Dr. Axel Wepler

Förderung von Forschung und Entwicklung in Unternehmen

Sie gehören zu den Unternehmern, die mit Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit sichern? Wie Sie dabei von staatlichen Förderprogrammen profitieren, erklärt Experte Dr. Axel Wepler, Partner, Rechtsanwalt und Steuerberater in der Kanzlei EHK.

Unternehmen können nach dem neuen Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung (FZulG) vom 1. Januar 2020 eine steuerfreie Forschungszulage bekommen.

Wer wird gefördert?

„Die Zulage erhalten grundsätzlich alle in Deutschland steuerpflichtigen Unternehmen, die selber forschen und entwickeln oder Forschungs- und Entwicklungsaufträge vergeben – unabhängig von Größe, Rechtsform oder Branche“, erklärt Axel Dr. Wepler, Partner, Rechtsanwalt und Steuerberater in der Kanzlei EHK.

Was wird gefördert?

  • Grundlagenforschung (Erwerb von neuem Wissen ohne erkennbare Anwendung)
  • industrielle Forschung (zielgerichtete Forschung für neue Produkte/Prozesse bis zum Prototyp)
  • experimentelle Entwicklung (vorhandenes Wissen wird in neue oder wesentlich verbesserte Produkte, Verfahren oder Systeme eingebracht)

Die Abgrenzung muss nach der europäischen Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) erfolgen. Die Zulage kann nur für Vorhaben beansprucht werden, die nach dem 1. Januar 2020 begonnen wurden oder für die der Auftrag nach dem 1. Januar 2020 erteilt wurde.

Wie bemisst sich die Forschungszulage?

Förderfähig sind:

  • Arbeitslöhne für Arbeitnehmer, die dem Lohnsteuerabzug unterliegen,
  • Ausgaben des Arbeitgebers für die Zukunftssicherung der Arbeitnehmer – aber nur, soweit letztere mit FuE-Tätigkeiten in begünstigten FuE-Vorhaben des Anspruchsberechtigten betraut sind
  • Auftragsforschung: 60 Prozent des an den Auftragnehmer gezahlten Entgelts werden gefördert

Weiter gilt unter anderem:

  • Beschränkung der förderfähigen Aufwendungen (Bemessungsgrundlage) auf zwei Millionen Euro pro Unternehmen (Konzernbetrachtung) und Wirtschaftsjahr; aufgrund der Corona-Krise für die Jahre 2020 bis 2025 auf vier Millionen Euro erhöht
  • Forschungszulage: 25 Prozent der Bemessungsgrundlage

Wie wird die Forschungszulage gewährt?

„Die Forschungszulage muss beantragt werden“, sagt unser Experte Dr. Wepler. „Der Antrag muss elektronisch nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz beim zuständigen Finanzamt gestellt werden.“ Der Antrag ist erst nach Ablauf des jeweiligen Wirtschaftsjahres, in dem förderfähige Aufwendungen entstanden sind, möglich. Die Forschungszulage wird vom Finanzamt in einem gesonderten Bescheid festgesetzt und auf die Ertragssteuerschuld des Anspruchsberechtigten angerechnet. Soweit die Forschungszulage höher ist als die im Rahmen der nächsten Veranlagung festgesetzte Einkommen- beziehungsweise Körperschaftsteuer, wird dieser Betrag als Steuererstattung ausgezahlt.

Diese weiteren Förderprogramme gibt es

Die Forschungszulage kann grundsätzlich neben anderen Förderungen oder staatlichen Beihilfen gewährt werden, sofern es nicht zu einer Doppelförderung kommt. Weitere Fördermöglichkeiten sind:

  • Bayerisches Programm zur Förderung technologieorientierter Unternehmens-gründungen (BayTOU)
  • Bayerisches Technologieförderungs-Programm (BayTP+)
  • Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand der Bundesregierung (ZIM)
  • IGP Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen
  • Bayerisches Regionales Förderprogramm (BRF) und Sonderprogramme

Stolpersteine vermeiden

„Gerade kleine und mittlere Unternehmen profitieren von den staatlichen Fördermöglichkeiten. Dabei gilt es allerdings, einige typische Stolpersteine zu vermeiden“, weiß Dr. Wepler.

Hier die drei wichtigsten Punkte:

1. Kein Projektbeginn vor Bewilligung

2. Keine Mehrfachförderung ein und desselben Projekts

3. Nicht mehr als 200.000 Euro aus De-Minimis-Beihilfen in drei Jahren

So fällt das Fazit von Dr. Wepler aus

Dr. Weplers Einschätzung: „Das Angebot zur Förderung von FuE ist komplex geworden. Es gibt zahlreiche Programme und Möglichkeiten, deren Auswahl und Beantragung allerdings nicht ganz einfach ist. Wer für sich und sein Unternehmen das Maximum herausholen möchte, kommt an einer fachlichen Beratung nicht vorbei.“

In fünf Schritten zur Forschungszulage

1. Förderfähigkeit überprüfen: Fällt das Projekt unter das FZulG? Welche Voraussetzungen muss es erfüllen? Wie können die Voraussetzungen geschaffen werden?

2. Bemessungsgrundlage ermitteln: Was wird in welcher Höhe gefördert?

3. Bescheinigung der BSFZ beantragen: Welche Unterlagen benötigt die Vorprüfung?

4. Antragstellung: Liegen alle Daten und Unterlagen vor?

5. Sichtung der Förderprogramme: Welches Förderprogramm kommt zusätzlich infrage?

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Dr. Axel Wepler

Förderung von Forschung und Entwicklung in Unternehmen

Sie gehören zu den Unternehmern, die mit Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit sichern? Wie Sie dabei von staatlichen Förderprogrammen profitieren, erklärt Experte Dr. Axel Wepler, Partner, Rechtsanwalt und Steuerberater in der Kanzlei EHK.

Unternehmen können nach dem neuen Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung (FZulG) vom 1. Januar 2020 eine steuerfreie Forschungszulage bekommen.

Wer wird gefördert?

„Die Zulage erhalten grundsätzlich alle in Deutschland steuerpflichtigen Unternehmen, die selber forschen und entwickeln oder Forschungs- und Entwicklungsaufträge vergeben – unabhängig von Größe, Rechtsform oder Branche“, erklärt Axel Dr. Wepler, Partner, Rechtsanwalt und Steuerberater in der Kanzlei EHK.

Was wird gefördert?

  • Grundlagenforschung (Erwerb von neuem Wissen ohne erkennbare Anwendung)
  • industrielle Forschung (zielgerichtete Forschung für neue Produkte/Prozesse bis zum Prototyp)
  • experimentelle Entwicklung (vorhandenes Wissen wird in neue oder wesentlich verbesserte Produkte, Verfahren oder Systeme eingebracht)

Die Abgrenzung muss nach der europäischen Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) erfolgen. Die Zulage kann nur für Vorhaben beansprucht werden, die nach dem 1. Januar 2020 begonnen wurden oder für die der Auftrag nach dem 1. Januar 2020 erteilt wurde.

Wie bemisst sich die Forschungszulage?

Förderfähig sind:

  • Arbeitslöhne für Arbeitnehmer, die dem Lohnsteuerabzug unterliegen,
  • Ausgaben des Arbeitgebers für die Zukunftssicherung der Arbeitnehmer – aber nur, soweit letztere mit FuE-Tätigkeiten in begünstigten FuE-Vorhaben des Anspruchsberechtigten betraut sind
  • Auftragsforschung: 60 Prozent des an den Auftragnehmer gezahlten Entgelts werden gefördert

Weiter gilt unter anderem:

  • Beschränkung der förderfähigen Aufwendungen (Bemessungsgrundlage) auf zwei Millionen Euro pro Unternehmen (Konzernbetrachtung) und Wirtschaftsjahr; aufgrund der Corona-Krise für die Jahre 2020 bis 2025 auf vier Millionen Euro erhöht
  • Forschungszulage: 25 Prozent der Bemessungsgrundlage

Wie wird die Forschungszulage gewährt?

„Die Forschungszulage muss beantragt werden“, sagt unser Experte Dr. Wepler. „Der Antrag muss elektronisch nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz beim zuständigen Finanzamt gestellt werden.“ Der Antrag ist erst nach Ablauf des jeweiligen Wirtschaftsjahres, in dem förderfähige Aufwendungen entstanden sind, möglich. Die Forschungszulage wird vom Finanzamt in einem gesonderten Bescheid festgesetzt und auf die Ertragssteuerschuld des Anspruchsberechtigten angerechnet. Soweit die Forschungszulage höher ist als die im Rahmen der nächsten Veranlagung festgesetzte Einkommen- beziehungsweise Körperschaftsteuer, wird dieser Betrag als Steuererstattung ausgezahlt.

Diese weiteren Förderprogramme gibt es

Die Forschungszulage kann grundsätzlich neben anderen Förderungen oder staatlichen Beihilfen gewährt werden, sofern es nicht zu einer Doppelförderung kommt. Weitere Fördermöglichkeiten sind:

  • Bayerisches Programm zur Förderung technologieorientierter Unternehmens-gründungen (BayTOU)
  • Bayerisches Technologieförderungs-Programm (BayTP+)
  • Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand der Bundesregierung (ZIM)
  • IGP Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen
  • Bayerisches Regionales Förderprogramm (BRF) und Sonderprogramme

Stolpersteine vermeiden

„Gerade kleine und mittlere Unternehmen profitieren von den staatlichen Fördermöglichkeiten. Dabei gilt es allerdings, einige typische Stolpersteine zu vermeiden“, weiß Dr. Wepler.

Hier die drei wichtigsten Punkte:

1. Kein Projektbeginn vor Bewilligung

2. Keine Mehrfachförderung ein und desselben Projekts

3. Nicht mehr als 200.000 Euro aus De-Minimis-Beihilfen in drei Jahren

So fällt das Fazit von Dr. Wepler aus

Dr. Weplers Einschätzung: „Das Angebot zur Förderung von FuE ist komplex geworden. Es gibt zahlreiche Programme und Möglichkeiten, deren Auswahl und Beantragung allerdings nicht ganz einfach ist. Wer für sich und sein Unternehmen das Maximum herausholen möchte, kommt an einer fachlichen Beratung nicht vorbei.“

In fünf Schritten zur Forschungszulage

1. Förderfähigkeit überprüfen: Fällt das Projekt unter das FZulG? Welche Voraussetzungen muss es erfüllen? Wie können die Voraussetzungen geschaffen werden?

2. Bemessungsgrundlage ermitteln: Was wird in welcher Höhe gefördert?

3. Bescheinigung der BSFZ beantragen: Welche Unterlagen benötigt die Vorprüfung?

4. Antragstellung: Liegen alle Daten und Unterlagen vor?

5. Sichtung der Förderprogramme: Welches Förderprogramm kommt zusätzlich infrage?

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