Peter Kragler

Grüne Immobilien werden immer beliebter

Dipl.-Ing. Peter Kragler. Foto: KRAGLER Immobilien GmbH
Das Thema „Grün“ ist nicht nur in der Politik ein angesagter Trend. Auch bei Gewerbeimmobilien steigt der Anteil an ökologischen Faktor und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Die Gründe sind dabei ebenso vielfältig wie die Probleme.

Was bedeutet „Grün“?

Der aufmerksame Leser wird bereits jetzt erkannt haben, dass es in diesem Artikel (zum Glück) nicht um die derzeitigen Farbtrends bei Außenfassaden geht. Es geht darum, wie sich das Angebot der modernen Büro- und Gewerbeimmobilien in Augsburg in Hinblick auf ein immer stärker werdendes ökologisches Bewusstsein entwickelt. Es geht dabei um Themen wie effizientes Bauen, nachhaltige Rohstoffe, Energiemanagement und Mobilität. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Visionen von Architekten und Visionären für das Jahr 2100, sondern um ganz konkrete Umsetzungen heute im Jahr 2019.

Ein Spagat zwischen Vision und Machbarkeit

Die Handhabung von grüner Technologie entspricht derzeit, vor allem in Neubauobjekten, zurecht dem Bild eines teils schmerzhaften Spagats. Es werden heute beim Bau schon zahlreiche Anstrengungen unternommen um Immobilien modern, nachhaltig und effizient zu gestalten. Eine bewusste Auswahl von Baumaterial zur Senkung des Transmissionsgrads des gesamten Gebäudes, thermische Bauteilaktivierung, die Kombination von Energieträgern bis hin zur bakterienabweisende Luftionisierung. All diese Techniken werden heute bereits eingesetzt um Gebäude für die dort arbeitenden Leute und die Umwelt so verträglich wie möglich zu gestalten. Eine intelligente und anpassungsfähige Gebäudesteuerung kombiniert all diese Bausteine zu einem möglichst unauffälligen System, welches das Gebäude im täglichen Betrieb kostengünstiger, angenehmer und langlebiger macht. Einen Spagat stellen all diese grünen Technologien dennoch dar, da diese natürlich auch meist mit einem deutlichen Kostenplus bei der Gestehung verbunden sind.

Messbarkeit durch Zertifizierung

Eine objektive Messbarkeit dieser einzelnen Faktoren gibt es bisher kaum. Das bereitet besonders bei der Gesamtbewertung eines Neubaus, sei es zur reinen Wertfeststellung oder für einen Verkauf, enorme Schwierigkeiten. Die Einpreisung der grünen Bestandteile ist zwar möglich, jedoch meist sehr aufwändig und dann auch nicht wirklich mit anderen Objekten vergleichbar. Es gibt zwar unabhängige Zertifikate wie das BNB (Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude) oder das LEED (Amerikanisches und kanadisches Nachhaltigkeitszertifikat), jedoch sind diese meist nur national anerkannt und beruhen alle auf unterschiedlichen Bewertungskatalogen.

Positive Auswirkungen auf den Gebäudewert

Ein lokales Beispiel für die positive Auswirkung von nachhaltigem Bauen ist der Augsburger Sheridan Tower. Mit großem Aufwand wurde das Gebäude schließlich nach der Fertigstellung im Jahr 2018 mit dem LEED Platin Standard bewertet. Für die Positionierung am internationalen Anlagemarkt hat dieses Zertifikat sicher einen wertsteigernden Beitrag geleistet. Eine planerische Berücksichtigung von grünen Faktoren wirkt sich inzwischen nachweisbar positiv auf den Wert von Gebäuden aus.

Aus Berlin fehlen Impulse

Trotz all der positiven Auswirkungen und der steigenden Akzeptanz von grünen Technologien in modernen Büro- und Gewerbebauten stehen dem „grünen Trend“ höhere Baukosten und mangelnde objektive Zertifizierungen gegenüber. Zudem fehlt es oft an einer preiswerten Möglichkeit einzelne Systeme durch Hardware und Software zu kombinieren. Die Politik aus Berlin könnte durch entsprechende Gesetze und Forschungsinitiativen wichtige Impulse geben. Die grundsätzliche Bereitschaft der Eigentümer, Baubeteiligten und Nutzer solcher grünen Gebäude wäre vorhanden. Weiterhin sollten bereits gültige Regelungen auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden. So führt beispielsweise die nahezu hermetische Abschottung von Gebäuden aufgrund der enormen Isolierungsauflagen regelmäßig zu Problemen. Hier sollten die ursprünglich von der Baustoffindustrie erschaffenen Gesetze zugunsten moderner Alternativen gelockert werden.

Die Augsburger Immobilienbranche bewegt sich trotz aller Widrigkeiten in eine richtige Richtung. Auch die Mieter entwickeln ein immer stärkeres Bewusstsein für Ökologie und Nachhaltigkeit, sodass Augsburgs Gewerbeimmobilien in Zukunft wohl grüner werden.

Ihr Dipl.-Ing. Peter Kragler

KRAGLER Immobilien GmbH

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Peter Kragler

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Dipl.-Ing. Peter Kragler. Foto: KRAGLER Immobilien GmbH
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Was bedeutet „Grün“?

Der aufmerksame Leser wird bereits jetzt erkannt haben, dass es in diesem Artikel (zum Glück) nicht um die derzeitigen Farbtrends bei Außenfassaden geht. Es geht darum, wie sich das Angebot der modernen Büro- und Gewerbeimmobilien in Augsburg in Hinblick auf ein immer stärker werdendes ökologisches Bewusstsein entwickelt. Es geht dabei um Themen wie effizientes Bauen, nachhaltige Rohstoffe, Energiemanagement und Mobilität. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Visionen von Architekten und Visionären für das Jahr 2100, sondern um ganz konkrete Umsetzungen heute im Jahr 2019.

Ein Spagat zwischen Vision und Machbarkeit

Die Handhabung von grüner Technologie entspricht derzeit, vor allem in Neubauobjekten, zurecht dem Bild eines teils schmerzhaften Spagats. Es werden heute beim Bau schon zahlreiche Anstrengungen unternommen um Immobilien modern, nachhaltig und effizient zu gestalten. Eine bewusste Auswahl von Baumaterial zur Senkung des Transmissionsgrads des gesamten Gebäudes, thermische Bauteilaktivierung, die Kombination von Energieträgern bis hin zur bakterienabweisende Luftionisierung. All diese Techniken werden heute bereits eingesetzt um Gebäude für die dort arbeitenden Leute und die Umwelt so verträglich wie möglich zu gestalten. Eine intelligente und anpassungsfähige Gebäudesteuerung kombiniert all diese Bausteine zu einem möglichst unauffälligen System, welches das Gebäude im täglichen Betrieb kostengünstiger, angenehmer und langlebiger macht. Einen Spagat stellen all diese grünen Technologien dennoch dar, da diese natürlich auch meist mit einem deutlichen Kostenplus bei der Gestehung verbunden sind.

Messbarkeit durch Zertifizierung

Eine objektive Messbarkeit dieser einzelnen Faktoren gibt es bisher kaum. Das bereitet besonders bei der Gesamtbewertung eines Neubaus, sei es zur reinen Wertfeststellung oder für einen Verkauf, enorme Schwierigkeiten. Die Einpreisung der grünen Bestandteile ist zwar möglich, jedoch meist sehr aufwändig und dann auch nicht wirklich mit anderen Objekten vergleichbar. Es gibt zwar unabhängige Zertifikate wie das BNB (Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude) oder das LEED (Amerikanisches und kanadisches Nachhaltigkeitszertifikat), jedoch sind diese meist nur national anerkannt und beruhen alle auf unterschiedlichen Bewertungskatalogen.

Positive Auswirkungen auf den Gebäudewert

Ein lokales Beispiel für die positive Auswirkung von nachhaltigem Bauen ist der Augsburger Sheridan Tower. Mit großem Aufwand wurde das Gebäude schließlich nach der Fertigstellung im Jahr 2018 mit dem LEED Platin Standard bewertet. Für die Positionierung am internationalen Anlagemarkt hat dieses Zertifikat sicher einen wertsteigernden Beitrag geleistet. Eine planerische Berücksichtigung von grünen Faktoren wirkt sich inzwischen nachweisbar positiv auf den Wert von Gebäuden aus.

Aus Berlin fehlen Impulse

Trotz all der positiven Auswirkungen und der steigenden Akzeptanz von grünen Technologien in modernen Büro- und Gewerbebauten stehen dem „grünen Trend“ höhere Baukosten und mangelnde objektive Zertifizierungen gegenüber. Zudem fehlt es oft an einer preiswerten Möglichkeit einzelne Systeme durch Hardware und Software zu kombinieren. Die Politik aus Berlin könnte durch entsprechende Gesetze und Forschungsinitiativen wichtige Impulse geben. Die grundsätzliche Bereitschaft der Eigentümer, Baubeteiligten und Nutzer solcher grünen Gebäude wäre vorhanden. Weiterhin sollten bereits gültige Regelungen auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden. So führt beispielsweise die nahezu hermetische Abschottung von Gebäuden aufgrund der enormen Isolierungsauflagen regelmäßig zu Problemen. Hier sollten die ursprünglich von der Baustoffindustrie erschaffenen Gesetze zugunsten moderner Alternativen gelockert werden.

Die Augsburger Immobilienbranche bewegt sich trotz aller Widrigkeiten in eine richtige Richtung. Auch die Mieter entwickeln ein immer stärkeres Bewusstsein für Ökologie und Nachhaltigkeit, sodass Augsburgs Gewerbeimmobilien in Zukunft wohl grüner werden.

Ihr Dipl.-Ing. Peter Kragler

KRAGLER Immobilien GmbH

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