Siwen Limp

5 Erfolgskiller: Das sollten Sie bei Ihrer Website dringend vermeiden

Siwen Limp, Director Owned Media bei explido»iProspect. Foto: Bernd Jaufmann
Mit dem eigenen Webauftritt alles richtigmachen – das gelingt Ihnen, wenn Sie die wichtigsten Fehler kennen und umgehen. Wir stellen fünf Fehler vor, die Sie auf jeden Fall vermeiden sollten, damit dem Erfolg Ihrer Website nichts im Weg steht.

 „Besuchen Sie uns online!“ – im Jahr 2017 hatten bereits 72 Prozent aller deutschen Unternehmen eine eigene Webpräsenz. Damit wird der Wettbewerb im Netz immer größer – der Druck, sich mit dem virtuellen Schaufenster von der Konkurrenz abheben zu müssen, steigt. Schließlich besuchen User heute eine Website nicht mehr nur mit der Erwartung, Eckdaten nachlesen zu können. Jeder User kommt mit einem individuellen Anforderungsprofil, das die Website möglichst genau erfüllen sollte, um den Besucher zum Bleiben und zum Wiederkommen zu animieren. Wir verraten, welche Fehler Sie dafür vermeiden sollten:

1. Nur Ihre eigene Betriebssprache verwenden

Fast jedes Unternehmen hat eigene, betriebsinterne Begrifflichkeiten – häufig finden sich diese Begriffe auch auf der Website wieder. Interessenten und Kunden benutzen jedoch größtenteils ganz andere Wörter, um Informationen zu bestimmten Themen oder Produkten zu suchen. Würden Sie auf der Suche nach einem Bügeleisen den Begriff „Bügelgerät“ googeln? Oder „Aluminium-Gussräder“ ins Suchfeld eingeben, wenn Sie über den Kauf neuer Alufelgen nachdenken? Wohl eher nicht. Wenn die Website die Sprache der User nicht widerspiegelt, hat das weitreichende Konsequenzen: Erstens kann Ihre Website zu den tatsächlich gesuchten Begriffen nicht gefunden werden. Zweitens sind User, die zufällig auf Ihrer Website gelandet sind, von den verwendeten Fachbegriffen möglicherweise irritiert – und brechen den Besuch wieder ab. Für den SEO- und Conversion-Erfolg einer Unternehmenswebsite ist es daher wichtig, das Wording potenzieller und bestehender Kunden zu kennen und sinnvoll zu integrieren. Nur so finden User den Weg auf Ihre Website.

2. Desktop First

Vielleicht haben Sie bereits viel Budget in die Optimierung Ihrer Website gesteckt und das Ergebnis kann sich sehen lassen – allerdings nur dann, wenn der User die Inhalte auf einem großen Bildschirm betrachtet. Viele Websites sind nach dem Prinzip „Desktop first“ gestaltet. Dabei nutzen bereits heute zwei Drittel aller Internetuser Smartphones oder Tablets für ihren Besuch im Web.  Darauf reagieren auch Suchmaschinen. Google hat den Rollout-Prozess für den Mobile-first-Index inzwischen offiziell gestartet – und wird künftig für die Bewertung einer Seite die mobile Version heranziehen, nicht die Desktop-Variante. Wenn Sie also zu den Unternehmen gehören, die nach wie vor einen Desktop-first-Ansatz pflegen, wird es höchste Zeit, umzudenken: Setzen Sie auf „Mobile first“!

3. Einen Unternehmensmonolog halten

Sie haben als Unternehmen viel zu sagen – doch nicht alles, was Sie mitteilen wollen, trifft auf das Interesse Ihrer Zielgruppe. Mit Details zu Ihren Verkaufszahlen können Sie die meisten User nur wenig begeistern, wohl aber mit praxisbezogenen Anwendungsbeispielen oder Infos zu fairen Herstellungsbedingungen. Daher sollten Sie nicht nur analysieren, wen Sie mit Ihren Botschaften erreichen wollen, sondern einen Schritt weitergehen: Wechseln Sie die Perspektive und versetzen Sie sich in die Position von Interessenten und bestehenden Kunden. Welche Themen beschäftigen Ihre User? Welche Fragen haben sie? Mit welchen Bedürfnissen und Anforderungen kommen sie auf Ihre Website? Erstellen Sie Inhalte, die Antworten liefern und Anforderungen erfüllen. Verstecken Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen nicht auf einer Unterseite, sondern integrieren Sie sie in Produktbeschreibungen und Kategorietexte. So treten Sie in einen Dialog und schaffen für Websitebesucher ein positives Erlebnis.  

4. Einzeldisziplinen getrennt optimieren

Oft findet man in Unternehmen die Situation, dass einzelne Disziplinen von unterschiedlichen Abteilungen und Ansprechpartnern betreut werden. Je größer ein Unternehmen, desto weiter entfernt von einander agieren die Abteilungen. Das gilt auch für Online-Marketing-Agenturen. Wenn Sie Ihre Website optimieren wollen, wird schnell deutlich, dass Maßnahmen zur Verbesserung von Usability, SEO, Design und Content nicht getrennt voneinander durchgeführt werden können. Sämtliche Optimierungen der Website sollten außerdem im Einklang mit Inhalten auf Social-Media-Plattformen und Offline-Marketingaktionen stehen – für ein konsistentes Kundenerlebnis auf allen Kanälen. Wählen Sie deshalb für die Optimierung Ihrer Website einen Agenturpartner, bei dem alle Disziplinen Hand in Hand arbeiten. Der holistische Ansatz ist die Grundlage für eine erfolgreiche digitale Transformation.

5. Traffic einkaufen, aber nicht veredeln

Die Investition in kostenpflichtige Marketingmaßnahmen führt umgehend zu mehr Traffic. Wenn Sie über ausreichend Budget verfügen, können Sie damit schnell Ihre Reichweite steigern. Weshalb also die eigene Website optimieren, wenn sich Traffic über Paid-Kanäle einfach einkaufen lässt? Mit dieser Überlegung stehen Sie nicht alleine da – im Schnitt geben Unternehmen 92-mal so viel Geld für Paid-Maßnahmen aus, wie sie in die Verbesserung der eigenen Website investieren. Dabei gilt auch hier: Erst im Zusammenspiel entfalten die beiden Medientypen ihr volles Potenzial. Über kostenpflichtige Maßnahmen erreichen Sie, dass User Ihre Website besuchen. Jetzt kommt es darauf an, dass jeder User das vorfindet, was er erwartet hat. Sonst riskieren Sie, dass er sich nach dem Klick verabschiedet. Nutzen Sie die Investition in die eigene Website, um den eingekauften Traffic zu veredeln – und nachhaltig zu steigern.

Fazit

Ihr Unternehmen erfolgreich online zu positionieren, das ist eigentlich ganz einfach, wenn Sie grundlegende Dos und – in diesem Fall – die Don’ts berücksichtigen. Den vielleicht wichtigsten Tipp geben wir Ihnen zum Abschluss: Haben Sie Ihre Website optimiert, sollten Sie sich nicht entspannt zurücklehnen und den nächsten Relaunch in ein paar Jahren planen. User-Erwartungen, Wettbewerb und technische Rahmenbedingungen entwickeln sich laufend weiter. Hilfreich ist es, sich von Zeit zu Zeit in die User hineinzuversetzen und zu überprüfen, ob die Website allen Ansprüchen gerecht wird. Wenn Sie Ihren Online-Auftritt kontinuierlich entlang aktueller Anforderungen optimieren, sichern Sie den Erfolg Ihrer Website nicht nur vorübergehend, sondern auf lange Sicht.

Siwen Limp
explido»iProspect

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