Dr. Michaela Simon, Dr. Simon & Partner

Wie gehe ich mit Mitarbeitern nach einer Corona-Erkrankung um?

Wer eine akute Covid-19-Erkrankung überstanden hat, gilt als genesen. Doch manche leiden noch Wochen oder Monate an den Folgen der Infektion. Das wirkt sich auch auf die Arbeit aus. Was kann ich als Unternehmer meinen Mitarbeitern nach einer Erkrankung zumuten?

B4B-Leser fragt:

„Wie gehe ich als Unternehmer mit wieder genesenen Mitarbeitern nach einer Coroana -Erkrankung um und wie viel ist zumutbar?“

Unsere Expertin für gesunde Personal- und Organisationsentwicklung, Dr. Michaela Simon, antwortet:

In der Corona-Berichterstattung geht es meist um Neuinfektionen und Verstorbene. Seltener wird noch über Genesene gesprochen, aber immer mehr Menschen klagen auch noch Wochen und Monate nach einer Infektion über Symptome.

Corona Spätfolgen (Long Covid) können lebenseinschränkend sein

Long Covid hat viele Gesichter. Betroffene berichten u.a. von chronischer Müdigkeit, Gelenk- und Gliederschmerzen, Konzentrationsschwächen, Einschränkung der Lungenfunktion und von einer enormen psychischen Belastung, die ein teilweiser Kontrollverlust über seinen Körper mit sich bringen kann.

Wir wissen zu wenig über das Virus und noch weniger über Spätfolgen

Über die Spätfolgen ist noch zu wenig bekannt, außer den Dingen, die in Krankenhäusern offensichtlich werden. Langzeitstudien werden logischerweise erst im Laufe der nächsten Jahre Licht ins Dunkel bringen.

Umso wichtiger ist es, dass die Betroffenen in guter medizinischer Betreuung sind und auch Rehamaßnahmen in Betracht ziehen, da Spezialkliniken die Folgen abmildern und ggf. auch heilen können.

Arbeitsplatzsicherheit ist wichtig

Mindestens genauso wichtig wie ein gutes soziales und medizinische Netzwerk ist die Sicherheit des Arbeitsplatzes und der Rückhalt im Unternehmen durch Vorgesetzte und Kollegen.

Deshalb ist es für Unternehmen sinnvoll, sich Strategien und Maßnahmen zu überlegen, wie sie mit Mitarbeitern umgehen, die wieder an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren wollen und können.

Erleichtern Sie den Wiedereinstieg mit Betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM)

Dazu müssen Sie das Rad nicht neu erfinden, sondern können auf ein Instrumentarium zurückgreifen, das die Wiedereingliederung von sogenannten Langzeiterkrankten gut regelt.

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist ein Verfahren, das Mitarbeitern den Einstieg erleichtern und einer erneuten Erkrankung vorbeugen soll.

Seit 2004 (gemäß § 167 Abs. 2 Satz 1SGB IX) ist das betriebliche Eingliederungsmanagement für alle Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben: Beschäftigte, die länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind, muss ein BEM-Verfahren bzw. BEM-Gespräche angeboten werden. Leider wird es derzeit nur ca. 50% der Berechtigten angeboten.

BEM kann für Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine WIN-WIN-Situation schaffen

Unternehmen schaffen mit dem Verfahren die Basis, dass ihre Mitarbeiter wieder gut und im richtigen Zeitrahmen arbeiten können. Mitarbeiter können (in der Regel mit einem Wiedereingliederungsplan ihres Arztes) in dem für sie richtigen Tempo wieder einsteigen.

Das kann mit wenigen Wochenstunden beginnen, sich langsam steigern und über mehrere Wochen erstrecken. Zu beachten ist, dass Mitarbeiter und Vorgesetzte/Kollegen ehrlich screenen, ob und welche Fortschritte oder auch Rückschritte erzielt werden.

BEM wirkt

Unternehmen, die ein gutes Verfahren eingeführt haben (im Sinne von vertraulich, durch eine unabhängige Person durchgeführt und gut kommuniziert) können mittelfristig oft einen Rückgang Ihrer Langzeitkranken verzeichnen, das Vertrauen der Mitarbeiter in die Fürsorgeabsicht des Unternehmens steigern und sogar BEM als präventives Instrument einsetzen.

BEM im Überblick

BEM macht auch für kleine Unternehmen Sinn

Insbesondere kleine Unternehmen scheuen sich oft BEM einzuführen, weil es sich für „ein paar Mitarbeiter nicht lohnt, zu aufwendig und /oder zu teuer ist“.

Auch hier gibt es gute Angebote der gesetzlichen Krankenkassen, der deutschen Rentenversicherung und von qualifizierten Experten. Prüfen Sie selbst oder lassen Sie sich beraten, welche Lösung für Ihr Unternehmen passt.

BEM ist für alle Unternehmen unabhängig von ihrer Mitarbeiterzahl Pflicht. Machen Sie aus dieser Pflicht eine Kür und nutzen Sie dieses Instrument für eine gesunde Personalentwicklung in Ihrem Unternehmen.

Sie haben Rückfragen an Dr. Michaela Simon, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Dr. Michaela Simon, Dr. Simon & Partner

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Wer eine akute Covid-19-Erkrankung überstanden hat, gilt als genesen. Doch manche leiden noch Wochen oder Monate an den Folgen der Infektion. Das wirkt sich auch auf die Arbeit aus. Was kann ich als Unternehmer meinen Mitarbeitern nach einer Erkrankung zumuten?

B4B-Leser fragt:

„Wie gehe ich als Unternehmer mit wieder genesenen Mitarbeitern nach einer Coroana -Erkrankung um und wie viel ist zumutbar?“

Unsere Expertin für gesunde Personal- und Organisationsentwicklung, Dr. Michaela Simon, antwortet:

In der Corona-Berichterstattung geht es meist um Neuinfektionen und Verstorbene. Seltener wird noch über Genesene gesprochen, aber immer mehr Menschen klagen auch noch Wochen und Monate nach einer Infektion über Symptome.

Corona Spätfolgen (Long Covid) können lebenseinschränkend sein

Long Covid hat viele Gesichter. Betroffene berichten u.a. von chronischer Müdigkeit, Gelenk- und Gliederschmerzen, Konzentrationsschwächen, Einschränkung der Lungenfunktion und von einer enormen psychischen Belastung, die ein teilweiser Kontrollverlust über seinen Körper mit sich bringen kann.

Wir wissen zu wenig über das Virus und noch weniger über Spätfolgen

Über die Spätfolgen ist noch zu wenig bekannt, außer den Dingen, die in Krankenhäusern offensichtlich werden. Langzeitstudien werden logischerweise erst im Laufe der nächsten Jahre Licht ins Dunkel bringen.

Umso wichtiger ist es, dass die Betroffenen in guter medizinischer Betreuung sind und auch Rehamaßnahmen in Betracht ziehen, da Spezialkliniken die Folgen abmildern und ggf. auch heilen können.

Arbeitsplatzsicherheit ist wichtig

Mindestens genauso wichtig wie ein gutes soziales und medizinische Netzwerk ist die Sicherheit des Arbeitsplatzes und der Rückhalt im Unternehmen durch Vorgesetzte und Kollegen.

Deshalb ist es für Unternehmen sinnvoll, sich Strategien und Maßnahmen zu überlegen, wie sie mit Mitarbeitern umgehen, die wieder an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren wollen und können.

Erleichtern Sie den Wiedereinstieg mit Betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM)

Dazu müssen Sie das Rad nicht neu erfinden, sondern können auf ein Instrumentarium zurückgreifen, das die Wiedereingliederung von sogenannten Langzeiterkrankten gut regelt.

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist ein Verfahren, das Mitarbeitern den Einstieg erleichtern und einer erneuten Erkrankung vorbeugen soll.

Seit 2004 (gemäß § 167 Abs. 2 Satz 1SGB IX) ist das betriebliche Eingliederungsmanagement für alle Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben: Beschäftigte, die länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind, muss ein BEM-Verfahren bzw. BEM-Gespräche angeboten werden. Leider wird es derzeit nur ca. 50% der Berechtigten angeboten.

BEM kann für Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine WIN-WIN-Situation schaffen

Unternehmen schaffen mit dem Verfahren die Basis, dass ihre Mitarbeiter wieder gut und im richtigen Zeitrahmen arbeiten können. Mitarbeiter können (in der Regel mit einem Wiedereingliederungsplan ihres Arztes) in dem für sie richtigen Tempo wieder einsteigen.

Das kann mit wenigen Wochenstunden beginnen, sich langsam steigern und über mehrere Wochen erstrecken. Zu beachten ist, dass Mitarbeiter und Vorgesetzte/Kollegen ehrlich screenen, ob und welche Fortschritte oder auch Rückschritte erzielt werden.

BEM wirkt

Unternehmen, die ein gutes Verfahren eingeführt haben (im Sinne von vertraulich, durch eine unabhängige Person durchgeführt und gut kommuniziert) können mittelfristig oft einen Rückgang Ihrer Langzeitkranken verzeichnen, das Vertrauen der Mitarbeiter in die Fürsorgeabsicht des Unternehmens steigern und sogar BEM als präventives Instrument einsetzen.

BEM im Überblick

BEM macht auch für kleine Unternehmen Sinn

Insbesondere kleine Unternehmen scheuen sich oft BEM einzuführen, weil es sich für „ein paar Mitarbeiter nicht lohnt, zu aufwendig und /oder zu teuer ist“.

Auch hier gibt es gute Angebote der gesetzlichen Krankenkassen, der deutschen Rentenversicherung und von qualifizierten Experten. Prüfen Sie selbst oder lassen Sie sich beraten, welche Lösung für Ihr Unternehmen passt.

BEM ist für alle Unternehmen unabhängig von ihrer Mitarbeiterzahl Pflicht. Machen Sie aus dieser Pflicht eine Kür und nutzen Sie dieses Instrument für eine gesunde Personalentwicklung in Ihrem Unternehmen.

Sie haben Rückfragen an Dr. Michaela Simon, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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