Jörn Steinhauer, alphasystems

„Was muss ich jetzt digitalisieren und was kann warten?“

B4B-Leser fragen, unsere Branchenexperten aus der Region antworten: „Man hört immer wieder ,Die komplette Digitalisierung wird es nicht geben.‘ In welchem Unternehmensbereich kann man sich eigentlich am meisten Zeit lassen, ohne etwas zu riskieren?“ Das weiß Jörn Steinhauer, unser Experte für Prozessdigitalisierung.

In welchem Unternehmensbereich man sich am meisten Zeit lassen kann, ohne etwas zu riskieren? Hart formuliert: Eigentlich in keinem. Das Problem ist aktuell, dass alle auf der Suche nach disruptiven Geschäftsmodellen sind. Diese werden gepusht und massiv in den Markt gebracht. Dabei kann sich keine Branche und kein Unternehmensbereich sicher fühlen. Die Beispiele der vergangenen Jahre zeigen deutlich, dass die Disruption durch alle Branchen geht.

Es gibt natürlich Bereiche im Unternehmen, die schon seit Jahren mit digitalen Systemen arbeiten und bei denen das Thema „Digitalisierung“ auf einer ganz anderen Ebene abläuft. So haben sehr viele Firmen im Bereich Finanzen bereits Softwaresysteme im Einsatz, Schnittstellen zu DATEV, o.ä. Hier sind die Aufgaben einer Digitalisierung natürlich ganz andere und eher auf das Thema „Finetuning“ ausgerichtet, als auf eine komplette Umstellung.

Wer die Digitalisierung verschläft, kann Kunden verlieren

Zudem stellt sich häufig weniger die Frage, was man riskieren kann, sondern eher, wie schnell man von den anderen überholt wird. An dieser Stelle ist der Prozess häufig sehr „schleichend“. Eines Tages ist der Kunde dann halt beim Mitbewerber, weil der „viel innovativer und moderner ist“.

Die Digitalisierung trifft alle Unternehmensbereiche gleichermaßen, denn am Ende des Tages funktioniert Digitalisierung nur, wenn vom Posteingang bis zum Warenausgang der Prozess auch digital und störungsfrei läuft – und das ist am Ende ja auch Sinn und Zweck dieser ganzen Transformation.

Es gilt aber auch folgendes zu Bedenken: Der digitale Wandel ist kein Prozess mit einem klaren Anfang und Ende. Es ist vielmehr ein kulturelles Umdenken, das kontinuierliche Innovationen, Anpassungen und Optimierungen mit sich bringt und seine Zeit braucht.

Es gibt nicht die EINE Digitalisierung

Denn wenn man vom digitalen Wandel spricht, muss klar sein, dass dieser Wandel auch für jedes Unternehmen anders aussieht. Ein Startup hat sicher andere Bedingungen, um sich zu digitalisieren als ein alteingesessenes Unternehmen, das nicht mal eben neu anfangen kann, sondern auf bestehende Infrastruktur und Prozesse aufsetzen muss.

Die begeisterte, sofortige und komplette Digitalisierung wird gerne in den Wirtschaftsmagazinen und in den Social-Media-Kanälen propagiert – und in der Außenkommunikation ist jeder hip, innovativ, disruptiv, digital, bereit für den Wandel und besitzt Entdeckergeist.

Doch in der harten Realität der Unternehmen geht das nicht so einfach. Wer in seinem Unternehmen gerade über verschiedene Unternehmensbereiche hinweg digitalisieren will, der muss alle Stakeholder ins Boot holen und die Mehrwerte erklären. Das gilt für die Unternehmensleitung, die IT, Legal, Finance, HR, Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen.

Ein mühsamer aber lohnender Prozess

Das aber ist ein mühsamer Prozess der Zeit braucht: Es ist mühsam, den aktuellen Status zu prüfen. Es ist mühsam, neue Prozesse und Strategien zu entwickeln und überzeugend in den Unternehmensbereichen zu positionieren. Es ist mühsam, technologische Lösungen zu definieren, auszuwählen und zu implementieren. Es ist mühsam, neue Prozesse oder Technologien zu erlernen. Es ist mühsam, neue Konzepte und vielleicht sogar völlig neue Philosophien in die Köpfe der Mitarbeiter und auch Kunden zu bekommen.

All das kostet Zeit, Ressourcen und sehr viel Geduld. Und nicht jeder Unternehmensbereich freut sich über Veränderung oder kann diese mit entsprechendem Elan und positiver Energie umsetzen.

Daher unser Tipp: Interessante Bereiche definieren, bei denen mit überschaubarem Aufwand schnell ein Digitalisierungsprozess umgesetzt werden kann und dann für die anderen (Unternehmens)Bereiche Abhängigkeiten prüfen und die Transformationsschritte priorisieren.

Sie haben Rückfragen an unseren Experten für Prozessdigitalisierung Jörn Steinhauer, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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In welchem Unternehmensbereich man sich am meisten Zeit lassen kann, ohne etwas zu riskieren? Hart formuliert: Eigentlich in keinem. Das Problem ist aktuell, dass alle auf der Suche nach disruptiven Geschäftsmodellen sind. Diese werden gepusht und massiv in den Markt gebracht. Dabei kann sich keine Branche und kein Unternehmensbereich sicher fühlen. Die Beispiele der vergangenen Jahre zeigen deutlich, dass die Disruption durch alle Branchen geht.

Es gibt natürlich Bereiche im Unternehmen, die schon seit Jahren mit digitalen Systemen arbeiten und bei denen das Thema „Digitalisierung“ auf einer ganz anderen Ebene abläuft. So haben sehr viele Firmen im Bereich Finanzen bereits Softwaresysteme im Einsatz, Schnittstellen zu DATEV, o.ä. Hier sind die Aufgaben einer Digitalisierung natürlich ganz andere und eher auf das Thema „Finetuning“ ausgerichtet, als auf eine komplette Umstellung.

Wer die Digitalisierung verschläft, kann Kunden verlieren

Zudem stellt sich häufig weniger die Frage, was man riskieren kann, sondern eher, wie schnell man von den anderen überholt wird. An dieser Stelle ist der Prozess häufig sehr „schleichend“. Eines Tages ist der Kunde dann halt beim Mitbewerber, weil der „viel innovativer und moderner ist“.

Die Digitalisierung trifft alle Unternehmensbereiche gleichermaßen, denn am Ende des Tages funktioniert Digitalisierung nur, wenn vom Posteingang bis zum Warenausgang der Prozess auch digital und störungsfrei läuft – und das ist am Ende ja auch Sinn und Zweck dieser ganzen Transformation.

Es gilt aber auch folgendes zu Bedenken: Der digitale Wandel ist kein Prozess mit einem klaren Anfang und Ende. Es ist vielmehr ein kulturelles Umdenken, das kontinuierliche Innovationen, Anpassungen und Optimierungen mit sich bringt und seine Zeit braucht.

Es gibt nicht die EINE Digitalisierung

Denn wenn man vom digitalen Wandel spricht, muss klar sein, dass dieser Wandel auch für jedes Unternehmen anders aussieht. Ein Startup hat sicher andere Bedingungen, um sich zu digitalisieren als ein alteingesessenes Unternehmen, das nicht mal eben neu anfangen kann, sondern auf bestehende Infrastruktur und Prozesse aufsetzen muss.

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Doch in der harten Realität der Unternehmen geht das nicht so einfach. Wer in seinem Unternehmen gerade über verschiedene Unternehmensbereiche hinweg digitalisieren will, der muss alle Stakeholder ins Boot holen und die Mehrwerte erklären. Das gilt für die Unternehmensleitung, die IT, Legal, Finance, HR, Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen.

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Das aber ist ein mühsamer Prozess der Zeit braucht: Es ist mühsam, den aktuellen Status zu prüfen. Es ist mühsam, neue Prozesse und Strategien zu entwickeln und überzeugend in den Unternehmensbereichen zu positionieren. Es ist mühsam, technologische Lösungen zu definieren, auszuwählen und zu implementieren. Es ist mühsam, neue Prozesse oder Technologien zu erlernen. Es ist mühsam, neue Konzepte und vielleicht sogar völlig neue Philosophien in die Köpfe der Mitarbeiter und auch Kunden zu bekommen.

All das kostet Zeit, Ressourcen und sehr viel Geduld. Und nicht jeder Unternehmensbereich freut sich über Veränderung oder kann diese mit entsprechendem Elan und positiver Energie umsetzen.

Daher unser Tipp: Interessante Bereiche definieren, bei denen mit überschaubarem Aufwand schnell ein Digitalisierungsprozess umgesetzt werden kann und dann für die anderen (Unternehmens)Bereiche Abhängigkeiten prüfen und die Transformationsschritte priorisieren.

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