Armin Schöpke, FAS AG

Welche Alternativen zum klassischen Bankkredit gibt es?

Es muss nicht immer der klassische Bankkredit sein. Unternehmern stehen Alternativen wie Factoring, Leasing, aber auch neue Lösungsansätze wie Finetrading oder Dept-Fonds zur Verfügung. Die Möglichkeiten im Überblick.

B4B-Leserin fragt:

Meine Hausbank hat mir den Kredit für eine dringend benötigte Investition in meinen Maschinenpark verweigert. Habe ich andere Möglichkeiten, um an die finanziellen Mittel zu kommen?

Unser Experte für Mergers & Acquisitions, Armin Schöpke, Senior Manager bei der FAS AG, antwortet:

Auch wenn Banken auf Grund der derzeitigen Negativzinsthematik einen gewissen Druck verspüren, Kredite auch außerhalb der üblichen Bonitätsraster zu vergeben, um Verwahrentgelte bei der EZB zu vermeiden, sehen sich dennoch viele Unternehmer vor der Herausforderung, dass ihnen ihre Hausbank keinen bzw. keinen weiteren Kredit gewähren möchte.

Dies muss kein Drama sein, sondern kann vielmehr die Initialzündung dafür sein, sich mit Alternativen zum klassischen Bankdarlehen zu beschäftigen.

Klassische Alternativen: Leasing oder Factoring

Im Markt seit vielen Jahren etabliert ist die Optimierung der Liquiditätssituation durch Leasing oder Factoring. Durch die Nutzung von Leasing bzw. Mietkauf wandeln Sie eine hohe Einmalzahlung in monatliche Raten um. Die so freigesetzte Liquidität kann für andere Zwecke verwendet werden. Die dann regelmäßig anfallende Rate inkl. Verzinsung müssen Sie selbstverständlich in Ihrer weiteren Finanzplanung berücksichtigen.

Auch Factoring verbessert umgehend Ihre Liquiditätssituation, da Sie Forderungen an das Factoring-Unternehmen verkaufen und Sie so das Ihren Kunden gewährte Zahlungsziel nicht abwarten müssen. Hierbei gilt es zu beachten, dass sich die sogenannte Auszahlungs-Quote – also der tatsächliche Auszahlungsbetrag je Forderung – üblicherweise zwischen 80 Prozent und maximal 90 Prozent des Rechnungsbetrags bewegt.

Neue Lösungsansätze: Finetrading

Eine weitere, weniger bekannte Alternative zur Optimierung Ihres Working Capital ist die Einkaufsfinanzierung über das so genannte Finetrading. Hierbei bestellt der Finetrader die Waren für Sie und gewährt Ihnen ein Zahlungsziel von bis zu 120 Tagen.

Alternative Kreditgeber: Mezzanine-Fonds oder Private Debt Fonds

Nicht zuletzt hat sich in Deutschland in den letzten Jahren der Markt alternativer Kreditgeber wie beispielsweise Mezzanine-Fonds oder Private Debt Fonds zusehends entwickelt und professionalisiert. Typischerweise haben diese Kreditgeber einen Fonds-Hintergrund und sind daher deutlich flexibler als Banken hinsichtlich z.B. Beleihungsauslauf und Besicherung. So können Sie sich z.B. über ein Nachrangdarlehen die notwendige finanzielle Bewegungsfreiheit verschaffen.

Alternativen in der M&A-Finanzierung

Auch wenn es um die Finanzierung von M&A-Transaktionen geht, kommen immer öfter Debt Fonds ins Spiel. Sie gewähren deutlich höhere EBITDA-Multiplikatoren als Banken, bei denen typischerweise etwa das 4-fache des EBITDA das Maximum der Akquisitionsfinanzierung darstellt. Debt Fonds gewähren hier entweder Mezzanine Kapital, um die Lücke zum gewünschten Eigenkapitaleinsatz zu schließen, oder übernehmen sogar die gesamte Finanzierung. Diese höhere Flexibilität in der Gestaltung der Finanzierung spiegelt sich in höheren Risikoprämien und somit höheren Zinssätzen als bei klassischen Bankkrediten. In der höchsten Risikoklasse, z.B. bei einem sehr hohen Finanzierungsauslauf, kann die Verzinsung sogar eine Eigenkapitalkomponente enthalten – den sogenannten Equity Kicker. Dieser Equity Kicker kann entweder aus einer Wandlung eines Teils des Darlehens in Unternehmensanteile oder einer Zinskomponente, die sich an der Entwicklung des Unternehmenswertes orientiert, bestehen.

Fazit: Es gibt passende Alternativen zum klassischen Bankkredit

Es gibt eine Vielzahl von Alternativen zum klassischen Bankkredit. Welche dieser Alternativen für Sie die passenden sind, hängt zum einen von Ihrer Bonität, zum anderen aber auch insbesondere von Ihrem Geschäftsmodell bzw. dem zu finanzierenden Vorhaben ab.

Sie haben Rückfragen an M&A-Experten Armin Schöpke von der FAS AG, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Armin Schöpke, FAS AG

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B4B-Leserin fragt:

Meine Hausbank hat mir den Kredit für eine dringend benötigte Investition in meinen Maschinenpark verweigert. Habe ich andere Möglichkeiten, um an die finanziellen Mittel zu kommen?

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Auch wenn Banken auf Grund der derzeitigen Negativzinsthematik einen gewissen Druck verspüren, Kredite auch außerhalb der üblichen Bonitätsraster zu vergeben, um Verwahrentgelte bei der EZB zu vermeiden, sehen sich dennoch viele Unternehmer vor der Herausforderung, dass ihnen ihre Hausbank keinen bzw. keinen weiteren Kredit gewähren möchte.

Dies muss kein Drama sein, sondern kann vielmehr die Initialzündung dafür sein, sich mit Alternativen zum klassischen Bankdarlehen zu beschäftigen.

Klassische Alternativen: Leasing oder Factoring

Im Markt seit vielen Jahren etabliert ist die Optimierung der Liquiditätssituation durch Leasing oder Factoring. Durch die Nutzung von Leasing bzw. Mietkauf wandeln Sie eine hohe Einmalzahlung in monatliche Raten um. Die so freigesetzte Liquidität kann für andere Zwecke verwendet werden. Die dann regelmäßig anfallende Rate inkl. Verzinsung müssen Sie selbstverständlich in Ihrer weiteren Finanzplanung berücksichtigen.

Auch Factoring verbessert umgehend Ihre Liquiditätssituation, da Sie Forderungen an das Factoring-Unternehmen verkaufen und Sie so das Ihren Kunden gewährte Zahlungsziel nicht abwarten müssen. Hierbei gilt es zu beachten, dass sich die sogenannte Auszahlungs-Quote – also der tatsächliche Auszahlungsbetrag je Forderung – üblicherweise zwischen 80 Prozent und maximal 90 Prozent des Rechnungsbetrags bewegt.

Neue Lösungsansätze: Finetrading

Eine weitere, weniger bekannte Alternative zur Optimierung Ihres Working Capital ist die Einkaufsfinanzierung über das so genannte Finetrading. Hierbei bestellt der Finetrader die Waren für Sie und gewährt Ihnen ein Zahlungsziel von bis zu 120 Tagen.

Alternative Kreditgeber: Mezzanine-Fonds oder Private Debt Fonds

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Alternativen in der M&A-Finanzierung

Auch wenn es um die Finanzierung von M&A-Transaktionen geht, kommen immer öfter Debt Fonds ins Spiel. Sie gewähren deutlich höhere EBITDA-Multiplikatoren als Banken, bei denen typischerweise etwa das 4-fache des EBITDA das Maximum der Akquisitionsfinanzierung darstellt. Debt Fonds gewähren hier entweder Mezzanine Kapital, um die Lücke zum gewünschten Eigenkapitaleinsatz zu schließen, oder übernehmen sogar die gesamte Finanzierung. Diese höhere Flexibilität in der Gestaltung der Finanzierung spiegelt sich in höheren Risikoprämien und somit höheren Zinssätzen als bei klassischen Bankkrediten. In der höchsten Risikoklasse, z.B. bei einem sehr hohen Finanzierungsauslauf, kann die Verzinsung sogar eine Eigenkapitalkomponente enthalten – den sogenannten Equity Kicker. Dieser Equity Kicker kann entweder aus einer Wandlung eines Teils des Darlehens in Unternehmensanteile oder einer Zinskomponente, die sich an der Entwicklung des Unternehmenswertes orientiert, bestehen.

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Es gibt eine Vielzahl von Alternativen zum klassischen Bankkredit. Welche dieser Alternativen für Sie die passenden sind, hängt zum einen von Ihrer Bonität, zum anderen aber auch insbesondere von Ihrem Geschäftsmodell bzw. dem zu finanzierenden Vorhaben ab.

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