Dipl.-Ing. Peter Kragler, Kragler Immobilien

Gewerbeimmobilie: „Wie lösen wir am besten das Kantinen-Problem?“

B4B-Leser fragen, unsere Branchenexperten aus der Region antworten: Beim Bau einer Gewerbeimmobilie sollte man die Versorgung der Mitarbeiter nicht außer Acht lassen. Welche Möglichkeiten es gibt, erläutert Peter Kragler, unser Experte für Immobilienfragen.

Eine tägliche Verköstigung von Mitarbeitern und Kunden ist stets eine Herausforderung, wenn nicht im direkten Umfeld entsprechende öffentliche Möglichkeiten angeboten werden. Im innerstädtischen Bereich ist das eher kein Problem. Besonders deutlich wird die Problematik in neuen Gewerbegebieten wie zum Beispiel dem Sheridanpark. In den ersten Jahren stellten Brotzeitwägen und Lieferdienste die Versorgung sicher. Im Innovationspark Augsburg wird seit Jahren auf eine naheliegende Institutskantine ausgewichen.

Innovative Bauherren, welche die kulinarische Versorgung der Mieter und Mitarbeiter als ebenso wichtig erachten, wie beispielsweise das Raumklima oder günstige Verkehrsanbindung, haben folgende Möglichkeiten, welche sie je nach Anforderungsprofil umsetzen.

1. Eigener Gastrobereich für die ausschließliche Inhouse-Versorgung

Dies setzt in der Regel die kostenlose Bereitstellung von Räumen und Ausstattung seitens des Bauherren voraus. Die konkrete Ausgestaltung ist mit oder ohne eigener Produktionsküche möglich. Zudem kann mit fremdem, wechselndem oder sogar eigenem Küchenpersonal gewirtschaftet werden.

Sinnvollerweise werden die Räumlichkeiten auch multifunktional zum Beispiel für Veranstaltungen, Vorträge und ähnliches genutzt, welche das hausintere Catering dann mit abdeckt. Diese Variante wird bei einer Single-Tenant-Gebäudenutzung bevorzugt und auch gerne von Gastronomieketten besetzt. 

2.  Öffentliche Gastronomie mit hausinternem Schwerpunkt

Der Eigentümer vermietet die Gastronomieflächen unter Ertragsgesichtspunkten, definiert seine Eigen- beziehungsweise Mieterinteressen und überlässt den Gastronomen die organisatorische und wirtschaftliche Ausgestaltung. Ein für den Eigentümer zwar elegantes, aber durchaus schwieriges Unterfangen. Das wirtschaftliche Überleben der Gastronomie hängt sehr stark davon ab, ob Auslastungsgarantien und vor allem Arbeitgeberzuschüsse zur Verpflegung der Mitarbeiter vorgesehen sind. Darüber hinaus stellt sich stets die Frage nach der Finanzierung der teuren Einrichtungen, die sehr rasch in den siebenstelligen Bereich vorstoßen. Viele Gastronomen können oder wollen dieses Erstinvestment nicht leisten. Weiterhin bereitet die Vermietung von nicht fest mit dem Gebäude verbundenen Einrichtungen, insbesondere beim Verkauf der Immobilie, steuerliche Probleme.

Diese sehr anspruchsvolle Variante eignet sich daher nur bei Großprojekten mit einem sehr ausgereiften Konzept. Wegen des hohen Risikos wird dies in der Regel von Großgastronomen nicht begrüßt. 

3. Zentralküche mit öffentlicher Funktionsgastronomie und externer Zusatznutzung

Mit einer relativ geringen Pacht stellt der Eigentümer dem Gastronomen umfangreiche Räumlichkeiten zur Verfügung und ermöglicht ihm die bereitgestellte Küche und Einrichtung günstig anzumieten. Die Unternehmen im Gebäude bezuschussen das Essensangebot ihrer Mitarbeiter und nehmen den Gastronomen für Catering, Firmenveranstaltung und ähnliches in Anspruch.

Der Gastronom kann die komplette Infrastruktur für seine Zwecke nutzen, zum Beispiel die Küche für die Belieferung von externen Filialen ohne Küche. Dies ist eine sehr beliebte Variante, welche jedoch Bauherren, Investoren, Steuerberatern und Juristen einiges abverlanImmobilienexperte Peter Kraglergt. Auch diese Variante ist fast nur bei einer Multi-Tenant-Gebäudenutzung sinnvoll. 

Für welche Art des Gastronomiekonzeptes Sie sich entscheiden, ist in erster Linie eine Preis- / Leistungsfrage. Selbstverständlich spielt aber auch die Qualität und Auswahl der Speisen, der tägliche Essenpreis und das Wohlgefühl eine zentrale Rolle. Ein Patentrezept gibt es wie so oft nicht, aber die beschriebenen Punkte sind sicher eine Entscheidungshilfe. 

Sie haben Rückfragen an Immobilienexperte Peter Kragler, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

Artikel teilen
Dipl.-Ing. Peter Kragler, Kragler Immobilien

Gewerbeimmobilie: „Wie lösen wir am besten das Kantinen-Problem?“

B4B-Leser fragen, unsere Branchenexperten aus der Region antworten: Beim Bau einer Gewerbeimmobilie sollte man die Versorgung der Mitarbeiter nicht außer Acht lassen. Welche Möglichkeiten es gibt, erläutert Peter Kragler, unser Experte für Immobilienfragen.

Eine tägliche Verköstigung von Mitarbeitern und Kunden ist stets eine Herausforderung, wenn nicht im direkten Umfeld entsprechende öffentliche Möglichkeiten angeboten werden. Im innerstädtischen Bereich ist das eher kein Problem. Besonders deutlich wird die Problematik in neuen Gewerbegebieten wie zum Beispiel dem Sheridanpark. In den ersten Jahren stellten Brotzeitwägen und Lieferdienste die Versorgung sicher. Im Innovationspark Augsburg wird seit Jahren auf eine naheliegende Institutskantine ausgewichen.

Innovative Bauherren, welche die kulinarische Versorgung der Mieter und Mitarbeiter als ebenso wichtig erachten, wie beispielsweise das Raumklima oder günstige Verkehrsanbindung, haben folgende Möglichkeiten, welche sie je nach Anforderungsprofil umsetzen.

1. Eigener Gastrobereich für die ausschließliche Inhouse-Versorgung

Dies setzt in der Regel die kostenlose Bereitstellung von Räumen und Ausstattung seitens des Bauherren voraus. Die konkrete Ausgestaltung ist mit oder ohne eigener Produktionsküche möglich. Zudem kann mit fremdem, wechselndem oder sogar eigenem Küchenpersonal gewirtschaftet werden.

Sinnvollerweise werden die Räumlichkeiten auch multifunktional zum Beispiel für Veranstaltungen, Vorträge und ähnliches genutzt, welche das hausintere Catering dann mit abdeckt. Diese Variante wird bei einer Single-Tenant-Gebäudenutzung bevorzugt und auch gerne von Gastronomieketten besetzt. 

2.  Öffentliche Gastronomie mit hausinternem Schwerpunkt

Der Eigentümer vermietet die Gastronomieflächen unter Ertragsgesichtspunkten, definiert seine Eigen- beziehungsweise Mieterinteressen und überlässt den Gastronomen die organisatorische und wirtschaftliche Ausgestaltung. Ein für den Eigentümer zwar elegantes, aber durchaus schwieriges Unterfangen. Das wirtschaftliche Überleben der Gastronomie hängt sehr stark davon ab, ob Auslastungsgarantien und vor allem Arbeitgeberzuschüsse zur Verpflegung der Mitarbeiter vorgesehen sind. Darüber hinaus stellt sich stets die Frage nach der Finanzierung der teuren Einrichtungen, die sehr rasch in den siebenstelligen Bereich vorstoßen. Viele Gastronomen können oder wollen dieses Erstinvestment nicht leisten. Weiterhin bereitet die Vermietung von nicht fest mit dem Gebäude verbundenen Einrichtungen, insbesondere beim Verkauf der Immobilie, steuerliche Probleme.

Diese sehr anspruchsvolle Variante eignet sich daher nur bei Großprojekten mit einem sehr ausgereiften Konzept. Wegen des hohen Risikos wird dies in der Regel von Großgastronomen nicht begrüßt. 

3. Zentralküche mit öffentlicher Funktionsgastronomie und externer Zusatznutzung

Mit einer relativ geringen Pacht stellt der Eigentümer dem Gastronomen umfangreiche Räumlichkeiten zur Verfügung und ermöglicht ihm die bereitgestellte Küche und Einrichtung günstig anzumieten. Die Unternehmen im Gebäude bezuschussen das Essensangebot ihrer Mitarbeiter und nehmen den Gastronomen für Catering, Firmenveranstaltung und ähnliches in Anspruch.

Der Gastronom kann die komplette Infrastruktur für seine Zwecke nutzen, zum Beispiel die Küche für die Belieferung von externen Filialen ohne Küche. Dies ist eine sehr beliebte Variante, welche jedoch Bauherren, Investoren, Steuerberatern und Juristen einiges abverlanImmobilienexperte Peter Kraglergt. Auch diese Variante ist fast nur bei einer Multi-Tenant-Gebäudenutzung sinnvoll. 

Für welche Art des Gastronomiekonzeptes Sie sich entscheiden, ist in erster Linie eine Preis- / Leistungsfrage. Selbstverständlich spielt aber auch die Qualität und Auswahl der Speisen, der tägliche Essenpreis und das Wohlgefühl eine zentrale Rolle. Ein Patentrezept gibt es wie so oft nicht, aber die beschriebenen Punkte sind sicher eine Entscheidungshilfe. 

Sie haben Rückfragen an Immobilienexperte Peter Kragler, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

nach oben