Ulrich Strobel

So erhöhen Unternehmen ihre Eigenkapitalquote wieder

Die wirtschaftliche Lage bleibt schwierig. Mit staatlichen Liquiditätshilfen konnten sich in den vergangenen 12 Monaten zahlreiche Unternehmen kurzfristig stabilisieren. Wie geht es weiter? Diese Frage beantwortet Ulrich Strobel, Manager bei der BayBG Bayerischen Beteiligungsgesellschaft, im Expertenwissen.

Die staatlichen Hilfsmaßnahmen, insbesondere die Instrumente bei der Kreditfinanzierung, haben die Liquiditätsversorgung der Wirtschaft in vielen Sektoren gesichert und damit einen wichtigen Beitrag zur kurzfristigen Stabilisierung geleistet. Mittelfristig müssen die Unternehmen aber auch ihre Eigenkapitalposition wieder stärken.

Warum ist Eigenkapital für den Mittelstand so wichtig?

Das belegt allein schon die aktuelle Situation. Trotz der rezessiven Entwicklung kam es nicht zu der zuerst befürchteten Insolvenzwelle. Neben der Unterstützung durch die öffentliche Hand war hierfür die nach 10 Jahren guter Konjunktur solide Eigenmittelausstattung des Mittelstandes von besonderer Bedeutung. Damit wurde die Resilienz des Mittelstands gestärkt und ermöglicht es den Unternehmen, auch Umsatzrückgänge bilanziell zu verkraften.

Eigenkapital ist die Grundlage aller unternehmerischen Aktivitäten und sollte bei produzierenden Unternehmen nicht unter ein Drittel der Bilanzsumme sinken. Eine hohe Eigenkapitalquote ist immer ein positives Signal an andere Kapitalgeber, Zulieferer, Kunden.

Im Gegensatz zu den kurzfristig angelegten Liquiditätshilfen trägt Eigenkapital, ganz allgemein gesagt, zur langfristigen Krisenüberwindung, unternehmerischen Stabilität und Vorwärtsentwicklung bei. Es ermöglicht die ausgewogen finanzierte Umsetzung neuer Investitionen und Innovationen oder strukturell notwendiger Transformationen.

Aktuell nimmt die Eigenkapitalquote der Unternehmen ab. Wie kann der Trend gestoppt werden?

Eine Erhöhung der Eigenkapitalquote über eine Thesaurierung von Gewinnen wird derzeit eher die Ausnahme sein. Eine Möglichkeit ist Eigenkapital von außen in das Unternehmen zu holen, zum Beispiel über Mezzanine oder Direktbeteiligungen.

Wie erkennen Beteiligungskapitalgeber erfolgversprechende Zukunftsunternehmen?

Hierzu führen sie eine so genannte due diligence durch, also eine Prüfung des Unternehmens. Dabei schauen sie sich, über die betriebswirtschaftlichen Zahlen hinaus, auch das ganze Umfeld und die Marktgegebenheiten an. Entscheidend ist ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell mit soliden Wachstumsperspektiven. Generell gilt: Beteiligungskapital ist keine „Massenware“, sondern es entsteht eine Kooperation für mehrere Jahre. Im Gegensatz zum Kredit sind keine dinglichen Sicherheiten notwendig, das Rating wird unmittelbar verbessert.

In welchen Branchen liegen die größten Zukunftschancen?

Ich sehe die größten Potenziale bei Digitalisierung und Klimawandel, insbesondere in der Digitalisierung der Produktion – Smart Manufacturing –, der Digitalisierung des Gesundheitssystems und in Technologien, die auf den Klimawandel „einzahlen“. Darüber hinaus erfordert die Überwindung der Krise in den Unternehmen vielfach Änderungen in den Produktions- und Organisationsabläufen bis hin zur Transformation ganzer Geschäftsmodelle. Mit solchen Änderungen ist zwar regelmäßig ein zusätzlicher Kapitalbedarf verbunden, den Beteiligungskapital aber  zumindest zum Teil mit abdecken kann.  

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Ulrich Strobel

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Die staatlichen Hilfsmaßnahmen, insbesondere die Instrumente bei der Kreditfinanzierung, haben die Liquiditätsversorgung der Wirtschaft in vielen Sektoren gesichert und damit einen wichtigen Beitrag zur kurzfristigen Stabilisierung geleistet. Mittelfristig müssen die Unternehmen aber auch ihre Eigenkapitalposition wieder stärken.

Warum ist Eigenkapital für den Mittelstand so wichtig?

Das belegt allein schon die aktuelle Situation. Trotz der rezessiven Entwicklung kam es nicht zu der zuerst befürchteten Insolvenzwelle. Neben der Unterstützung durch die öffentliche Hand war hierfür die nach 10 Jahren guter Konjunktur solide Eigenmittelausstattung des Mittelstandes von besonderer Bedeutung. Damit wurde die Resilienz des Mittelstands gestärkt und ermöglicht es den Unternehmen, auch Umsatzrückgänge bilanziell zu verkraften.

Eigenkapital ist die Grundlage aller unternehmerischen Aktivitäten und sollte bei produzierenden Unternehmen nicht unter ein Drittel der Bilanzsumme sinken. Eine hohe Eigenkapitalquote ist immer ein positives Signal an andere Kapitalgeber, Zulieferer, Kunden.

Im Gegensatz zu den kurzfristig angelegten Liquiditätshilfen trägt Eigenkapital, ganz allgemein gesagt, zur langfristigen Krisenüberwindung, unternehmerischen Stabilität und Vorwärtsentwicklung bei. Es ermöglicht die ausgewogen finanzierte Umsetzung neuer Investitionen und Innovationen oder strukturell notwendiger Transformationen.

Aktuell nimmt die Eigenkapitalquote der Unternehmen ab. Wie kann der Trend gestoppt werden?

Eine Erhöhung der Eigenkapitalquote über eine Thesaurierung von Gewinnen wird derzeit eher die Ausnahme sein. Eine Möglichkeit ist Eigenkapital von außen in das Unternehmen zu holen, zum Beispiel über Mezzanine oder Direktbeteiligungen.

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Hierzu führen sie eine so genannte due diligence durch, also eine Prüfung des Unternehmens. Dabei schauen sie sich, über die betriebswirtschaftlichen Zahlen hinaus, auch das ganze Umfeld und die Marktgegebenheiten an. Entscheidend ist ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell mit soliden Wachstumsperspektiven. Generell gilt: Beteiligungskapital ist keine „Massenware“, sondern es entsteht eine Kooperation für mehrere Jahre. Im Gegensatz zum Kredit sind keine dinglichen Sicherheiten notwendig, das Rating wird unmittelbar verbessert.

In welchen Branchen liegen die größten Zukunftschancen?

Ich sehe die größten Potenziale bei Digitalisierung und Klimawandel, insbesondere in der Digitalisierung der Produktion – Smart Manufacturing –, der Digitalisierung des Gesundheitssystems und in Technologien, die auf den Klimawandel „einzahlen“. Darüber hinaus erfordert die Überwindung der Krise in den Unternehmen vielfach Änderungen in den Produktions- und Organisationsabläufen bis hin zur Transformation ganzer Geschäftsmodelle. Mit solchen Änderungen ist zwar regelmäßig ein zusätzlicher Kapitalbedarf verbunden, den Beteiligungskapital aber  zumindest zum Teil mit abdecken kann.  

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