Dr. Bernd W. Dornach

„Handwerk hat goldenen Boden“ Jetzt erst recht!

Im Handwerk brodelt es, weiß 5 Sterne Redner Dr. Bernd W. Dornach. Er hat Tipps, wie gezieltes Marketing die Brennpunkte entschärfen kann.

Bei allen aktuellen Unken-Rufen über Konjunktureinbrüche bleibt das Handwerk offensichtlich relativ verschont. Speziell die Überauslastung in den Baubranchen scheint auch weiterhin ungebremst. Und da die Handwerker traditionell nicht gerade zu den Marketingpionieren gehören, scheint hier jetzt erst recht kein Handlungsbedarf zu bestehen. Handwerk ist einfach da, Handwerk gehört zum Leben, ohne Handwerk geht gar nicht(s). Fast könnte man sagen, dass sich der Kunde – bleibt man beim Bauhandwerk – mit langen Wartezeiten und teuren Preisanmutungen abgefunden hat.

Nur wer das Handwerk in der Innensicht besser kennt weiß, dass es brodelt – und da beziehe ich mich jetzt auf alle Gewerke. Die häufig in die Jahre gekommen Betriebsinhaber arbeiten am Anschlag, vermissen die überall proklamierte Lebensqualität, ärgern sich über verkrustete Strukturen in Ihrer Branche, kämpfen mit aggressiven Auftraggebern sowohl im privaten als auch gewerblichen Bereich und suchen Hände ringend nach geeigneten Mitarbeitern, geschweige denn Nachfolgern. Wer von den infrage kommenden Generationen will schon im Handwerk heute noch seine „Berufung“ finden?

Trotz langfristig aufgestauten Imageproblemen (Marketingdefiziten!) hat der Handwerkberuf seinen Charme. Man könnte fast schon von einem Geheimtipp für die Generation Z sprechen, die ja selbst aktuell in allen Medien mit Argusaugen hinterfragt wird.

Hier eine kleine Positivliste, die sich bestens mit den bekannten Forderungen dieser Generation deckt: Eigenverantwortung und Möglichkeiten zur Selbstinitiative sind im Handwerk – ganz im Gegensatz zur industriellen Fertigung – eher möglich. Kein Tag verläuft wie der andere und das Arbeiten im Team mit Menschen statt nur mit Maschinen (Computern!) lässt der so häufig gefragten Erfüllung/Selbstverwirklichung gebührenden Raum. Das lässt schlechtere Bezahlung erträglicher werden. Hinzu kommen häufig kurze Wege zum Arbeitsplatz, die Einbindung in regionale Strukturen (Sport, Einkauf, Vereins- und Familienleben) und Verzicht auf muffige Büros. Ganz zu schweigen von den nicht mehr zu übersehenden politischen Einwirkversuchen (siehe Demonstrationen und aktuelle EU-Wahl-Ergebnisse) für den überfälligen Kampf für nachhaltiges Wirtschaften, das im Handwerk wie fast in keiner anderen Branche vielfach bereits angekommen ist.

Bei genauerem Hinsehen hat der Traumberuf „Handwerk“ kaum Schattenseiten und völlig zu Unrecht ein Imageproblem. Damit wären wir bei der Bedeutung des Marketings, das im Übrigen jeder Mitarbeiter genauso wie jeder Unternehmer immer wieder in die Tat umsetzen kann. Hier dazu meine Vorschläge einer systematischen/strukturierten Vorgehensweise an der es im Alltagsgeschäft häufig mangelt. Wichtig, diese gilt für Mitarbeiter genauso wie für Unternehmer!

1. Klare Besinnung auf die eigenen Stärken, dementsprechend strategische Ausrichtung und konsequente Differenzierung vom Wettbewerb

2. Verbesserung des (Selbst-) Managements, heißt einfach bessere und konsequentere Betriebsführung, wozu auch die Selbstverantwortung für Körper, Geist und Seele gehört

3. Mehr Mitarbeiter-Qualifikation und -Motivation, durch zeitgemäße Methoden, Stichwort emotionale Kompetenz statt nur fachlichem Können

4. Systematische Investition in persönlich gelebte Service-Kompetenz, also mit "Dienen verdienen". Das geht in kaum einem Beruf besser als im Handwerk!

5. Offenheit für Kooperationen mit den besten "Lehrmeistern", Lieferanten und auch Kollegen. Andere machen lassen, was diese besser können

6. Bessere Kommunikation der Stärken nach Außen, also werben und verkaufen in zeitgemäßer Form, um beim Niveau der Champions in anderen Branchen mit halten zu können

7. Das größte Defizit schlechthin: Spektakuläre Kundenorientierung immer wieder neu erfinden. Auch in Bereichen, die mit dem eigenen Handwerk eigentlich gar nichts zu tun haben

8. Und zum Schluss der bekanntlich beste Tipp im Handwerk, der ohne die Lösung der vorherigen Vorschläge aber nicht funktioniert: Persönliche Weiterempfehlung konsequent unterstützen, am Besten sogar dem Wert entsprechend honorieren (lassen).

Klingt nach Patentrezept und ist es auch! Da aber jeder Betrieb anders aufgestellt ist (Menschen bleiben Unikate!) wird aus einer derartigen Strategie immer wieder eine neue „Persönlichkeit“. Da entsteht nie Langeweile und es macht eine Menge Spaß, womit ein weiterer Erfolgsfaktor der Zukunft erfüllt wäre.

Über den Autor

Dr. Bernd W. Dornach Marketingmann von der Pike auf. Bekannt für Aufsehen erregende Vorträge und Publikationen für das Handwerk. Getreu der Devise: „Ein guter Handwerker ist ein Stück Lebensqualität“. Engagiert sich für eine Zeitreise in die Zukunft des Handwerks. Vortragsempfehlung: Die Kunden werden immer verrückter, gehen Sie mit!

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Dr. Bernd W. Dornach

„Handwerk hat goldenen Boden“ Jetzt erst recht!

Im Handwerk brodelt es, weiß 5 Sterne Redner Dr. Bernd W. Dornach. Er hat Tipps, wie gezieltes Marketing die Brennpunkte entschärfen kann.

Bei allen aktuellen Unken-Rufen über Konjunktureinbrüche bleibt das Handwerk offensichtlich relativ verschont. Speziell die Überauslastung in den Baubranchen scheint auch weiterhin ungebremst. Und da die Handwerker traditionell nicht gerade zu den Marketingpionieren gehören, scheint hier jetzt erst recht kein Handlungsbedarf zu bestehen. Handwerk ist einfach da, Handwerk gehört zum Leben, ohne Handwerk geht gar nicht(s). Fast könnte man sagen, dass sich der Kunde – bleibt man beim Bauhandwerk – mit langen Wartezeiten und teuren Preisanmutungen abgefunden hat.

Nur wer das Handwerk in der Innensicht besser kennt weiß, dass es brodelt – und da beziehe ich mich jetzt auf alle Gewerke. Die häufig in die Jahre gekommen Betriebsinhaber arbeiten am Anschlag, vermissen die überall proklamierte Lebensqualität, ärgern sich über verkrustete Strukturen in Ihrer Branche, kämpfen mit aggressiven Auftraggebern sowohl im privaten als auch gewerblichen Bereich und suchen Hände ringend nach geeigneten Mitarbeitern, geschweige denn Nachfolgern. Wer von den infrage kommenden Generationen will schon im Handwerk heute noch seine „Berufung“ finden?

Trotz langfristig aufgestauten Imageproblemen (Marketingdefiziten!) hat der Handwerkberuf seinen Charme. Man könnte fast schon von einem Geheimtipp für die Generation Z sprechen, die ja selbst aktuell in allen Medien mit Argusaugen hinterfragt wird.

Hier eine kleine Positivliste, die sich bestens mit den bekannten Forderungen dieser Generation deckt: Eigenverantwortung und Möglichkeiten zur Selbstinitiative sind im Handwerk – ganz im Gegensatz zur industriellen Fertigung – eher möglich. Kein Tag verläuft wie der andere und das Arbeiten im Team mit Menschen statt nur mit Maschinen (Computern!) lässt der so häufig gefragten Erfüllung/Selbstverwirklichung gebührenden Raum. Das lässt schlechtere Bezahlung erträglicher werden. Hinzu kommen häufig kurze Wege zum Arbeitsplatz, die Einbindung in regionale Strukturen (Sport, Einkauf, Vereins- und Familienleben) und Verzicht auf muffige Büros. Ganz zu schweigen von den nicht mehr zu übersehenden politischen Einwirkversuchen (siehe Demonstrationen und aktuelle EU-Wahl-Ergebnisse) für den überfälligen Kampf für nachhaltiges Wirtschaften, das im Handwerk wie fast in keiner anderen Branche vielfach bereits angekommen ist.

Bei genauerem Hinsehen hat der Traumberuf „Handwerk“ kaum Schattenseiten und völlig zu Unrecht ein Imageproblem. Damit wären wir bei der Bedeutung des Marketings, das im Übrigen jeder Mitarbeiter genauso wie jeder Unternehmer immer wieder in die Tat umsetzen kann. Hier dazu meine Vorschläge einer systematischen/strukturierten Vorgehensweise an der es im Alltagsgeschäft häufig mangelt. Wichtig, diese gilt für Mitarbeiter genauso wie für Unternehmer!

1. Klare Besinnung auf die eigenen Stärken, dementsprechend strategische Ausrichtung und konsequente Differenzierung vom Wettbewerb

2. Verbesserung des (Selbst-) Managements, heißt einfach bessere und konsequentere Betriebsführung, wozu auch die Selbstverantwortung für Körper, Geist und Seele gehört

3. Mehr Mitarbeiter-Qualifikation und -Motivation, durch zeitgemäße Methoden, Stichwort emotionale Kompetenz statt nur fachlichem Können

4. Systematische Investition in persönlich gelebte Service-Kompetenz, also mit "Dienen verdienen". Das geht in kaum einem Beruf besser als im Handwerk!

5. Offenheit für Kooperationen mit den besten "Lehrmeistern", Lieferanten und auch Kollegen. Andere machen lassen, was diese besser können

6. Bessere Kommunikation der Stärken nach Außen, also werben und verkaufen in zeitgemäßer Form, um beim Niveau der Champions in anderen Branchen mit halten zu können

7. Das größte Defizit schlechthin: Spektakuläre Kundenorientierung immer wieder neu erfinden. Auch in Bereichen, die mit dem eigenen Handwerk eigentlich gar nichts zu tun haben

8. Und zum Schluss der bekanntlich beste Tipp im Handwerk, der ohne die Lösung der vorherigen Vorschläge aber nicht funktioniert: Persönliche Weiterempfehlung konsequent unterstützen, am Besten sogar dem Wert entsprechend honorieren (lassen).

Klingt nach Patentrezept und ist es auch! Da aber jeder Betrieb anders aufgestellt ist (Menschen bleiben Unikate!) wird aus einer derartigen Strategie immer wieder eine neue „Persönlichkeit“. Da entsteht nie Langeweile und es macht eine Menge Spaß, womit ein weiterer Erfolgsfaktor der Zukunft erfüllt wäre.

Über den Autor

Dr. Bernd W. Dornach Marketingmann von der Pike auf. Bekannt für Aufsehen erregende Vorträge und Publikationen für das Handwerk. Getreu der Devise: „Ein guter Handwerker ist ein Stück Lebensqualität“. Engagiert sich für eine Zeitreise in die Zukunft des Handwerks. Vortragsempfehlung: Die Kunden werden immer verrückter, gehen Sie mit!

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