Markus Leypold, VR-Bank Handels- und Gewerbebank

Leasing oder Mietkauf? Was ist besser für das Hausbank-Rating?

Die Bilanz eines Unternehmens ist die wesentliche Grundlage für das Firmenrating bei der Hausbank. Daher die Frage bei einer Neuinvestition: Ist Leasing oder Mietkauf besser?

B4B-Leser fragt:

Macht es einen Unterschied für mein Rating bei der Hausbank, ob ich die Investition in neue Technik mit Leasing finanziere oder mit Mietkauf?

Unser Experte für Finanzen, Markus Leypold von der VR-Bank Handels- und Gewerbebank, antwortet: 

Wesentliche Grundlage für das Firmenrating bei der Bank sind die bilanziellen Verhältnisse und Kennzahlen aus der Bilanzanalyse des Unternehmens.

Leasing oder Mietkauf haben hier unterschiedliche Auswirkungen auf die Bilanzzahlen und die Gewinn- und Verlustrechnung und damit jeweils auch Auswirkungen auf das Rating des Unternehmens.

Leasing: Leasinggesellschaft wird Eigentümer

Bei Leasing wird die Leasinggesellschaft Eigentümer des Investitionsgutes. Das Unternehmen mietet das Investitionsgut über einen im Leasingvertrag vereinbarten Zeitraum zu einer vereinbarten Leasingrate an. Die Leasingrate wird als Aufwandsposition in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht und reduziert damit den ausgewiesenen Jahresüberschuss, was wiederrum steuerliche Auswirkungen hat.

Mietkauf: Unternehmer wird Eigentümer

Beim Mietkauf wird das Unternehmen Eigentümer des Investitionsgutes, auch wenn dieses i.d.R. zur Absicherung des Mietkaufvertrages dient. Damit weist das Unternehmen das Investitionsgut in der Bilanz auf der Aktivseite als Anlagevermögen aus, gleichzeitig wird die Finanzierung auf der Passivseite der Bilanz als Verbindlichkeit ausgewiesen. Die Bilanzsumme des Unternehmens erhöht sich entsprechend. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Zinsaufwendungen aus dem Mietkaufvertrag und die Abschreibung des Investitionsgutes verbucht. Die Veränderung der Bilanzsumme hat in der Bilanzanalyse direkt Auswirkungen auf die ermittelten Bilanzkennzahlen, z.B. der Eigenkapitalquote. Gleichbleibendes Eigenkapital bei höherer Bilanzsumme führt so zu einer niedrigeren Eigenkapitalquote, dies hat Auswirkungen bei der Ermittlung der Unternehmensbonität. Die Finanzierung über Mietkauf ist damit vergleichbar mit einer Finanzierung über die Hausbank, allerdings bleibt die Möglichkeit, den Kreditrahmen bei der Hausbank für z.B. weitere Investitionen oder Betriebsmittelfinanzierung zu erhöhen, erhalten.

Fazit: Entscheidung zusammen mit Profis treffen

Beide Finanzierungsformen, Leasing und Mietkauf, haben Auswirkungen auf Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens und damit auch auf das Unternehmensrating. Die Entscheidung, welche Finanzierungsform am Ende gewählt wird, sollte vorab mit Steuerberater und Berater der Hausbank abgestimmt werden. Hier sind steuerliche Fragen und die bilanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens vor Neuinvestition zu berücksichtigen.

Sie haben Rückfragen an Markus Leypold oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie hier direkt Kontakt auf.

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Markus Leypold, VR-Bank Handels- und Gewerbebank

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Macht es einen Unterschied für mein Rating bei der Hausbank, ob ich die Investition in neue Technik mit Leasing finanziere oder mit Mietkauf?

Unser Experte für Finanzen, Markus Leypold von der VR-Bank Handels- und Gewerbebank, antwortet: 

Wesentliche Grundlage für das Firmenrating bei der Bank sind die bilanziellen Verhältnisse und Kennzahlen aus der Bilanzanalyse des Unternehmens.

Leasing oder Mietkauf haben hier unterschiedliche Auswirkungen auf die Bilanzzahlen und die Gewinn- und Verlustrechnung und damit jeweils auch Auswirkungen auf das Rating des Unternehmens.

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Bei Leasing wird die Leasinggesellschaft Eigentümer des Investitionsgutes. Das Unternehmen mietet das Investitionsgut über einen im Leasingvertrag vereinbarten Zeitraum zu einer vereinbarten Leasingrate an. Die Leasingrate wird als Aufwandsposition in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht und reduziert damit den ausgewiesenen Jahresüberschuss, was wiederrum steuerliche Auswirkungen hat.

Mietkauf: Unternehmer wird Eigentümer

Beim Mietkauf wird das Unternehmen Eigentümer des Investitionsgutes, auch wenn dieses i.d.R. zur Absicherung des Mietkaufvertrages dient. Damit weist das Unternehmen das Investitionsgut in der Bilanz auf der Aktivseite als Anlagevermögen aus, gleichzeitig wird die Finanzierung auf der Passivseite der Bilanz als Verbindlichkeit ausgewiesen. Die Bilanzsumme des Unternehmens erhöht sich entsprechend. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Zinsaufwendungen aus dem Mietkaufvertrag und die Abschreibung des Investitionsgutes verbucht. Die Veränderung der Bilanzsumme hat in der Bilanzanalyse direkt Auswirkungen auf die ermittelten Bilanzkennzahlen, z.B. der Eigenkapitalquote. Gleichbleibendes Eigenkapital bei höherer Bilanzsumme führt so zu einer niedrigeren Eigenkapitalquote, dies hat Auswirkungen bei der Ermittlung der Unternehmensbonität. Die Finanzierung über Mietkauf ist damit vergleichbar mit einer Finanzierung über die Hausbank, allerdings bleibt die Möglichkeit, den Kreditrahmen bei der Hausbank für z.B. weitere Investitionen oder Betriebsmittelfinanzierung zu erhöhen, erhalten.

Fazit: Entscheidung zusammen mit Profis treffen

Beide Finanzierungsformen, Leasing und Mietkauf, haben Auswirkungen auf Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens und damit auch auf das Unternehmensrating. Die Entscheidung, welche Finanzierungsform am Ende gewählt wird, sollte vorab mit Steuerberater und Berater der Hausbank abgestimmt werden. Hier sind steuerliche Fragen und die bilanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens vor Neuinvestition zu berücksichtigen.

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