Wein & Genuss: Beitrag von Björn Kühnel

Sommertrend Rosé-Weine: Entspannter Genuss für warme Tage

Rosé-Weine: Entspannter Genuss für warme Tage mit hohem Spaßfaktor. Foto: Image Source White / Image Source / thinkstock

Selbstverständlich kann man Wein zelebrieren. An sorgfältig gedeckten Tischen mit kostbaren Gläsern und erlesenen Menüs. Das aber ist nur die eine Seite des Weintrinkens. Die andere – und das wird immer aktueller – gibt sich völlig ungezwungen. Wein begleitet vielerlei Aktivität, hat seinen elitären Status abgegeben und ist im positivsten Sinn Lebensmittel.

Was auf den ersten Blick überrascht, ist nur die logische Folge eines Verhaltenswechsels. Wenn man heute die junge Generation fragt, welches für sie der wichtigste Ort in ihrem Zuhause sei, dann erwidert mehr als die Hälfte: der Balkon, der Garten oder die Terrasse. Viele haben sich sogar entschlossen, ihre Ferien im eigenen Garten zu verbringen. Der Garten übertrumpft inzwischen fast die Küche.

Allerdings haben wir nicht den Spaß am guten Essen verloren, sondern verlagern es, sobald das Wetter es erlaubt, nur nach draußen. Dabei wird das ungezwungene Zusammensein mit Freunden oder der Familie hoch geschätzt, man bereitet Salate und leichte Speisen zu und heizt den Grill an. Und dazu passen eben unkomplizierte, frische Sommerweine.

Und genau diesen Zweck erfüllen insbesondere Roséweine und werden daher immer beliebter. Mit ihrer Frische, Beschwingtheit und Frucht bei meist etwas niedrigerem Säuregehalt als bei vielen Weißen sind sie perfekte Partner an lauen Sommerabenden oder auch schon als Aperitif vor oder beim Kochen.    

Schon lange leben uns das unsere französischen Nachbarn vor allem im Süden vor. Wer im Sommer die Provence besucht, wird an kaum einem Tisch etwas anderes finden, als einen leichten Rosé im eisbeschlagenen Kühler.

Rosé zu sommerlichen Gerichten

Mit dem Rosé haben die Franzosen einen Durchbruch erzielt. Nicht nur weil sie seit Jahren hervorragende Roséweine produzieren, sondern auch, weil sie auf den Wellen des Roséstrends viele bisherige Konsumgewohnheiten verändert haben. Rosé ist in. Rosé nimmt die Hemmschwelle, zieht Neulinge an, junge Leute, Frauen, Partygäste, eingefleischte Biertrinker. Man trinkt ihn zu jeder Zeit und zu allem, worauf man Lust hat. Zu Pasta, Pizza, Exotischem. Rosé passt hervorragend zu sommerlichen Gerichten wie Salaten, gefülltem oder gebratenem Gemüse, gegrilltem Fisch, Paella, Calamares. Und gerade wenn es sehr heiß ist, ist er die ideale Alternative zu schwerem Rotwein als Begleiter von gegrilltem Fleisch. Gerade auch aus Spanien kommen würzige, dunkle Roséweine, die auch mal herzhaftere Speisen verkraften, ohne dabei aber zu hoch im Alkoholgehalt zu sein.

Aber die Welle der leicht und unkompliziert zu trinkenden Weine beschränkt sich natürlich nicht nur auf Rosé. Der vin de plaisir, der Spaßwein, ist en vogue. Ebenso in Weiß und Rot. Was sich dahinter verbirgt? Weine, die man mit Freude mit Freunden trinkt. Nichts Kompliziertes, nichts Hochgestochenes. Kein Barriqueausbau oder andere komplexe Ausbauarten. Kein Kopfzerbrechen, wann, wie, wo und mit wem man sie öffnen soll. Sondern Weine mit Frucht und Frische, jung und lebendig.

Und die gestiegene Nachfrage hat erfreulicherweise dazu geführt , dass man sie mittlerweile in allen Anbauregionen findet, selbst in Deutschland und Österreich, wo gerade Rosé früher immer als „nicht Fisch – nicht Fleisch“ verpönt war.

Und natürlich hat auch Italien seinen großen Auftritt, zum Beispiel mit den unglaublich süffigen Chiarettos vom südlichen Gardasee oder tollen Rosatos aus der Toskana.

Sicher hat die Entwicklung der Kellertechnik und die Konsumenten-bezogenere Art der Weinbereitung in der letzten Zeit viel dazu beigetragen, dass wir heute so saubere, fruchtbetonte, süffige Sommerweine im Glas haben. Doch den ersten Schritt dazu machten die Winzer der Provence, als sie vor vielen Jahren eine alte Tradition wieder belebten und den Feriengästen Rosé einschenkten.

Meine spezielle Empfehlung für warme Sommertage: Der Irresistible Rosé Côtes de Provence 2014 der Domaine de la Croix.

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