Karl-Heinz Viets, swa

Wie reduziere ich den Stromverbrauch im Büro?

Was lässt sich, abgesehen vom Bezug von Ökostrom, schnell und einfach umsetzen, um die Energieversorgung nachhaltiger zu machen?

B4B-Leserin fragt:

Mit welchen Schritten (und in welcher Reihenfolge) geht man vor, um ein Büro bei der Energieversorgung nachhaltig zu machen? Die Art von Strom, die man bezieht, kann es allein ja wohl nicht sein.

Karl-Heinz Viets, unser Experte für Energiedienstleistungen von den swa, antwortet:

In der Tat ist die Entscheidung für eine nachhaltige Energieversorgung der erste Schritt, um schnell und umfassend Wirkung zu erzielen. Denn der Bezug von Energie aus regenerativen Quellen verkleinert unmittelbar den CO2-Fußabdruck des Büros. Dies wird sich, als Folge der steigenden CO2-Bepreisung, nicht nur in der Umweltbilanz bemerkbar machen, sondern auch in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Beleuchtung & Co. an den tatsächlichen Bedarf anpassen

Der zweite Schritt ist eine detaillierte Analyse der Stromverbraucher, die in diesem Büro angesiedelt sind. Heizung bzw. Klimaanlage sowie die Beleuchtung bieten hier in der Regel enormes Potenzial, um den Verbrauch zu senken und damit höhere Energieeffizienz herzustellen. Eine bedeutende Hebelwirkung kommt dabei intelligenten Nutzungskonzepten zu, dank derer sich Einstellungen „Pi mal Daumen“ auf den exakten Bedarf anpassen lassen. Dank punktgenauer elektronischer Messungen und Steuerungen ist dabei das „smart office“ dem „smart home“ sehr ähnlich.

Parallel dazu ist eine genaue Prüfung der installierten Technik empfehlenswert. In die Jahre gekommene Geräte und Anlagen verbrauchen nicht nur mehr Energie, weil sie aus einer Zeit stammen, als der Verbrauch noch weniger beachtet wurde. Sondern es ist auch bekannt, dass mit Abnutzung und Störungsanfälligkeit der Verbrauch wächst. Dazu gehören Drucker und Kopierer genauso wie Kaffeemaschinen und Kühlschränke. Klassische Beispiele für einen richtigen Effizienz-Sprung sind der Austausch von Neon-Beleuchtung gegen LED-Leuchtkörper und der Wechsel von gekühlten Wasserflaschen zu temperierten Tafelwasser-Anlagen.

Nicht zu unterschätzen: der Faktor Mensch

Zur technischen Komponente von Nachhaltigkeit kommt die menschliche: „Verbrauchssteuerung“ ist in der Regel auch Überzeugungsarbeit bei denen, die über die Nutzung der Energie entscheiden. Wer seinen Schreibtisch verlässt, sollte nicht nur der DSGVO zuliebe den „Ruhezustand“ am Monitor oder Rechner aktivieren – sondern auch, weil dadurch 50 Prozent weniger Strom gebraucht wird. Am Ende des Tages sollten Computer komplett ausgeschaltet werden – nicht auf „Standby“ – um auch die restlichen 50 Prozent zu sparen. Ein letzter Blick dorthin, wo Licht brennt, das keiner mehr benötigt, sollte ebenfalls selbstverständlich sein – oder gleich über Bewegungsmelder geregelt.

Nachhaltige Energie-Nutzung im Unternehmen, nicht nur im Büro, eignet sich hervorragend für einen Wettbewerb der Ideen. Die individuellen Verhältnisse lassen sich am besten dadurch adressieren, dass man das Knowhow der unmittelbaren Verbraucher abruft. Das Feintuning erledigen dann die Energieexperten.

Sie haben Rückfragen an Karl-Heinz Viets, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Mit welchen Schritten (und in welcher Reihenfolge) geht man vor, um ein Büro bei der Energieversorgung nachhaltig zu machen? Die Art von Strom, die man bezieht, kann es allein ja wohl nicht sein.

Karl-Heinz Viets, unser Experte für Energiedienstleistungen von den swa, antwortet:

In der Tat ist die Entscheidung für eine nachhaltige Energieversorgung der erste Schritt, um schnell und umfassend Wirkung zu erzielen. Denn der Bezug von Energie aus regenerativen Quellen verkleinert unmittelbar den CO2-Fußabdruck des Büros. Dies wird sich, als Folge der steigenden CO2-Bepreisung, nicht nur in der Umweltbilanz bemerkbar machen, sondern auch in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Beleuchtung & Co. an den tatsächlichen Bedarf anpassen

Der zweite Schritt ist eine detaillierte Analyse der Stromverbraucher, die in diesem Büro angesiedelt sind. Heizung bzw. Klimaanlage sowie die Beleuchtung bieten hier in der Regel enormes Potenzial, um den Verbrauch zu senken und damit höhere Energieeffizienz herzustellen. Eine bedeutende Hebelwirkung kommt dabei intelligenten Nutzungskonzepten zu, dank derer sich Einstellungen „Pi mal Daumen“ auf den exakten Bedarf anpassen lassen. Dank punktgenauer elektronischer Messungen und Steuerungen ist dabei das „smart office“ dem „smart home“ sehr ähnlich.

Parallel dazu ist eine genaue Prüfung der installierten Technik empfehlenswert. In die Jahre gekommene Geräte und Anlagen verbrauchen nicht nur mehr Energie, weil sie aus einer Zeit stammen, als der Verbrauch noch weniger beachtet wurde. Sondern es ist auch bekannt, dass mit Abnutzung und Störungsanfälligkeit der Verbrauch wächst. Dazu gehören Drucker und Kopierer genauso wie Kaffeemaschinen und Kühlschränke. Klassische Beispiele für einen richtigen Effizienz-Sprung sind der Austausch von Neon-Beleuchtung gegen LED-Leuchtkörper und der Wechsel von gekühlten Wasserflaschen zu temperierten Tafelwasser-Anlagen.

Nicht zu unterschätzen: der Faktor Mensch

Zur technischen Komponente von Nachhaltigkeit kommt die menschliche: „Verbrauchssteuerung“ ist in der Regel auch Überzeugungsarbeit bei denen, die über die Nutzung der Energie entscheiden. Wer seinen Schreibtisch verlässt, sollte nicht nur der DSGVO zuliebe den „Ruhezustand“ am Monitor oder Rechner aktivieren – sondern auch, weil dadurch 50 Prozent weniger Strom gebraucht wird. Am Ende des Tages sollten Computer komplett ausgeschaltet werden – nicht auf „Standby“ – um auch die restlichen 50 Prozent zu sparen. Ein letzter Blick dorthin, wo Licht brennt, das keiner mehr benötigt, sollte ebenfalls selbstverständlich sein – oder gleich über Bewegungsmelder geregelt.

Nachhaltige Energie-Nutzung im Unternehmen, nicht nur im Büro, eignet sich hervorragend für einen Wettbewerb der Ideen. Die individuellen Verhältnisse lassen sich am besten dadurch adressieren, dass man das Knowhow der unmittelbaren Verbraucher abruft. Das Feintuning erledigen dann die Energieexperten.

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