Boris Schwarz

Shutdown! Corona und die gesundheitlichen Langzeitfolgen

Abermillionen Deutsche bewegen sich noch weniger und das mit fatalen Folgen für nicht nur das Immunsystem, weiß 5 Sterne Redner Boris Schwarz. Wieso es wichtig ist, auf den eigenen Bewegungsapparat zu achten.

Hatten Sie schon mal einen Gips?

Wie sah das Körperteil aus, als der Gips abgenommen wurde?

Dünn? Atrophiert?

Das lässt sich erklären, denn Muskeln, die nicht gebraucht werden, baut unser Körper ab. Egal, ob durch einen Gipsverband oder einen bewegungsarmen Lebensstil. Zu Zeiten des Shutdown wird das nicht besser. Ein Großteil der Menschen bewegten sich noch weniger.

Die Amerikaner sagen dazu: „Use it or lose it!“, also sinngemäß: „Benutze Deine Muskeln oder verliere sie.“

Kein Wunder, denn Muskeln kosten Energie und da der menschliche Körper quasi immer noch auf Urzeit programmiert ist, ist er auf Sparen eingestellt.

Hinzu kommt, dass unser Körper ein Bewegungsapparat ist. Ich finde diese Umschreibung sensationell, weil sie eine riesige Botschaft beinhaltet.

Der menschliche Körper ist ein Bewegungsapparat

Permanente Bewegungslosigkeit ist gleichzusetzen mit einem Ganzkörpergips.

Wenn der Körper Muskeln abbaut, sinkt auch der Grundumsatz. Isst der Mensch weiter wie zuvor, legt er Fettreserven an. Fettreserven für schlechte Zeiten. Zeiten, die es heute nicht mehr gibt.

Das Ergebnis: steigendes Viszeralfett. Und steigendes Viszeralfett bedeutet mehr Adipokine.

Adipokie

Adipokie ist der Oberbegriff für Botenstoffe, die aus dem Fettgewebe ausgeschüttet werden. Vereinfacht dargestellt gibt es mehr „böse“ als „gute“. Das Sättigungshormon Leptin zum Beispiel zählt zu den Guten. Naja, wenigstens so lange, bis der Mensch keine Insulin-Resistenz (Diabetes Typ 2) entwickelt. Eine Insulin-Resistenz geht in nahezu 100 Prozent aller Fälle auch mit einer Leptin-Resistenz einher.

Leptin sendet bei steigendem Körperfettanteil ein Sättigungssignal an unser Gehirn. Liegt eine Leptin-Resistenz vor, bleibt dieses Signal aus. Die Folge: der Mensch isst noch mehr. Ein Teufelskreis mit fatalen Folgen.

Das Herzinfarktrisiko steigt.

Da Männer mehr Fett in der Bauregion ansetzen, sind sie – aufgrund der Nähe des Fettes zum Herzen – häufiger von Herzinfarkten betroffen als Frauen.

Und nicht nur das, denn Adipokine nehmen auch Einfluss auf unsere Sexualhormone. Beim Mann überwiegt irgendwann das weibliche Östrogen und dies kann auf Dauer zu „Männerbrüsten“ führen.

Hinzu kommen Erektionsstörungen. Erektionsstörungen sind übrigens hervorragende Vorboten für einen späteren Herzinfarkt. Wir Männer haben quasi „sensible Antennen“.

Weiterhin können Adipokine den Blutdruck erhöhen, Entzündungen und Insulinresistenz fördern und auch Einfluss auf die Psyche nehmen. Die Depressionsneigung kann steigen.

Zwei gute Nachrichten:

1. Mit sinkendem Körperfettanteil durch eine dauerhafte Ernährungsumstellung werden Adipokine abgebaut und die Leptin-Resistenz kann aufgehoben werden.

2. Durch vermehrte Bewegung und zusätzliches Muskeltraining werden Myokine ausgeschüttet.

Muskeln und Myokine

Myokine können wir quasi als „Gegenspieler“ der Adipokine ansehen.

Wissenschaftler der Universität Copenhagen entdeckten 2007 die sogenannten Myokine. Myokine sind hormonähnliche Botenstoffe, die bei Bewegung und Kontraktion aus unserer Muskulatur ausgeschüttet werden. Es ist noch nicht abschließend geklärt, welche Vielzahl an positiven Eigenschaften sie auf unsere Gesundheit haben, doch Fakt ist: Je intensiver die Muskelbelastung (Bewegung vs. Krafttraining), desto mehr Myokine werden ausgeschüttet.

Folgende positive Vorteile scheinen nach aktueller Studienlage als sicher:

  • sie bauen Insulinresistenz ab
  • sie wirken blutdrucksenkend
  • sie wirken entzündungshemmend 
  • sie wirken gefäßerweiternd 
  • sie wirken stimmungsstabilisierend
  • sie wirken wie ein Antidepressivum
  • sie stärken das Immunsystem 

Deshalb sage ich auch: „Jedes Muskeltraining ist wie eine Impfung für Ihren Körper und letztlich Ihr Immunsystem.“

Im Umkehrschluss bedeutet dies: „Viel Viszeralfett und wenig Bewegung ist wie ein Giftcocktail für Ihr Immunsystem.“

Deshalb meine drei Tipps:

1. Bewegen Sie sich mehr, meiden Sie Rolltreppen und Aufzüge, parken Sie Ihr Auto bewusst weit weg und gehen Sie kurz Strecken auch mal zu Fuß.

2. Führen Sie zwei bis drei mal in der Woche Kraft- und (ganz wichtig!) Längenbeweglichkeitstraining durch. Lassen Sie sich insbesondere zu letzterem in einem professionell geführten Fitnessclub beraten.

3. Ernähren Sie sich bewusst gut. Gemüse, Wasser und hochwertiges Eiweiß sind der Schlüssel für ein langfristiges Gewichtsmanagement.

Achten Sie auf Ihren Bewegungsapparat und bleiben Sie gesund!

 

Ihr Boris Schwarz,

5 Sterne Redner

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Boris Schwarz

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Die Amerikaner sagen dazu: „Use it or lose it!“, also sinngemäß: „Benutze Deine Muskeln oder verliere sie.“

Kein Wunder, denn Muskeln kosten Energie und da der menschliche Körper quasi immer noch auf Urzeit programmiert ist, ist er auf Sparen eingestellt.

Hinzu kommt, dass unser Körper ein Bewegungsapparat ist. Ich finde diese Umschreibung sensationell, weil sie eine riesige Botschaft beinhaltet.

Der menschliche Körper ist ein Bewegungsapparat

Permanente Bewegungslosigkeit ist gleichzusetzen mit einem Ganzkörpergips.

Wenn der Körper Muskeln abbaut, sinkt auch der Grundumsatz. Isst der Mensch weiter wie zuvor, legt er Fettreserven an. Fettreserven für schlechte Zeiten. Zeiten, die es heute nicht mehr gibt.

Das Ergebnis: steigendes Viszeralfett. Und steigendes Viszeralfett bedeutet mehr Adipokine.

Adipokie

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Leptin sendet bei steigendem Körperfettanteil ein Sättigungssignal an unser Gehirn. Liegt eine Leptin-Resistenz vor, bleibt dieses Signal aus. Die Folge: der Mensch isst noch mehr. Ein Teufelskreis mit fatalen Folgen.

Das Herzinfarktrisiko steigt.

Da Männer mehr Fett in der Bauregion ansetzen, sind sie – aufgrund der Nähe des Fettes zum Herzen – häufiger von Herzinfarkten betroffen als Frauen.

Und nicht nur das, denn Adipokine nehmen auch Einfluss auf unsere Sexualhormone. Beim Mann überwiegt irgendwann das weibliche Östrogen und dies kann auf Dauer zu „Männerbrüsten“ führen.

Hinzu kommen Erektionsstörungen. Erektionsstörungen sind übrigens hervorragende Vorboten für einen späteren Herzinfarkt. Wir Männer haben quasi „sensible Antennen“.

Weiterhin können Adipokine den Blutdruck erhöhen, Entzündungen und Insulinresistenz fördern und auch Einfluss auf die Psyche nehmen. Die Depressionsneigung kann steigen.

Zwei gute Nachrichten:

1. Mit sinkendem Körperfettanteil durch eine dauerhafte Ernährungsumstellung werden Adipokine abgebaut und die Leptin-Resistenz kann aufgehoben werden.

2. Durch vermehrte Bewegung und zusätzliches Muskeltraining werden Myokine ausgeschüttet.

Muskeln und Myokine

Myokine können wir quasi als „Gegenspieler“ der Adipokine ansehen.

Wissenschaftler der Universität Copenhagen entdeckten 2007 die sogenannten Myokine. Myokine sind hormonähnliche Botenstoffe, die bei Bewegung und Kontraktion aus unserer Muskulatur ausgeschüttet werden. Es ist noch nicht abschließend geklärt, welche Vielzahl an positiven Eigenschaften sie auf unsere Gesundheit haben, doch Fakt ist: Je intensiver die Muskelbelastung (Bewegung vs. Krafttraining), desto mehr Myokine werden ausgeschüttet.

Folgende positive Vorteile scheinen nach aktueller Studienlage als sicher:

  • sie bauen Insulinresistenz ab
  • sie wirken blutdrucksenkend
  • sie wirken entzündungshemmend 
  • sie wirken gefäßerweiternd 
  • sie wirken stimmungsstabilisierend
  • sie wirken wie ein Antidepressivum
  • sie stärken das Immunsystem 

Deshalb sage ich auch: „Jedes Muskeltraining ist wie eine Impfung für Ihren Körper und letztlich Ihr Immunsystem.“

Im Umkehrschluss bedeutet dies: „Viel Viszeralfett und wenig Bewegung ist wie ein Giftcocktail für Ihr Immunsystem.“

Deshalb meine drei Tipps:

1. Bewegen Sie sich mehr, meiden Sie Rolltreppen und Aufzüge, parken Sie Ihr Auto bewusst weit weg und gehen Sie kurz Strecken auch mal zu Fuß.

2. Führen Sie zwei bis drei mal in der Woche Kraft- und (ganz wichtig!) Längenbeweglichkeitstraining durch. Lassen Sie sich insbesondere zu letzterem in einem professionell geführten Fitnessclub beraten.

3. Ernähren Sie sich bewusst gut. Gemüse, Wasser und hochwertiges Eiweiß sind der Schlüssel für ein langfristiges Gewichtsmanagement.

Achten Sie auf Ihren Bewegungsapparat und bleiben Sie gesund!

 

Ihr Boris Schwarz,

5 Sterne Redner

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