Christian Popp, Netz16

Müssen die Daten aus der Cloud zusätzlich gespeichert werden?

Immer mehr Unternehmen gehen dazu über, ihre Daten in der Cloud abzulegen. Doch wie sicher sind diese dort? Braucht es vielleicht doch noch ein externes Backup?

B4B-Leser fragt:  

Bei der Beschreibung eines Cloud-Anbieters, der uns eigentlich gut gefällt, heißt es: „Die Haltbarkeitseigenschaften des nativen Objektspeichers machen herkömmliche Sicherungen praktisch überflüssig.“ Heißt „praktisch“, dass man sicherheitshalber doch solche Sicherungen anlegen sollte, weil ein Restrisiko besteht? 

Unser Experte für Digitalisierung, Christian Popp von Netz16, antwortet:

Die Sicherung ist niemals überflüssig. Ohne Zweifel sind Objektspeicher hochverfügbar und können den Ausfall von Platten, Knoten, Racks und Ähnlichem überstehen. Aber wie bei anderen Systemen ist es aus meiner Sicht notwendig, auf einem anderen Medium und mit der eigenen Strategie zu sichern.

Hackerangriffe sind ein aktuelles Thema

Simples Beispiel aus der Praxis: Ein böswilliger Angreifer löscht oder verschlüsselt die Daten inklusive der Versionen in der Cloud – dieses Thema ist gerade bedauerlicherweise sehr aktuell. Wurden trotz aller Sicherheitseinstellungen Daten vom Objekt Storage gelöscht, hilft nur die Wiederherstellung aus einem externen Backup. Da wir als Netz16 selbst solche Systeme betreiben, sehen wir auch eine große Gefahr in der hochkomplexen Softwaresteuerung dieser Systeme. Wir verlieren nicht mehr Daten durch Hardware-Defekte, die Hardware ist vielfach und redundant vorhanden, sondern durch Software-Bugs und Fehlbedienungen in den modernen Clustern.

Objektspeicher sind nicht immun gegen Fehler 

Die Versionierung hilft meist gut in den Fällen von versehentlichem und böswilligem Löschen. Jedoch kann das Löschen eines kompletten „Buckets“ zum Totalverlust aller darin enthaltenen Objekte führen, inklusive der Versionen. Übrigens helfen Replikationen an andere Standorte da auch nicht viel weiter – der Löschvorgang wird dann nämlich ebenfalls repliziert. Ferner sind Objektspeicher auch nicht immun gegen Schadsoftware und menschliche Fehler.

Unsere Empfehlung: Richten Sie eine Sicherung ein und passen Sie vor allem darauf auf, dass eine eventuelle Rücksicherung in einer akzeptierbaren Zeit möglich ist.

Sie haben Rückfragen an unseren Digitalisierungsexperten Christian Popp, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Bei der Beschreibung eines Cloud-Anbieters, der uns eigentlich gut gefällt, heißt es: „Die Haltbarkeitseigenschaften des nativen Objektspeichers machen herkömmliche Sicherungen praktisch überflüssig.“ Heißt „praktisch“, dass man sicherheitshalber doch solche Sicherungen anlegen sollte, weil ein Restrisiko besteht? 

Unser Experte für Digitalisierung, Christian Popp von Netz16, antwortet:

Die Sicherung ist niemals überflüssig. Ohne Zweifel sind Objektspeicher hochverfügbar und können den Ausfall von Platten, Knoten, Racks und Ähnlichem überstehen. Aber wie bei anderen Systemen ist es aus meiner Sicht notwendig, auf einem anderen Medium und mit der eigenen Strategie zu sichern.

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Unsere Empfehlung: Richten Sie eine Sicherung ein und passen Sie vor allem darauf auf, dass eine eventuelle Rücksicherung in einer akzeptierbaren Zeit möglich ist.

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