Allgäu Digital: Player aus dem Netzwerk

Dr. Timo Ehmann: „always-on“ ist Fluch und Segen zugleich

Gemeinsam mit seinem Bruder leitet Dr. Timo Ehmann die Kanzlei Ehmann & Ehmann. Im Interview verrät er, wie sich die Digitalisierung in seiner Branche zeigt.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Herr Dr. Ehmann, Sie sind Partner bei Ehmann & Ehmann Rechtsanwälte. Sie haben dabei jedoch familiäre Unterstützung, stimmt’s?

Dr. Timo Ehmann: Ja, ich habe mit meinem Bruder zusammen zum 1.7.2020 eine Partnerschaft an den Standorten Kempten und München gegründet. Wir sind ganz frisch gestartet. In der Kanzlei können wir die zentralen wirtschaftsrechtlichen Themen aus einer Hand abbilden, vor allem die Bereiche Gesellschaftsrecht, Transaktionen und Digital Business.

Welches sind die häufigsten Anliegen von Unternehmern in Sachen Digitalisierung?

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Wir vertreten im Bereich Digitalisierung vor allem Unternehmen, die Softwareprodukte oder IT-Systeme mit Hardware- und Softwarekomponenten zur Digitalisierung anbieten. Das reicht vom klassischen Software-as-a-Service, über komplexe regulierte Cloud-Dienste im FinTech-Bereich und Internet-Plattformen, bis hin zu IoT-Systemen im Bereich Predictive Maintenance und industriellen Automatisierungslösungen. Für die Anbieter erstellen wir Kundenverträge und beraten bei der Strukturierung eines Partnervertriebs in vertragsrechtlichen und datenschutzrechtlichen Fragen. Teilweise beraten wir auch Unternehmen, die selbst digitalisieren wollen, bei zugehörigen Einkaufs- oder IT-Projektverträgen oder dazu, welche Prozesse im Hinblick auf gesetzliche Formvorschriften überhaupt digitalisiert werden können.

Ihr besonderes Augenmerk liegt auf der Beratung von mittelständischen Unternehmen und Startups. Welche rechtlichen Fallen lauern auf junge Unternehmer?

In komplexen vertragsrechtlichen Angelegenheiten, wie zum Beispiel im Zuge von Venture Capital Finanzierungen, können Startups ohne Anwalt an ihrer Seite nicht auf Augenhöhe Verträge mit Investoren verhandeln. Da gibt es zu viele ökonomische Stellschrauben, die für einen Laien ohne Beratung nicht in ihrer Gesamtheit überblickt werden können. In Kunden- oder Vertriebsbeziehungen geht es darum, ein Produkt oder eine Vertriebsstruktur transparent darzustellen, so dass der Vertragspartner gut versteht, worum es geht. Ein Vertrag, der gut lesbar ist, wird leichter und schneller abgeschlossen. Hier leisten wir oft wichtige Konkretisierungsarbeit für das Geschäftsmodell und vermindern das Risiko, dass mühsame Vorarbeit im Bereich Marketing und Vertrieb vor dem Vertragsabschluss steckenbleibt. Natürlich gehört auch ein sinnvolles Risikomanagement zur Vertragsgestaltung.

Benötigen Startups mehr rechtliche Unterstützung als erfahrene Unternehmen?

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Erfahrene Unternehmen haben natürlich in der Regel etablierte Vertragsabschlussprozesse. Das heißt nicht, dass es dort immer blitzsaubere Verträge gibt. Aber wenn die Kunden- und Lieferantenbeziehungen laufen, dann wissen beide Vertragsparteien immerhin, was sie voneinander erwarten und vertrauen einander. Hier gibt es meist einen bestimmten Anlass, wenn Vertragsbeziehungen überarbeitet werden sollen, zum Beispiel wiederholte Vertragsstörungen oder ein Rechtsstreit. Häufig sollen dann Strukturen, die sich bewährt haben, erhalten bleiben, weil sich die maßgeblichen Mitarbeiter an eine bestimmte Form gewöhnt haben. Bei einem Startup beginnen wir häufig mit einem weißen Blatt und müssen mehr typische Anforderungen aus unserer praktischen Erfahrung zuliefern. Das ist definitiv unterschiedliches Arbeiten.

Ist es in Ihrem Beruf wichtig, persönlichen Kontakt zu den Mandanten zu haben, oder kann Vertrauen auch digital hergestellt werden?

In der Regel ist es gut, wenn man sich zu Beginn des Mandatsverhältnis mal persönlich getroffen hat. Das stärkt schon die Vertrauensbeziehung. In einer Videokonferenz oder in einem Telefonat fehlt da schon etwas. Zwingend ist das aber nicht. Viele Mandanten kommen ja nicht, weil sie uns zufällig im Telefonbuch gefunden haben, sondern weil andere Anwälte oder Mandanten uns empfohlen haben. Da ist dann teilweise schon viel Vertrauensvorschuss vorhanden und wenn es schnell gehen muss, dann überspringt man manchmal das persönliche Kennenlernen. Wir richten uns da ganz nach den Wünschen unserer Mandanten.

Welche Rolle spielt der Standort bei einer Kanzlei?

Grundsätzlich vertreten wir Mandanten bundesweit. Weil die Mandatsbearbeitung ganz überwiegend fernmündlich stattfindet, ist das auch kein Problem. Aber der Standort spielt natürlich für persönliche Termine und auch bei Gerichtsterminen und den zugehörigen Reisen eine Rolle, so dass unsere Mandanten tatsächlich ganz überwiegend aus der Region kommen.

Wie kann man eine Kanzlei digitalisieren?

Mit Email und Word kommt man schon recht weit. Aber natürlich erleichtert auch eine Private-Cloud-Lösung unsere Arbeit, wenn man mal unterwegs ist. Unsere Arbeitswerkzeuge sind Fachinformationen, auf die wir zunehmend digital zugreifen. Videokonferenzen sind bei uns – wie bei allen – in den letzten Monaten häufiger geworden. Alle Gerichte sind seit 2018 über das elektronische Anwaltspostfach erreichbar. Digitale Akten und ersetzendes Scannen in der Finanzbuchhaltung vermeiden Papier und entlasten das Sekretariat.

Was hat sich durch die zunehmende Digitalisierung in Ihrem Alltag geändert?

Der Anwalt kann leichter mehr selbst machen. Das erfordert ein anderes Anforderungsprofil für die Assistenz. Wie in anderen Berufen auch ist für uns „always-on“ Fluch und Segen zugleich.

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Dr. Timo Ehmann: Ja, ich habe mit meinem Bruder zusammen zum 1.7.2020 eine Partnerschaft an den Standorten Kempten und München gegründet. Wir sind ganz frisch gestartet. In der Kanzlei können wir die zentralen wirtschaftsrechtlichen Themen aus einer Hand abbilden, vor allem die Bereiche Gesellschaftsrecht, Transaktionen und Digital Business.

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Ihr besonderes Augenmerk liegt auf der Beratung von mittelständischen Unternehmen und Startups. Welche rechtlichen Fallen lauern auf junge Unternehmer?

In komplexen vertragsrechtlichen Angelegenheiten, wie zum Beispiel im Zuge von Venture Capital Finanzierungen, können Startups ohne Anwalt an ihrer Seite nicht auf Augenhöhe Verträge mit Investoren verhandeln. Da gibt es zu viele ökonomische Stellschrauben, die für einen Laien ohne Beratung nicht in ihrer Gesamtheit überblickt werden können. In Kunden- oder Vertriebsbeziehungen geht es darum, ein Produkt oder eine Vertriebsstruktur transparent darzustellen, so dass der Vertragspartner gut versteht, worum es geht. Ein Vertrag, der gut lesbar ist, wird leichter und schneller abgeschlossen. Hier leisten wir oft wichtige Konkretisierungsarbeit für das Geschäftsmodell und vermindern das Risiko, dass mühsame Vorarbeit im Bereich Marketing und Vertrieb vor dem Vertragsabschluss steckenbleibt. Natürlich gehört auch ein sinnvolles Risikomanagement zur Vertragsgestaltung.

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Erfahrene Unternehmen haben natürlich in der Regel etablierte Vertragsabschlussprozesse. Das heißt nicht, dass es dort immer blitzsaubere Verträge gibt. Aber wenn die Kunden- und Lieferantenbeziehungen laufen, dann wissen beide Vertragsparteien immerhin, was sie voneinander erwarten und vertrauen einander. Hier gibt es meist einen bestimmten Anlass, wenn Vertragsbeziehungen überarbeitet werden sollen, zum Beispiel wiederholte Vertragsstörungen oder ein Rechtsstreit. Häufig sollen dann Strukturen, die sich bewährt haben, erhalten bleiben, weil sich die maßgeblichen Mitarbeiter an eine bestimmte Form gewöhnt haben. Bei einem Startup beginnen wir häufig mit einem weißen Blatt und müssen mehr typische Anforderungen aus unserer praktischen Erfahrung zuliefern. Das ist definitiv unterschiedliches Arbeiten.

Ist es in Ihrem Beruf wichtig, persönlichen Kontakt zu den Mandanten zu haben, oder kann Vertrauen auch digital hergestellt werden?

In der Regel ist es gut, wenn man sich zu Beginn des Mandatsverhältnis mal persönlich getroffen hat. Das stärkt schon die Vertrauensbeziehung. In einer Videokonferenz oder in einem Telefonat fehlt da schon etwas. Zwingend ist das aber nicht. Viele Mandanten kommen ja nicht, weil sie uns zufällig im Telefonbuch gefunden haben, sondern weil andere Anwälte oder Mandanten uns empfohlen haben. Da ist dann teilweise schon viel Vertrauensvorschuss vorhanden und wenn es schnell gehen muss, dann überspringt man manchmal das persönliche Kennenlernen. Wir richten uns da ganz nach den Wünschen unserer Mandanten.

Welche Rolle spielt der Standort bei einer Kanzlei?

Grundsätzlich vertreten wir Mandanten bundesweit. Weil die Mandatsbearbeitung ganz überwiegend fernmündlich stattfindet, ist das auch kein Problem. Aber der Standort spielt natürlich für persönliche Termine und auch bei Gerichtsterminen und den zugehörigen Reisen eine Rolle, so dass unsere Mandanten tatsächlich ganz überwiegend aus der Region kommen.

Wie kann man eine Kanzlei digitalisieren?

Mit Email und Word kommt man schon recht weit. Aber natürlich erleichtert auch eine Private-Cloud-Lösung unsere Arbeit, wenn man mal unterwegs ist. Unsere Arbeitswerkzeuge sind Fachinformationen, auf die wir zunehmend digital zugreifen. Videokonferenzen sind bei uns – wie bei allen – in den letzten Monaten häufiger geworden. Alle Gerichte sind seit 2018 über das elektronische Anwaltspostfach erreichbar. Digitale Akten und ersetzendes Scannen in der Finanzbuchhaltung vermeiden Papier und entlasten das Sekretariat.

Was hat sich durch die zunehmende Digitalisierung in Ihrem Alltag geändert?

Der Anwalt kann leichter mehr selbst machen. Das erfordert ein anderes Anforderungsprofil für die Assistenz. Wie in anderen Berufen auch ist für uns „always-on“ Fluch und Segen zugleich.

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