Fabian Losch, CHARRIER RAPP & LIEBAU

Plagiatsverfolgung: Wie komme ich Nachahmern auf die Spur?

Fabian Losch, Patentingenieur bei CHARRIER RAPP & LIEBAU
Sie kosten viel Geld, können das Image ruinieren oder im schlimmsten Fall Menschen verletzen: Plagiate. Doch wie kommt man den Nachahmern professionell auf die Spur?

B4B-Leserin fragt:

„Bisher stoßen wir eher nach dem Zufallsprinzip auf Plagiate unserer Produkte. Kann man das professionalisieren? Welche Möglichkeiten gibt es hier?“

Unser Experte für Patent- und Markenfragen, Fabian Losch von CHARRIER RAPP & LIEBAU, antwortet:

Auch Nachahmer müssen ihre Produkte am Markt platzieren. Generell ist es daher ratsam, die für die eigenen Produkte relevanten Vertriebskanäle laufend zu überwachen. Nicht nur für technische Investitions-, sondern auch für Konsumgüter können einschlägige Fachmessen und Verbrauchermessen besucht werden. Gegen Nachahmer kann gegebenenfalls unmittelbar im Rahmen einer einstweiligen Verfügung vorgegangen werden, dies setzt aber eine fundierte Kenntnis des eigenen Schutzrechtsportfolios und anwaltliche Begleitung voraus.

Ankaufen von Waren der Wettbewerber

Um Verletzungen technischer Schutzrechte aufzudecken, unterhalten nicht wenige Unternehmen eigene Benchmark-Abteilungen, die Wettbewerberprodukte regelmäßig aufkaufen und ­ – neben technischen Eigenschaften – auch auf Schutzrechtsverletzungen untersuchen. Vergleichbare Abteilungen existieren in vielen Unternehmen auch für das Aufspüren von Markenfälschungen – insbesondere für Massenartikel wie Modeartikel oder Ersatzteile – die über sehr unterschiedliche Vertriebskanäle wie bekannte Internetplattformen, soziale Netzwerke oder Onlineshops vertrieben werden.

Diesbezüglich bieten sich automatische Internetsuchen an, die im einfachsten Falle kostenlos über eine Schlagwortsuche über Google-Alert oder – zumeist kostenpflichtig – über Crawler-Dienste realisiert werden können. Daneben existieren auch auf Plagiatsaufdeckung spezialisierte Dienstleister.

Plagiatshotline für Kunden

Möglich ist es auch, die eigene Kundschaft mit einzubinden und beispielsweise eine Plagiatshotline oder einen Kontakt auf der Website zur Verfügung zu stellen, über welche vermutete Verstöße gemeldet werden können. Um den Kunden die Identifikation von Fälschungen zu erleichtern, setzen immer mehr Firmen dabei auf den Einbau von sicht- oder unsichtbaren Sicherheitsmerkmalen und Herkunftskennzeichnungen wie überprüfbare Produkt-IDs oder fälschungssichere Siegel.

Antrag auf Beschlagnahmung an den Grenzen

Schließlich können über die deutschen Zollstellen und/oder die europäischen Behörden Anträge auf Beschlagnahme rechtsverletzender Güter an den Grenzen gestellt werden. Entsprechende Anträge sind kostenlos, geschützte Waren sollten aber für eine effektive Nutzung dieses Instruments von den Zollstellen einfach identifizierbar sein.

Grundvoraussetzung für ein Vorgehen gegen Nachahmer ist, dass die eigenen Produkte durch Schutzrechte entsprechend abgesichert sind. Da Nachahmungen grundsätzlich nicht verboten sind, sollte das eigene Produktportfolio durch die Anmeldung von Patenten, Marken oder Designs strategisch geplant und frühzeitig abgesichert werden.

Sie haben Rückfragen an Patentexperte Fabian Losch, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Plagiatsverfolgung: Wie komme ich Nachahmern auf die Spur?

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Sie kosten viel Geld, können das Image ruinieren oder im schlimmsten Fall Menschen verletzen: Plagiate. Doch wie kommt man den Nachahmern professionell auf die Spur?

B4B-Leserin fragt:

„Bisher stoßen wir eher nach dem Zufallsprinzip auf Plagiate unserer Produkte. Kann man das professionalisieren? Welche Möglichkeiten gibt es hier?“

Unser Experte für Patent- und Markenfragen, Fabian Losch von CHARRIER RAPP & LIEBAU, antwortet:

Auch Nachahmer müssen ihre Produkte am Markt platzieren. Generell ist es daher ratsam, die für die eigenen Produkte relevanten Vertriebskanäle laufend zu überwachen. Nicht nur für technische Investitions-, sondern auch für Konsumgüter können einschlägige Fachmessen und Verbrauchermessen besucht werden. Gegen Nachahmer kann gegebenenfalls unmittelbar im Rahmen einer einstweiligen Verfügung vorgegangen werden, dies setzt aber eine fundierte Kenntnis des eigenen Schutzrechtsportfolios und anwaltliche Begleitung voraus.

Ankaufen von Waren der Wettbewerber

Um Verletzungen technischer Schutzrechte aufzudecken, unterhalten nicht wenige Unternehmen eigene Benchmark-Abteilungen, die Wettbewerberprodukte regelmäßig aufkaufen und ­ – neben technischen Eigenschaften – auch auf Schutzrechtsverletzungen untersuchen. Vergleichbare Abteilungen existieren in vielen Unternehmen auch für das Aufspüren von Markenfälschungen – insbesondere für Massenartikel wie Modeartikel oder Ersatzteile – die über sehr unterschiedliche Vertriebskanäle wie bekannte Internetplattformen, soziale Netzwerke oder Onlineshops vertrieben werden.

Diesbezüglich bieten sich automatische Internetsuchen an, die im einfachsten Falle kostenlos über eine Schlagwortsuche über Google-Alert oder – zumeist kostenpflichtig – über Crawler-Dienste realisiert werden können. Daneben existieren auch auf Plagiatsaufdeckung spezialisierte Dienstleister.

Plagiatshotline für Kunden

Möglich ist es auch, die eigene Kundschaft mit einzubinden und beispielsweise eine Plagiatshotline oder einen Kontakt auf der Website zur Verfügung zu stellen, über welche vermutete Verstöße gemeldet werden können. Um den Kunden die Identifikation von Fälschungen zu erleichtern, setzen immer mehr Firmen dabei auf den Einbau von sicht- oder unsichtbaren Sicherheitsmerkmalen und Herkunftskennzeichnungen wie überprüfbare Produkt-IDs oder fälschungssichere Siegel.

Antrag auf Beschlagnahmung an den Grenzen

Schließlich können über die deutschen Zollstellen und/oder die europäischen Behörden Anträge auf Beschlagnahme rechtsverletzender Güter an den Grenzen gestellt werden. Entsprechende Anträge sind kostenlos, geschützte Waren sollten aber für eine effektive Nutzung dieses Instruments von den Zollstellen einfach identifizierbar sein.

Grundvoraussetzung für ein Vorgehen gegen Nachahmer ist, dass die eigenen Produkte durch Schutzrechte entsprechend abgesichert sind. Da Nachahmungen grundsätzlich nicht verboten sind, sollte das eigene Produktportfolio durch die Anmeldung von Patenten, Marken oder Designs strategisch geplant und frühzeitig abgesichert werden.

Sie haben Rückfragen an Patentexperte Fabian Losch, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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