Elisabeth Berchtold

Zeitmanagement: 5 Minuten intelligent einsetzen

Struktur und Dynamik in den Arbeitsalltag bringen: Top Coach und Unternehmensberaterin Elisabeth Berchtold verrät, wie Sie 5 Minuten intelligent einsetzen.

Tipp 1: Besser 5 min gut improvisiert als Chance verpasst

„In der langen Geschichte der Menschheit haben sich immer die durchgesetzt, die gelernt haben zusammen zu arbeiten und zu improvisieren.“  Dieser Satz von Charles Darwin meinte so viel wie „Survival oft the fittest!“ Human-soziale Intelligenz als Mittel der Anpassung. Und aktuell ist die gesamte Arbeitswelt herausgefordert, sich schnell an zu passen.

Zeit-Slots für Chancen tun sich auf und sie verschwinden auch wieder. Also packt man seinen Mut zusammen und improvisiert: Jetzt auf digitalen Service umstellen. Jetzt die Chance für Regionalität nutzen. Jetzt wertvolle Verbindungen aufrechterhalten und sich online treffen. Jetzt die Prioritätensetzung ändern, um zu überleben. Nachkorrigieren und Feinjustieren lässt sich später. Schlimmer wäre es, zu lange zu warten und damit Möglichkeiten der Handlung nicht wahrzunehmen. 

Routinen sind überraschend schnell passé. Unbewusst wirkt zwar der gewohnte Arbeitsrhythmus, aber er passt nicht mehr. Man war gewohnt, sich gut auf ein Meeting vorzubereiten. Nun hat man gerade mal 5 Minuten Zeit, um sich zu sammeln und schon geht’s los mit der digitalen Krisensitzung. Entscheidungen dürfen nicht ewig dauern, Umsetzungen auch nicht. Lernzyklen dürfen und müssen schneller werden. Manchmal sind alle auf dem gleichen Kenntnisstand und Führungskräfte lernen zeitgleich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Kooperation ist angesagt.

Tipp 2: 5 Minuten nicht in den Bildschirm schauen

Gerade jetzt, wo viele im Home Office sitzen, konzentriert man sich noch mehr auf den Bildschirm, als man das in „normalen“ Bürozeiten ohnehin schon tut. Wer „eine Stunde Bildschirmarbeit“ aufteilt in 55 Minuten Hinsehen und 5 Minuten Wegschauen, gewinnt nicht nur die Chance, seine Gedanken zu lösen und zu befreien. Er entspannt auch seine Augenmuskulatur. Beides eine sehr gute Möglichkeit, Kopfschmerzen zu vermeiden und mögliches Kopfzerbrechen zu beenden.

Tipp 3: 5 Minuten zum Erfolg

Die Weltbestzeit für einen Ruder-Achter liegt knapp über 5 Minuten. Schauen Sie sich doch gelegentlich mal ein Rennen an. Wie viele Entscheidungen in dieser Zeit gefällt werden können und müssen. Wie oft Taktik und Zielsetzung angepasst werden können oder müssen. Wie viel Kraft das Team in dieser Zeitspanne entfaltet. Nach dem Zieleinlauf werden Sie verstehen, warum es manchmal eine lange Phase des Lernens, Übens und Trainierens braucht, um erfolgreiche 5 Minuten zu erzeugen. Wie viel Zeit geben Sie Ihrem Team? Wie viel Zeit sich selbst?

Tipp 4: 5 Minuten Zeit, um mit allem zu rechnen – auch mit dem Guten

„Man muss mit allem rechnen, auch mit dem Guten.“ Dieses Zitat stammt vom österreichischen Schriftsteller Gabriel Barylli. Sie arbeiten gerade viel „head down“? Physisch geht’s in Zeiten von Home Office und digitaler Kommunikation kaum anders. Aber inwieweit gilt das auch für den seelischen Zustand? Den Kopf hängen lassen? Kommt schon vor in diesen Zeiten. Aber sollte dieser Zustand länger anhalten, muss die Frage gestattet sein: Wollen wir uns das von uns selbst gefallen lassen? 

Wir haben die Wahl, mit welcher Art „future mind“ wir letztendlich aus der Krise rausgehen.  Unabhängig davon, wie hart es uns trifft – und in vieler Weise stehen wir da der Zukunft leider machtlos gegenüber – irgendwann ist die Krise vorbei und wir müssen konstruktiv sein.

Konstruktiv kommt aus dem lateinischen und heißt „aufbauen“.  Damit können wir schon jetzt beginnen. Der Philosoph und Erfinder der Logotherapie, Viktor Frankl nennt das „Einstellungsmodulation“.  Also: Wenn Sie sich gerade innerlich „head down“ ertappen: Investieren Sie 5 Minuten und notieren Sie zu 5 Kategorien alles, was Ihnen einfällt:

1.       Wofür sind Sie dankbar?

2.       Was ist eine positive Konstante in Ihrem Leben?

3.       Was wollen Sie nach der Krise verändern?

4.       Auf was können Sie künftig locker verzichten?

5.       Was haben Sie dazugelernt?

So haben Sie mindestens 25 Aussagen gesammelt, die Sie nach vorne bringen. Und am nächsten Tag dann wieder. So kann man geistig hamstern für die gute Zeit.

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Elisabeth Berchtold

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„In der langen Geschichte der Menschheit haben sich immer die durchgesetzt, die gelernt haben zusammen zu arbeiten und zu improvisieren.“  Dieser Satz von Charles Darwin meinte so viel wie „Survival oft the fittest!“ Human-soziale Intelligenz als Mittel der Anpassung. Und aktuell ist die gesamte Arbeitswelt herausgefordert, sich schnell an zu passen.

Zeit-Slots für Chancen tun sich auf und sie verschwinden auch wieder. Also packt man seinen Mut zusammen und improvisiert: Jetzt auf digitalen Service umstellen. Jetzt die Chance für Regionalität nutzen. Jetzt wertvolle Verbindungen aufrechterhalten und sich online treffen. Jetzt die Prioritätensetzung ändern, um zu überleben. Nachkorrigieren und Feinjustieren lässt sich später. Schlimmer wäre es, zu lange zu warten und damit Möglichkeiten der Handlung nicht wahrzunehmen. 

Routinen sind überraschend schnell passé. Unbewusst wirkt zwar der gewohnte Arbeitsrhythmus, aber er passt nicht mehr. Man war gewohnt, sich gut auf ein Meeting vorzubereiten. Nun hat man gerade mal 5 Minuten Zeit, um sich zu sammeln und schon geht’s los mit der digitalen Krisensitzung. Entscheidungen dürfen nicht ewig dauern, Umsetzungen auch nicht. Lernzyklen dürfen und müssen schneller werden. Manchmal sind alle auf dem gleichen Kenntnisstand und Führungskräfte lernen zeitgleich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Kooperation ist angesagt.

Tipp 2: 5 Minuten nicht in den Bildschirm schauen

Gerade jetzt, wo viele im Home Office sitzen, konzentriert man sich noch mehr auf den Bildschirm, als man das in „normalen“ Bürozeiten ohnehin schon tut. Wer „eine Stunde Bildschirmarbeit“ aufteilt in 55 Minuten Hinsehen und 5 Minuten Wegschauen, gewinnt nicht nur die Chance, seine Gedanken zu lösen und zu befreien. Er entspannt auch seine Augenmuskulatur. Beides eine sehr gute Möglichkeit, Kopfschmerzen zu vermeiden und mögliches Kopfzerbrechen zu beenden.

Tipp 3: 5 Minuten zum Erfolg

Die Weltbestzeit für einen Ruder-Achter liegt knapp über 5 Minuten. Schauen Sie sich doch gelegentlich mal ein Rennen an. Wie viele Entscheidungen in dieser Zeit gefällt werden können und müssen. Wie oft Taktik und Zielsetzung angepasst werden können oder müssen. Wie viel Kraft das Team in dieser Zeitspanne entfaltet. Nach dem Zieleinlauf werden Sie verstehen, warum es manchmal eine lange Phase des Lernens, Übens und Trainierens braucht, um erfolgreiche 5 Minuten zu erzeugen. Wie viel Zeit geben Sie Ihrem Team? Wie viel Zeit sich selbst?

Tipp 4: 5 Minuten Zeit, um mit allem zu rechnen – auch mit dem Guten

„Man muss mit allem rechnen, auch mit dem Guten.“ Dieses Zitat stammt vom österreichischen Schriftsteller Gabriel Barylli. Sie arbeiten gerade viel „head down“? Physisch geht’s in Zeiten von Home Office und digitaler Kommunikation kaum anders. Aber inwieweit gilt das auch für den seelischen Zustand? Den Kopf hängen lassen? Kommt schon vor in diesen Zeiten. Aber sollte dieser Zustand länger anhalten, muss die Frage gestattet sein: Wollen wir uns das von uns selbst gefallen lassen? 

Wir haben die Wahl, mit welcher Art „future mind“ wir letztendlich aus der Krise rausgehen.  Unabhängig davon, wie hart es uns trifft – und in vieler Weise stehen wir da der Zukunft leider machtlos gegenüber – irgendwann ist die Krise vorbei und wir müssen konstruktiv sein.

Konstruktiv kommt aus dem lateinischen und heißt „aufbauen“.  Damit können wir schon jetzt beginnen. Der Philosoph und Erfinder der Logotherapie, Viktor Frankl nennt das „Einstellungsmodulation“.  Also: Wenn Sie sich gerade innerlich „head down“ ertappen: Investieren Sie 5 Minuten und notieren Sie zu 5 Kategorien alles, was Ihnen einfällt:

1.       Wofür sind Sie dankbar?

2.       Was ist eine positive Konstante in Ihrem Leben?

3.       Was wollen Sie nach der Krise verändern?

4.       Auf was können Sie künftig locker verzichten?

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