Gründerstammtisch im Allgäu

Gründerstammtisch: Am Anfang war der Stammtisch

Bild: thinkstock

Gründer im Allgäu bekommen unmittelbaren Zugang zum Wissen bewährter Start-ups und Kontakt zu Ratgebern aus der Region. Das traditionelle Kommunikationszentrum „Stammtisch“ überzeugt dabei auch im digitalen Zeitalter.

von Bert Röge

Wolfgang Friedl zögerte nicht, als ihn das Gründerzentrum Memmingen/Unterallgäu zum „Gründerstammtisch“ einlud. Er sagte sofort zu. „Ich habe mich an meine eigene Zeit als Gründer erinnert und daran, wie wertvoll mir damals Ratschläge erfahrener Unternehmer waren“, sagt der Geschäftsführer der Firma Sonatech in Ungerhausen. „Da war ich natürlich auch gern bereit, selbst meine Erfahrungen mit Jungunternehmern zu teilen.“

Mit dem Gründerstammtisch Memmingen bieten die Stadt Memmingen, der Landkreis Unterallgäu, die Allgäu GmbH und das egz Existenzgründungszentrum Gründern und Gründungsinteressierten im Wirtschaftsraum eine Plattform, Erfahrungen zu gewinnen und Wissen zum Unternehmerdasein zu sammeln. Der Einladung zur Premiere der Plattform zum Austausch und Netzwerken folgten zahlreiche Gründer und Netzwerkpartner.

Memmingen ist kein Einzelfall. Die Erfolgsgeschichte hat sich bereits an mehreren Orten etabliert. In der Gründerszene Kempten zum Beispiel organisieren die Stadt Kempten, die Allgäu GmbH, das COMETA Allgäu und die Firma datajockey seit Anfang 2014 zur Unterstützung der Gründerszene einen Gründerstammtisch. Ziel ist auch hier, eine Plattform zu bieten, in der Gründer und Gründungsenthusiasten Kontakte knüpfen, Erfahrungen austauschen und Netzwerke ausbauen können.

Aus Sicht von Teilnehmern wie Friedl ist für Gründer die regionale Nähe zu ihren Ratgebern wichtig. „Für mein Unternehmen, einen Komplettdienstleister für Schallschutz im Innenraum, hatte ich die Voraussetzungen und den Markt hier im Allgäu geschaffen“, berichtet der gebürtige Memminger. „Dazu kam, dass ich damals die Verantwortung für drei schulpflichtige Kinder hatte. Da ist man um jeden Kilometer froh, den man nicht fahren muss, und um jede Stunde, die man in vertrauter Umgebung verbringen kann.“ Er selbst tätigte seine ersten unternehmerischen Schritte unter dem Dach des Existenzgründungszentrum egz in Memmingen, dem Schauplatz des ersten Stammtischs.

„Gründer haben Ideen und wollen loslegen“, erinnert Friedl. „Da kommt es gerade recht, wenn sie jemand auf allzu leicht übersehene Aspekte anspricht. Zum Beispiel darauf, ob sie sich schon über die Rechtsform ihrer Firma Gedanken gemacht haben – und ihnen gleich einige Tipps dazu geben kann.“ Die Atmosphäre an einem Stammtisch sei genau richtig für die Vermittlung solcher Informationen.

Die Gründerstammtische sind zu einem festen Termin im Kalender der „Gründerregion Allgäu“ geworden, dem Netzwerk, das die Aktivitäten rund um das Thema Gründung im Allgäu bündelt. „Mehr als 65 Institutionen, Verbände und Einrichtungen sowie Existenzgründungsberater unterstützen hier Jungunternehmer bei ihrer Existenzgründung“, sagt Sabine Berthele, Projektleiterin Regionalmanagement bei der Allgäu GmbH. Der Beweggrund liegt auf der Hand: „Wenn die Nachkommen erfolgreich sind, haben die Vorgänger nachhaltig gehandelt.“ Dazu kommt ein Effekt, den auch Wolfgang Friedl zu schätzen weiß: „Bei solchen Gesprächen kann ich sogar als alter Hase noch etwas lernen.“

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Gründer im Allgäu bekommen unmittelbaren Zugang zum Wissen bewährter Start-ups und Kontakt zu Ratgebern aus der Region. Das traditionelle Kommunikationszentrum „Stammtisch“ überzeugt dabei auch im digitalen Zeitalter.

von Bert Röge

Wolfgang Friedl zögerte nicht, als ihn das Gründerzentrum Memmingen/Unterallgäu zum „Gründerstammtisch“ einlud. Er sagte sofort zu. „Ich habe mich an meine eigene Zeit als Gründer erinnert und daran, wie wertvoll mir damals Ratschläge erfahrener Unternehmer waren“, sagt der Geschäftsführer der Firma Sonatech in Ungerhausen. „Da war ich natürlich auch gern bereit, selbst meine Erfahrungen mit Jungunternehmern zu teilen.“

Mit dem Gründerstammtisch Memmingen bieten die Stadt Memmingen, der Landkreis Unterallgäu, die Allgäu GmbH und das egz Existenzgründungszentrum Gründern und Gründungsinteressierten im Wirtschaftsraum eine Plattform, Erfahrungen zu gewinnen und Wissen zum Unternehmerdasein zu sammeln. Der Einladung zur Premiere der Plattform zum Austausch und Netzwerken folgten zahlreiche Gründer und Netzwerkpartner.

Memmingen ist kein Einzelfall. Die Erfolgsgeschichte hat sich bereits an mehreren Orten etabliert. In der Gründerszene Kempten zum Beispiel organisieren die Stadt Kempten, die Allgäu GmbH, das COMETA Allgäu und die Firma datajockey seit Anfang 2014 zur Unterstützung der Gründerszene einen Gründerstammtisch. Ziel ist auch hier, eine Plattform zu bieten, in der Gründer und Gründungsenthusiasten Kontakte knüpfen, Erfahrungen austauschen und Netzwerke ausbauen können.

Aus Sicht von Teilnehmern wie Friedl ist für Gründer die regionale Nähe zu ihren Ratgebern wichtig. „Für mein Unternehmen, einen Komplettdienstleister für Schallschutz im Innenraum, hatte ich die Voraussetzungen und den Markt hier im Allgäu geschaffen“, berichtet der gebürtige Memminger. „Dazu kam, dass ich damals die Verantwortung für drei schulpflichtige Kinder hatte. Da ist man um jeden Kilometer froh, den man nicht fahren muss, und um jede Stunde, die man in vertrauter Umgebung verbringen kann.“ Er selbst tätigte seine ersten unternehmerischen Schritte unter dem Dach des Existenzgründungszentrum egz in Memmingen, dem Schauplatz des ersten Stammtischs.

„Gründer haben Ideen und wollen loslegen“, erinnert Friedl. „Da kommt es gerade recht, wenn sie jemand auf allzu leicht übersehene Aspekte anspricht. Zum Beispiel darauf, ob sie sich schon über die Rechtsform ihrer Firma Gedanken gemacht haben – und ihnen gleich einige Tipps dazu geben kann.“ Die Atmosphäre an einem Stammtisch sei genau richtig für die Vermittlung solcher Informationen.

Die Gründerstammtische sind zu einem festen Termin im Kalender der „Gründerregion Allgäu“ geworden, dem Netzwerk, das die Aktivitäten rund um das Thema Gründung im Allgäu bündelt. „Mehr als 65 Institutionen, Verbände und Einrichtungen sowie Existenzgründungsberater unterstützen hier Jungunternehmer bei ihrer Existenzgründung“, sagt Sabine Berthele, Projektleiterin Regionalmanagement bei der Allgäu GmbH. Der Beweggrund liegt auf der Hand: „Wenn die Nachkommen erfolgreich sind, haben die Vorgänger nachhaltig gehandelt.“ Dazu kommt ein Effekt, den auch Wolfgang Friedl zu schätzen weiß: „Bei solchen Gesprächen kann ich sogar als alter Hase noch etwas lernen.“

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