Herbstthema Digitalisierung

„Between the Towers“ bei Fujitsu: Umbruch – wie neue Startups den Finanzsektor bewegen

Vera Schneevoigt, Werksleiterin Fujitsu Werk Augsburg. Foto: Fujitsu

Im FinTec-Bereich, zusammengesetzt aus „Financial Services“ und „Technology“, findet derzeit ein Wandel statt, der den gesamten Finanz-Sektor revolutioniert. Was dies für den Wirtschaftsraum Augsburg bedeutet, verrät Vera Schneevoigt, Leiterin des Fujitsu-Werks Augsburg, im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Frau Schneevoigt, obwohl ihre Ideen heiß begehrt sind, haben es gerade Startups häufig schwer. Wie erklären Sie sich diesen Aspekt?

Vera Schneevoigt: Oft handelt es sich um spannende Produkte, gleichzeitig sind geringe Ressourcen verfügbar und es fehlt die Erfahrung. Speziell in Deutschland ist die Risiko-Kultur zudem nicht sehr stark ausgeprägt. Daher setzen potenzielle Kunden – bei allem Interesse an neuen Produkten und Lösungen – insbesondere im Geschäftsumfeld doch eher auf bewährte Lösungen. Man muss natürlich berücksichtigen, dass große Unternehmen gewisse Strukturen aufgebaut haben. Und für diese Unternehmen ist es doch etwas anderes, ob Kleidungsstücke, Essen oder Geschenke von einem Startup online gekauft werden oder ob ihre Lösungen für den geschäftskritischen Einsatz genutzt werden.

Als wie dynamisch schätzen Sie die Startup-Szene in Augsburg ein?

In Augsburg gibt es viele interessante Startups aus den verschiedensten Geschäftsfeldern. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass es hier eine Universität und eine Fachhochschule gibt. Denn viele Startups werden von Studenten und Absolventen gegründet. Die Hochschulen fördern diese Gründungen aktiv mit Know-how und finanziellen Mitteln. Eines der bekanntesten Beispiele ist sicher littlelunch. Zudem engagiert sich die Stadt Augsburg und auch der Freistaat Bayern verstärkt bei der Förderung von Startup-Unternehmen.

Was denken Sie, kann getan werden, um junge Unternehmen weiter zu fördern?

Technologie- und Gründerzentren, wie es sie auch in Augsburg gibt, sind sicher eine wichtige Hilfestellung. Außerdem ist der Wissensaustausch zwischen erfahrenen Firmen und Startups sehr wichtig.

Ein zentraler Aspekt ist natürlich auch die Finanzierung von Startups. Damit einher geht die Bereitstellung von Risikokapital durch Investoren, Firmen und staatliche Institutionen. Hier gibt es sicherlich noch Potenzial.

Nicht zu vernachlässigen ist auch der kulturelle Aspekt. So ist im anglo-amerikanischen Raum die Gründungs- und Risikobereitschaft immer noch deutlich ausgeprägter als hierzulande. Auch wenn wir hier aufholen, besteht noch Verbesserungs-Bedarf.

Ich hoffe, dass die mediale Präsenz des Themas Unternehmensgründung hier ebenfalls Abhilfe schafft. Ein Beispiel ist die TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“, bei der übrigens auch schon Teilnehmer aus Augsburg überzeugt haben. Solche Formate können viel bewirken.

Am 25. Oktober treffen sich im Fujitsu Werk Augsburg Startups aus dem FinTec-Bereich. Welchen Stellenwert nimmt diese Szene ein?

Die FinTecs gehören sicherlich zu den spannendsten Startup-Szenen überhaupt. Sie agieren im Spannungsfeld zwischen verschiedenen gigantischen Möglichkeiten. Auf der einen Seite steht das Potential, das die Digitalisierung im Finanzsektor bietet. Andererseits ist gerade dieser Bereich hochgradig sensibel, die Kunden wollen auf Nummer sicher gehen.

Hinzu kommt, dass sich die ganze Branche in einer Umbruch-Phase befindet. Auf kurz oder lang wird dies dazu führen, dass sich der Finanz-Sektor stark verändert. Klassische Anbieter konkurrieren mit web-basierten Zahlungs-Systemen, Services und intelligenten Anlage-Software-Anbietern. Diese werden das Geschäft übernehmen, sofern sie nicht vorher von den traditionellen Anbietern gekauft werden.

Am 25. Oktober kommt also die bereits in anderen Großstädten sehr erfolgreiche Veranstaltung „Between the Towers“ zum ersten Mal nach Augsburg. Worin sehen Sie hier die Chance für die regionale Wirtschaft?

Im Vordergrund steht die intensive Vernetzung zwischen Startups, Investoren, Wirtschaft und Wissenschaft, aus  der Regional und überregional. Wichtig ist bei solchen Treffen auch, dass Hürden abgebaut werden und man die gemeinsamen Potenziale des digitalen Wandels erkennt und nutzt. Das hilft nicht nur dem Standort Augsburg im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit durch Neugründungen. Es hilft auch großen Firmen dabei, flexibler und kreativer zu denken. Diese Umwälzungen der althergebrachten Normen betreffen schließlich alle Wirtschaftszweige.

Auf welche Highlights dürfen sich die Teilnehmer von „Between the Towers“ bei Fujitsu freuen?

Auf einen regen Austausch sowie interessantes Netzwerken zwischen den einzelnen Teilnehmern. Der Veranstalter, die Main Incubator GmbH, hat sehr viel Erfahrung in der Ausrichtung dieser Meetings. Sie konzentriert sich dabei immer auf die bestmögliche Kopplung der Themen und Teilnehmer. Förderungswürdige Fintechs und Projekte werden vor Ort fit gemacht für die weiteren Schritte, die die Gründer gehen wollen. Außerdem bekommen alle Teilnehmer Einblicke in ein in Europa einmaliges IT-Werk, in dem hochmoderne Produktion, Entwicklung und Forschung Hand in Hand gehen. Dazu gehören auch Einblicke in neue Cloud Services, mit denen sie Marktrends wie „Platformification“ bewältigen können, die eine große Flexibilität voraussetzen. In der Keynote zum Thema „With K5 you can – Digitale Business Plattform im Finanzsektor“ geht Uwe Scheuber von Fujitsu auch auf Schlüssel-Architekturen ein: K5 ist die erste Cloud-Computing-Plattform, die eine nahtlose Integration traditioneller IT-Umgebungen in neue Cloud-basierte Technologien ermöglicht.

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Vera Schneevoigt: Oft handelt es sich um spannende Produkte, gleichzeitig sind geringe Ressourcen verfügbar und es fehlt die Erfahrung. Speziell in Deutschland ist die Risiko-Kultur zudem nicht sehr stark ausgeprägt. Daher setzen potenzielle Kunden – bei allem Interesse an neuen Produkten und Lösungen – insbesondere im Geschäftsumfeld doch eher auf bewährte Lösungen. Man muss natürlich berücksichtigen, dass große Unternehmen gewisse Strukturen aufgebaut haben. Und für diese Unternehmen ist es doch etwas anderes, ob Kleidungsstücke, Essen oder Geschenke von einem Startup online gekauft werden oder ob ihre Lösungen für den geschäftskritischen Einsatz genutzt werden.

Als wie dynamisch schätzen Sie die Startup-Szene in Augsburg ein?

In Augsburg gibt es viele interessante Startups aus den verschiedensten Geschäftsfeldern. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass es hier eine Universität und eine Fachhochschule gibt. Denn viele Startups werden von Studenten und Absolventen gegründet. Die Hochschulen fördern diese Gründungen aktiv mit Know-how und finanziellen Mitteln. Eines der bekanntesten Beispiele ist sicher littlelunch. Zudem engagiert sich die Stadt Augsburg und auch der Freistaat Bayern verstärkt bei der Förderung von Startup-Unternehmen.

Was denken Sie, kann getan werden, um junge Unternehmen weiter zu fördern?

Technologie- und Gründerzentren, wie es sie auch in Augsburg gibt, sind sicher eine wichtige Hilfestellung. Außerdem ist der Wissensaustausch zwischen erfahrenen Firmen und Startups sehr wichtig.

Ein zentraler Aspekt ist natürlich auch die Finanzierung von Startups. Damit einher geht die Bereitstellung von Risikokapital durch Investoren, Firmen und staatliche Institutionen. Hier gibt es sicherlich noch Potenzial.

Nicht zu vernachlässigen ist auch der kulturelle Aspekt. So ist im anglo-amerikanischen Raum die Gründungs- und Risikobereitschaft immer noch deutlich ausgeprägter als hierzulande. Auch wenn wir hier aufholen, besteht noch Verbesserungs-Bedarf.

Ich hoffe, dass die mediale Präsenz des Themas Unternehmensgründung hier ebenfalls Abhilfe schafft. Ein Beispiel ist die TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“, bei der übrigens auch schon Teilnehmer aus Augsburg überzeugt haben. Solche Formate können viel bewirken.

Am 25. Oktober treffen sich im Fujitsu Werk Augsburg Startups aus dem FinTec-Bereich. Welchen Stellenwert nimmt diese Szene ein?

Die FinTecs gehören sicherlich zu den spannendsten Startup-Szenen überhaupt. Sie agieren im Spannungsfeld zwischen verschiedenen gigantischen Möglichkeiten. Auf der einen Seite steht das Potential, das die Digitalisierung im Finanzsektor bietet. Andererseits ist gerade dieser Bereich hochgradig sensibel, die Kunden wollen auf Nummer sicher gehen.

Hinzu kommt, dass sich die ganze Branche in einer Umbruch-Phase befindet. Auf kurz oder lang wird dies dazu führen, dass sich der Finanz-Sektor stark verändert. Klassische Anbieter konkurrieren mit web-basierten Zahlungs-Systemen, Services und intelligenten Anlage-Software-Anbietern. Diese werden das Geschäft übernehmen, sofern sie nicht vorher von den traditionellen Anbietern gekauft werden.

Am 25. Oktober kommt also die bereits in anderen Großstädten sehr erfolgreiche Veranstaltung „Between the Towers“ zum ersten Mal nach Augsburg. Worin sehen Sie hier die Chance für die regionale Wirtschaft?

Im Vordergrund steht die intensive Vernetzung zwischen Startups, Investoren, Wirtschaft und Wissenschaft, aus  der Regional und überregional. Wichtig ist bei solchen Treffen auch, dass Hürden abgebaut werden und man die gemeinsamen Potenziale des digitalen Wandels erkennt und nutzt. Das hilft nicht nur dem Standort Augsburg im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit durch Neugründungen. Es hilft auch großen Firmen dabei, flexibler und kreativer zu denken. Diese Umwälzungen der althergebrachten Normen betreffen schließlich alle Wirtschaftszweige.

Auf welche Highlights dürfen sich die Teilnehmer von „Between the Towers“ bei Fujitsu freuen?

Auf einen regen Austausch sowie interessantes Netzwerken zwischen den einzelnen Teilnehmern. Der Veranstalter, die Main Incubator GmbH, hat sehr viel Erfahrung in der Ausrichtung dieser Meetings. Sie konzentriert sich dabei immer auf die bestmögliche Kopplung der Themen und Teilnehmer. Förderungswürdige Fintechs und Projekte werden vor Ort fit gemacht für die weiteren Schritte, die die Gründer gehen wollen. Außerdem bekommen alle Teilnehmer Einblicke in ein in Europa einmaliges IT-Werk, in dem hochmoderne Produktion, Entwicklung und Forschung Hand in Hand gehen. Dazu gehören auch Einblicke in neue Cloud Services, mit denen sie Marktrends wie „Platformification“ bewältigen können, die eine große Flexibilität voraussetzen. In der Keynote zum Thema „With K5 you can – Digitale Business Plattform im Finanzsektor“ geht Uwe Scheuber von Fujitsu auch auf Schlüssel-Architekturen ein: K5 ist die erste Cloud-Computing-Plattform, die eine nahtlose Integration traditioneller IT-Umgebungen in neue Cloud-basierte Technologien ermöglicht.

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