Kerstin Steidte-Megerlin

So vermeidet Factoring Ärger bei verspäteten Zahlungen

Wenn Kunden nicht rechtzeitig für erbrachte Leistungen zahlen, kann das bei Mittelständlern zu Zahlungsengpässen kommen, weiß Kerstin Steidte-Megerlin. Sie erklärt, wie Factoring hier helfen kann.

Diese Situation kennen Sie sicherlich auch: Ihr Kunde zahlt für die erbrachten Leistungen oder gelieferten Waren verspätet, nicht vollständig oder gar nicht. Sie nehmen quasi unfreiwillig die Rolle des Kreditgebers für Ihre Kunden ein und verlieren dadurch für Ihre eigene Geschäftstätigkeit wichtige Liquidität, was zu Zahlungsengpässen und im schlimmsten Fall zur Bedrohung Ihrer Existenz führen kann. Immer mehr mittelständische Unternehmen nutzen Factoring, um mittels schneller Liquidität, 100-prozentigen Schutz vor Forderungsausfällen und Unterstützung beim Forderungsmanagement für mehr Sicherheit zu sorgen.

Das A & O: Forderungen schnell in Liquidität umwandeln

Um keine Liquidität zu verschenken, empfiehlt es sich generell, Rechnungen für erbrachte Leistungen unverzüglich nach Leistungserbringung zu stellen. Zusätzlich kann die Gewährung von Skonto Kunden zu einer schnelleren Zahlung animieren. Ein solides Forderungsmanagement ist die Grundlage, um der Gefahr von Zahlungsausfällen wirksam vorzubeugen. Ausstehende Forderungen müssen konsequent überwacht und im Falle eines Zahlungsverzugs umgehend Maßnahmen eingeleitet werden. Das Nachtelefonieren offener Rechnungen, das Schreiben von Mahnungen sowie gegebenenfalls das Einleiten rechtlicher Schritte (Beitreibung) kosten den Unternehmer Geld und Zeit. Die erforderlichen personellen Kapazitäten sind im deutschen Mittelstand aber häufig nicht in ausreichendem Umfang vorhanden. Sind eine verspätete Rechnungslegung oder ein verzögerter Mahnungsversand die Folge, wird die eigene Liquidität negativ beeinflusst und das Risiko eventueller Zahlungsausfälle steigt deutlich.

So unterstützt Factoring die schnelle Umwandlung in Liquidität

Mit Factoring haben Unternehmer die Möglichkeit, ihre offenen Forderungen direkt nach Rechnungslegung an einen Factor zu verkaufen. Dieser zahlt bis zu 90 Prozent der Rechnungssumme innerhalb von maximal 48 Stunden aus. Die Restsumme erhält der Factoringnutzer, sobald der Forderungsschuldner den fälligen Betrag direkt an den Factor bezahlt hat.

Zusätzliche Sicherheit und Unterstützung beim Forderungsmanagement

In Gesprächen mit Unternehmern stellen wir immer wieder fest, dass Factoring auf die Bereitstellung schneller Liquidität reduziert wird. Dabei bietet es weit mehr Vorteile. Ein wesentliches Entscheidungskriterium für Factoring ist die damit verbundene höhere Sicherheit, da für angekaufte Rechnungen ein 100-prozentiger Ausfallschutz besteht. Der Factor übernimmt mit Ankauf der Rechnungen das Ausfallrisiko. In enger Abstimmung mit dem Unternehmer übernimmt der Factor das Debitorenmanagement. Dazu gehören auch die konsequente Überwachung ausstehender Forderungen und gegebenenfalls die zügige Einleitung des Mahnprozesses sowie die Unterstützung bei der regelmäßigen Bonitätsüberwachung von Neu- und Bestandskunden, die in Unternehmen immer wieder vernachlässigt wird. Durch die Auslagerung dieser Tätigkeiten werden  personelle Kapazitäten beim Factoringnutzer freigesetzt, die für das eigentliche Kerngeschäft genutzt werden können.

Aus diesen Gründen entscheiden sich immer mehr Unternehmer in Deutschland für Factoring. Früher wurde Factoring vorrangig mit Finanzierungsmaßnahmen im Restrukturierungs- beziehungsweise Krisenfall assoziiert. Heute wird Factoring als Wachstumsfinanzierung eingesetzt. Denn der Unternehmer kann unabhängig vom Zahlungsverhalten und den Zahlungszielen seiner Kunden schnell über Liquidität, zum Beispiel zum Begleichen von Lieferantenforderungen oder für einen erhöhten Finanzbedarf in Wachstumsphasen, verfügen. 

Voraussetzungen für Factoring

Factorabel ist ein Geschäftsmodell, wenn die Forderungen zum Zeitpunkt der Rechnungslegung vollständig erbracht, einredefrei und frei von Ansprüchen Dritter sind. Während die Kreditprüfung einer Bank auf die Bonität des Kreditnehmers ausgerichtet ist, prüft der Factor vorrangig den anzukaufenden Forderungsbestand (Bonität der Forderungsschuldner). Die Stellung von Sicherheiten ist nicht erforderlich.

Was kostet Factoring?

Die Höhe der Factoringgebühr richtet sich nach dem individuell vereinbarten Dienstleistungsumfang. Wesentliche Kriterien dafür sind unter anderem Jahresumsatz, Anzahl der Rechnungen, Debitorenstruktur, Branche sowie Zahlungsziel der Kunden. Für die Bevorschussung der Rechnungssumme bis zur Zahlung des Forderungsschuldners wird ein Zins berechnet. Die Höhe liegt bei marktüblichen Konditionen für Kontokorrentkredite. Die Zinsabrechnung erfolgt taggenau. In Abhängigkeit von der jeweiligen Unternehmenssituation können die erzielten Einsparungspotenziale deutlich über den Factoringkosten liegen. Außerdem profitieren Factoringnutzer von der aktuellen Niedrigzinsphase, die sich auch in den Factoringkonditionen deutlich niederschlägt.

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