Bernd Arnhold

In 3 Schritten zur erfolgreichen Digitalstrategie

Der Digitalisierungsdruck im Mittelstand ist hoch. Doch wie setze ich das Thema in meinem Unternehmen richtig um? Bernd Arnhold, Geschäftsführer der Kommdirekt GmbH, erklärt, welchen drei Schritten es zu folgen gilt:

Der Digitalisierungsdruck im Mittelstand entsteht oft von außen: regionaler Wettbewerbsdruck, starke Konkurrenz aus dem Ausland, aggressive Marktbegleiter mit innovativen Onlineservices. Doch die Digitalisierung ist ein weites Feld und es gibt keine einheitliche Definition hierfür. Zu individuell sind die Effekte und Nutzen, die ein Unternehmen daraus ziehen kann. Die Herausforderungen sind dabei von Branche zu Branche, von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich und dennoch gibt es klar definierte Wege zur Lösung.

1. Datensilos auflösen

Gestandene Mittelständler fangen nicht auf der „grünen Wiese“ an. Daher hat jedes Unternehmen eine gewachsene Datenlandschaft. Das Problem ist nur, dass sich die Systemarchitektur über die Jahre verselbständigt und so gut wie keiner mehr den vollständigen Überblick hat. Im Extremfall gibt es zudem eine hohe Abhängigkeit von externen Dienstleistern, so dass die Entscheider im eigenen Unternehmen zu ausführenden Anwendern degradiert sind. Nicht selten sind Dutzende von Softwaren und Applikationen im Einsatz, die im Wege einer schnellen Lösung zwar irgendwie miteinander in Beziehung stehen, von einer ganzheitlichen Systemlösung allerdings meilenweit entfernt sind. Doch der Weg zur „digitalen Reife“ führt über eine einheitliche Datenbasis. Oftmals arbeiten Marketing, Vertrieb und Kundenservice eines Unternehmens mit verschiedenen Datensystemen und dadurch bleiben Ressourcen und Synergien ungenutzt. Diese sogenannten Datensilos müssen aufgelöst werden. Es gilt, eine einheitliche Datenbasis zu schaffen und die unternehmensrelevanten Daten und Prozesse in zentralen Datenbanken zusammenzuführen.

Enorme Optimierungspotenziale

Die digitale Transformation betrifft keineswegs nur Konzerne oder große Unternehmen, sondern eröffnet auch dem Mittelstand enorme Optimierungspotenziale. Mit einer erfolgreichen Digitalstrategie bietet sich die Möglichkeit, Produkte, Prozesse, Marketing und Vertrieb zu optimieren. Selbst wenn das Unternehmen über eine hauseigene IT verfügt, so findet doch in der Praxis selten ein Brückenschlag zwischen den Abteilungen statt. Hier hilft die Zusammenarbeit mit strategischen Agenturpartnern, die sozusagen als objektive Sparringspartner die unterschiedlichen Unternehmensabteilungen zusammenbringen. Die Basisarbeit an der Infrastruktur ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor in der Digitalisierung. Das wird oft missverstanden und auf die IT-Experten abgewälzt. Doch es geht hierbei nicht um eine rein technische Systembereinigung, sondern um ein strategisches Unternehmensprojekt.

Erfolgsfaktor Digitalberatung

Erfahrene Berater sind dazu in der Lage, Marketing, Vertrieb und IT in gemeinsamen Workshops zu einem klaren Bild und zu einem gemeinsamen Ziel zu führen. Mit den entsprechenden Tools und Methoden in der Digitalberatung werden Entscheider und Anwender sowie Systemexperten zu einer ganzheitlichen Lösung geführt. Hier führen Methoden wie Design Thinking, reverse brainstorming und agile Entwicklung zu konstruktiven Ergebnissen.

2. Abteilungsschranken öffnen

Die Digitalisierung entfaltet ihren größten Nutzen bei abteilungsübergreifenden Projekten. Daher ist es unbedingt ratsam, bei der Entwicklung einer Digitalstrategie die verschiedenen Unternehmensbereiche von Anfang miteinzubinden. Ob Marketingautomation, die Einführung von Leadmanagement oder eine webbasierte Service-Offensive: die geplanten Digitalprojekte brauchen Daten, um auf die Straße zu kommen. Und natürlich werden darüber hochwertige Daten gesammelt, die wieder ins System zurückgespielt werden müssen. Hinzu kommt, dass beispielsweise hinter digitalisierten Marketing- und Vertriebsaktionen individuelle Prozesse stehen, die zunächst alle verstehen müssen. Ganz banale Fragen wie „Wo liegen welche Daten, wer macht was in welcher Abfolge, bei wem landen wann die Leads?“ führen in abteilungsübergreifenden Workshop-Runden zu verblüffenden Erkenntnissen. Und im Optimalfall zu sofortigen quick wins in Form von einer Prozessbeschleunigung oder -vereinfachung.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Die Geschäftsführung ordnet an, dass Kunden und Leads am besten gleich morgen mit regelmäßigen Newslettern und E-Mailings versorgt werden. In der Vergangenheit wurde dann hektisch nach einer geeigneten Software gegoogelt, entsprechende Anbieter gescreent und derjenige mit den vollmundigsten Leistungsversprechen erhielt den Zuschlag. Um dann festzustellen, dass jede Software nur so gut ist wie die Informationen, mit der sie gefüttert wird. Die Kundendaten kommen aus dem CRM, die Produktdaten aus dem PIM, die Kampagnenplanung aus dem Marketingtool. Der Vertrieb möchte natürlich, dass die Aussendung personalisiert ist auf den für den Kunden zuständigen Fachberater. Das Produktmanagement möchte bestimmte Neuentwicklungen nach vorne bringen und verweist auf aktuelle Datenblätter, die außerhalb der Abteilung niemand kennt. Die Marketingabteilung hat in ihrer Planung eine solche Aktion nicht vorgesehen. Der Kundenservice befürchtet zusätzliche Rückfragen und hat keinerlei Ressourcen anzubieten…

Mit diesem Beispiel wird klar, dass wir bei der Digitalisierung nicht nur von Technologie sprechen, sondern von einer wissensbasierten Unternehmensführung, in die alle Abteilungen integriert werden.

3. Digital Roadmap definieren

In einigen Branchen bestand jahrzehntelang keine Notwendigkeit digitale Angebote zu schaffen. Der Vertrieb, zwei- oder dreistufig, läuft komplett über B2B, zum Beispiel über den Fachhandel, und der Kontakt zum Endabnehmer war bis dato überhaupt nicht relevant. Das Internet löst all diese Strukturen für nahezu jede Branche auf. Das bedeutet, dass die Markenführung auch im Mittelstand nicht mehr inside-out, sondern outside-in erfolgt. Mittelständische Unternehmen sind geradezu gezwungen, digitale Angebote zu schaffen. Und mit dieser Erkenntnis wird das Feld digitale Transformation plötzlich unendlich weit. Es gibt so viele Möglichkeiten, doch auf welche setzen? Mit was anfangen? Und vor allem sollte die Vorwärtsbewegung nicht in einer Sackgasse enden…

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Daher empfiehlt es sich gemeinsam mit einem strategischen Agenturpartner ein Stufenkonzept mit einer digital roadmap zu entwickeln. Diese Transformationsstrategie muss abgestimmt sein auf die schrittweise Prozessoptimierung in der IT und auf die menschlichen Ressourcen. Der Weg führt wie in diesem Artikel aufgezeigt gezielt über die Analyse und Vereinheitlichung der Datenlandschaft, mit Abteilungsübergreifenden Workshops und einer fundierten Digitalstrategie hin zu einer umsetzbaren digital roadmap.

Daher der Tipp: Suchen Sie sich auf diesem Weg starke Begleiter mit digitaler Expertise, die als Schnittstelle zur und für die Geschäftsführung fungieren.

Fazit: Mit Digitalberatung zur erfolgreichen Digitalisierung

1. Eine einheitliche Datenbasis schaffen

2. Eine abteilungsübergreifende Digitalstrategie entwickeln

3. Eine digital roadmap mit Stufenkonzept definieren und umsetzen

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Bernd Arnhold

In 3 Schritten zur erfolgreichen Digitalstrategie

Der Digitalisierungsdruck im Mittelstand ist hoch. Doch wie setze ich das Thema in meinem Unternehmen richtig um? Bernd Arnhold, Geschäftsführer der Kommdirekt GmbH, erklärt, welchen drei Schritten es zu folgen gilt:

Der Digitalisierungsdruck im Mittelstand entsteht oft von außen: regionaler Wettbewerbsdruck, starke Konkurrenz aus dem Ausland, aggressive Marktbegleiter mit innovativen Onlineservices. Doch die Digitalisierung ist ein weites Feld und es gibt keine einheitliche Definition hierfür. Zu individuell sind die Effekte und Nutzen, die ein Unternehmen daraus ziehen kann. Die Herausforderungen sind dabei von Branche zu Branche, von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich und dennoch gibt es klar definierte Wege zur Lösung.

1. Datensilos auflösen

Gestandene Mittelständler fangen nicht auf der „grünen Wiese“ an. Daher hat jedes Unternehmen eine gewachsene Datenlandschaft. Das Problem ist nur, dass sich die Systemarchitektur über die Jahre verselbständigt und so gut wie keiner mehr den vollständigen Überblick hat. Im Extremfall gibt es zudem eine hohe Abhängigkeit von externen Dienstleistern, so dass die Entscheider im eigenen Unternehmen zu ausführenden Anwendern degradiert sind. Nicht selten sind Dutzende von Softwaren und Applikationen im Einsatz, die im Wege einer schnellen Lösung zwar irgendwie miteinander in Beziehung stehen, von einer ganzheitlichen Systemlösung allerdings meilenweit entfernt sind. Doch der Weg zur „digitalen Reife“ führt über eine einheitliche Datenbasis. Oftmals arbeiten Marketing, Vertrieb und Kundenservice eines Unternehmens mit verschiedenen Datensystemen und dadurch bleiben Ressourcen und Synergien ungenutzt. Diese sogenannten Datensilos müssen aufgelöst werden. Es gilt, eine einheitliche Datenbasis zu schaffen und die unternehmensrelevanten Daten und Prozesse in zentralen Datenbanken zusammenzuführen.

Enorme Optimierungspotenziale

Die digitale Transformation betrifft keineswegs nur Konzerne oder große Unternehmen, sondern eröffnet auch dem Mittelstand enorme Optimierungspotenziale. Mit einer erfolgreichen Digitalstrategie bietet sich die Möglichkeit, Produkte, Prozesse, Marketing und Vertrieb zu optimieren. Selbst wenn das Unternehmen über eine hauseigene IT verfügt, so findet doch in der Praxis selten ein Brückenschlag zwischen den Abteilungen statt. Hier hilft die Zusammenarbeit mit strategischen Agenturpartnern, die sozusagen als objektive Sparringspartner die unterschiedlichen Unternehmensabteilungen zusammenbringen. Die Basisarbeit an der Infrastruktur ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor in der Digitalisierung. Das wird oft missverstanden und auf die IT-Experten abgewälzt. Doch es geht hierbei nicht um eine rein technische Systembereinigung, sondern um ein strategisches Unternehmensprojekt.

Erfolgsfaktor Digitalberatung

Erfahrene Berater sind dazu in der Lage, Marketing, Vertrieb und IT in gemeinsamen Workshops zu einem klaren Bild und zu einem gemeinsamen Ziel zu führen. Mit den entsprechenden Tools und Methoden in der Digitalberatung werden Entscheider und Anwender sowie Systemexperten zu einer ganzheitlichen Lösung geführt. Hier führen Methoden wie Design Thinking, reverse brainstorming und agile Entwicklung zu konstruktiven Ergebnissen.

2. Abteilungsschranken öffnen

Die Digitalisierung entfaltet ihren größten Nutzen bei abteilungsübergreifenden Projekten. Daher ist es unbedingt ratsam, bei der Entwicklung einer Digitalstrategie die verschiedenen Unternehmensbereiche von Anfang miteinzubinden. Ob Marketingautomation, die Einführung von Leadmanagement oder eine webbasierte Service-Offensive: die geplanten Digitalprojekte brauchen Daten, um auf die Straße zu kommen. Und natürlich werden darüber hochwertige Daten gesammelt, die wieder ins System zurückgespielt werden müssen. Hinzu kommt, dass beispielsweise hinter digitalisierten Marketing- und Vertriebsaktionen individuelle Prozesse stehen, die zunächst alle verstehen müssen. Ganz banale Fragen wie „Wo liegen welche Daten, wer macht was in welcher Abfolge, bei wem landen wann die Leads?“ führen in abteilungsübergreifenden Workshop-Runden zu verblüffenden Erkenntnissen. Und im Optimalfall zu sofortigen quick wins in Form von einer Prozessbeschleunigung oder -vereinfachung.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Die Geschäftsführung ordnet an, dass Kunden und Leads am besten gleich morgen mit regelmäßigen Newslettern und E-Mailings versorgt werden. In der Vergangenheit wurde dann hektisch nach einer geeigneten Software gegoogelt, entsprechende Anbieter gescreent und derjenige mit den vollmundigsten Leistungsversprechen erhielt den Zuschlag. Um dann festzustellen, dass jede Software nur so gut ist wie die Informationen, mit der sie gefüttert wird. Die Kundendaten kommen aus dem CRM, die Produktdaten aus dem PIM, die Kampagnenplanung aus dem Marketingtool. Der Vertrieb möchte natürlich, dass die Aussendung personalisiert ist auf den für den Kunden zuständigen Fachberater. Das Produktmanagement möchte bestimmte Neuentwicklungen nach vorne bringen und verweist auf aktuelle Datenblätter, die außerhalb der Abteilung niemand kennt. Die Marketingabteilung hat in ihrer Planung eine solche Aktion nicht vorgesehen. Der Kundenservice befürchtet zusätzliche Rückfragen und hat keinerlei Ressourcen anzubieten…

Mit diesem Beispiel wird klar, dass wir bei der Digitalisierung nicht nur von Technologie sprechen, sondern von einer wissensbasierten Unternehmensführung, in die alle Abteilungen integriert werden.

3. Digital Roadmap definieren

In einigen Branchen bestand jahrzehntelang keine Notwendigkeit digitale Angebote zu schaffen. Der Vertrieb, zwei- oder dreistufig, läuft komplett über B2B, zum Beispiel über den Fachhandel, und der Kontakt zum Endabnehmer war bis dato überhaupt nicht relevant. Das Internet löst all diese Strukturen für nahezu jede Branche auf. Das bedeutet, dass die Markenführung auch im Mittelstand nicht mehr inside-out, sondern outside-in erfolgt. Mittelständische Unternehmen sind geradezu gezwungen, digitale Angebote zu schaffen. Und mit dieser Erkenntnis wird das Feld digitale Transformation plötzlich unendlich weit. Es gibt so viele Möglichkeiten, doch auf welche setzen? Mit was anfangen? Und vor allem sollte die Vorwärtsbewegung nicht in einer Sackgasse enden…

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Daher empfiehlt es sich gemeinsam mit einem strategischen Agenturpartner ein Stufenkonzept mit einer digital roadmap zu entwickeln. Diese Transformationsstrategie muss abgestimmt sein auf die schrittweise Prozessoptimierung in der IT und auf die menschlichen Ressourcen. Der Weg führt wie in diesem Artikel aufgezeigt gezielt über die Analyse und Vereinheitlichung der Datenlandschaft, mit Abteilungsübergreifenden Workshops und einer fundierten Digitalstrategie hin zu einer umsetzbaren digital roadmap.

Daher der Tipp: Suchen Sie sich auf diesem Weg starke Begleiter mit digitaler Expertise, die als Schnittstelle zur und für die Geschäftsführung fungieren.

Fazit: Mit Digitalberatung zur erfolgreichen Digitalisierung

1. Eine einheitliche Datenbasis schaffen

2. Eine abteilungsübergreifende Digitalstrategie entwickeln

3. Eine digital roadmap mit Stufenkonzept definieren und umsetzen

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