Karl-Heinz Viets, Stadtwerke Augsburg

„Mit welchen Energie-Siegeln kann man ins Marketing gehen?“

Nachhaltigkeit ist Trumpf – auch bei Kunden und Geschäftspartnern. Doch mit welchen Energie-Siegeln kann man ernsthaft ins Marketing gehen? Karl-Heinz Viets, Abteilungsleiter bei den Stadtwerken Augsburg (swa) und unser Experte für Energiedienstleistungen, gibt Antworten.

Aus Ihrer Frage klingt der Verdacht heraus, dass Sie nicht jedem Gütesiegel oder Zertifikat über den Weg trauen. Ihre Vorsicht ist berechtigt, da im Zuge von Klimaschutz und Energiewende einige kreative Köpfe Marktlücken entdeckt haben, um schmucke Auszeichnungen meistbietend an den Kunden zu bringen. Auszeichnungen, die einer harten Prüfung kaum standhalten und mit denen man es riskiert, dass eine kritische Öffentlichkeit sie entlarvt – was den gewünschten Effekt dann ins Gegenteil verkehrt.

Auf unabhängige Kontrollstellen achten

Als belastbar haben sich vor diesem Hintergrund daher jene „Siegel“ erwiesen, für die es identische Kriterien für alle Anwender gibt und die durch neutrale Stellen überprüft werden. Am besten bekannt sind – im B2C-Bereich – die in Art einer Ampel gestalteten Verbrauchsklassen von technischen Geräten oder von Gebäuden. Dieses „EU-Energielabel“ mit Abstufungen von A+++ bis D macht zweifelsfrei sichtbar, wie umweltfreundlich – und damit auch vorteilhaft bei den Kosten – der Energieverbrauch ist. Weitere bekannte Siegel: Der „Blaue Engel“ und das Europäische Umweltzeichen (ecolabel.eu) genießen ebenfalls Vertrauen, weil sie unabhängig kontrolliert werden. Der EU Energy Star dagegen, der vor allem für IT- und Bürogeräte genutzt wird, beruht allein auf einer Eigenerklärung der Hersteller.

Zertifikate können für Auftraggeber entscheidend sein

Im B2B-Bereich ist in erster Linie das Energiemanagement nach ISO 50001 zu nennen. Denn es regelt nicht nur den Status quo, sondern bezieht auch alle Maßnahmen und Fortschritte eines Unternehmens ein, seinen Energieverbrauch zu senken und seinen Fußabdruck im Weltklima zu verkleinern. Dafür gibt es handfeste Kriterien, die durch externe Organisationen wie TÜV oder Dekra überprüft und bestätigt werden. Vielfach setzen Auftraggeber das entsprechende Zertifikat inzwischen verbindlich voraus, wenn sie Aufträge vergeben.

Unternehmen übernehmen gesellschaftliche Verantwortung

Ähnlich verhält es sich mit dem Bezug erneuerbarer Energien. Hier steht den Unternehmen, die sich hier überwiegend oder ganz mit Wind-, Wasser- oder Solarenergie versorgen lassen, kein übergeordnetes Siegel zur Verfügung, wie es z.B. der Lebensmittelbereich kennt. Sie können sich aber Umfang und Herkunft ihrer „natürlichen“ oder „sauberen“ Energie vom Lieferanten bestätigen lassen und dann damit gegenüber der Öffentlichkeit kommunizieren. Bei den swa heißt ein entsprechendes Produkt für kleinere Unternehmen, das zu 100 Prozent aus Wasserkraft besteht, zum Beispiel „swa Strom Exklusiv natur“. Größere Verbraucher bekommen die gleiche Qualität unter dem Produktnamen „Regenio“, der im Wirtschaftsraum Augsburg gut eingeführt ist und mit Umweltfreundlichkeit gleichgesetzt wird. Vergleichbare Produkte bietet inzwischen jeder Energieversorger seinen Geschäftskunden an, denn der Bedarf, in diesem Aspekt gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, wächst.

Sie haben Rückfragen an Karl-Heinz Viets, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Aus Ihrer Frage klingt der Verdacht heraus, dass Sie nicht jedem Gütesiegel oder Zertifikat über den Weg trauen. Ihre Vorsicht ist berechtigt, da im Zuge von Klimaschutz und Energiewende einige kreative Köpfe Marktlücken entdeckt haben, um schmucke Auszeichnungen meistbietend an den Kunden zu bringen. Auszeichnungen, die einer harten Prüfung kaum standhalten und mit denen man es riskiert, dass eine kritische Öffentlichkeit sie entlarvt – was den gewünschten Effekt dann ins Gegenteil verkehrt.

Auf unabhängige Kontrollstellen achten

Als belastbar haben sich vor diesem Hintergrund daher jene „Siegel“ erwiesen, für die es identische Kriterien für alle Anwender gibt und die durch neutrale Stellen überprüft werden. Am besten bekannt sind – im B2C-Bereich – die in Art einer Ampel gestalteten Verbrauchsklassen von technischen Geräten oder von Gebäuden. Dieses „EU-Energielabel“ mit Abstufungen von A+++ bis D macht zweifelsfrei sichtbar, wie umweltfreundlich – und damit auch vorteilhaft bei den Kosten – der Energieverbrauch ist. Weitere bekannte Siegel: Der „Blaue Engel“ und das Europäische Umweltzeichen (ecolabel.eu) genießen ebenfalls Vertrauen, weil sie unabhängig kontrolliert werden. Der EU Energy Star dagegen, der vor allem für IT- und Bürogeräte genutzt wird, beruht allein auf einer Eigenerklärung der Hersteller.

Zertifikate können für Auftraggeber entscheidend sein

Im B2B-Bereich ist in erster Linie das Energiemanagement nach ISO 50001 zu nennen. Denn es regelt nicht nur den Status quo, sondern bezieht auch alle Maßnahmen und Fortschritte eines Unternehmens ein, seinen Energieverbrauch zu senken und seinen Fußabdruck im Weltklima zu verkleinern. Dafür gibt es handfeste Kriterien, die durch externe Organisationen wie TÜV oder Dekra überprüft und bestätigt werden. Vielfach setzen Auftraggeber das entsprechende Zertifikat inzwischen verbindlich voraus, wenn sie Aufträge vergeben.

Unternehmen übernehmen gesellschaftliche Verantwortung

Ähnlich verhält es sich mit dem Bezug erneuerbarer Energien. Hier steht den Unternehmen, die sich hier überwiegend oder ganz mit Wind-, Wasser- oder Solarenergie versorgen lassen, kein übergeordnetes Siegel zur Verfügung, wie es z.B. der Lebensmittelbereich kennt. Sie können sich aber Umfang und Herkunft ihrer „natürlichen“ oder „sauberen“ Energie vom Lieferanten bestätigen lassen und dann damit gegenüber der Öffentlichkeit kommunizieren. Bei den swa heißt ein entsprechendes Produkt für kleinere Unternehmen, das zu 100 Prozent aus Wasserkraft besteht, zum Beispiel „swa Strom Exklusiv natur“. Größere Verbraucher bekommen die gleiche Qualität unter dem Produktnamen „Regenio“, der im Wirtschaftsraum Augsburg gut eingeführt ist und mit Umweltfreundlichkeit gleichgesetzt wird. Vergleichbare Produkte bietet inzwischen jeder Energieversorger seinen Geschäftskunden an, denn der Bedarf, in diesem Aspekt gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, wächst.

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