Dr. Matthias Walter, Blue Advisory GmbH

„Ein disruptives Geschäftsmodell ins Unternehmen integrieren?“

B4B Leser fragen, Branchenexperten antworten: „Macht es Sinn, einen disruptiven Geschäftszweig ins Unternehmen ganz zu integrieren? Oder schickt man den solo auf Fahrt?“ „Leitplanken“ für das richtige Verfahren stellt Dr. Matthias Walter, Senior Manager bei der Blue Advisory GmbH und Geschäftsführer der Blue Intelligence GmbH, vor.

Ob man einen disruptiven Geschäftszweig in das bestehende Unternehmen integriert oder „solo auf Fahrt schickt“ würde ich vom vorhandenen Synergiepotential abhängig machen. Hier würde ich nach prozessualen, vermarktungsorientierten und kulturellen Synergien unterscheiden. Lassen Sie mich diesen Gedanken ausführen:

Gibt es Synergien bei den Prozessen?

Prozessual sollte man untersuchen, ob es Synergien beispielsweise bei der Entwicklung, Herstellung oder Vertrieb der Produkte des disruptiven und etablierten Geschäftszweigs gibt. Können durch eine Zusammenlegung Kosten gespart oder von vorhandenem Wissen profitiert werden? Dann kann eine Integration sinnvoll sein.

Kann die bestehende Marke hilfreich sein?

Hinsichtlich der Vermarktung sollte bewertet werden, ob das bestehende Branding bei der Vermarktung ein Vorteil sein kann. Spricht man beispielsweise den gleichen Kundenkreis wie der etablierte Geschäftszweig an oder hilft der etablierte Unternehmensname, um den disruptiven Geschäftszweig erfolgreich am Markt zu platzieren, ist eine Integration gegebenenfalls sinnvoll.

Auch kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede spielen eine Rolle

Zuletzt ist der Aspekt der kulturellen Synergien zu nennen. Wie sehr passen der disruptive und der etablierte Geschäftszweig kulturell zusammen? Ein Softwareentwickler hat beispielsweise andere Anforderungen an sein Arbeitsumfeld als ein klassische Verwaltungskraft. Auch bei der Gewinnung von Personal kann das eine Rolle spielen: Nehmen potentielle Mitarbeiter, die ich für meinen disruptiven Geschäftszweig benötige, mein Unternehmen überhaupt als potentiellen Arbeitgeber wahr und bietet der bisherige Unternehmensstandort überhaupt einen Markt für die benötigten Ressourcen? Abschließend – und vielleicht am schwerwiegendsten – sollten Sie sich folgende Frage stellen: gegenüber wem oder was bin ich denn „disruptiv“? Eventuell sogar gegenüber dem bisherigen Geschäftszweig? Dann schaffen Sie sich womöglich Konkurrenz unter dem eigenen Dach. Je nach Unternehmen kann dies ein Argument für oder gegen die Integration sein, sollte aber auf jeden Fall in Betracht gezogen werden.

In Summe wird es sich immer um eine Einzelfallentscheidung handeln – die oben genannten Gedankengänge sollen ihnen aber als Leitplanken auf dem Weg zur „richtigen“ Entscheidung dienen.

Sie haben Rückfragen an unseren Experten Dr. Matthias Walter, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Ob man einen disruptiven Geschäftszweig in das bestehende Unternehmen integriert oder „solo auf Fahrt schickt“ würde ich vom vorhandenen Synergiepotential abhängig machen. Hier würde ich nach prozessualen, vermarktungsorientierten und kulturellen Synergien unterscheiden. Lassen Sie mich diesen Gedanken ausführen:

Gibt es Synergien bei den Prozessen?

Prozessual sollte man untersuchen, ob es Synergien beispielsweise bei der Entwicklung, Herstellung oder Vertrieb der Produkte des disruptiven und etablierten Geschäftszweigs gibt. Können durch eine Zusammenlegung Kosten gespart oder von vorhandenem Wissen profitiert werden? Dann kann eine Integration sinnvoll sein.

Kann die bestehende Marke hilfreich sein?

Hinsichtlich der Vermarktung sollte bewertet werden, ob das bestehende Branding bei der Vermarktung ein Vorteil sein kann. Spricht man beispielsweise den gleichen Kundenkreis wie der etablierte Geschäftszweig an oder hilft der etablierte Unternehmensname, um den disruptiven Geschäftszweig erfolgreich am Markt zu platzieren, ist eine Integration gegebenenfalls sinnvoll.

Auch kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede spielen eine Rolle

Zuletzt ist der Aspekt der kulturellen Synergien zu nennen. Wie sehr passen der disruptive und der etablierte Geschäftszweig kulturell zusammen? Ein Softwareentwickler hat beispielsweise andere Anforderungen an sein Arbeitsumfeld als ein klassische Verwaltungskraft. Auch bei der Gewinnung von Personal kann das eine Rolle spielen: Nehmen potentielle Mitarbeiter, die ich für meinen disruptiven Geschäftszweig benötige, mein Unternehmen überhaupt als potentiellen Arbeitgeber wahr und bietet der bisherige Unternehmensstandort überhaupt einen Markt für die benötigten Ressourcen? Abschließend – und vielleicht am schwerwiegendsten – sollten Sie sich folgende Frage stellen: gegenüber wem oder was bin ich denn „disruptiv“? Eventuell sogar gegenüber dem bisherigen Geschäftszweig? Dann schaffen Sie sich womöglich Konkurrenz unter dem eigenen Dach. Je nach Unternehmen kann dies ein Argument für oder gegen die Integration sein, sollte aber auf jeden Fall in Betracht gezogen werden.

In Summe wird es sich immer um eine Einzelfallentscheidung handeln – die oben genannten Gedankengänge sollen ihnen aber als Leitplanken auf dem Weg zur „richtigen“ Entscheidung dienen.

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