Blick hinter den Bauzaun Teil 3: Bernd Neider

New Work – So setzt MAXENERGY das Konzept in Augsburg um

Bei MAXENERGY in Augsburg bedeutet New Work vor allem eines: den Platz und Raum für Menschen schaffen. Wie das in seinem Unternehmen gelingt – und wie ein New-Work-Chef führen sollte, erklärt Bernd Neider, Geschäftsführer von MAXENERGY im Interview.

Herr Neider, wie definieren Sie „New Work“ bei MAXENERGY?

New Work setzt sich bei uns aus vielen kleinen Einzelmaßnahmen zu einem großen Ganzen zusammen: Wir wollen Platz und Raum für Menschen schaffen – unsere Räume im Sheridan Tower erstrecken sich auf 800 Quadratmetern. Theoretisch bräuchten wir nicht so viel Platz – aber Kreativität braucht Raum. Wir wollen, dass die Kollegen sich wohlfühlen. Das unterstützen wir mit den passenden Kommunikationsmitteln und einer modernen Arbeitsumgebung. Letztendlich ist das alles aber nur die logische und notwendige Antwort auf die sich verändernde Arbeitswelt, der sich alle Unternehmen gegenübersehen. Denn am Ende bleibt es Arbeit, auch wenn sie „New“ ist.

Wie muss die Hardware in Zeiten von New Work aussehen?

Eins ist klar: die Zeiten von Einzelbüros sind vorbei. Wir setzen auf Workbenches, also ein Tisch, an dem alle Mitarbeiter gemeinsam sitzen und arbeiten. Dafür gibt es Rückzugsräume, wo man in Ruhe telefonieren oder ein Gespräch führen kann, das nicht für alle Ohren geeignet ist. Wir haben kleine Inseln im Großraum, wo die Kollegen zu einer schnellen Besprechung zusammenstehen können. Natürlich gibt es auch klassische Besprechungsräume zum Sitzen. Neben der Raumgestaltung gehören bei uns auch täglich frisches Obst und Duschen für die Fahrradfahrer dazu. Wir haben ein Café, das als Pausen- und Besprechungsraum genutzt werden kann. Die Kollegen sollen alles zur Verfügung haben, was sie auch zuhause finden – nur Bett haben wir keines.

Nicht nur die Arbeitsumgebung, vor allem auch die Arbeitszeiten kommen bei New-Work-Modellen auf den Prüfstand. Wie ist das bei MAXENERGY?

Ein gewisses Maß an Freiheit in der Arbeitszeitgestaltung brauchen wir heutzutage. Das klassische Familienbild ist vielerorts passé. Und Kinder richten sich nun mal nicht immer nach dem Terminkalender der Eltern. Besonders Alleinerziehende brauchen mehr Flexibilität – und darauf müssen Arbeitgeber reagieren. Home-Office-Angebote und flexible Arbeitszeiten kommen hier Vielen entgegen. Es geht bei den neuen Arbeitsmodellen nicht um Anwesenheit, sondern um Produktivität. Wenn einer mal ein bisschen Spazierengehen will, um den Kopf frei zu bekommen, soll er das tun.

Bei New Work hat man immer den Eindruck, dass sich die neue Form der Arbeit eher an die jungen Generationen richten. Werden die Älteren vergessen?

Nach meiner Erfahrung ist das keine Frage des Alters. Es geht eher darum, ob jemand bereit ist, sich von alten Gewohnheiten zu lösen und diese zu überdenken. Man muss offen sein für eigenverantwortliches Arbeiten und bereit sein, sich selbst zu hinterfragen.

Sind New-Work-Modelle für die jüngeren Generationen denn überhaupt wichtig?

Die jungen Generationen, die heute von den Hochschulen kommen, haben andere Prioritäten, Stichwort Work-Life-Balance. Die fangen erstmal mit einer 30-Stunden-Woche an und sehen das Arbeiten eher als Pflicht zum Geldverdienen. Die Karriereleiter interessiert sie oft nicht. Hier greifen New-Work-Modelle sicherlich – denn wir brauchen hochqualifizierte Talente. Aber es gibt auch junge Menschen, die gar nicht so viel Freiheiten wollen, sondern klare Strukturen brauchen. Als Chef muss man versuchen, jeden einzelnen im Blick zu behalten.

Wie muss sich der Führungsstil in Zeiten von New Work ändern?

Patriarchales Führungsverhalten ist hier sicherlich fehl am Platz. Ich denke, mit einem kollegialen Führungsstil kommt man besonders bei den jüngeren Generationen weiter. Klare Kommunikation spielt eine große Rolle. Ich versuche, eindeutige Ziele zu definieren und innerhalb der Ziele Verantwortungen zu übertragen.

Was glauben Sie, wie sich die New-Work-Welt in den nächsten fünf Jahren entwickeln wird?

Ich denke, so manches, was für unsere Ohren utopisch klingt, wird selbstverständlich sein. Etwa doppeltes Gehalt bei halber Arbeitszeit oder eine vereinbarte Jahres- statt Wochenarbeitszeit. Vielleicht werden schon bald die Mitarbeiter selbst über ihr Gehalt entscheiden. Solche Modelle sind sicherlich nicht überall geeignet – aber wir müssen uns schon heute mit solchen Ideen auseinandersetzen. Denn zufriedene Mitarbeiter bringen bessere Leistung. 

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Blick hinter den Bauzaun Teil 3: Bernd Neider

New Work – So setzt MAXENERGY das Konzept in Augsburg um

Bei MAXENERGY in Augsburg bedeutet New Work vor allem eines: den Platz und Raum für Menschen schaffen. Wie das in seinem Unternehmen gelingt – und wie ein New-Work-Chef führen sollte, erklärt Bernd Neider, Geschäftsführer von MAXENERGY im Interview.

Herr Neider, wie definieren Sie „New Work“ bei MAXENERGY?

New Work setzt sich bei uns aus vielen kleinen Einzelmaßnahmen zu einem großen Ganzen zusammen: Wir wollen Platz und Raum für Menschen schaffen – unsere Räume im Sheridan Tower erstrecken sich auf 800 Quadratmetern. Theoretisch bräuchten wir nicht so viel Platz – aber Kreativität braucht Raum. Wir wollen, dass die Kollegen sich wohlfühlen. Das unterstützen wir mit den passenden Kommunikationsmitteln und einer modernen Arbeitsumgebung. Letztendlich ist das alles aber nur die logische und notwendige Antwort auf die sich verändernde Arbeitswelt, der sich alle Unternehmen gegenübersehen. Denn am Ende bleibt es Arbeit, auch wenn sie „New“ ist.

Wie muss die Hardware in Zeiten von New Work aussehen?

Eins ist klar: die Zeiten von Einzelbüros sind vorbei. Wir setzen auf Workbenches, also ein Tisch, an dem alle Mitarbeiter gemeinsam sitzen und arbeiten. Dafür gibt es Rückzugsräume, wo man in Ruhe telefonieren oder ein Gespräch führen kann, das nicht für alle Ohren geeignet ist. Wir haben kleine Inseln im Großraum, wo die Kollegen zu einer schnellen Besprechung zusammenstehen können. Natürlich gibt es auch klassische Besprechungsräume zum Sitzen. Neben der Raumgestaltung gehören bei uns auch täglich frisches Obst und Duschen für die Fahrradfahrer dazu. Wir haben ein Café, das als Pausen- und Besprechungsraum genutzt werden kann. Die Kollegen sollen alles zur Verfügung haben, was sie auch zuhause finden – nur Bett haben wir keines.

Nicht nur die Arbeitsumgebung, vor allem auch die Arbeitszeiten kommen bei New-Work-Modellen auf den Prüfstand. Wie ist das bei MAXENERGY?

Ein gewisses Maß an Freiheit in der Arbeitszeitgestaltung brauchen wir heutzutage. Das klassische Familienbild ist vielerorts passé. Und Kinder richten sich nun mal nicht immer nach dem Terminkalender der Eltern. Besonders Alleinerziehende brauchen mehr Flexibilität – und darauf müssen Arbeitgeber reagieren. Home-Office-Angebote und flexible Arbeitszeiten kommen hier Vielen entgegen. Es geht bei den neuen Arbeitsmodellen nicht um Anwesenheit, sondern um Produktivität. Wenn einer mal ein bisschen Spazierengehen will, um den Kopf frei zu bekommen, soll er das tun.

Bei New Work hat man immer den Eindruck, dass sich die neue Form der Arbeit eher an die jungen Generationen richten. Werden die Älteren vergessen?

Nach meiner Erfahrung ist das keine Frage des Alters. Es geht eher darum, ob jemand bereit ist, sich von alten Gewohnheiten zu lösen und diese zu überdenken. Man muss offen sein für eigenverantwortliches Arbeiten und bereit sein, sich selbst zu hinterfragen.

Sind New-Work-Modelle für die jüngeren Generationen denn überhaupt wichtig?

Die jungen Generationen, die heute von den Hochschulen kommen, haben andere Prioritäten, Stichwort Work-Life-Balance. Die fangen erstmal mit einer 30-Stunden-Woche an und sehen das Arbeiten eher als Pflicht zum Geldverdienen. Die Karriereleiter interessiert sie oft nicht. Hier greifen New-Work-Modelle sicherlich – denn wir brauchen hochqualifizierte Talente. Aber es gibt auch junge Menschen, die gar nicht so viel Freiheiten wollen, sondern klare Strukturen brauchen. Als Chef muss man versuchen, jeden einzelnen im Blick zu behalten.

Wie muss sich der Führungsstil in Zeiten von New Work ändern?

Patriarchales Führungsverhalten ist hier sicherlich fehl am Platz. Ich denke, mit einem kollegialen Führungsstil kommt man besonders bei den jüngeren Generationen weiter. Klare Kommunikation spielt eine große Rolle. Ich versuche, eindeutige Ziele zu definieren und innerhalb der Ziele Verantwortungen zu übertragen.

Was glauben Sie, wie sich die New-Work-Welt in den nächsten fünf Jahren entwickeln wird?

Ich denke, so manches, was für unsere Ohren utopisch klingt, wird selbstverständlich sein. Etwa doppeltes Gehalt bei halber Arbeitszeit oder eine vereinbarte Jahres- statt Wochenarbeitszeit. Vielleicht werden schon bald die Mitarbeiter selbst über ihr Gehalt entscheiden. Solche Modelle sind sicherlich nicht überall geeignet – aber wir müssen uns schon heute mit solchen Ideen auseinandersetzen. Denn zufriedene Mitarbeiter bringen bessere Leistung. 

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben