Karl-Heinz Viets, swa

Wärmepumpen: „Einbau auch in Altbauten möglich?“

B4B-Leser fragen, unsere Branchenexperten aus der Region antworten: „Ist es eigentlich möglich, Wärmepumpen auch in Altbauten einzubauen und die Vorteile mitzunehmen, ohne dass man große Risiken eingeht?“ Unser Experte für Energiedienstleistungen, Karl-Heinz Viets, Abteilungsleiter bei den Stadtwerken Augsburg (swa), gibt Antwort.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat hierzu gerade eine Untersuchung durchgeführt. Aus gutem Grund, denn viele Immobilienbesitzer stellen sich die gleiche Frage. Sie sehen ja selbst: 2019 entschieden sich 46 Prozent der Gebäudeeigentümer für eine Wärmepumpe zur Bereitstellung von Heizwärme und Warmwasser. In neuen Häusern sorgen sie effizient und damit ökologisch für Wärme. Ob sie auch in älteren Wohngebäuden genügend Wärme liefern und Kohlendioxid-Emissionen einsparen, dazu lagen lange keine systematisch ermittelten Erkenntnisse vor.

Wärmepumpen laufen zuverlässig

Mit der Ungewissheit ist nun Schluss. „Die Wärmepumpen in unserem Forschungsprojekt liefern die gewünschte Wärme zuverlässig, es gab kaum Betriebsstörungen“, sagt Dr. Marek Miara, Koordinator Wärmepumpen am Fraunhofer ISE. „Offensichtliche Fehler bei der Installation oder Parametrierung der Regler traten im Vergleich zu früheren Feldtests deutlich seltener auf. Dies ist auch auf den Zuwachs von Know-how bei Herstellern und Installateuren in den letzten zehn bis 15 Jahren zurückzuführen.“ Dennoch bestehe weiteres Verbesserungspotenzial, etwa durch weitere Qualitätssicherungsmaßnahmen bei Installation und Betrieb, unterstützt durch Möglichkeiten der Digitalisierung.

Nichtsdestotrotz: Die Nutzung von Wärmepumpen im Gebäudebestand ist kein Selbstläufer. „Ein erfolgreicher Betrieb hängt nicht nur von der Qualität und Effizienz der Wärmepumpe ab, sondern vor allem auch von äußeren Faktoren“, betont Miara. „Dazu gehört vor allem das energetische Niveau des Gebäudes und das installierte Wärmeübergabesystem.“ Das Alter des Gebäudes ist nach den im Projekt erhobenen Daten nicht relevant. Auch ein Umstieg auf Flächenheizsysteme ist nicht zwangsläufig erforderlich, da die Ergebnisse zeigen, dass auch Heizkörper mit vergleichsweise geringen Temperaturen betrieben wurden. Auf dem Markt werden inzwischen Heizkörper angeboten, die bei gleichem Platzbedarf wesentlich geringere Heizkreistemperaturen benötigen. „Der Gesamterfolg hängt von einer guten Planung und sorgfältigen Installation ab“, resümiert Miara. Heizungsinstallateuren und Planern komme dabei eine zentrale Rolle zu, so der Forscher.

Wärmepumpen im Altbestand? Eine Einzelfallbetrachtung

Aus unserer Erfahrung empfiehlt sich gerade bei Bestandsgebäuden eine genaue Prüfung der individuellen Gegebenheiten im Vorfeld. Das betrifft sowohl die Qualität der Wärmequelle als auch eine mögliche Lärmentwicklung. Gerade in älteren Bauten lauern hier Fallstricke, weil das Umfeld nicht von vorneherein auf solche technischen Installationen vorbereitet wurde, sondern nachträglich angepasst werden muss.

Sie haben Rückfragen an Karl-Heinz Viets, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat hierzu gerade eine Untersuchung durchgeführt. Aus gutem Grund, denn viele Immobilienbesitzer stellen sich die gleiche Frage. Sie sehen ja selbst: 2019 entschieden sich 46 Prozent der Gebäudeeigentümer für eine Wärmepumpe zur Bereitstellung von Heizwärme und Warmwasser. In neuen Häusern sorgen sie effizient und damit ökologisch für Wärme. Ob sie auch in älteren Wohngebäuden genügend Wärme liefern und Kohlendioxid-Emissionen einsparen, dazu lagen lange keine systematisch ermittelten Erkenntnisse vor.

Wärmepumpen laufen zuverlässig

Mit der Ungewissheit ist nun Schluss. „Die Wärmepumpen in unserem Forschungsprojekt liefern die gewünschte Wärme zuverlässig, es gab kaum Betriebsstörungen“, sagt Dr. Marek Miara, Koordinator Wärmepumpen am Fraunhofer ISE. „Offensichtliche Fehler bei der Installation oder Parametrierung der Regler traten im Vergleich zu früheren Feldtests deutlich seltener auf. Dies ist auch auf den Zuwachs von Know-how bei Herstellern und Installateuren in den letzten zehn bis 15 Jahren zurückzuführen.“ Dennoch bestehe weiteres Verbesserungspotenzial, etwa durch weitere Qualitätssicherungsmaßnahmen bei Installation und Betrieb, unterstützt durch Möglichkeiten der Digitalisierung.

Nichtsdestotrotz: Die Nutzung von Wärmepumpen im Gebäudebestand ist kein Selbstläufer. „Ein erfolgreicher Betrieb hängt nicht nur von der Qualität und Effizienz der Wärmepumpe ab, sondern vor allem auch von äußeren Faktoren“, betont Miara. „Dazu gehört vor allem das energetische Niveau des Gebäudes und das installierte Wärmeübergabesystem.“ Das Alter des Gebäudes ist nach den im Projekt erhobenen Daten nicht relevant. Auch ein Umstieg auf Flächenheizsysteme ist nicht zwangsläufig erforderlich, da die Ergebnisse zeigen, dass auch Heizkörper mit vergleichsweise geringen Temperaturen betrieben wurden. Auf dem Markt werden inzwischen Heizkörper angeboten, die bei gleichem Platzbedarf wesentlich geringere Heizkreistemperaturen benötigen. „Der Gesamterfolg hängt von einer guten Planung und sorgfältigen Installation ab“, resümiert Miara. Heizungsinstallateuren und Planern komme dabei eine zentrale Rolle zu, so der Forscher.

Wärmepumpen im Altbestand? Eine Einzelfallbetrachtung

Aus unserer Erfahrung empfiehlt sich gerade bei Bestandsgebäuden eine genaue Prüfung der individuellen Gegebenheiten im Vorfeld. Das betrifft sowohl die Qualität der Wärmequelle als auch eine mögliche Lärmentwicklung. Gerade in älteren Bauten lauern hier Fallstricke, weil das Umfeld nicht von vorneherein auf solche technischen Installationen vorbereitet wurde, sondern nachträglich angepasst werden muss.

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