Beitrag von Christoph von Külmer

Video kills the TV Star – Social Videos regieren die Welt

Symbolbild. Foto: Weedezign / iStock
Ein guter Freund von mir erzählte mir neulich bei einem unserer viel zu seltenen Treffen, dass er sich an diesem Morgen sehr über das neue Mediennutzungsverhalten in Augsburg gewundert habe und wie ich als Experte ihm das erklären könne. Es entstand eine tolle Diskussion, die ich Ihnen gerne in Auszügen nicht vorenthalten möchte.

Er war wie jeden Morgen um halb acht mit der Straßenbahn auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz bei einem kleinen mittelständischen Unternehmen (ohne jeglichen Social Media Auftritt wie er später betonte) und beobachtete wie gewohnt genau seine Sitznachbarn. Er nannte es übrigens „Augschburger Neugierde“, wo ich mir ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen konnte. Der ca. 14-jährige Junge neben ihm schaute die neusten Kinotrailer bei Netflix auf seinem iPhone und wechselte später zu selbst erstellten Fun-Videos auf Snapdingsdabums. (Anm.: Ich klärte ihn dann über Snapchat, das im Moment populärste Netzwerk bei der jungen Generation, auf). Gegenüber von ihm saß eine junge sehr fein gekleidete Frau, die sich auf Pinterest durch Rezeptvideos von Maggi klickte. Das kannte er ganz gut, da seine Frau hier immer nach Deko- und Einrichtungsideen schauen würde. Und weiter hinten entdeckte er einen älteren Mann, der genüsslich die Zusammenfassung des AEV-Spiels gegen Straubing auf seinem Tablet konsumierte. Und sein Bürokollege habe sich heute, in der Pause natürlich, ein Tutorial bei Youtube zum Thema Reifenwechsel bei Cube Mountainbikes angesehen. Für ihn ist mobiles Surfen im Internet am Morgen natürlich auch Normalität geworden aber in seinen Augen hat sich doch irgendwie was verändert. Aber was fragte er mich? Die Antwort ist ganz einfach, denn wir werden in der Agentur tagtäglich von Kunden damit beauftragt: Video Video Video.

VIDEO VIDEO VIDEO – Bewegtbild dominiert unser Leben

Ich nehme darauf mein Galaxy S6 und nach dem Login bei Facebook und dem gemeinsamen Betrachten meines Feeds starte ich die Antwort mit einer Abänderung eines bekannten Songtitels aus den 80ern. „Social Video killed the TV-Star“. Was mir heute vor allem im Social Media begegnet sind nicht mehr, wie noch vor ein paar Jahren, textlastige Postings oder Fotos von meinen Freunden, Bekannten oder Arbeitskollegen. Stattdessen machen Videos in allen Variationen einen Großteil meiner dargestellten Inhalte aus. Neben lustigen Clips von Freunden, Sportvideos und Kinotrailern stoßen wir beim Scrollen vor allem auf kreative authentische Werbespots von Startups, Kleinunternehmen oder großen Namen wie Edeka, Audi, L´Oreal oder BAUHAUS Deutschland. Aber wir finden auch aktuelle Beiträge aus der Tagesschau, eine Live-Übertragung von Mark Zuckerberg oder einen Drohnenflug über die Stadt Coburg. Natürlich lässt sich mein alter Freund, ein waschechter Lechhauser übrigens, nicht so leicht aus der Reserve locken und fragt. „Ja net schlecht aber warum machen die das. TV-Produktionen kann sich doch kein Mensch leisten und Facebook, YouTube und Twitter sind doch kostenlos?“.

80 Prozent des Online-Traffics in 2019 wird Bewegtbild sein

Ich hole etwas aus und erkläre ihm das neue Mediennutzenverhalten in Deutschland. Der Deutsche ist jetzt vorrangig im Internet unterwegs und hat im Schnitt 3,8 Endgeräte mit denen er online geht. “4 Geräte???“ Er sieht mich ganz überlegen an und verneint es ganz schnell. Wir machen die Probe aufs Exempel und wir zählen bei ihm und seinem Haushalt nach. PC, Handy, Laptop und Tablet sind vorhanden und werden gut von der Familie genutzt. Ich habe damit übrigens die Wette gewonnen, die nächste Runde geht auf ihn und wir philosophieren angeregt weiter.  Noch vor wenigen Jahren hätten die meisten Menschen die Frage nach dem mächtigsten Werbekanal ganz klar mit „das Fernsehen“ beantwortet. Noch immer werden jährlich enorm große Summen in TV-Werbung investiert, obwohl besonders die jungen Zielgruppen aufgrund von Netflix, Amazon Prime oder Sky keine vorrangigen Konsumenten mehr sind. So ist Facebook aktuell mit 1,71 Milliarden Menschen nicht nur das größte und meistgenutzte soziale Netzwerk der Welt, sondern auch genauso wie YouTube der neue Channel für Bewegtbild. Im letzten Quartal 2015 konnte zum Beispiel Facebook 8 Milliarden Video-Aufrufe am Tag verbuchen, insgesamt sahen sich die User täglich 100 Millionen Stunden Videomaterial an. Langsam fängt sogar er an etwas zu staunen und dann schaffe ich es sogar, und das ist äußerst selten, ihn sprachlos zu machen.  Laut Experten werden nämlich bis 2019 80 Prozent des gesamten Traffics im Online-Bereich Bewegtbilder sein. Die User wollen Videos um sich zu informieren, zu unterhalten, weiterzubilden oder zu unterhalten. Es fehlt einfach die Zeit für langes Lesen, denn in unserem hektischen Alltagsleben regiert immer mehr die schnelle Reizaufnahme.

Authentisch und kreativ – Videos werden immer individueller

Unser Gespräch geht dem Ende zu, da wir Beide am nächsten Morgen früh raus müssen. Er erzählt mir aber noch von seinen beiden Kindern, die nur von 6 bis 8 Uhr am Abend das Internet zu Hause nutzen dürfen. Seit der Einführung dieser Klausel sind sie so pünktlich wie nie zuvor und fiebern mit ihrem Handy der Aktivierung entgegen. Er fragt aber noch beim Warten auf Rechnung, wie wirkungsvoll von uns produzierte Werbevideos sind, denn die Zielgruppe seien ja ganz unterschiedlich. Da die Antwort etwas zu lange ausfallen würde, schicke ich ihm später per WhatsApp eine ganz aktuelle Studie der Gfk - dem bekanntesten deutschen Marktforschungsinstitut aus Nürnberg. Wir geben viel zu wenig Trinkgeld, verabschieden uns, hoffen auf eine baldige Wiederholung und er dankt für das informative Gespräch. Er verspricht auch, dass er morgen die Mitfahrer in der Linie 3 mit ganz anderen Augen beobachten wird.

Ihr Christoph von Külmer
SportBrain Social Media Agentur

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Beitrag von Christoph von Külmer

Video kills the TV Star – Social Videos regieren die Welt

Symbolbild. Foto: Weedezign / iStock
Ein guter Freund von mir erzählte mir neulich bei einem unserer viel zu seltenen Treffen, dass er sich an diesem Morgen sehr über das neue Mediennutzungsverhalten in Augsburg gewundert habe und wie ich als Experte ihm das erklären könne. Es entstand eine tolle Diskussion, die ich Ihnen gerne in Auszügen nicht vorenthalten möchte.

Er war wie jeden Morgen um halb acht mit der Straßenbahn auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz bei einem kleinen mittelständischen Unternehmen (ohne jeglichen Social Media Auftritt wie er später betonte) und beobachtete wie gewohnt genau seine Sitznachbarn. Er nannte es übrigens „Augschburger Neugierde“, wo ich mir ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen konnte. Der ca. 14-jährige Junge neben ihm schaute die neusten Kinotrailer bei Netflix auf seinem iPhone und wechselte später zu selbst erstellten Fun-Videos auf Snapdingsdabums. (Anm.: Ich klärte ihn dann über Snapchat, das im Moment populärste Netzwerk bei der jungen Generation, auf). Gegenüber von ihm saß eine junge sehr fein gekleidete Frau, die sich auf Pinterest durch Rezeptvideos von Maggi klickte. Das kannte er ganz gut, da seine Frau hier immer nach Deko- und Einrichtungsideen schauen würde. Und weiter hinten entdeckte er einen älteren Mann, der genüsslich die Zusammenfassung des AEV-Spiels gegen Straubing auf seinem Tablet konsumierte. Und sein Bürokollege habe sich heute, in der Pause natürlich, ein Tutorial bei Youtube zum Thema Reifenwechsel bei Cube Mountainbikes angesehen. Für ihn ist mobiles Surfen im Internet am Morgen natürlich auch Normalität geworden aber in seinen Augen hat sich doch irgendwie was verändert. Aber was fragte er mich? Die Antwort ist ganz einfach, denn wir werden in der Agentur tagtäglich von Kunden damit beauftragt: Video Video Video.

VIDEO VIDEO VIDEO – Bewegtbild dominiert unser Leben

Ich nehme darauf mein Galaxy S6 und nach dem Login bei Facebook und dem gemeinsamen Betrachten meines Feeds starte ich die Antwort mit einer Abänderung eines bekannten Songtitels aus den 80ern. „Social Video killed the TV-Star“. Was mir heute vor allem im Social Media begegnet sind nicht mehr, wie noch vor ein paar Jahren, textlastige Postings oder Fotos von meinen Freunden, Bekannten oder Arbeitskollegen. Stattdessen machen Videos in allen Variationen einen Großteil meiner dargestellten Inhalte aus. Neben lustigen Clips von Freunden, Sportvideos und Kinotrailern stoßen wir beim Scrollen vor allem auf kreative authentische Werbespots von Startups, Kleinunternehmen oder großen Namen wie Edeka, Audi, L´Oreal oder BAUHAUS Deutschland. Aber wir finden auch aktuelle Beiträge aus der Tagesschau, eine Live-Übertragung von Mark Zuckerberg oder einen Drohnenflug über die Stadt Coburg. Natürlich lässt sich mein alter Freund, ein waschechter Lechhauser übrigens, nicht so leicht aus der Reserve locken und fragt. „Ja net schlecht aber warum machen die das. TV-Produktionen kann sich doch kein Mensch leisten und Facebook, YouTube und Twitter sind doch kostenlos?“.

80 Prozent des Online-Traffics in 2019 wird Bewegtbild sein

Ich hole etwas aus und erkläre ihm das neue Mediennutzenverhalten in Deutschland. Der Deutsche ist jetzt vorrangig im Internet unterwegs und hat im Schnitt 3,8 Endgeräte mit denen er online geht. “4 Geräte???“ Er sieht mich ganz überlegen an und verneint es ganz schnell. Wir machen die Probe aufs Exempel und wir zählen bei ihm und seinem Haushalt nach. PC, Handy, Laptop und Tablet sind vorhanden und werden gut von der Familie genutzt. Ich habe damit übrigens die Wette gewonnen, die nächste Runde geht auf ihn und wir philosophieren angeregt weiter.  Noch vor wenigen Jahren hätten die meisten Menschen die Frage nach dem mächtigsten Werbekanal ganz klar mit „das Fernsehen“ beantwortet. Noch immer werden jährlich enorm große Summen in TV-Werbung investiert, obwohl besonders die jungen Zielgruppen aufgrund von Netflix, Amazon Prime oder Sky keine vorrangigen Konsumenten mehr sind. So ist Facebook aktuell mit 1,71 Milliarden Menschen nicht nur das größte und meistgenutzte soziale Netzwerk der Welt, sondern auch genauso wie YouTube der neue Channel für Bewegtbild. Im letzten Quartal 2015 konnte zum Beispiel Facebook 8 Milliarden Video-Aufrufe am Tag verbuchen, insgesamt sahen sich die User täglich 100 Millionen Stunden Videomaterial an. Langsam fängt sogar er an etwas zu staunen und dann schaffe ich es sogar, und das ist äußerst selten, ihn sprachlos zu machen.  Laut Experten werden nämlich bis 2019 80 Prozent des gesamten Traffics im Online-Bereich Bewegtbilder sein. Die User wollen Videos um sich zu informieren, zu unterhalten, weiterzubilden oder zu unterhalten. Es fehlt einfach die Zeit für langes Lesen, denn in unserem hektischen Alltagsleben regiert immer mehr die schnelle Reizaufnahme.

Authentisch und kreativ – Videos werden immer individueller

Unser Gespräch geht dem Ende zu, da wir Beide am nächsten Morgen früh raus müssen. Er erzählt mir aber noch von seinen beiden Kindern, die nur von 6 bis 8 Uhr am Abend das Internet zu Hause nutzen dürfen. Seit der Einführung dieser Klausel sind sie so pünktlich wie nie zuvor und fiebern mit ihrem Handy der Aktivierung entgegen. Er fragt aber noch beim Warten auf Rechnung, wie wirkungsvoll von uns produzierte Werbevideos sind, denn die Zielgruppe seien ja ganz unterschiedlich. Da die Antwort etwas zu lange ausfallen würde, schicke ich ihm später per WhatsApp eine ganz aktuelle Studie der Gfk - dem bekanntesten deutschen Marktforschungsinstitut aus Nürnberg. Wir geben viel zu wenig Trinkgeld, verabschieden uns, hoffen auf eine baldige Wiederholung und er dankt für das informative Gespräch. Er verspricht auch, dass er morgen die Mitfahrer in der Linie 3 mit ganz anderen Augen beobachten wird.

Ihr Christoph von Külmer
SportBrain Social Media Agentur

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