Digitale Medien

Interview: Stadtwerk am See will nicht mehr auf Filme verzichten

Bei gleich zwei Projekten setzt das Unternehmen auf Bewegtbilder und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Warum das Stadtwerk auf Smartphone-Kameras setzt und auch den Geschäftsbericht als Film verschickt, erklärt Sebastian Dix, Leiter der Unternehmenskommunikation, im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Herr Dix, warum setzt das Stadtwerk am See auf Filme als Informationsträger?

Sebastian Dix: Im Film kann man Fakten schneller auf den Punkt bringen und erklären, aber auch Emotionen besser transportieren. Unsere Ausbildungsberufe sind sehr vielseitig – wenn ich das erkläre, wird es ein ewig langer Text. Im Film kann ich es einfach zeigen. Und noch dazu sieht man, dass es den Azubis Spaß gemacht hat, ihn zu produzieren.

Für „Azubi@Work“ filmten die Auszubildenden mit dem Smartphone. Warum?

Zum einen: Weil das die einfachste, unkomplizierteste Art ist, Bewegtbild aufzunehmen. Unsere Azubis und Studenten machen das ja privat auch, da läuft ja keiner mit einer großen Kamera rum, um eine kurze Szene zu drehen und an Freunde zu verschicken. Und das soll man den Filmen auch gerne ansehen. Zum zweiten: Die Smartphone-Qualität ist für social-media-Kanäle völlig ausreichend. Wir drehen die Filme nicht für Cannes, sondern für ein junges Publikum. Die Ästhetik ist denen vertraut.

Welche Rolle spielen Soziale Medien bei der Fachkräftesuche?

Eine immer größere. Aber wir lernen hier auch noch. Durch die sozialen Medien werden Leute auf unsere Jobangebote aufmerksam. Die sozialen Medien sind aber auch Imagebringer – und ein gutes, innovatives und frisches Image hilft uns sehr bei der Mitarbeitersuche.

Für die „Bilanz zum Schmunzeln“ erhielt das Stadtwerk am See mehrere Design-Auszeichnungen. Welche Rolle spielt Design für ein Unternehmen?

Wir haben keine Designermöbel, wenn Sie das meinen (lacht). Die Designpreise sind eine tolle Bestätigung, dass wir hier – gemeinsam mit unserer Agentur Gessulat Gessulat – etwas Besonderes geschaffen haben. Es entspricht eben mehr der Lebenswelt, sich einen kurzen Film anzuschauen als einen langen Bericht zu lesen. Wichtiger aber ist: Die Designpreise zeigen, dass wir neue Wege gehen und innovativ sind – und das im Wettbewerb mit Weltkonzernen. Als Unternehmen in umkämpften Märkten ist das wichtig für uns.

Was schafft der digitale Bericht, was einer aus Papier nicht kann?

Er positioniert uns und schafft Interesse an unserem Unternehmen. Er transportiert leicht fasslich und auf witzige Art Infos über das STADTWERK AM SEE. Und übers Web können wir ihn natürlich viel leichter verbreiten. Früher haben wir 700 Geschäftsberichte aufwändig gedruckt und an Stakeholder, Behörden, Kollegen und Interessenten verschickt. Resonanz: null. Kosten und Ökologie: fragen Sie nicht! Und Hand aufs Herz: Wer – außer ein paar Bankern und Wirtschaftsprüfern – liest wirklich einen Geschäftsbericht?

Wird der digitale Jahresbericht von allen akzeptiert, oder gibt es auch Nachfragen nach der Papierversion?

Als wir 2013 den ersten Geschäftsbericht nur noch online gemacht haben, da meinte einer unserer Geschäftsführer: Aber für den Aufsichtsrat machen wir eine gedruckte Version! Aber das wäre entweder ein Riesen-Aufwand oder eine unansehnliche Ansammlung von Screenshots gewesen. Also haben wir es gelassen. Heute fragt außer den Banken niemand mehr nach einem gedruckten Bericht. Und die Rückmeldung der anderen Empfänger ist extrem positiv: „macht Spaß“, „super Idee und einfach genial“, „klasse Idee und sehr schön, anschaulich und liebevoll gestaltet“ – das sind ein paar Feedbacks. Das macht uns natürlich stolz.

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