Miriam Nagler

Wie man Digitalisierung und Mensch zusammenbringt

Miriam Nagler ist Gründerin von Digital „M“ – Communication & Health und Erfinderin des Konzepts BEST YOU. Sie weiß, wie mittelständische Unternehmen es schaffen, Digitalisierung und Mitarbeiter in Einklang zu bringen.

Vor der schnellen und teilweise nicht mehr nachvollziehbaren Geschwindigkeit, in der sich unser Leben im beruflichen wie auch privaten Bereich aktuell wandelt, haben einige Menschen Angst. Fragen wie „Vielleicht droht mir als Mitarbeiter sogar der Jobverlust?“ geistern in den Köpfen der Menschen herum. Und ja, es werden durch die Digitalisierung an manchen Stellen Arbeitsplätze wegfallen. Aber es entstehen auch neue. Genau deshalb wird es zu einer unerlässlichen Kompetenz, lebenslanges Lernen und Veränderungsbereitschaft zu einer Gewohnheit zu machen. Sich für die Möglichkeiten zu öffnen, die durch die Digitalisierung entstehen. Darum sollte die Digitalisierung auch kein „Endgegner“ sein, sondern als Chance betrachtet werden.

Digitalisierung und Mensch zusammenbringen

Ich habe in einem großen Automobilkonzern gearbeitet und zeitgleich nach einigen Jahren der leidenschaftlichen Praxis auch eine Ausbildung zur Yogalehrerin gemacht, einfach für mich. Dabei sind die zwei Themenfelder – also Digitalisierung, Fortschritt und Technologie einerseits und Achtsamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Menschlichkeit andererseits – immer mehr zusammengewachsen. Je schneller sich die Welt dreht, desto mehr muss man auf sich selbst achten, um in Balance zu sein. Nur dann gehen wir erfolgreich in die Zukunft. Also war die Schlussfolgerung: Wenn mehr digital, dann auch mehr Mensch.

Das Ziel jedes Unternehmens, aber auch jedes einzelnen Mitarbeiters sollte es sein, das eigene digitale Mindset zu schärfen. Also einerseits die Chancen der Zukunft und andererseits seine persönlichen Leistungsressourcen als Mensch klar zu erkennen und zu nutzen. Gerade im Mittelstand ist das leider häufig noch nicht angekommen. Ich vertrete die Meinung: Je digitaler unser Umfeld wird, je vernetzter auch unsere Geschäftsprozesse sind, desto mehr ist der Mensch gefordert, sich selbst zu managen. So sind wir beispielsweise in einer Always-On-Gesellschaft gefordert, bewusste Offline-, Konzentrations- und Ruhephasen zu schaffen. Durch bewusste Rituale kann der gefühlte „Veränderungskollaps“ in Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter transformiert werden.

Schwerpunkte setzen und Zeit dafür nehmen

Um das zu erreichen, kann man ganz unterschiedliche Themen angehen, die im Gesamten wieder ineinandergreifen. Beim Schwerpunkt „Digitalisierung“ könnte man sich beispielsweise Gedanken darüber machen, wie die Welt in zehn, 20 oder 30 Jahren aussehen wird. Und wie sich dadurch die eigene Arbeitsweise verändern wird. Wie tickt der Kunde der Zukunft? Bei welchen Bedürfnissen, weiß er vielleicht noch gar nicht, dass er diese hat?

Beim Schwerpunkt „Mensch“ sind Meditations- oder Achtsamkeitsübungen ein guter Ansatzpunkt. Auch die Themen Schlaf und Ernährung sind wichtig, wenn man fit am Arbeitsplatz bleiben möchte. Beispielsweise ist es sinnvoll, sich zwischendurch Zeit für eine kurze Bewegungs-Session zu nehmen. Einfach vom Arbeitsplatz weg und ein paar Dehn- und Streckübungen machen. Das kurbelt den Kreislauf an und fördert die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit. Generell gilt bei all diesen Herangehensweisen: Es macht durchaus Sinn, dass der Vorgesetzte sich hierfür ebenso Zeit nimmt, um den Mitarbeitern zu zeigen „Ja, das ist wichtig und du darfst das auch während deiner Arbeitszeit tun.“ Dieses Prinzip lässt sich mit einer Metapher beschreiben: „Wenn wir einen Pfeil mit voller Kraft nach vorne schießen wollen, müssen wir ihn zuerst zurückziehen.“

Ein deutlicher Effekt

In mittelständischen Unternehmen ist die Grundhaltung oft: „Wir haben sowieso schon zu viel Arbeit und zu wenig Zeit. Wie sollen wir da noch so etwas unterbringen?“ Dabei wäre der ein oder andere mit Sicherheit überrascht, wie wenig Zeit diese Übungen sowie die Selbstreflexion zu zukünftigen Themen in Anspruch nehmen und wie groß der Effekt ist, wenn man sie erfolgreich umsetzt. Der Spagat zwischen einer erfolgreichen Digitalisierung und Mensch-sein ist zu schaffen. Auch wenn das in den Köpfen vieler leider immer noch zwei strikt voneinander getrennte Themen sind. Eines steht fest: Digitalisierung geht nicht ohne leistungsfähige Menschen mit ganzheitlichem digitalen Mindset.

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Miriam Nagler

Wie man Digitalisierung und Mensch zusammenbringt

Miriam Nagler ist Gründerin von Digital „M“ – Communication & Health und Erfinderin des Konzepts BEST YOU. Sie weiß, wie mittelständische Unternehmen es schaffen, Digitalisierung und Mitarbeiter in Einklang zu bringen.

Vor der schnellen und teilweise nicht mehr nachvollziehbaren Geschwindigkeit, in der sich unser Leben im beruflichen wie auch privaten Bereich aktuell wandelt, haben einige Menschen Angst. Fragen wie „Vielleicht droht mir als Mitarbeiter sogar der Jobverlust?“ geistern in den Köpfen der Menschen herum. Und ja, es werden durch die Digitalisierung an manchen Stellen Arbeitsplätze wegfallen. Aber es entstehen auch neue. Genau deshalb wird es zu einer unerlässlichen Kompetenz, lebenslanges Lernen und Veränderungsbereitschaft zu einer Gewohnheit zu machen. Sich für die Möglichkeiten zu öffnen, die durch die Digitalisierung entstehen. Darum sollte die Digitalisierung auch kein „Endgegner“ sein, sondern als Chance betrachtet werden.

Digitalisierung und Mensch zusammenbringen

Ich habe in einem großen Automobilkonzern gearbeitet und zeitgleich nach einigen Jahren der leidenschaftlichen Praxis auch eine Ausbildung zur Yogalehrerin gemacht, einfach für mich. Dabei sind die zwei Themenfelder – also Digitalisierung, Fortschritt und Technologie einerseits und Achtsamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Menschlichkeit andererseits – immer mehr zusammengewachsen. Je schneller sich die Welt dreht, desto mehr muss man auf sich selbst achten, um in Balance zu sein. Nur dann gehen wir erfolgreich in die Zukunft. Also war die Schlussfolgerung: Wenn mehr digital, dann auch mehr Mensch.

Das Ziel jedes Unternehmens, aber auch jedes einzelnen Mitarbeiters sollte es sein, das eigene digitale Mindset zu schärfen. Also einerseits die Chancen der Zukunft und andererseits seine persönlichen Leistungsressourcen als Mensch klar zu erkennen und zu nutzen. Gerade im Mittelstand ist das leider häufig noch nicht angekommen. Ich vertrete die Meinung: Je digitaler unser Umfeld wird, je vernetzter auch unsere Geschäftsprozesse sind, desto mehr ist der Mensch gefordert, sich selbst zu managen. So sind wir beispielsweise in einer Always-On-Gesellschaft gefordert, bewusste Offline-, Konzentrations- und Ruhephasen zu schaffen. Durch bewusste Rituale kann der gefühlte „Veränderungskollaps“ in Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter transformiert werden.

Schwerpunkte setzen und Zeit dafür nehmen

Um das zu erreichen, kann man ganz unterschiedliche Themen angehen, die im Gesamten wieder ineinandergreifen. Beim Schwerpunkt „Digitalisierung“ könnte man sich beispielsweise Gedanken darüber machen, wie die Welt in zehn, 20 oder 30 Jahren aussehen wird. Und wie sich dadurch die eigene Arbeitsweise verändern wird. Wie tickt der Kunde der Zukunft? Bei welchen Bedürfnissen, weiß er vielleicht noch gar nicht, dass er diese hat?

Beim Schwerpunkt „Mensch“ sind Meditations- oder Achtsamkeitsübungen ein guter Ansatzpunkt. Auch die Themen Schlaf und Ernährung sind wichtig, wenn man fit am Arbeitsplatz bleiben möchte. Beispielsweise ist es sinnvoll, sich zwischendurch Zeit für eine kurze Bewegungs-Session zu nehmen. Einfach vom Arbeitsplatz weg und ein paar Dehn- und Streckübungen machen. Das kurbelt den Kreislauf an und fördert die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit. Generell gilt bei all diesen Herangehensweisen: Es macht durchaus Sinn, dass der Vorgesetzte sich hierfür ebenso Zeit nimmt, um den Mitarbeitern zu zeigen „Ja, das ist wichtig und du darfst das auch während deiner Arbeitszeit tun.“ Dieses Prinzip lässt sich mit einer Metapher beschreiben: „Wenn wir einen Pfeil mit voller Kraft nach vorne schießen wollen, müssen wir ihn zuerst zurückziehen.“

Ein deutlicher Effekt

In mittelständischen Unternehmen ist die Grundhaltung oft: „Wir haben sowieso schon zu viel Arbeit und zu wenig Zeit. Wie sollen wir da noch so etwas unterbringen?“ Dabei wäre der ein oder andere mit Sicherheit überrascht, wie wenig Zeit diese Übungen sowie die Selbstreflexion zu zukünftigen Themen in Anspruch nehmen und wie groß der Effekt ist, wenn man sie erfolgreich umsetzt. Der Spagat zwischen einer erfolgreichen Digitalisierung und Mensch-sein ist zu schaffen. Auch wenn das in den Köpfen vieler leider immer noch zwei strikt voneinander getrennte Themen sind. Eines steht fest: Digitalisierung geht nicht ohne leistungsfähige Menschen mit ganzheitlichem digitalen Mindset.

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