Dr. Anette Settele, Settele & Partner

Nachfolge: „Was, wenn nicht alle Kinder das Unternehmen wollen?“

B4B Leser fragen, Branchenexperten antworten: Kinder sollen ihren eigenen Weg gehen. Natürlich wäre es schön, wenn alle an der Weiterführung des elterlichen Unternehmen interessiert wären. Doch was, wenn von drei Kindern zwei möchten und das dritte nicht? Wie kann ich es in einer fairen Nachfolgeregelung berücksichtigen, ohne dass es ewige Nachwirkungen gibt? Die Antwort kennt unsere Steuerexpertin Anette Settele, Partnerin der Kanzlei Settele & Partner Steuerberatungsgesellschaft mbB.

Grundsätzlich ist es zunächst einmal „ein großes Glück“ einen geeigneten Unternehmensnachfolger im Kreise der Familie zu finden. Zudem ist es sehr wichtig, eine Regelung zur Unternehmensnachfolge im Rahmen einer vorweggenommenen Erbfolge zu planen und es nicht auf eine Unternehmensnachfolge von Todes wegen ankommen zu lassen. Die Sicherung der sofortigen Fortführung des Unternehmens und der Erhalt der Handlungsfähigkeit bei unerwartetem Ableben sollte für den Unternehmer immer an erster Stelle stehen.

Natürlich ist es dann im zweiten Schritt der Überlegungen zur Nachfolgeplanung oft schwierig, eine für alle Kinder als fair und gerecht empfundene Aufteilung des Vermögens zu gestalten. Dies ist in letzter Konsequenz oft eher ein emotionales als ein steuerliches Problem. Denn aufgrund der unterschiedlichen Bewertungsansätze und der Nichtabsehbarkeit der künftigen Wertentwicklungen geht es eher um eine gefühlte Gleichstellung oder Fairness.

Bei allen Überlegungen zur Gestaltung einer Unternehmensnachfolge sollten folgende Gesichtspunkte im Vordergrund stehen:

Zum einen die Sicherung des Unternehmensvermögens und der Schutz des Unternehmensnachfolgers vor zu hohen Zahlungsbelastungen durch Ausgleichszahlungen (ggf. an Geschwister) und Versorgungsleistungen (an die Eltern) sowie Pflichtteilsansprüchen, die sich im Erbfall ergeben.

Zum anderen die Sicherung der Versorgung der übergebenden Generation.

Aus steuerlicher Sicht muss vor allem ein Augenmerk darauf gelegt werden, dass die steuerpflichtige Aufdeckung von stillen Reserven durch Ausgleichszahlungen an die Geschwister oder Entnahme einzelner Wirtschaftsgüter aus dem Unternehmensvermögen als Ausgleich an die Geschwister vermieden wird.

Bei der Nachfolgeplanung ist in diesem Sinne als erstes zu prüfen, ob zur Gleichstellung der Nichtunternehmer-Kinder Privatvermögen in entsprechendem Umfang als Ausgleichsmasse zur Verfügung steht. Wenn das nicht am Unternehmen interessierte Kind zum Ausgleich eine Immobilie aus dem Privatvermögen erhält, ist die Gestaltung der Aufteilung meist am einfachsten möglich. Zur Absicherung der Unternehmensnachfolger und zur Erhaltung des Unternehmensvermögens sollte eine Übergabe von Privatvermögen mit einem Pflichtteilsverzicht verbunden werden, um den/die Unternehmensnachfolger vor hohen Pflichtteilsansprüchen der Geschwister im Erbfall zu schützen. 

Aus der Erfahrung ist es grundsätzlich vorteilhaft, nicht am Unternehmen interessierte Kinder in keiner denkbaren Form am Unternehmen zu beteiligen. Die direkte Vergleichbarkeit des Wertes von übertragenem Privatvermögen gegenüber Betriebsvermögen ist allerdings grundsätzlich nicht gegeben und zudem abhängig von der prognostizierten künftigen Entwicklung. Ein späterer Verkauf von Privatvermögen ist darüber hinaus in der Regel steuerfrei möglich, ein Verkauf von Unternehmensvermögen oder auch von Immobilien aus dem Betriebsvermögen dagegen steuerpflichtig. Eine Vergleichbarkeit ist insofern auch in diesem Sinne schwierig.

Falls kein anderes Vermögen zum Ausgleich zur Verfügung steht, können Ausgleichszahlungen an die Geschwister vereinbart werden. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn dies löst steuerlich oft unerwünschte Folgen aus.

Eine gute Planung und Gestaltung der steuerlichen Auswirkungen ist bei der Nachfolgeplanung unerlässlich.

Sie haben Rückfragen an Steuerexpertin Anette Settele, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Dr. Anette Settele, Settele & Partner

Nachfolge: „Was, wenn nicht alle Kinder das Unternehmen wollen?“

B4B Leser fragen, Branchenexperten antworten: Kinder sollen ihren eigenen Weg gehen. Natürlich wäre es schön, wenn alle an der Weiterführung des elterlichen Unternehmen interessiert wären. Doch was, wenn von drei Kindern zwei möchten und das dritte nicht? Wie kann ich es in einer fairen Nachfolgeregelung berücksichtigen, ohne dass es ewige Nachwirkungen gibt? Die Antwort kennt unsere Steuerexpertin Anette Settele, Partnerin der Kanzlei Settele & Partner Steuerberatungsgesellschaft mbB.

Grundsätzlich ist es zunächst einmal „ein großes Glück“ einen geeigneten Unternehmensnachfolger im Kreise der Familie zu finden. Zudem ist es sehr wichtig, eine Regelung zur Unternehmensnachfolge im Rahmen einer vorweggenommenen Erbfolge zu planen und es nicht auf eine Unternehmensnachfolge von Todes wegen ankommen zu lassen. Die Sicherung der sofortigen Fortführung des Unternehmens und der Erhalt der Handlungsfähigkeit bei unerwartetem Ableben sollte für den Unternehmer immer an erster Stelle stehen.

Natürlich ist es dann im zweiten Schritt der Überlegungen zur Nachfolgeplanung oft schwierig, eine für alle Kinder als fair und gerecht empfundene Aufteilung des Vermögens zu gestalten. Dies ist in letzter Konsequenz oft eher ein emotionales als ein steuerliches Problem. Denn aufgrund der unterschiedlichen Bewertungsansätze und der Nichtabsehbarkeit der künftigen Wertentwicklungen geht es eher um eine gefühlte Gleichstellung oder Fairness.

Bei allen Überlegungen zur Gestaltung einer Unternehmensnachfolge sollten folgende Gesichtspunkte im Vordergrund stehen:

Zum einen die Sicherung des Unternehmensvermögens und der Schutz des Unternehmensnachfolgers vor zu hohen Zahlungsbelastungen durch Ausgleichszahlungen (ggf. an Geschwister) und Versorgungsleistungen (an die Eltern) sowie Pflichtteilsansprüchen, die sich im Erbfall ergeben.

Zum anderen die Sicherung der Versorgung der übergebenden Generation.

Aus steuerlicher Sicht muss vor allem ein Augenmerk darauf gelegt werden, dass die steuerpflichtige Aufdeckung von stillen Reserven durch Ausgleichszahlungen an die Geschwister oder Entnahme einzelner Wirtschaftsgüter aus dem Unternehmensvermögen als Ausgleich an die Geschwister vermieden wird.

Bei der Nachfolgeplanung ist in diesem Sinne als erstes zu prüfen, ob zur Gleichstellung der Nichtunternehmer-Kinder Privatvermögen in entsprechendem Umfang als Ausgleichsmasse zur Verfügung steht. Wenn das nicht am Unternehmen interessierte Kind zum Ausgleich eine Immobilie aus dem Privatvermögen erhält, ist die Gestaltung der Aufteilung meist am einfachsten möglich. Zur Absicherung der Unternehmensnachfolger und zur Erhaltung des Unternehmensvermögens sollte eine Übergabe von Privatvermögen mit einem Pflichtteilsverzicht verbunden werden, um den/die Unternehmensnachfolger vor hohen Pflichtteilsansprüchen der Geschwister im Erbfall zu schützen. 

Aus der Erfahrung ist es grundsätzlich vorteilhaft, nicht am Unternehmen interessierte Kinder in keiner denkbaren Form am Unternehmen zu beteiligen. Die direkte Vergleichbarkeit des Wertes von übertragenem Privatvermögen gegenüber Betriebsvermögen ist allerdings grundsätzlich nicht gegeben und zudem abhängig von der prognostizierten künftigen Entwicklung. Ein späterer Verkauf von Privatvermögen ist darüber hinaus in der Regel steuerfrei möglich, ein Verkauf von Unternehmensvermögen oder auch von Immobilien aus dem Betriebsvermögen dagegen steuerpflichtig. Eine Vergleichbarkeit ist insofern auch in diesem Sinne schwierig.

Falls kein anderes Vermögen zum Ausgleich zur Verfügung steht, können Ausgleichszahlungen an die Geschwister vereinbart werden. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn dies löst steuerlich oft unerwünschte Folgen aus.

Eine gute Planung und Gestaltung der steuerlichen Auswirkungen ist bei der Nachfolgeplanung unerlässlich.

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