Dr. Mathias Bauer, Geschäftsführer Blue Advisory GmbH

Ökologie: „Wie schaffe ich Nachhaltigkeit in der Lieferkette?“

B4B-Leser fragen, unsere Branchenexperten aus der Region antworten: „Wir stehen vor einer Neuordnung unserer Lieferketten und wollen dabei vor allem ökologische Fortschritte realisieren. Wie bauen wir eine Strategie auf, um uns nicht in zu viele Details zu verrennen? Unsere erste Ideensammlung geht gegen unendlich.“ Dr. Mathias Bauer, Geschäftsführer der Blue Advisory GmbH, empfiehlt einen strukturierten Ansatz.

In der Tat kann man bei der großen Vielzahl an möglichen Ansatzpunkten schnell den Blick für das Wesentliche verlieren. Deshalb ist es wichtig mit der Aufnahme der aktuellen Situation zu beginnen und ein zukünftiges Idealbild festzulegen. Ein strukturierter Ansatz für Unternehmen, um sich Nachhaltigkeitsfragestellungen in der Lieferkette zu nähern, sollte dabei mindestens aus den folgenden vier Schritten bestehen:

1. Transparenz schaffen durch Situationsermittlung:

Fragestellung: Wie (un-)ökologisch sind meine Lieferketten heute?

Möglicher Ansatz: „Mapping“ der Lieferkette und CO2-Bilanzierung über mehrere Scopes

2. Verständnis schaffen durch Betroffenheitsanalyse:

Fragestellung: In welchen Bereichen meiner Lieferkette bin ich besonders betroffen?

Möglicher Ansatz: Lieferantenbewertung und -auswahl, Organisation und Abläufe der Logistik etc.

3. Fokus geben durch Einflussanalyse:

Fragestellung: Welche Ansätze sind für die jeweiligen Bereiche der Lieferketten am besten geeignet, um ökologische Effektivität zu erreichen?

Möglicher Ansatz: Minimierung der Transportvorgänge, bestandsminimierende Materialsteuerung, Verzicht auf schwer abbaubare Stoffe, Substitution nicht regenerativer durch regenerative und recyclebare Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe etc.

4. Momentum generieren durch relevante Konzepte und Werkzeuge:

Fragestellung: Welche Konzepte und Werkzeuge erzielen die größten Effekte?

Möglicher Ansatz: Einrichtung einer zentralen „Entsorgung und Logistik“, Einsatz energiesparender und emissionsarmer Technologien, Strategische Kooperationen mit Lieferanten, Wiederverwertung bzw. Minimierung von Verpackungen und Abfällen etc.

Ein letzter (fünfter) Schritt sollte die Evaluation der erzielten Ergebnisse und Fortschritte sein, welche zur Fortschrittsüberprüfung und weiteren Verbesserung herangezogen werden.

Auch wenn die Ökologieorientierung im Vordergrund steht, sollte dennoch die ökonomische und soziale Komponente bei allen Überlegungen und Ansätzen berücksichtigt werden. Es kann durchaus vorkommen, dass besonders ökologische Maßnahmen weder wirtschaftlich noch sozial verträglich sind. Wenn man es jedoch richtig macht, kann man ökologische und soziale Fortschritte mit wirtschaftlichen Vorteilen verknüpfen.

Sie haben Rückfragen an Dr. Mathias Bauer, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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In der Tat kann man bei der großen Vielzahl an möglichen Ansatzpunkten schnell den Blick für das Wesentliche verlieren. Deshalb ist es wichtig mit der Aufnahme der aktuellen Situation zu beginnen und ein zukünftiges Idealbild festzulegen. Ein strukturierter Ansatz für Unternehmen, um sich Nachhaltigkeitsfragestellungen in der Lieferkette zu nähern, sollte dabei mindestens aus den folgenden vier Schritten bestehen:

1. Transparenz schaffen durch Situationsermittlung:

Fragestellung: Wie (un-)ökologisch sind meine Lieferketten heute?

Möglicher Ansatz: „Mapping“ der Lieferkette und CO2-Bilanzierung über mehrere Scopes

2. Verständnis schaffen durch Betroffenheitsanalyse:

Fragestellung: In welchen Bereichen meiner Lieferkette bin ich besonders betroffen?

Möglicher Ansatz: Lieferantenbewertung und -auswahl, Organisation und Abläufe der Logistik etc.

3. Fokus geben durch Einflussanalyse:

Fragestellung: Welche Ansätze sind für die jeweiligen Bereiche der Lieferketten am besten geeignet, um ökologische Effektivität zu erreichen?

Möglicher Ansatz: Minimierung der Transportvorgänge, bestandsminimierende Materialsteuerung, Verzicht auf schwer abbaubare Stoffe, Substitution nicht regenerativer durch regenerative und recyclebare Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe etc.

4. Momentum generieren durch relevante Konzepte und Werkzeuge:

Fragestellung: Welche Konzepte und Werkzeuge erzielen die größten Effekte?

Möglicher Ansatz: Einrichtung einer zentralen „Entsorgung und Logistik“, Einsatz energiesparender und emissionsarmer Technologien, Strategische Kooperationen mit Lieferanten, Wiederverwertung bzw. Minimierung von Verpackungen und Abfällen etc.

Ein letzter (fünfter) Schritt sollte die Evaluation der erzielten Ergebnisse und Fortschritte sein, welche zur Fortschrittsüberprüfung und weiteren Verbesserung herangezogen werden.

Auch wenn die Ökologieorientierung im Vordergrund steht, sollte dennoch die ökonomische und soziale Komponente bei allen Überlegungen und Ansätzen berücksichtigt werden. Es kann durchaus vorkommen, dass besonders ökologische Maßnahmen weder wirtschaftlich noch sozial verträglich sind. Wenn man es jedoch richtig macht, kann man ökologische und soziale Fortschritte mit wirtschaftlichen Vorteilen verknüpfen.

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