Iris Zeilnhofer

Wie Ihre Pressemitteilung den Redakteur begeistert

Online-Portale leben davon, schnell und leicht verständliche sowie relevante Nachrichten zu veröffentlichen. Wie mittelständische Unternehmen Pressemitteilungen so gestalten, dass Redakteure sie gut verarbeiten können, lesen Sie in unserem Gastbeitrag.

Viele aktuelle Nachrichten erreichen Redaktionen über Pressemitteilungen. Hunderte davon füllen täglich das Postfach. Nicht immer leicht, diese zu filtern und zu bearbeiten. Das kostet Zeit, die kein Redakteur übrig hat. Muss es richtig schnell gehen, wählt er die besser aufbereitete Meldung. Entscheidend sind vier Dinge:

1. Der Betreff – Keine zweite Chance für den ersten Eindruck

Ein oft unterschätztes Element ist die Betreffzeile. Sie ist das Aushängeschild Ihrer Nachricht. Packen Sie die spannendste Info hier hinein, machen Sie dem Redakteur klar, worum es geht. Wortspiele, malerische Ausführungen, unzählige Sonderzeichen und lange Zitate sind hier fehl am Platz. Neugierde beim Leser wecken, übernehmen die Redakteure für Sie. Je deutlicher die Nachricht als Pressemitteilung gekennzeichnet ist, desto genauer wird sie beachtet. Plus: Ihre Meldung wird nicht übersehen, oder gar versehentlich gelöscht.

2. Das Thema – Was ist eine echte Nachricht

In den Mails, die den Posteingang erreichen, steckt viel Arbeit, jedoch manchmal an falscher Stelle. Nicht jedes Ereignis, das Ihr Unternehmen bewegt, ist eine echte Neuigkeit. Eine Checkliste, was für Redakteure spannend ist und was nicht, gibt es leider nicht. Dennoch sollten Sie zwei Fragen stellen: Ist meine Neuigkeit relevant für eine breite Gruppe? Verändert das Geschehene Bestehendes nachhaltig? Trifft eines oder beides zu, sollten Sie mit dem Schreiben fortfahren!

3. Der Aufbau – Die sieben W-Fragen

Ein Artikel hat eine ganz einfache Aufgabe: Fragen beantworten. Ein Redakteur möchte seinen Lesern die sieben journalistischen W-Fragen beantworten. Die Informationen dazu müssen Sie liefern:

1. Wer (hat etwas getan/war beteiligt)?

2. Was (hat er getan/fand statt)?

3. Wo (hat er es getan/fand es statt)?

4. Wann (hat er es getan/fand es statt)?

5. Wie (hat er es getan)?

6. Warum (hat er es getan)?

7. Woher (ist die Information)?

Vorsicht: Diese Fragen lassen sich auch in einem Satz beantworten.

Das Unternehmen expandiert am Hauptsitz kommenden Herbst mit einer neuen Halle, um mehr Stellfläche zu erhalten, wie der Geschäftsführer verkündete.

Ihre Pressemitteilung sollte eine gewisse Länge umfassen, im Online-Bereich beispielsweise mindestens 300 Wörter. Liefern Sie daher lieber zu viele Informationen als zu wenige. Setzen Sie auch Ihr Hintergrundwissen nicht als allgemein bekannt voraus. So selbstverständlich etwas für Sie ist, so neu und spannend ist es für einen Außenstehenden.

Beliebt bei Redakteuren und Lesern sind zudem griffige Zitate. Ein ganzer Absatz Dankes-Rede des Geschäftsführers für die gute Zusammenarbeit mit den Behörden wird in der Regel vom Redakteur gestrichen. Klare Aussagen, Ziele und Vorhaben als gesprochenes Wort beleben den Text dagegen.

4. Das Foto – Ein Text ist nur so gut wie sein(e) Bild(er)

Bei aller Schreibe-Kunst macht nichts einen Artikel attraktiver als ein Foto. Dieses sollte spätestens ab jetzt der Standard-Anhang zu Ihrer Pressemitteilung sein. Muss ein Redakteur sich kurz vor Schluss zwischen zwei Meldungen entscheiden, wählt er die mit passendem Bild. Haben Sie keines von der Veranstaltung? Schicken Sie ein Porträt eines Zitat-Gebers oder ein Bild des Firmensitzes mit. Ganz wichtig: Schreiben Sie in Ihre Mail auch, wer das Bild gemacht hat, also welches Copyright anzugeben ist. Das erspart beiden Seiten rechtliche Probleme.

Die Betreffzeile ist klar und deutlich? Das Thema betrifft eine breite Zielgruppe und oder verkündet eine große Veränderung? Sie haben alle Fragen beantwortet, Hintergründe erläutert und knackige Zitate im Text? Das Foto ist im Anhang, der Urheber in der Mail vermerkt? Dann drücken Sie „Senden“!

Iris Zeilnhofer

Online-Redakteurin B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

nach oben