Viktor Peters, Kloepfel Corporate Finance GmbH

Unternehmenswert berechnen: Was ist meine Firma wert?

Sie wollen Ihr Unternehmen verkaufen? So können Sie den Wert Ihres Unternehmens berechnen.

B4B-Leser fragt:

„Wie kann ich den Wert meines Unternehmens im Zuge des Verkaufsprozess bestimmen?“

Unser M&A-Experte Viktor Peters von Kloepfel Corporate Finance GmbH antwortet:

Es gibt eine Vielzahl an Bewertungsmethoden, um den Unternehmenswert zu bestimmen, unter anderem das Substanzwert-, Ertragswert-, Discounted Cashflow- oder Vergleichswertverfahren. Unternehmenswerte sind subjektiv und spiegeln die Interessen des Bewerters wider. Die Bewertungsmethoden variieren bezüglich des verfolgten Ansatzes und ihrer Detailtiefe, was in einer Bandbreite potenzieller Unternehmenswerte resultiert. Daher ist es üblich, verschiedene Bewertungsmethoden oder eine Mischform aus mehreren Methoden zu nutzen, um einen vollumfänglichen Überblick zu erhalten. Zu den am weitesten verbreiteten Bewertungsmethoden für Unternehmens-Transaktionen gehören das Vergleichswertverfahren und das Discounted Cashflow-Verfahren (DCF).

Unternehmensbewertung auf Vergleichsbasis

Die Multiplikatorenverfahren nutzen die Bewertungen börsennotierter Wettbewerber sowie Kaufpreise vergangener M&A-Transaktionen derselben Branche, um Umsatz-, EBITDA- und EBIT-Multiplikatoren abzuleiten. Diese Verfahren sind besonders bei Praktikern beliebt, da sie einfache und schnelle Methoden zur Bestimmung marktüblicher Bewertungen darstellen. Hierbei wird der Umsatz, das EBITDA oder EBIT des Unternehmens mit den durchschnittlichen Transaktions- oder Börsenmultiplikator multipliziert.

Bei einem deutschen Unternehmen aus der industriellen Produktion mit einem Umsatz von 30,0 Millionen Euro und einem EBITDA von 3,0 Millionen Euro würden sich dann über die vergangenen 3 Jahre Umsatz- und EBITDA-Transaktionsmultiplikatoren von 1,1x und 10,8x ergeben. Dies ergibt einen Unternehmenswert von 33,0 Millionen Euro auf Basis des Umsatzes und 32,4 Millionen Euro auf Basis des EBITDAs. Wenn das Unternehmen bei gleichem Umsatz und EBITDA in einer anderen Branche tätig wäre, läge der Unternehmenswert bei den folgenden Werten:

Allerdings muss besonders auf eine adäquate Auswahl von passenden Referenzunternehmen und Referenztransaktionen geachtet werden. Vergleiche sind nur sinnvoll, wenn die Unternehmen ähnlich groß sind, in einer vergleichbaren Branche operieren und in etwa ähnliche Margen- und Wachstumsprofile aufzeigen.

Das Discounted Cashflow-Verfahren

Das DCF-Verfahren berechnet den Unternehmenswert anhand von zukünftigen Zahlungsüberschüssen - sogenannte Free-Cashflows zur Ausschüttung an die Gesellschafter oder Schuldenrückzahlung - zum gewünschten Stichtag. Die erwarteten Free-Cashflows werden zunächst für eine Detailphase von 3 bis 7 Jahren entsprechend der Unternehmensplanung ermittelt. Anschließend wird ein Restwert des Unternehmens zum Ende des Planungshorizonts ermittelt, welcher häufig mit einer ewigen Rente bestimmt wird. Die ewige Rente ist ein dauerhafter Zahlungsstrom mit einem gleichbleibenden Wachstum. Anschließend werden die Free-Cashflows in den Perioden der Detailphase und der Ewigen Rente mit einem Abzinsungsfaktor (sog. WAAC, Weighted Average Cost of Capital) abgezinst, um die Barwerte zu erhalten, da 100 Euro heute mehr Wert sind als 100 Euro in einem Jahr. Der Abzinsungsfaktor spiegelt dabei die Mindestrenditen von Eigenkapital und Fremdkapital wider.

Ein Unternehmen, welches in diesen und den kommenden drei Jahren Free-Cashflows von 3,2 Millionen Euro, 3,1 Millionen Euro, 3,3 Millionen Euro und 3,4 Millionen Euro hat, hätte mit einem WACC-Zins von 10 Prozent und einem ewigen Wachstum von 1 Prozent dementsprechend einen Unternehmenswert von 40,0 Millionen Euro:

Obwohl das DCF-Verfahren für sämtliche Unternehmen nutzbar ist, erfordert es eine hohe Detailtiefe und reagiert sensibel auf kleine Veränderungen. Eine plausible Vorhersage der Cashflows (für einen Zeitraum von 3-7 Jahren) sowie korrekte Bestimmung des Abzinsungsfaktors (WACC) ist deshalb wesentlich. Bei einer konkreten Berechnung helfen Ihnen gerne ihr Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer sowie das Team von Kloepfel Corporate Finance.

Fazit

Die eine richtige Bewertungsmethode bei Unternehmensverkauf gibt es aufgrund der Subjektivität von Unternehmenswerten nicht. Jedes Bewertungsverfahren bietet spezifische Vor- und Nachteile. Daher werden beim Verkaufsprozess in der Regel mehrere Verfahren zur Unternehmensbewertung angewandt, um ein möglichst valides Ergebnis zu erhalten.

Sollten Sie an einer Indikation interessiert sein, bietet Ihnen der Unternehmenswertrechner auf unserer Homepage ohne großen Aufwand die Möglichkeit, den Wert Ihres Unternehmens zu ermitteln.

Sie haben Rückfragen an unseren M&A-Experten Viktor Peters, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Unser M&A-Experte Viktor Peters von Kloepfel Corporate Finance GmbH antwortet:

Es gibt eine Vielzahl an Bewertungsmethoden, um den Unternehmenswert zu bestimmen, unter anderem das Substanzwert-, Ertragswert-, Discounted Cashflow- oder Vergleichswertverfahren. Unternehmenswerte sind subjektiv und spiegeln die Interessen des Bewerters wider. Die Bewertungsmethoden variieren bezüglich des verfolgten Ansatzes und ihrer Detailtiefe, was in einer Bandbreite potenzieller Unternehmenswerte resultiert. Daher ist es üblich, verschiedene Bewertungsmethoden oder eine Mischform aus mehreren Methoden zu nutzen, um einen vollumfänglichen Überblick zu erhalten. Zu den am weitesten verbreiteten Bewertungsmethoden für Unternehmens-Transaktionen gehören das Vergleichswertverfahren und das Discounted Cashflow-Verfahren (DCF).

Unternehmensbewertung auf Vergleichsbasis

Die Multiplikatorenverfahren nutzen die Bewertungen börsennotierter Wettbewerber sowie Kaufpreise vergangener M&A-Transaktionen derselben Branche, um Umsatz-, EBITDA- und EBIT-Multiplikatoren abzuleiten. Diese Verfahren sind besonders bei Praktikern beliebt, da sie einfache und schnelle Methoden zur Bestimmung marktüblicher Bewertungen darstellen. Hierbei wird der Umsatz, das EBITDA oder EBIT des Unternehmens mit den durchschnittlichen Transaktions- oder Börsenmultiplikator multipliziert.

Bei einem deutschen Unternehmen aus der industriellen Produktion mit einem Umsatz von 30,0 Millionen Euro und einem EBITDA von 3,0 Millionen Euro würden sich dann über die vergangenen 3 Jahre Umsatz- und EBITDA-Transaktionsmultiplikatoren von 1,1x und 10,8x ergeben. Dies ergibt einen Unternehmenswert von 33,0 Millionen Euro auf Basis des Umsatzes und 32,4 Millionen Euro auf Basis des EBITDAs. Wenn das Unternehmen bei gleichem Umsatz und EBITDA in einer anderen Branche tätig wäre, läge der Unternehmenswert bei den folgenden Werten:

Allerdings muss besonders auf eine adäquate Auswahl von passenden Referenzunternehmen und Referenztransaktionen geachtet werden. Vergleiche sind nur sinnvoll, wenn die Unternehmen ähnlich groß sind, in einer vergleichbaren Branche operieren und in etwa ähnliche Margen- und Wachstumsprofile aufzeigen.

Das Discounted Cashflow-Verfahren

Das DCF-Verfahren berechnet den Unternehmenswert anhand von zukünftigen Zahlungsüberschüssen - sogenannte Free-Cashflows zur Ausschüttung an die Gesellschafter oder Schuldenrückzahlung - zum gewünschten Stichtag. Die erwarteten Free-Cashflows werden zunächst für eine Detailphase von 3 bis 7 Jahren entsprechend der Unternehmensplanung ermittelt. Anschließend wird ein Restwert des Unternehmens zum Ende des Planungshorizonts ermittelt, welcher häufig mit einer ewigen Rente bestimmt wird. Die ewige Rente ist ein dauerhafter Zahlungsstrom mit einem gleichbleibenden Wachstum. Anschließend werden die Free-Cashflows in den Perioden der Detailphase und der Ewigen Rente mit einem Abzinsungsfaktor (sog. WAAC, Weighted Average Cost of Capital) abgezinst, um die Barwerte zu erhalten, da 100 Euro heute mehr Wert sind als 100 Euro in einem Jahr. Der Abzinsungsfaktor spiegelt dabei die Mindestrenditen von Eigenkapital und Fremdkapital wider.

Ein Unternehmen, welches in diesen und den kommenden drei Jahren Free-Cashflows von 3,2 Millionen Euro, 3,1 Millionen Euro, 3,3 Millionen Euro und 3,4 Millionen Euro hat, hätte mit einem WACC-Zins von 10 Prozent und einem ewigen Wachstum von 1 Prozent dementsprechend einen Unternehmenswert von 40,0 Millionen Euro:

Obwohl das DCF-Verfahren für sämtliche Unternehmen nutzbar ist, erfordert es eine hohe Detailtiefe und reagiert sensibel auf kleine Veränderungen. Eine plausible Vorhersage der Cashflows (für einen Zeitraum von 3-7 Jahren) sowie korrekte Bestimmung des Abzinsungsfaktors (WACC) ist deshalb wesentlich. Bei einer konkreten Berechnung helfen Ihnen gerne ihr Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer sowie das Team von Kloepfel Corporate Finance.

Fazit

Die eine richtige Bewertungsmethode bei Unternehmensverkauf gibt es aufgrund der Subjektivität von Unternehmenswerten nicht. Jedes Bewertungsverfahren bietet spezifische Vor- und Nachteile. Daher werden beim Verkaufsprozess in der Regel mehrere Verfahren zur Unternehmensbewertung angewandt, um ein möglichst valides Ergebnis zu erhalten.

Sollten Sie an einer Indikation interessiert sein, bietet Ihnen der Unternehmenswertrechner auf unserer Homepage ohne großen Aufwand die Möglichkeit, den Wert Ihres Unternehmens zu ermitteln.

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