Jan Peter Burghard

Gebäudeplanung: Wieso ein Bodengutachten so wichtig ist

Warum es so wichtig ist, ein Bodengutachten zu Beginn einer Gebäudeplanung erstellen zu lassen, erklärt Dipl.-Geol. Jan Peter Burghard, stellvertretender Teamleiter Baugrundinstitut von Kling Consult.

Was sich im Untergrund verbirgt, ist für uns zunächst unsichtbar. Bei einem Bauvorhaben bildet dieser jedoch das Fundament und stellt somit die wichtigste Grundlage dar, auf dem später alles aufbaut. So können die Zusammensetzung und Qualität des Bodens Auswirkungen auf die Tragfähigkeit des Untergrunds und damit das Bauvorhaben haben. Aber auch drückendes Grundwasser oder Altlasten können kostspielige Konsequenzen bei der Bauausführung nach sich ziehen, wenn diese nicht im Vorfeld identifiziert wurden. Viele Bauherren unterschätzen die Gefahren und verzichten auf die Bodenuntersuchung. Dies kann ein schwerwiegender Fehler sein.

Ablauf der Bodenuntersuchung

Bei der Bodenuntersuchung werden punktuelle Untergrundaufschlüsse hergestellt, um die geologischen Schichten des Bodens zu identifizieren. Besteht dieser zum Beispiel zu einem Großteil aus Kies, ist der Boden im Regelfall tragfähig. Dahingegen sind Böden aus Torf nur sehr gering tragfähig. Die Aufschlüsse werden bei kleinen Bauvorhaben wie beispielsweise einem Einfamilienhaus in Form von Kleinrammbohrungen mit einem maximalen Durchmesser von acht Zentimeter durchgeführt. Bei großen Bauvorhaben oder schwierigen Untergrundverhältnissen werden großkalibrige Aufschlussbohrungen umgesetzt, wodurch wesentlich höhere Aufschlusstiefen erreicht werden können. Eine ausreichende Erkundungstiefe ist besonders bei größeren Bauvorhaben wichtig, da dort oft sehr hohe Bauwerkslasten in den Untergrund abgetragen werden müssen. Im Rahmen der Bohrungen werden Bodenproben entnommen, die anschließend im bodenmechanischen Labor untersucht werden. Gleichzeitig wird der Grundwasserspiegel eingemessen. So kann geprüft werden, ob beim Bau eines Kellers oder einer Tiefgarage eine Bauwasserhaltung zum Beispiel durch die Grundwasserabsenkung mittels Pumpen betrieben werden muss.

Bodengutachten bildet die Basis für die Planung

Nach der feldtechnischen und bodenmechanischen Bodenuntersuchung werden die gewonnen Daten in einem Bodengutachten zusammengetragen. Dieses gibt Aufschluss über den Aufbau des Untergrunds und die geologischen Einheiten, die dort vorhanden sind. Es wird beschrieben, wie sich die Grundwassersituation verhält, wo der Grundwasserstand ist und wie hoch der Wasserspiegel ansteigen kann. Außerdem enthält das Gutachten alle wichtigen Angaben, die die Planer des Bauvorhabens brauchen. Dazu zählen zum Beispiel Bodenrechenwerte für die Fundamentbemessungen durch einen Statiker.

Bei einem Bauvorhaben mit Keller oder einer Tiefgarage sollte der Boden zudem chemisch untersucht werden, da das ausgehobene Material entweder durch natürlich vorkommende Stoffe oder durch Altlasten bzw. eine frühere Bebauung vorbelastet sein kann. Der Aushub wird zur Entsorgung in eine Erdaushubdeponie gebracht. Dabei ist es die Pflicht des Bauherren, dem Deponiebetreiber eine Bescheinigung über die Belastung des Materials an die Hand zu geben.

Spatenstich ohne Bodengutachten kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen

Wenn kein Bodengutachten erstellt wurde, können erhebliche Mehrkosten auftreten. Ein Klassiker ist, dass das Erdbauunternehmen ohne die vorherige Bodenuntersuchung mit den Erdarbeiten beginnt. Dabei wird beispielsweise festgestellt, dass der Boden torfig ist und überraschenderweise Grundwasser auftritt. Dies führt in der Regel zu erheblichen Mehrkosten, weil darauf mit Sondermaßnahmen reagiert werden muss. So kann zum Beispiel mehr Aushub für den Bodenaustausch anfallen oder es muss sogar eine Spezialgründung auf Pfählen folgen.

Auch wenn es während der Bauphase zu keinen unerwarteten Vorkommnissen kommt, kann sich der Verzicht der Bodenuntersuchung auch später noch negativ auswirken. Es existieren eine Vielzahl von fertig gestellten Bauvorhaben, bei denen sich alle am Bau Beteiligten nicht intensiv um die Untergrundverhältnisse gekümmert haben. Wenn zum Beispiel im Untergrund eine nicht erkannte, tragfähige Schicht liegt, kommt es auch Jahre nach der Baufertigstellung vor, dass Setzungen auftreten. Je nach Bauweise kann das zu massiven Rissbildungen bin hin zur Schiefstellung des Gesamtgebäudes führen. Es gibt Fälle aus unserer Region, bei denen sich Gebäude um mehrere Dezimeter gesetzt haben oder eine Gebäudehälfte abgesunken ist.

Bodengutachten gibt Planungssicherheit bei vergleichsweise geringen Kosten

Die Erstellung eines Bodengutachtens liegt im Verhältnis zur Gesamtbausumme heutzutage deutlich unter einem Prozent. Dafür gibt es eine erhöhte Planungssicherheit, auf der die Kosten für die Gründung des Bauwerks aufgestellt werden können. Fakt ist: Wenn erst der Baggerfahrer beim Bodenaushub feststellt, dass ein Bodengutachten notwendig gewesen wäre, muss der Bauherr erhebliche Mehrkosten für die Herstellung des Untergrunds einplanen. Zudem treten deutliche und kostenträchtige Verschiebungen bei der Bauausführung auf. So ist das Bodengutachten im Rahmen der Planungs- und Kostensicherheit eine finanzielle Investition, die sich sicherlich auszahlt.

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Ablauf der Bodenuntersuchung

Bei der Bodenuntersuchung werden punktuelle Untergrundaufschlüsse hergestellt, um die geologischen Schichten des Bodens zu identifizieren. Besteht dieser zum Beispiel zu einem Großteil aus Kies, ist der Boden im Regelfall tragfähig. Dahingegen sind Böden aus Torf nur sehr gering tragfähig. Die Aufschlüsse werden bei kleinen Bauvorhaben wie beispielsweise einem Einfamilienhaus in Form von Kleinrammbohrungen mit einem maximalen Durchmesser von acht Zentimeter durchgeführt. Bei großen Bauvorhaben oder schwierigen Untergrundverhältnissen werden großkalibrige Aufschlussbohrungen umgesetzt, wodurch wesentlich höhere Aufschlusstiefen erreicht werden können. Eine ausreichende Erkundungstiefe ist besonders bei größeren Bauvorhaben wichtig, da dort oft sehr hohe Bauwerkslasten in den Untergrund abgetragen werden müssen. Im Rahmen der Bohrungen werden Bodenproben entnommen, die anschließend im bodenmechanischen Labor untersucht werden. Gleichzeitig wird der Grundwasserspiegel eingemessen. So kann geprüft werden, ob beim Bau eines Kellers oder einer Tiefgarage eine Bauwasserhaltung zum Beispiel durch die Grundwasserabsenkung mittels Pumpen betrieben werden muss.

Bodengutachten bildet die Basis für die Planung

Nach der feldtechnischen und bodenmechanischen Bodenuntersuchung werden die gewonnen Daten in einem Bodengutachten zusammengetragen. Dieses gibt Aufschluss über den Aufbau des Untergrunds und die geologischen Einheiten, die dort vorhanden sind. Es wird beschrieben, wie sich die Grundwassersituation verhält, wo der Grundwasserstand ist und wie hoch der Wasserspiegel ansteigen kann. Außerdem enthält das Gutachten alle wichtigen Angaben, die die Planer des Bauvorhabens brauchen. Dazu zählen zum Beispiel Bodenrechenwerte für die Fundamentbemessungen durch einen Statiker.

Bei einem Bauvorhaben mit Keller oder einer Tiefgarage sollte der Boden zudem chemisch untersucht werden, da das ausgehobene Material entweder durch natürlich vorkommende Stoffe oder durch Altlasten bzw. eine frühere Bebauung vorbelastet sein kann. Der Aushub wird zur Entsorgung in eine Erdaushubdeponie gebracht. Dabei ist es die Pflicht des Bauherren, dem Deponiebetreiber eine Bescheinigung über die Belastung des Materials an die Hand zu geben.

Spatenstich ohne Bodengutachten kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen

Wenn kein Bodengutachten erstellt wurde, können erhebliche Mehrkosten auftreten. Ein Klassiker ist, dass das Erdbauunternehmen ohne die vorherige Bodenuntersuchung mit den Erdarbeiten beginnt. Dabei wird beispielsweise festgestellt, dass der Boden torfig ist und überraschenderweise Grundwasser auftritt. Dies führt in der Regel zu erheblichen Mehrkosten, weil darauf mit Sondermaßnahmen reagiert werden muss. So kann zum Beispiel mehr Aushub für den Bodenaustausch anfallen oder es muss sogar eine Spezialgründung auf Pfählen folgen.

Auch wenn es während der Bauphase zu keinen unerwarteten Vorkommnissen kommt, kann sich der Verzicht der Bodenuntersuchung auch später noch negativ auswirken. Es existieren eine Vielzahl von fertig gestellten Bauvorhaben, bei denen sich alle am Bau Beteiligten nicht intensiv um die Untergrundverhältnisse gekümmert haben. Wenn zum Beispiel im Untergrund eine nicht erkannte, tragfähige Schicht liegt, kommt es auch Jahre nach der Baufertigstellung vor, dass Setzungen auftreten. Je nach Bauweise kann das zu massiven Rissbildungen bin hin zur Schiefstellung des Gesamtgebäudes führen. Es gibt Fälle aus unserer Region, bei denen sich Gebäude um mehrere Dezimeter gesetzt haben oder eine Gebäudehälfte abgesunken ist.

Bodengutachten gibt Planungssicherheit bei vergleichsweise geringen Kosten

Die Erstellung eines Bodengutachtens liegt im Verhältnis zur Gesamtbausumme heutzutage deutlich unter einem Prozent. Dafür gibt es eine erhöhte Planungssicherheit, auf der die Kosten für die Gründung des Bauwerks aufgestellt werden können. Fakt ist: Wenn erst der Baggerfahrer beim Bodenaushub feststellt, dass ein Bodengutachten notwendig gewesen wäre, muss der Bauherr erhebliche Mehrkosten für die Herstellung des Untergrunds einplanen. Zudem treten deutliche und kostenträchtige Verschiebungen bei der Bauausführung auf. So ist das Bodengutachten im Rahmen der Planungs- und Kostensicherheit eine finanzielle Investition, die sich sicherlich auszahlt.

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