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Kragler Immobilien: Der „München-Augsburg-Effekt“ ist Realität

Die PROCON IT AG aus Garching zieht in den Sheridan Park. Foto: Lindermayr Architekten
Die Vorteile des Wirtschaftsstandorts Augsburg ziehen immer mehr Unternehmen an. Eine immer stärkere Nachfrage spürt Peter Kragler von der KRAGLER Immobilien GmbH aus der Region München. Das hat gute Gründe. Welche, verrät der Experte im Interview.

Herr Kragler, was ist der „München-Augsburg-Effekt“?

Peter Kragler: Das ist eine Entwicklung, die in den letzten Jahren vermehrt zu beobachten ist: Das Interesse Münchner Firmen, sich auch in Augsburg niederzulassen. Immer wieder kommen Unternehmen auf mich zu, die hier aus den verschiedensten Gründen einen Standort aufbauen wollen. Die Nachfrage ist hoch.

Warum wollen die Unternehmen weg aus München?

Kragler: Der Druck in der Landeshauptstadt steigt immer weiter. Es gibt kaum noch Flächen, außerdem sind die Preise für Büro- und Wohnraum horrend hoch. Das kann sich kaum noch jemand leisten. Die Stadt ist einfach überlastet. Augsburg bietet hier ganz andere Chancen und Möglichkeiten. Das hat die Region München erkannt und will das nun nutzen.

Was spricht für ein Büro am Standort Augsburg?

Kragler: Vieles! Wir haben einen starken Büroimmobilienmarkt. Viele Neubauten, eine hohe Qualität der Flächen und moderate Preise. Einen hochwertigen Neubau beziehen Sie hier schon mit 13,50 Euro pro Quadratmeter – in München können das schon mal 25 Euro und mehr sein. Und die Gebäude stehen an zentralen und wichtigen Knotenpunkten in Augsburg. Sehen Sie sich nur den Sheridan Park an und wie dieser in den letzten Jahren gewachsen ist. Ich nenne hier exemplarisch den ­„Sheridan Tower“, ein echtes Wahrzeichen. Oder nehmen Sie den Innovationspark, in dem gerade der „Weitblick 1.7“ entsteht, eine Landmarke in Augsburgs Süden. Da kann München in puncto Preis-Leistung nicht mithalten. Der Effekt selbst zeigt sich aber schon seit einigen Jahren. So hat unser Haus bereits 2018 den Umzug des Unternehmens Voelkel Industrie Produkte aus der Region München nach Aichach vermittelt.

Augsburg bietet außerdem noch einen starken zusätzlichen Markt. Münchner Unternehmen ­haben hier gute Umsatzchancen, wenn sie räumlich näher an die Augsburger Firmen und damit an ­potenzielle Kunden rücken.

Welche Unternehmen sind den Schritt in die Fuggerstadt bereits gegangen?

Kragler: Immer wieder wird hier Check24 am Augsburger Hauptbahnhof genannt. Einer der ersten Vorreiter ist auch die PROCON IT aus Garching. Diese hat sich in der „Weitblick 1.7“ an der B17 eingemietet. Ein wirklich großartiges Gebäude, ausgestattet mit der neusten Technik in verkehrsgünstiger Lage. Also alles, was es in und um München kaum bis gar nicht mehr gibt. Das hat die Geschäftsleitung überzeugt. Da PROCON IT eine Interimslösung bis zur Fertigstellung von „Weitblick 1.7“ im Jahr 2021 brauchte, zieht das Unternehmen vorübergehend in einen Neubau im Sheridan Park.

Warum haben es Unternehmen wie PROCON IT oft so eilig?

Kragler: Die Unternehmen beschäftigen oft Dutzende Mitarbeiter aus Augsburg, verlieren diese aber immer häufiger aufgrund der Distanz. Viele Augsburger, die in München arbeiten, wollen nicht mehr pendeln, das haben die ersten Unternehmen bereits gemerkt. Wer täglich mehrere Stunden im Zug oder Auto verbringt, verliert zu viel Lebenszeit auf der Strecke. Darauf haben Fachkräfte – einfach ausgedrückt – keine Lust mehr. Die Mitarbeiter üben damit einen gewissen Druck auf ihren Arbeitgeber aus. Das kann fatal sein und das hat nicht nur dieses Unternehmen gemerkt.

Thema Fachkräfte: Warum nicht einfach mehr Münchner einstellen?

Kragler: Weil es keine gibt, ganz einfach. Augsburg wächst nicht umsonst so schnell und stark. Die Hochschule und die Universität bringen viele top ausgebildete Leute hervor – Tendenz steigend! Die lernen genau das, was die Unternehmen suchen. Wer diese Leute für sich gewinnen will, braucht gute Argumente. Deutlich preiswerterer Wohnraum, kurze Wege und eine hohe Lebensqualität gerade für Familien sind da schlagkräftige Gründe. Die Leute verzichten dafür gerne auf ein paar Euro mehr und suchen sich einen Arbeitgeber vor Ort, bleiben folglich in Augsburg. Dieser Realität müssen sich die Münchner stellen. Darum greifen immer mehr Unternehmen auf System der Niederlassung zurück um sowohl den Münchner als auch den Augsburger Markt bedienen zu können.

Wird sich dieser Trend in Zukunft noch verstärken?

Kragler: Ganz bestimmt sogar! Die Uniklinik wird kräftig den Wirtschaftmotor ankurbeln. Eine Studie rechnet mit 400 Millionen Euro Wertschöpfung jährlich durch dieses Jahrhundertprojekt. Das wird weitere Firmen nach Augsburg ziehen, auch aus München, da bin ich mir sicher. Dort sind schließlich viele Pharma-Konzerne vertreten, die die Nähe zur Augsburger Uniklinik suchen werden. Dazu kommen Medizintechnik und Biotechnik-Unternehmen. Das wird ein harter Kampf um die Fachkräfte. Augsburg ist zwar auf dem Papier noch ein C-Standort, gerade jedoch bei Fragen der Fachkräfte und Lebensqualität zunehmend eine Alternative zu München.

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Herr Kragler, was ist der „München-Augsburg-Effekt“?

Peter Kragler: Das ist eine Entwicklung, die in den letzten Jahren vermehrt zu beobachten ist: Das Interesse Münchner Firmen, sich auch in Augsburg niederzulassen. Immer wieder kommen Unternehmen auf mich zu, die hier aus den verschiedensten Gründen einen Standort aufbauen wollen. Die Nachfrage ist hoch.

Warum wollen die Unternehmen weg aus München?

Kragler: Der Druck in der Landeshauptstadt steigt immer weiter. Es gibt kaum noch Flächen, außerdem sind die Preise für Büro- und Wohnraum horrend hoch. Das kann sich kaum noch jemand leisten. Die Stadt ist einfach überlastet. Augsburg bietet hier ganz andere Chancen und Möglichkeiten. Das hat die Region München erkannt und will das nun nutzen.

Was spricht für ein Büro am Standort Augsburg?

Kragler: Vieles! Wir haben einen starken Büroimmobilienmarkt. Viele Neubauten, eine hohe Qualität der Flächen und moderate Preise. Einen hochwertigen Neubau beziehen Sie hier schon mit 13,50 Euro pro Quadratmeter – in München können das schon mal 25 Euro und mehr sein. Und die Gebäude stehen an zentralen und wichtigen Knotenpunkten in Augsburg. Sehen Sie sich nur den Sheridan Park an und wie dieser in den letzten Jahren gewachsen ist. Ich nenne hier exemplarisch den ­„Sheridan Tower“, ein echtes Wahrzeichen. Oder nehmen Sie den Innovationspark, in dem gerade der „Weitblick 1.7“ entsteht, eine Landmarke in Augsburgs Süden. Da kann München in puncto Preis-Leistung nicht mithalten. Der Effekt selbst zeigt sich aber schon seit einigen Jahren. So hat unser Haus bereits 2018 den Umzug des Unternehmens Voelkel Industrie Produkte aus der Region München nach Aichach vermittelt.

Augsburg bietet außerdem noch einen starken zusätzlichen Markt. Münchner Unternehmen ­haben hier gute Umsatzchancen, wenn sie räumlich näher an die Augsburger Firmen und damit an ­potenzielle Kunden rücken.

Welche Unternehmen sind den Schritt in die Fuggerstadt bereits gegangen?

Kragler: Immer wieder wird hier Check24 am Augsburger Hauptbahnhof genannt. Einer der ersten Vorreiter ist auch die PROCON IT aus Garching. Diese hat sich in der „Weitblick 1.7“ an der B17 eingemietet. Ein wirklich großartiges Gebäude, ausgestattet mit der neusten Technik in verkehrsgünstiger Lage. Also alles, was es in und um München kaum bis gar nicht mehr gibt. Das hat die Geschäftsleitung überzeugt. Da PROCON IT eine Interimslösung bis zur Fertigstellung von „Weitblick 1.7“ im Jahr 2021 brauchte, zieht das Unternehmen vorübergehend in einen Neubau im Sheridan Park.

Warum haben es Unternehmen wie PROCON IT oft so eilig?

Kragler: Die Unternehmen beschäftigen oft Dutzende Mitarbeiter aus Augsburg, verlieren diese aber immer häufiger aufgrund der Distanz. Viele Augsburger, die in München arbeiten, wollen nicht mehr pendeln, das haben die ersten Unternehmen bereits gemerkt. Wer täglich mehrere Stunden im Zug oder Auto verbringt, verliert zu viel Lebenszeit auf der Strecke. Darauf haben Fachkräfte – einfach ausgedrückt – keine Lust mehr. Die Mitarbeiter üben damit einen gewissen Druck auf ihren Arbeitgeber aus. Das kann fatal sein und das hat nicht nur dieses Unternehmen gemerkt.

Thema Fachkräfte: Warum nicht einfach mehr Münchner einstellen?

Kragler: Weil es keine gibt, ganz einfach. Augsburg wächst nicht umsonst so schnell und stark. Die Hochschule und die Universität bringen viele top ausgebildete Leute hervor – Tendenz steigend! Die lernen genau das, was die Unternehmen suchen. Wer diese Leute für sich gewinnen will, braucht gute Argumente. Deutlich preiswerterer Wohnraum, kurze Wege und eine hohe Lebensqualität gerade für Familien sind da schlagkräftige Gründe. Die Leute verzichten dafür gerne auf ein paar Euro mehr und suchen sich einen Arbeitgeber vor Ort, bleiben folglich in Augsburg. Dieser Realität müssen sich die Münchner stellen. Darum greifen immer mehr Unternehmen auf System der Niederlassung zurück um sowohl den Münchner als auch den Augsburger Markt bedienen zu können.

Wird sich dieser Trend in Zukunft noch verstärken?

Kragler: Ganz bestimmt sogar! Die Uniklinik wird kräftig den Wirtschaftmotor ankurbeln. Eine Studie rechnet mit 400 Millionen Euro Wertschöpfung jährlich durch dieses Jahrhundertprojekt. Das wird weitere Firmen nach Augsburg ziehen, auch aus München, da bin ich mir sicher. Dort sind schließlich viele Pharma-Konzerne vertreten, die die Nähe zur Augsburger Uniklinik suchen werden. Dazu kommen Medizintechnik und Biotechnik-Unternehmen. Das wird ein harter Kampf um die Fachkräfte. Augsburg ist zwar auf dem Papier noch ein C-Standort, gerade jedoch bei Fragen der Fachkräfte und Lebensqualität zunehmend eine Alternative zu München.

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