Dipl.-Ing. Peter Kragler, Kragler Immobilien

„Welche Vorteile habe ich als Ankermieter?“

Wer schnell ist und einen Großteil eines neu entstehenden Gewerbebaus beziehen will, kann noch einiges bei der Gestaltung der Immobile mitsprechen – und womöglich sogar einen besseren Mietvertrag aushandeln.

B4B-Leserin fragt:

Welche Aussagekraft hat es, „Ankermieter“ zu sein – und wie weit bringt dies vorteilhafte Einflussnahmen bzw. Gestaltungsmöglichkeiten mit sich?

Peter Kragler von Kragler Immobilien, Experte für Immobilienfragen, antwortet:

Zunächst eine kurze Begriffserklärung: der Ankermieter ist in der Regel einer der Hauptmieter eines Gewerbegebäudes.

Wenn sich ein Ankermieter für ein Gebäude interessiert, hat er einen großen Vorteil gegenüber späteren Mietern. Denn er kann maßgeblichen Einfluss auf das Objekt ausüben. Entscheidend ist aber, zu welchem Zeitpunkt der Ankermieter aktiv wird. In der frühen Phase können noch Wünsche geäußert werden, zum Beispiel wie Fenster aussehen sollen, oder wie die Außenfassade gestaltet werden soll. 

Ankermieter können bei der Ausstattung mitbestimmen

Dazu hat der Ankermieter auch noch maßgeblichen Einfluss auf die Stellplätze beziehungsweise auf die Tiefgaragenpositionen einer neuen Gewerbeimmobilie. Konkret heißt das, er kann bei der Planung Einfluss auf verschieden Aspekte nehmen: Wo genau möchte ich meine Tiefgarage haben? Möchte ich sie möglicherweise sogar separieren? Möglicherweise auf einer eigenen Ebene? Oder möchte ich meine eigenen Plätze durch eine eigene Schranke abgetrennt haben?  

Was ebenfalls schon frühzeitig für Ankermieter umgesetzt werden kann, sind Fragen nach der Ausstattung. Vorteilhaft ist hier, wenn ein Unternehmer bereits vorab weiß, was er braucht. Das kann etwa eine Sprinkleranlage sein, oder die passenden Beleuchtungsvorrichtungen. Im Gebäude kann außerdem schon vorab abgeklärt werden, wo etwa (Ab)Wasseranschlüsse benötigt werden.  

Doch auch das Thema Werbung ist nicht unerheblich. Ein Ankermieter kann seine Werbung größer anbringen, oder seine Präsenz besser durch farbliche Aspekte, Beleuchtung oder Stelen gestalten.  

Mietverträge werden für Ankermieter oft speziell gestaltet

Ein ganz anderer Themenbereich ist dagegen der Mietvertrag. Aber auch hier können Ankermieter ihren Einfluss geltend machen. Hier rate ich potenziellen Ankermietern, ihre Vorteile geschickt zu nutzen. Denn Vermieter sind daran interessiert zum möglichst frühen Zeitpunkt den Mietvertrag zu unterzeichen, um die eigene Finanzierung abzusichern. Jetzt müssen Unternehmer die Stellschrauben beachten, die den Mietvertrag möglichst vorteilhaft machen. Die maßgeblichen zwei Punkte heißen dabei „Mietpreis“ und „Laufzeit“. Vermieter möchten Ankermieter möglichst lange binden. Ankermieter können aber möglicherweise eine kürzere Mietzeit mit entsprechenden Optionen aushandeln. Hier kann es zum Beispiel auch darum gehen, ob der Mietvertrag indiziert wird, oder ob der Mietvertrag eine Staffelmiete enthält. Wird die Miete etwa an einen bestimmten Index gehängt, kann verhandelt werden, wie dieser ausgeführt wird – vom Zeitraster bis zur eigentlichen Höhe.  

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B4B-Leserin fragt:

Welche Aussagekraft hat es, „Ankermieter“ zu sein – und wie weit bringt dies vorteilhafte Einflussnahmen bzw. Gestaltungsmöglichkeiten mit sich?

Peter Kragler von Kragler Immobilien, Experte für Immobilienfragen, antwortet:

Zunächst eine kurze Begriffserklärung: der Ankermieter ist in der Regel einer der Hauptmieter eines Gewerbegebäudes.

Wenn sich ein Ankermieter für ein Gebäude interessiert, hat er einen großen Vorteil gegenüber späteren Mietern. Denn er kann maßgeblichen Einfluss auf das Objekt ausüben. Entscheidend ist aber, zu welchem Zeitpunkt der Ankermieter aktiv wird. In der frühen Phase können noch Wünsche geäußert werden, zum Beispiel wie Fenster aussehen sollen, oder wie die Außenfassade gestaltet werden soll. 

Ankermieter können bei der Ausstattung mitbestimmen

Dazu hat der Ankermieter auch noch maßgeblichen Einfluss auf die Stellplätze beziehungsweise auf die Tiefgaragenpositionen einer neuen Gewerbeimmobilie. Konkret heißt das, er kann bei der Planung Einfluss auf verschieden Aspekte nehmen: Wo genau möchte ich meine Tiefgarage haben? Möchte ich sie möglicherweise sogar separieren? Möglicherweise auf einer eigenen Ebene? Oder möchte ich meine eigenen Plätze durch eine eigene Schranke abgetrennt haben?  

Was ebenfalls schon frühzeitig für Ankermieter umgesetzt werden kann, sind Fragen nach der Ausstattung. Vorteilhaft ist hier, wenn ein Unternehmer bereits vorab weiß, was er braucht. Das kann etwa eine Sprinkleranlage sein, oder die passenden Beleuchtungsvorrichtungen. Im Gebäude kann außerdem schon vorab abgeklärt werden, wo etwa (Ab)Wasseranschlüsse benötigt werden.  

Doch auch das Thema Werbung ist nicht unerheblich. Ein Ankermieter kann seine Werbung größer anbringen, oder seine Präsenz besser durch farbliche Aspekte, Beleuchtung oder Stelen gestalten.  

Mietverträge werden für Ankermieter oft speziell gestaltet

Ein ganz anderer Themenbereich ist dagegen der Mietvertrag. Aber auch hier können Ankermieter ihren Einfluss geltend machen. Hier rate ich potenziellen Ankermietern, ihre Vorteile geschickt zu nutzen. Denn Vermieter sind daran interessiert zum möglichst frühen Zeitpunkt den Mietvertrag zu unterzeichen, um die eigene Finanzierung abzusichern. Jetzt müssen Unternehmer die Stellschrauben beachten, die den Mietvertrag möglichst vorteilhaft machen. Die maßgeblichen zwei Punkte heißen dabei „Mietpreis“ und „Laufzeit“. Vermieter möchten Ankermieter möglichst lange binden. Ankermieter können aber möglicherweise eine kürzere Mietzeit mit entsprechenden Optionen aushandeln. Hier kann es zum Beispiel auch darum gehen, ob der Mietvertrag indiziert wird, oder ob der Mietvertrag eine Staffelmiete enthält. Wird die Miete etwa an einen bestimmten Index gehängt, kann verhandelt werden, wie dieser ausgeführt wird – vom Zeitraster bis zur eigentlichen Höhe.  

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