Dr. Matthias Walter, Blue Advisory GmbH

„Wie Business Intelligence im Unternehmen aufbauen?“

B4B-Leser fragen, unsere Branchenexperten aus der Region antworten: Unternehmen setzen immer stärker auf datengetriebene Entscheidungen, um erfolgreicher Ineffizienzen in den eigenen Betrieben aufzudecken und zu beseitigen. Business Intelligence (BI) soll dabei helfen, diese Daten zu ermitteln. Lohnt es sich da eigene Kompetenzen aufzubauen oder externe Dienstleister zu beauftragen? Dr. Matthias Walter argumentiert für eine Mischform und gibt Tipps, die Unternehmen in jedem Fall bei der Einführung von BI Systemen berücksichtigen sollten.

Wir erleben in der unternehmerischen Entscheidungsfindung seit längerer Zeit einen Wandel. Es geht weg von reinen Bauchentscheidungen hin zu datenbasierten, voraussehenden und agilen Entscheidungen. Business Intelligence (BI) hilft dabei, datengetriebene Entscheidungen zu treffen. Mit diesen Tools können aber auch Geschäftsprozesse optimiert und Wettbewerbsvorteile generiert werden. Darüber hinaus können BI-Systeme auch helfen, Markttrends zu bestimmen und bislang unbekannte Muster in Ihren Daten zu erkennen. Kurzum: Mithilfe von BI können Sie aus vorhandenen Informationen neues Wissen generieren.

Doch lohnt es sich, eigene Kompetenzen in diesem Bereich aufzubauen oder ist es effizienter externe Dienstleister zu beauftragen? Bei der Beantwortung dieser Frage sollte zunächst unterschieden werden, ob Sie sich die Frage in Bezug auf die technische oder fachliche Seite stellen. In beiden Fällen können Sie zusätzlich differenzieren zwischen einer Initialphase (fachliche Konzeption / technische Implementierung) und dem laufenden Betrieb (Datenanalysen / technische Betreuung).

Technische Einführung mit externen Partnern

Im Rahmen der technischen Implementierung der BI-Lösung Ihrer Wahl (egal, ob es sich dabei um Microsoft Power BI, die SAP Analytics Cloud, QlikView o.ä. handelt) empfehle ich Ihnen, einen externen Partner heranzuziehen. Diese sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und werden Sie beim initialen Aufbau der Berichtsstrukturen und Anbindung der benötigten Daten unterstützen (Tipp: Schauen Sie sich bei der Auswahl des Systems mehrere Alternativen an – nur wer mehrere Schokoladen probiert, kann sagen, welche am besten schmeckt). Auch später im laufenden Betrieb ist es sicherlich von Vorteil, wenn Sie für die technische Administration einen Partner an der Hand haben – sorgen Sie aber gleichzeitig dafür, dass Sie ein gewisses Basis-Know-how bei sich im Haus haben (bspw. in der IT, im Controlling, in einem eigenen „Data Lab“ o.ä.), um nicht für jede noch so kleine technische Anforderung einen externen Partner zu benötigen.

Betrachten wir nun die fachliche Komponente. Im Rahmen der Konzeptionsphase empfehle ich Ihnen ebenfalls, auf externes Know-how zu setzen. Ich habe selbst schon die Erfahrung gemacht, dass es zielführend sein kann, einen anderen Blick auf beispielsweise Ihre Daten, Reports, Auswertungen zu bekommen, als Sie ihn selbst haben. Hierdurch eröffnen sich gegebenenfalls neue Perspektiven, was Sie aus Ihren Daten alles machen können. Im Idealfall durchbrechen Sie vielleicht auch die eine oder andere etablierte Struktur (bspw. Wandel hin zu vermehrt zukunftsorientierten Berichten anstatt reiner Beschreibung der Vergangenheit und des Istzustands).

Nicht vergessen: Internes Know-how aufbauen

Gleichwohl sollten Sie im Rahmen der fachlichen Konzeption schon verstärkt internes Know-how aufbauen und dafür sorgen, dass die Experten, die später mit den Daten arbeiten sollen (bspw. Controller, Data Scientists) eng an die Materie herangeführt werden. Dieses „strategische Wissen“ sollte bestenfalls bei Ihnen im Haus liegen – wenngleich es durchaus legitim ist, einen externen Partner auch später bei sehr spezifischen Analysen zu Rate zu ziehen.

Kurzum: Bei der technischen Komponente der Fragestellung empfehle ich Ihnen so viel nach extern zu verlagern wie möglich und so wenig Ressourcen wie möglich im Haus zu bündeln. Bei der fachlichen Komponente empfehle ich Ihnen genau das Gegenteil. Eine pauschale 0-1-Antwort gibt es hier aber nicht und sollte vom Einzelfall abhängig gemacht werden.

Sie haben Rückfragen an unseren Experten Dr. Matthias Walter, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Wir erleben in der unternehmerischen Entscheidungsfindung seit längerer Zeit einen Wandel. Es geht weg von reinen Bauchentscheidungen hin zu datenbasierten, voraussehenden und agilen Entscheidungen. Business Intelligence (BI) hilft dabei, datengetriebene Entscheidungen zu treffen. Mit diesen Tools können aber auch Geschäftsprozesse optimiert und Wettbewerbsvorteile generiert werden. Darüber hinaus können BI-Systeme auch helfen, Markttrends zu bestimmen und bislang unbekannte Muster in Ihren Daten zu erkennen. Kurzum: Mithilfe von BI können Sie aus vorhandenen Informationen neues Wissen generieren.

Doch lohnt es sich, eigene Kompetenzen in diesem Bereich aufzubauen oder ist es effizienter externe Dienstleister zu beauftragen? Bei der Beantwortung dieser Frage sollte zunächst unterschieden werden, ob Sie sich die Frage in Bezug auf die technische oder fachliche Seite stellen. In beiden Fällen können Sie zusätzlich differenzieren zwischen einer Initialphase (fachliche Konzeption / technische Implementierung) und dem laufenden Betrieb (Datenanalysen / technische Betreuung).

Technische Einführung mit externen Partnern

Im Rahmen der technischen Implementierung der BI-Lösung Ihrer Wahl (egal, ob es sich dabei um Microsoft Power BI, die SAP Analytics Cloud, QlikView o.ä. handelt) empfehle ich Ihnen, einen externen Partner heranzuziehen. Diese sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und werden Sie beim initialen Aufbau der Berichtsstrukturen und Anbindung der benötigten Daten unterstützen (Tipp: Schauen Sie sich bei der Auswahl des Systems mehrere Alternativen an – nur wer mehrere Schokoladen probiert, kann sagen, welche am besten schmeckt). Auch später im laufenden Betrieb ist es sicherlich von Vorteil, wenn Sie für die technische Administration einen Partner an der Hand haben – sorgen Sie aber gleichzeitig dafür, dass Sie ein gewisses Basis-Know-how bei sich im Haus haben (bspw. in der IT, im Controlling, in einem eigenen „Data Lab“ o.ä.), um nicht für jede noch so kleine technische Anforderung einen externen Partner zu benötigen.

Betrachten wir nun die fachliche Komponente. Im Rahmen der Konzeptionsphase empfehle ich Ihnen ebenfalls, auf externes Know-how zu setzen. Ich habe selbst schon die Erfahrung gemacht, dass es zielführend sein kann, einen anderen Blick auf beispielsweise Ihre Daten, Reports, Auswertungen zu bekommen, als Sie ihn selbst haben. Hierdurch eröffnen sich gegebenenfalls neue Perspektiven, was Sie aus Ihren Daten alles machen können. Im Idealfall durchbrechen Sie vielleicht auch die eine oder andere etablierte Struktur (bspw. Wandel hin zu vermehrt zukunftsorientierten Berichten anstatt reiner Beschreibung der Vergangenheit und des Istzustands).

Nicht vergessen: Internes Know-how aufbauen

Gleichwohl sollten Sie im Rahmen der fachlichen Konzeption schon verstärkt internes Know-how aufbauen und dafür sorgen, dass die Experten, die später mit den Daten arbeiten sollen (bspw. Controller, Data Scientists) eng an die Materie herangeführt werden. Dieses „strategische Wissen“ sollte bestenfalls bei Ihnen im Haus liegen – wenngleich es durchaus legitim ist, einen externen Partner auch später bei sehr spezifischen Analysen zu Rate zu ziehen.

Kurzum: Bei der technischen Komponente der Fragestellung empfehle ich Ihnen so viel nach extern zu verlagern wie möglich und so wenig Ressourcen wie möglich im Haus zu bündeln. Bei der fachlichen Komponente empfehle ich Ihnen genau das Gegenteil. Eine pauschale 0-1-Antwort gibt es hier aber nicht und sollte vom Einzelfall abhängig gemacht werden.

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