Thomas Kratzer, Kratzer Personalberatung

Recruiting: „Warum springen Bewerber nach Interviews ab?“

B4B-Leser fragen, unsere Branchenexperten aus der Region antworten: „Wir erleben in letzter Zeit häufiger, dass gute Bewerber, die wir einstellen wollten, nach Vorstellungsgesprächen absagen. Woran liegt das und wie können wir das künftig verhindern?“ Die Antwort kennt Thomas Kratzer, unser Experte für Recruiting.

Das Thema „War for Talents“ ist im Recruiting in aller Munde. In vielen Branchen sind die Zeiten vorbei, in denen sich Unternehmen die besten Bewerber herauspicken. Immer häufiger kommt es vor, dass Kandidaten nach den Interviews oder direkt vor Vertragsabschluss abspringen.

Der konkrete Grund, aus dem Kandidaten abspringen, ist immer abhängig vom Einzelfall. Es gibt aber einige Begründungen, die Kandidaten immer wieder angeben, wenn es um das Warum ihrer Absage geht.

Das Auswahlverfahren dauert zu lange

Geschwindigkeit ist bei den besonders begehrten Fach- und Führungskräften alles. Ist der Bewerbungsprozess langwierig, nehmen sie ein anderes Angebot an. Gibt es zu viele Gesprächsrunden mit einem Arbeitgeber, zu wenig, oder gar kein Feedback, entscheiden sie sich für einen anderen Job.

Gehaltsvorstellungen oder Aufgabenbereiche passen nicht

Erhalten Kandidaten von Unternehmen ein nicht marktgerechtes Gehaltsangebot oder gehen die Vorstellungen direkt zu Beginn zu weit auseinander, springen sie schnell ab. Stellenausschreibungen beschönigen zudem oft ungeliebte Aufgaben im ausgeschriebenen Job und entsprechen nicht zu 100 Prozent der Realität. So sollen mehr Bewerber angelockt werden. Stellt der Kandidat im Interview aber die richtigen Fragen, fällt die Flunkerei schnell auf. Das führt dazu, dass Kandidaten sich gegen den Arbeitgeber entscheiden.

Interner Prozess und Interviewführung liegt im Argen

Auch der interne Prozess kann ein Grund dafür sein, dass Kandidaten absagen. Wurde die Vorauswahl richtig getroffen? Wie war das Gespräch selbst? Auf Augenhöhe oder eher wie ein Verhör? Vielleicht war schon an den Fragen des Kandidaten zu erkennen, dass er kritisch eingestellt ist. War seine Mimik und Gestik eher abweisend oder uninteressiert? Haben Sie das nur zur Kenntnis genommen oder empathisch darauf reagiert?

Absagegründe direkt erfragen

Bei einer kandidatenseitigen Absage können Sie in einem abschließenden Telefonat nachfragen, warum er sich gegen die Stelle entschieden hat. Fragen Sie direkt: „Was hätten wir tun müssen, damit Sie sich anders entschieden hätten?“ Vielleicht ist es sogar noch möglich, den Kandidaten umzustimmen. Wenn nicht, lernen Sie aus den Antworten und verbessern Sie sich stetig.

Was können Unternehmen nun tun, damit Bewerber nicht vorzeitig abspringen? Hier einige Anregungen wie häufig Absagen vermieden werden.

Einstellungsprozess beschleunigen

Auch, wenn das im ersten Moment vielleicht unmöglich klingt: Ihr Einstellungsprozess sollte vom Bewerbungseingang bis zur Entscheidung maximal 3 Wochen dauern. Mit einem Bewerbermanagementsystem und einem organisierten und strukturierten Auswahlprozess gelingt das.

Empathie und Spontanität führen zum Erfolg

Klären Sie offene Fragen und Unstimmigkeiten sofort im Gespräch. Achten Sie darauf, dass das Interview tatsächlich immer ein Gespräch auf Augenhöhe ist. Fragen Sie ruhig direkt nach, ob das Jobangebot auf Zustimmung stößt und ob sich der Kandidat für Ihr Unternehmen entscheiden würde, wenn Sie ihm zusagen. Im Optimalfall geben Sie Ihre Entscheidung direkt nach dem Interview bekannt und legen bereits einen Entwurf für einen Arbeitsvertrag vor. Warten Sie nicht auf bessere Kandidaten.

Wie steht es um Ihre Arbeitgeberattraktivität?

Prüfen Sie Bewertungsportale wie „kununu“ oder „Glassdoor“. Dort können Kandidaten Ihren Bewerbungsprozess bewerten und Kritikpunkte aufzeigen. Oft finden Sie hier bereits Ansatzpunkte was Sie verbessern können. Reagieren Sie nicht nur auf gute, sondern auch auf schlechte Bewertungen. Wenn der Kandidat sich lobend über Ihren Einstellungsprozess äußert, animieren Sie ihn eine Rezension bei den einschlägigen Portalen abzugeben. Das stärkt Ihre Wahrnehmung als attraktiver Arbeitgeber und hilft Ihnen bei künftigen Stellenbesetzungen.

Sie haben Rückfragen an unseren Experten Thomas Kratzer, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Thomas Kratzer, Kratzer Personalberatung

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Das Thema „War for Talents“ ist im Recruiting in aller Munde. In vielen Branchen sind die Zeiten vorbei, in denen sich Unternehmen die besten Bewerber herauspicken. Immer häufiger kommt es vor, dass Kandidaten nach den Interviews oder direkt vor Vertragsabschluss abspringen.

Der konkrete Grund, aus dem Kandidaten abspringen, ist immer abhängig vom Einzelfall. Es gibt aber einige Begründungen, die Kandidaten immer wieder angeben, wenn es um das Warum ihrer Absage geht.

Das Auswahlverfahren dauert zu lange

Geschwindigkeit ist bei den besonders begehrten Fach- und Führungskräften alles. Ist der Bewerbungsprozess langwierig, nehmen sie ein anderes Angebot an. Gibt es zu viele Gesprächsrunden mit einem Arbeitgeber, zu wenig, oder gar kein Feedback, entscheiden sie sich für einen anderen Job.

Gehaltsvorstellungen oder Aufgabenbereiche passen nicht

Erhalten Kandidaten von Unternehmen ein nicht marktgerechtes Gehaltsangebot oder gehen die Vorstellungen direkt zu Beginn zu weit auseinander, springen sie schnell ab. Stellenausschreibungen beschönigen zudem oft ungeliebte Aufgaben im ausgeschriebenen Job und entsprechen nicht zu 100 Prozent der Realität. So sollen mehr Bewerber angelockt werden. Stellt der Kandidat im Interview aber die richtigen Fragen, fällt die Flunkerei schnell auf. Das führt dazu, dass Kandidaten sich gegen den Arbeitgeber entscheiden.

Interner Prozess und Interviewführung liegt im Argen

Auch der interne Prozess kann ein Grund dafür sein, dass Kandidaten absagen. Wurde die Vorauswahl richtig getroffen? Wie war das Gespräch selbst? Auf Augenhöhe oder eher wie ein Verhör? Vielleicht war schon an den Fragen des Kandidaten zu erkennen, dass er kritisch eingestellt ist. War seine Mimik und Gestik eher abweisend oder uninteressiert? Haben Sie das nur zur Kenntnis genommen oder empathisch darauf reagiert?

Absagegründe direkt erfragen

Bei einer kandidatenseitigen Absage können Sie in einem abschließenden Telefonat nachfragen, warum er sich gegen die Stelle entschieden hat. Fragen Sie direkt: „Was hätten wir tun müssen, damit Sie sich anders entschieden hätten?“ Vielleicht ist es sogar noch möglich, den Kandidaten umzustimmen. Wenn nicht, lernen Sie aus den Antworten und verbessern Sie sich stetig.

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Empathie und Spontanität führen zum Erfolg

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