Blick hinter den Bauzaun Teil 1: Gerhard Hab

Nachhaltig Bauen – eine Frage des Geldes und Gewissens

Gerhard Hab, Geschäftsführer 4 Wände GmbH. Foto: 4 Wände GmbH
Wie gestalten Gewerbebau und Immobilienbranche die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben? Wir haben nachgefragt! Gerhard Hab, Geschäftsführer 4 Wände GmbH, erklärt am Beispiel westhouse, wieso sich nachhaltiges Bauen lohnt.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: In welchen Bereichen ist westhouse „nachhaltig gebaut“?

Gerhard Hab: Das westhouse-Gebäude ist ein 4-geschossiger Holz-Hybrid-Bau. Energieeffizient im KFW55 Standard, mit 1.000 Quadratmeter Photovoltaik, kontrollierter Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Dachbegrünung und Holzfassade.

Das sind nur die Hardfacts mit dem Schwerpunkt auf Ökologie und Wirtschaftlichkeit. Nachhaltigkeit geht für uns aber über die Bauweise hinaus. Räume an sich sind ebenfalls eine wertvolle Ressource, die nicht nur exklusiv einzelnen Nutzern zur Verfügung stehen, sondern mehrfach und optimal genutzt werden sollten. Das Bistro, das Inklusionshotel und die Turnhalle, sowie die klassischen Begegnungs- und Veranstaltungsflächen unterstützen die beiden anderen Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales und Kultur. Das multifunktionale Begegnungszentrum wurde so konzipiert, dass es für die Stadtgesellschaft großen Nutzen bietet.

Welche Rolle spielen regionale Unternehmen beim Thema „nachhaltiges Bauen“?

Bei all unseren Bauprojekten ist uns die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen sehr wichtig. Dadurch entstehen Partnerschaften die auch der Qualität am Bau und einem reibungslosen, späteren Betrieb zugutekommen. Das stärkt die Wirtschaftskraft der Region und zusätzlich auch die interdisziplinäre und kooperative Zusammenarbeit von Unternehmern.

Mit Augsburger Holzhaus, Aumann, Brehm, Lindermayr und Wipfler haben wir zuverlässige und leistungsfähige regionale Partner mit denen wir die Gebäudehülle realisieren können.

Wie stellen Sie Nachhaltigkeit im laufenden Betrieb sicher?

Insgesamt achten wir auf einen möglichst effizienten Einsatz von ressourcenschonenden Elementen, so kommen selbstverständlich auch stromsparende LED-Leuchten, Ladestationen für E-Autos und einiges mehr zum Einsatz.

Im täglichen Betrieb geht es darum die Energie im Gebäude so effizient wie möglich zu nutzen, beispielsweise durch die Wärmerückgewinnung und andere energietechnischen Möglichkeiten.

Wir wollen mit einem intelligenten Lastenmanagement und möglichst viel Eigenstrom (den unsere Photovoltaik liefert) verbrauchen. Erklärtes Ziel ist es dass die komplette Energie, die im Sommer für Klimatisierung benötigt wird durch die Sonne erzeugt wird.

Ist Nachhaltiges Bauen eine Frage des Geldes oder des Gewissens?

Leider beides. Wir erleben das doch selbst täglich beim Einkauf. Wenn es um den eigenen Geldbeutel geht, dann greift man doch eher zu den konventionellen Produkten und hinterfragt seltener die Produktionsweise und Nachhaltigkeit. Im Objekt- und Gewerbebau sind zumindest die reinen Baukosten für eine klassische Stahlbeton-Bauweise deutlich niedriger als bei Holzbauweise.

Der Holzbau in Deutschland hatte in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund der kleinteiligen und vorrangig lokalverorteten Zimmereien und Holzbauunternehmen keine große Lobby, wie es in der konventionellen Bauweise der Fall war. Mit der Energiewende hat sich das glücklicherweise etwas geändert. Die Politik fördert seit einigen Jahren bundesweit den Holzbau, das kommt der nachhaltigen Bauweise nun zugute. Leider fehlt es auf Landesebene immer noch an schlagkräftiger Umsetzung in den Bauordnungen

Wie viel Energie wird beim Bau in nachhaltiger Bauweise im Vergleich zu herkömmlicher eingespart?

Wir rechnen bei westhouse durch die Energieeinsparung mit einer jährlichen Verringerung von circa 200 Tonnen des C02-Ausstoßes. Das betrifft den laufenden Betrieb. Hinzukommen die Einsparungen im Bauprozess durch das Zusammenspiel von hochwertigen und ökologischen Baumaterialien mit möglichst geringen Bauchemie-Anteil durch Holzrahmenbau, Verwendung von Holzfaser-Dämmstoffen und PVC-freien Materialien.

Wieviel Tonnen CO2 genau in unserem Holzbau gebunden sind und wie die genaue Ökobilanz im Vergleich zu einem konventionellen Bau aussieht, konnten wir leider noch nicht untersuchen. Das wäre bei der Komplexität des Gebäudes eine lohnenswerte Aufgabenstellung für eine Bachelor-, oder Masterarbeit.

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Mit Augsburger Holzhaus, Aumann, Brehm, Lindermayr und Wipfler haben wir zuverlässige und leistungsfähige regionale Partner mit denen wir die Gebäudehülle realisieren können.

Wie stellen Sie Nachhaltigkeit im laufenden Betrieb sicher?

Insgesamt achten wir auf einen möglichst effizienten Einsatz von ressourcenschonenden Elementen, so kommen selbstverständlich auch stromsparende LED-Leuchten, Ladestationen für E-Autos und einiges mehr zum Einsatz.

Im täglichen Betrieb geht es darum die Energie im Gebäude so effizient wie möglich zu nutzen, beispielsweise durch die Wärmerückgewinnung und andere energietechnischen Möglichkeiten.

Wir wollen mit einem intelligenten Lastenmanagement und möglichst viel Eigenstrom (den unsere Photovoltaik liefert) verbrauchen. Erklärtes Ziel ist es dass die komplette Energie, die im Sommer für Klimatisierung benötigt wird durch die Sonne erzeugt wird.

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Leider beides. Wir erleben das doch selbst täglich beim Einkauf. Wenn es um den eigenen Geldbeutel geht, dann greift man doch eher zu den konventionellen Produkten und hinterfragt seltener die Produktionsweise und Nachhaltigkeit. Im Objekt- und Gewerbebau sind zumindest die reinen Baukosten für eine klassische Stahlbeton-Bauweise deutlich niedriger als bei Holzbauweise.

Der Holzbau in Deutschland hatte in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund der kleinteiligen und vorrangig lokalverorteten Zimmereien und Holzbauunternehmen keine große Lobby, wie es in der konventionellen Bauweise der Fall war. Mit der Energiewende hat sich das glücklicherweise etwas geändert. Die Politik fördert seit einigen Jahren bundesweit den Holzbau, das kommt der nachhaltigen Bauweise nun zugute. Leider fehlt es auf Landesebene immer noch an schlagkräftiger Umsetzung in den Bauordnungen

Wie viel Energie wird beim Bau in nachhaltiger Bauweise im Vergleich zu herkömmlicher eingespart?

Wir rechnen bei westhouse durch die Energieeinsparung mit einer jährlichen Verringerung von circa 200 Tonnen des C02-Ausstoßes. Das betrifft den laufenden Betrieb. Hinzukommen die Einsparungen im Bauprozess durch das Zusammenspiel von hochwertigen und ökologischen Baumaterialien mit möglichst geringen Bauchemie-Anteil durch Holzrahmenbau, Verwendung von Holzfaser-Dämmstoffen und PVC-freien Materialien.

Wieviel Tonnen CO2 genau in unserem Holzbau gebunden sind und wie die genaue Ökobilanz im Vergleich zu einem konventionellen Bau aussieht, konnten wir leider noch nicht untersuchen. Das wäre bei der Komplexität des Gebäudes eine lohnenswerte Aufgabenstellung für eine Bachelor-, oder Masterarbeit.

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