drauf wird die Berliner Seilfabrik verkauft und Teile der Seilfertigung nach Mülheim, die Seilösen- und Ankerhülsenfertigung nach Memmingen verlagert. In den folgenden Jahren gründet PFEIFER weitere Vertriebsgesellschaften und Joint Ventures. 2008 wird der erst Produktionsstandort außerhalb Deutschlands in Changshu (China) aufgebaut.

Im selben Jahr erweitert PFEIFER das Werksgebäude am Stammsitz. 2010 erhält das Unternehmen seinen bis dahin größten Auftrag, der für Gerhard Pfeifer gleichzeitig zu den Highlights gehört: die Überdachung der  beiden WM-Stadien in Südafrika, das Moses Mabhida Stadion in Durban und das Cape Town Stadion in Kapstadt.

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