Allgäu Digital: Player aus dem Netzwerk

Stefanie Fuchs: „Ein Shitstorm kommt schneller als gedacht“

Stefanie Fuchs ist seit 2005 geschäftsführende Inhaberin der Agentur FUCHS PR & CONSULTING mit Sitz in Kempten im Allgäu. Im Interview verrät sie, weshalb der Druck auf die PR-Arbeit jeden Tag größer – und der Standort immer unwichtiger wird.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Stefanie Fuchs, Sie sind geschäftsführende Inhaberin der Agentur FUCHS PR & CONSULTING mit Sitz in Kempten im Allgäu. Wie hat sich Ihr Job seit der Gründung 2005 verändert?

Stefanie Fuchs: Es ist jetzt genau 15 Jahre her, dass ich meine Agentur FUCHS PR & CONSULTING am 1. Juli 2005 gegründet habe. In dieser Zeit hat sich natürlich eine ganze Menge geändert. Die größte Veränderung brachte und bringen noch immer die Digitalisierung und die Sozialen Netzwerke mit sich. Auf uns Agenturen kam mit der Datenschutz-Grundverordnung eine weitere, große Neuerung zu, da wir täglich mit vielen Kontakten arbeiten.

Welche Rolle spielt Ihr Standort für den Arbeitsalltag?


Der Standort ist immer weniger kriegsentscheidend für Erfolg oder Nichterfolg. In der heutigen Zeit kann unser Daily-Business dank dem digitalen Fortschritt überall auf der Welt getätigt werden. Allerdings gibt es doch einige Kunden und potentielle neue Auftraggeber, die es schätzen, dass die Agentur ihren Sitz in der Allgäu-Metropole hat.

Ihre Agentur arbeitet in den Bereichen Industrie, Sport, Tourismus, Kultur, Food, Freizeit, Lifestyle und Mode. Wo ist die Corona-Krise am stärksten zu spüren – und wie können Sie Ihre Kunden dabei unterstützen, nach der Krise wieder Fahrt aufzunehmen?

Die Event- und Veranstaltungsbranche leidet in meinen Augen ganz klar am meisten unter der Corona-Krise. Leider ist hier auch noch immer kein Ende in Sicht. Unsere touristischen Kunden haben ihre Arbeit Gott sei Dank wieder aufgenommen – jedoch mit großen Einschränkungen. An dieser Stelle konnten wir mit klassischer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sehr gut unterstützen. Die Journalisten sind derzeit beispielsweise auf der Suche nach passenden Reisetipps und Geschichten, sodass gutes Storytelling gefragter ist denn je. Kurzarbeit macht auch vor Redaktionen nicht halt, sprich, die Informationen sollten so geliefert werden, dass sie möglichst schnell verarbeitet werden können.

Wie wichtig ist eine regelmäßige Medienpräsenz in Krisenzeiten?

Regelmäßige Medienpräsenz ist immer wichtig und in Krisenzeiten natürlich ganz besonders, um zu zeigen: „Wir sind noch da, uns gibt es noch“.

Sie unterrichten an der Fachhochschule Kempten. Was ist der wichtigste Tipp, den Sie Ihren Studenten mit auf den Weg geben?


Wenn Sie in meinem Bereich, dem PR-Bereich, später einmal Fuß fassen möchten, müssen sie auf jeden Fall beide Seiten kennenlernen: die Unternehmensseite und die Medienlandschaft. Ich würde deshalb einerseits ein Praktikum oder Traineeprogramm in einem großen Konzern in der Presseabteilung empfehlen und auf der anderen Seite ein Volontariat bei einer großen deutschen Tageszeitung – am besten in der Print- und in der Online-Redaktion. PR-Agenturen sind die Schnittstelle zwischen der Medienlandschaft und den Unternehmen, deswegen ist es so wichtig, zu wissen, wie beide „ticken“. 

Wo sehen Sie momentan die größten Defizite im Online-Marketing bei mittelständischen Unternehmen?

Defizite sehe ich bei der Anpassung an den permanenten Wandel und der Schnelllebigkeit in diesem Bereich. Die kleinen und mittleren Unternehmen müssten ihre Mitarbeiter im Bereich Kommunikation und Marketing ständig weiterbilden. Selbst wenn man diesen Bereich an Agenturen outsourced, müssen diese geführt und gefüttert werden. Der Bereich Online-Marketing ist so vielseitig und vielschichtig, allerdings müssen die Maßnahmen auf die Unternehmensziele und die Unternehmensstrategie abgestimmt sein. 

Wie stark wird die PR-Arbeit von der Digitalisierung beeinflusst?

Enorm. Die Schnelllebigkeit und der Druck auf erstmalige und wertschöpfende Informationen wird jeden Tag größer. Gerade Influencer und Blogger betreiben Meinungsbildung und generieren Geschichten. Das passiert von jetzt auf gleich und weltweit. Ein Shitstorm kommt schneller als gedacht und das Unternehmen hat dann so gut wie keine Handhabe mehr auf den Informationsfluss und die Meinungsbildung.

In wenigen Sätzen: Was bedeutet der digitale Wandel für Sie?

Ich darf an dieser Stelle Charles Darwin zitieren: „Nichts ist beständiger als der Wandel!“ Diese Weisheit trifft heute mehr zu als je zuvor und Kern dieses Wandels ist die Digitalisierung.

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B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Stefanie Fuchs, Sie sind geschäftsführende Inhaberin der Agentur FUCHS PR & CONSULTING mit Sitz in Kempten im Allgäu. Wie hat sich Ihr Job seit der Gründung 2005 verändert?

Stefanie Fuchs: Es ist jetzt genau 15 Jahre her, dass ich meine Agentur FUCHS PR & CONSULTING am 1. Juli 2005 gegründet habe. In dieser Zeit hat sich natürlich eine ganze Menge geändert. Die größte Veränderung brachte und bringen noch immer die Digitalisierung und die Sozialen Netzwerke mit sich. Auf uns Agenturen kam mit der Datenschutz-Grundverordnung eine weitere, große Neuerung zu, da wir täglich mit vielen Kontakten arbeiten.

Welche Rolle spielt Ihr Standort für den Arbeitsalltag?


Der Standort ist immer weniger kriegsentscheidend für Erfolg oder Nichterfolg. In der heutigen Zeit kann unser Daily-Business dank dem digitalen Fortschritt überall auf der Welt getätigt werden. Allerdings gibt es doch einige Kunden und potentielle neue Auftraggeber, die es schätzen, dass die Agentur ihren Sitz in der Allgäu-Metropole hat.

Ihre Agentur arbeitet in den Bereichen Industrie, Sport, Tourismus, Kultur, Food, Freizeit, Lifestyle und Mode. Wo ist die Corona-Krise am stärksten zu spüren – und wie können Sie Ihre Kunden dabei unterstützen, nach der Krise wieder Fahrt aufzunehmen?

Die Event- und Veranstaltungsbranche leidet in meinen Augen ganz klar am meisten unter der Corona-Krise. Leider ist hier auch noch immer kein Ende in Sicht. Unsere touristischen Kunden haben ihre Arbeit Gott sei Dank wieder aufgenommen – jedoch mit großen Einschränkungen. An dieser Stelle konnten wir mit klassischer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sehr gut unterstützen. Die Journalisten sind derzeit beispielsweise auf der Suche nach passenden Reisetipps und Geschichten, sodass gutes Storytelling gefragter ist denn je. Kurzarbeit macht auch vor Redaktionen nicht halt, sprich, die Informationen sollten so geliefert werden, dass sie möglichst schnell verarbeitet werden können.

Wie wichtig ist eine regelmäßige Medienpräsenz in Krisenzeiten?

Regelmäßige Medienpräsenz ist immer wichtig und in Krisenzeiten natürlich ganz besonders, um zu zeigen: „Wir sind noch da, uns gibt es noch“.

Sie unterrichten an der Fachhochschule Kempten. Was ist der wichtigste Tipp, den Sie Ihren Studenten mit auf den Weg geben?


Wenn Sie in meinem Bereich, dem PR-Bereich, später einmal Fuß fassen möchten, müssen sie auf jeden Fall beide Seiten kennenlernen: die Unternehmensseite und die Medienlandschaft. Ich würde deshalb einerseits ein Praktikum oder Traineeprogramm in einem großen Konzern in der Presseabteilung empfehlen und auf der anderen Seite ein Volontariat bei einer großen deutschen Tageszeitung – am besten in der Print- und in der Online-Redaktion. PR-Agenturen sind die Schnittstelle zwischen der Medienlandschaft und den Unternehmen, deswegen ist es so wichtig, zu wissen, wie beide „ticken“. 

Wo sehen Sie momentan die größten Defizite im Online-Marketing bei mittelständischen Unternehmen?

Defizite sehe ich bei der Anpassung an den permanenten Wandel und der Schnelllebigkeit in diesem Bereich. Die kleinen und mittleren Unternehmen müssten ihre Mitarbeiter im Bereich Kommunikation und Marketing ständig weiterbilden. Selbst wenn man diesen Bereich an Agenturen outsourced, müssen diese geführt und gefüttert werden. Der Bereich Online-Marketing ist so vielseitig und vielschichtig, allerdings müssen die Maßnahmen auf die Unternehmensziele und die Unternehmensstrategie abgestimmt sein. 

Wie stark wird die PR-Arbeit von der Digitalisierung beeinflusst?

Enorm. Die Schnelllebigkeit und der Druck auf erstmalige und wertschöpfende Informationen wird jeden Tag größer. Gerade Influencer und Blogger betreiben Meinungsbildung und generieren Geschichten. Das passiert von jetzt auf gleich und weltweit. Ein Shitstorm kommt schneller als gedacht und das Unternehmen hat dann so gut wie keine Handhabe mehr auf den Informationsfluss und die Meinungsbildung.

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