Marco Trutter, trumedia

Corporate Uniform: „Sollen wir eine Arbeitskleidung einführen?“

B4B-Leser fragen, unsere Branchenexperten aus der Region antworten: Es sieht schon schick aus, wenn alle aus einem Team im einheitlichen Look beim Kunden auftreten. Doch wann ist eine einheitliche Arbeitskleidung, eine „Corporate Uniform“, angebracht. Was spricht dafür und was dagegen? Unser Markenexperte Marco Trutter kennt die Antwort.

Bevor man sich als Unternehmen Gedanken über den Einsatz einer Corporate Uniform macht, sollte geklärt sein, was genau man damit bezwecken möchte. Geht es allein um die „Kenntlichmachung“ meiner Mitarbeiter? Dann reicht oftmals das Firmenlogo und/oder -name, wie es meist bei Handwerksbetrieben üblich ist. Ist das Ziel, die Unternehmens-Philosophie, ein „Wir-Gefühl“ und die Identifikation mit dem Arbeitgeber zu demonstrieren und transportieren, braucht es etwas mehr. Neben der Wort-Bild-Marke muss darüber hinaus auf Stil, Material, Schnitt und Farbe geachtet werden. So wird aus einer „einfachen“ Firmenbekleidung eine Corporate Uniform. Und die bringt einige Vorteile mit sich.

Vorteile von einheitlicher Arbeitskleidung

Der einheitliche Look der Belegschaft erhöht in erster Linie die Sichtbarkeit der Marke und führt indirekt dazu, dass aus Mitarbeitern „Markenbotschafter“ werden. Diese sind essentiell für einen ganzheitlichen Markenauftritt und prägen das Unternehmen wesentlich. Sie sind Teil der Corporate Identity beziehungsweise ein „Belonging Brand Factor“ und einer der entscheidendsten und authentischsten Kontaktpunkte zur Zielgruppe. Durch die Corporate Uniform ergibt sich im besten Fall ein Image-Transfer der Unternehmensmarke auf den Mitarbeiter. So sprechen Kunden beispielsweise Angestellten im Apple-Store allein wegen ihrer blauen Polo-Hemden mit signifikanten Apfel-Logo direkt eine höhere technische Kompetenz zu, da die Werte der Marke auf sie übertragen werden. Das gilt aber auch in der Gegenrichtung, falls der Mitarbeiter sich negativ verhält, unfreundlich ist und/oder dem Kunden aufgrund mangelnden Know-Hows nicht weiterhelfen kann.

Die Corporate Uniform fördert den Team-Spirit

Das „uniforme“ Auftreten steigert aber auch das Gemeinschafts- bzw. Teamgefühl in der Belegschaft. Dafür rüsten viele Unternehmen, allen voran die US-Riesen Google, PayPal, Tesla und Co. ihre Mitarbeiter mit exklusiven Merchandise-Artikeln, wie T-Shirts, Hoodies oder Tassen aus. Diese sind für Normalsterbliche nicht so ohne Weiteres zugänglich und weisen somit einen hohen imaginären Wert auf. Die Folge: Jeder Angestellte fühlt sich als etwas Besonderes und fester Bestandteil eines Teams. Darüber hinaus sorgt dieser künstlich generierte Value für eine höhere Wahrnehmung und Penetration der Marke. Netter Nebeneffekt: Jeder weiß am Morgen direkt, was er für die Arbeit anziehen soll und die Geschäftsführung muss keine edukativen Maßnahmen hinsichtlich „korrekten Dresscode“ einleiten. Fazit: Die Außenwahrnehmung wirkt stringent und insgesamt professioneller.

Nachteil: Mitarbeiter müssen indirekt dafür bezahlen

Somit gibt es unterschiedlichste Gründe, die für den Einsatz einer Corporate Uniform sprechen. Grundlegend dafür ist natürlich die Akzeptanz der Mitarbeiter, deren Individualität dadurch eingeschränkt wird. Darüber hinaus gibt es hierzulande diverse steuerrechtliche Hürden, die eine strikte Durchsetzung einheitlicher Kleidung erschweren. Aufgrund der Tatsache, dass zur Repräsentation der Marke unentgeltlich überlassene Berufskleidung nach den Bestimmungen des Lohn- und Sozialversicherungsrechts zu den Sachbezügen zählt, muss diese bei der Berechnung von Lohnsätzen beziehungsweise Sozialversicherungsbeiträgen berücksichtigt werden. Oder auf den Punkt gebracht: die Mitarbeiter müssen streng genommen indirekt dafür bezahlen.

Arbeitskleidung: der Mix macht's

Folglich ist es ratsam, auf Stimmungen innerhalb der Belegschaft zu achten, um einen möglichen negativen Impact auf die Marke – beispielsweise durch schlecht gelaunte Mitarbeiter, die ihren Outfit-Frust am Kunden auslassen – im Keim zu ersticken. Bevor man unmotivierte Angestellte hat ist es ratsam, das offene Gespräch zu suchen und einen Konsens hinsichtlich Corporate Uniform zu finden. Denkbar wäre ein Mix aus markenkonformer Kleidung und individuellen Elementen, wie beispielsweise Sneaker oder die Freiheit keine Krawatte zu tragen zu müssen.

Denn: einheitliches Auftreten ist schön und gut, ersetzt aber keineswegs einen überzeugten Mitarbeiter als authentischen Markenbotschafter. Dieser ist in der Tat unbezahlbar!

Sie haben Rückfragen an Marco Trutter, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Marco Trutter, trumedia

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Bevor man sich als Unternehmen Gedanken über den Einsatz einer Corporate Uniform macht, sollte geklärt sein, was genau man damit bezwecken möchte. Geht es allein um die „Kenntlichmachung“ meiner Mitarbeiter? Dann reicht oftmals das Firmenlogo und/oder -name, wie es meist bei Handwerksbetrieben üblich ist. Ist das Ziel, die Unternehmens-Philosophie, ein „Wir-Gefühl“ und die Identifikation mit dem Arbeitgeber zu demonstrieren und transportieren, braucht es etwas mehr. Neben der Wort-Bild-Marke muss darüber hinaus auf Stil, Material, Schnitt und Farbe geachtet werden. So wird aus einer „einfachen“ Firmenbekleidung eine Corporate Uniform. Und die bringt einige Vorteile mit sich.

Vorteile von einheitlicher Arbeitskleidung

Der einheitliche Look der Belegschaft erhöht in erster Linie die Sichtbarkeit der Marke und führt indirekt dazu, dass aus Mitarbeitern „Markenbotschafter“ werden. Diese sind essentiell für einen ganzheitlichen Markenauftritt und prägen das Unternehmen wesentlich. Sie sind Teil der Corporate Identity beziehungsweise ein „Belonging Brand Factor“ und einer der entscheidendsten und authentischsten Kontaktpunkte zur Zielgruppe. Durch die Corporate Uniform ergibt sich im besten Fall ein Image-Transfer der Unternehmensmarke auf den Mitarbeiter. So sprechen Kunden beispielsweise Angestellten im Apple-Store allein wegen ihrer blauen Polo-Hemden mit signifikanten Apfel-Logo direkt eine höhere technische Kompetenz zu, da die Werte der Marke auf sie übertragen werden. Das gilt aber auch in der Gegenrichtung, falls der Mitarbeiter sich negativ verhält, unfreundlich ist und/oder dem Kunden aufgrund mangelnden Know-Hows nicht weiterhelfen kann.

Die Corporate Uniform fördert den Team-Spirit

Das „uniforme“ Auftreten steigert aber auch das Gemeinschafts- bzw. Teamgefühl in der Belegschaft. Dafür rüsten viele Unternehmen, allen voran die US-Riesen Google, PayPal, Tesla und Co. ihre Mitarbeiter mit exklusiven Merchandise-Artikeln, wie T-Shirts, Hoodies oder Tassen aus. Diese sind für Normalsterbliche nicht so ohne Weiteres zugänglich und weisen somit einen hohen imaginären Wert auf. Die Folge: Jeder Angestellte fühlt sich als etwas Besonderes und fester Bestandteil eines Teams. Darüber hinaus sorgt dieser künstlich generierte Value für eine höhere Wahrnehmung und Penetration der Marke. Netter Nebeneffekt: Jeder weiß am Morgen direkt, was er für die Arbeit anziehen soll und die Geschäftsführung muss keine edukativen Maßnahmen hinsichtlich „korrekten Dresscode“ einleiten. Fazit: Die Außenwahrnehmung wirkt stringent und insgesamt professioneller.

Nachteil: Mitarbeiter müssen indirekt dafür bezahlen

Somit gibt es unterschiedlichste Gründe, die für den Einsatz einer Corporate Uniform sprechen. Grundlegend dafür ist natürlich die Akzeptanz der Mitarbeiter, deren Individualität dadurch eingeschränkt wird. Darüber hinaus gibt es hierzulande diverse steuerrechtliche Hürden, die eine strikte Durchsetzung einheitlicher Kleidung erschweren. Aufgrund der Tatsache, dass zur Repräsentation der Marke unentgeltlich überlassene Berufskleidung nach den Bestimmungen des Lohn- und Sozialversicherungsrechts zu den Sachbezügen zählt, muss diese bei der Berechnung von Lohnsätzen beziehungsweise Sozialversicherungsbeiträgen berücksichtigt werden. Oder auf den Punkt gebracht: die Mitarbeiter müssen streng genommen indirekt dafür bezahlen.

Arbeitskleidung: der Mix macht's

Folglich ist es ratsam, auf Stimmungen innerhalb der Belegschaft zu achten, um einen möglichen negativen Impact auf die Marke – beispielsweise durch schlecht gelaunte Mitarbeiter, die ihren Outfit-Frust am Kunden auslassen – im Keim zu ersticken. Bevor man unmotivierte Angestellte hat ist es ratsam, das offene Gespräch zu suchen und einen Konsens hinsichtlich Corporate Uniform zu finden. Denkbar wäre ein Mix aus markenkonformer Kleidung und individuellen Elementen, wie beispielsweise Sneaker oder die Freiheit keine Krawatte zu tragen zu müssen.

Denn: einheitliches Auftreten ist schön und gut, ersetzt aber keineswegs einen überzeugten Mitarbeiter als authentischen Markenbotschafter. Dieser ist in der Tat unbezahlbar!

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