Prof. Dr. Michael Jünger, Blue Advisory GmbH

Beratung und Autorenschaft: „Gegensatz oder Ergänzung?“

B4B-Leser fragen, unsere Branchenexperten aus der Region antworten: „Wenn Unternehmensberater Bücher geschrieben haben: Wie kann ich sicher sein, dass sie für mein Unternehmen noch etwas Individuelles oder Neues mitbringen?“ Die Antwort gibt Prof. Dr. Michael Jünger, Senior Partner der Blue Advisory GmbH.

Ich freue mich, dass diese Frage an mich gestellt wurde, da ich selbst gerade das Buch „Strategy Design Innovation – eine Toolbox zur systematischen Strategieentwicklung“ mitveröffentlicht habe.

Der Umkehrschluss dieser Fragestellung würde bedeuten, dass ein Buch dazu führt, stets die gleichen Herangehensweisen zu nutzen, ohne dabei auf die Ausgangssituation und Voraussetzungen des Kunden zu achten.

Bewährte Methoden: Handwerkszeug in der Unternehmensberatung

In meinem Fall ist es so, dass in dem Buch „Strategy Design Innovation“ ausgewählte Methoden beschrieben werden, die sich über die letzten Jahrzehnte als Instrumentarium für eine erfolgsversprechende Strategieentwicklung erwiesen haben. Letztlich geht es bei einer Beratungsleistung aber nicht um die Methode allein, sondern um deren Anwendung, Kombination und Interpretation. Eine Methode beziehungsweise ein Instrument ist keine Strategieentwicklung. Sie stellen nur den Rahmen dar, der aus Best Practices entwickelt wurde. Sie sind ein Leitfaden und somit wird kein Aspekt vergessen zu betrachten. Jeder Flugzeugpilot hat eine umfangreiche Checkliste die er vor, während und nach seinem Flug durcharbeitet, um sicher zu fliegen. Ärzte haben klinische Behandlungspfade („clinical pathways“), um Krankheiten bestmöglich und effizient zu behandeln. Ein guter Unternehmensberater darf auch keine analytische Betrachtung und Perspektive vergessen – nur so kann das beste Ergebnis für den Kunden erzielt werden.

In der unternehmerischen Praxis bewährt

Ich möchte zwei konkrete Beispiele dazu aus meiner eigenen Praxis geben. In dem Buch „Strategy Design Innovation“ wird beispielsweise das „Opportunity-Threat Radar“ beschrieben. Ein Instrument, welches anhand von Umfeldfaktoren wie technologischer, ökologischer und gesellschaftlicher Trends, Chancen und Risiken für ein Unternehmen identifiziert. Bei einem mittelständischen Kunden haben wir dieses Instrument genutzt, um Strategien zur Chancennutzung und Risikovermeidung herzuleiten.

Ein weiteres Beispiel ist die „Roadmap for Implementation“. Diese gibt letztlich nur einen leicht verständlichen und gut zu erfassenden visuellen Rahmen vor, um die Erreichung von strategischen Zielsetzungen auf Sicht von 3 bis 5 Jahren mit konkreten Maßnahmen und Aktivitäten zu hinterlegen. Die Ableitung der Ziele und der notwendigen Maßnahmen und Aktivitäten stehen dagegen in keinem Buch. Das ist die originäre Aufgabe des Managements selbst beziehungsweise in Zusammenarbeit mit einem Unternehmensberater.

Sie haben Rückfragen an unseren Experten Prof. Dr. Michael Jünger, oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie jetzt direkt Kontakt auf.

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Beratung und Autorenschaft: „Gegensatz oder Ergänzung?“

B4B-Leser fragen, unsere Branchenexperten aus der Region antworten: „Wenn Unternehmensberater Bücher geschrieben haben: Wie kann ich sicher sein, dass sie für mein Unternehmen noch etwas Individuelles oder Neues mitbringen?“ Die Antwort gibt Prof. Dr. Michael Jünger, Senior Partner der Blue Advisory GmbH.

Ich freue mich, dass diese Frage an mich gestellt wurde, da ich selbst gerade das Buch „Strategy Design Innovation – eine Toolbox zur systematischen Strategieentwicklung“ mitveröffentlicht habe.

Der Umkehrschluss dieser Fragestellung würde bedeuten, dass ein Buch dazu führt, stets die gleichen Herangehensweisen zu nutzen, ohne dabei auf die Ausgangssituation und Voraussetzungen des Kunden zu achten.

Bewährte Methoden: Handwerkszeug in der Unternehmensberatung

In meinem Fall ist es so, dass in dem Buch „Strategy Design Innovation“ ausgewählte Methoden beschrieben werden, die sich über die letzten Jahrzehnte als Instrumentarium für eine erfolgsversprechende Strategieentwicklung erwiesen haben. Letztlich geht es bei einer Beratungsleistung aber nicht um die Methode allein, sondern um deren Anwendung, Kombination und Interpretation. Eine Methode beziehungsweise ein Instrument ist keine Strategieentwicklung. Sie stellen nur den Rahmen dar, der aus Best Practices entwickelt wurde. Sie sind ein Leitfaden und somit wird kein Aspekt vergessen zu betrachten. Jeder Flugzeugpilot hat eine umfangreiche Checkliste die er vor, während und nach seinem Flug durcharbeitet, um sicher zu fliegen. Ärzte haben klinische Behandlungspfade („clinical pathways“), um Krankheiten bestmöglich und effizient zu behandeln. Ein guter Unternehmensberater darf auch keine analytische Betrachtung und Perspektive vergessen – nur so kann das beste Ergebnis für den Kunden erzielt werden.

In der unternehmerischen Praxis bewährt

Ich möchte zwei konkrete Beispiele dazu aus meiner eigenen Praxis geben. In dem Buch „Strategy Design Innovation“ wird beispielsweise das „Opportunity-Threat Radar“ beschrieben. Ein Instrument, welches anhand von Umfeldfaktoren wie technologischer, ökologischer und gesellschaftlicher Trends, Chancen und Risiken für ein Unternehmen identifiziert. Bei einem mittelständischen Kunden haben wir dieses Instrument genutzt, um Strategien zur Chancennutzung und Risikovermeidung herzuleiten.

Ein weiteres Beispiel ist die „Roadmap for Implementation“. Diese gibt letztlich nur einen leicht verständlichen und gut zu erfassenden visuellen Rahmen vor, um die Erreichung von strategischen Zielsetzungen auf Sicht von 3 bis 5 Jahren mit konkreten Maßnahmen und Aktivitäten zu hinterlegen. Die Ableitung der Ziele und der notwendigen Maßnahmen und Aktivitäten stehen dagegen in keinem Buch. Das ist die originäre Aufgabe des Managements selbst beziehungsweise in Zusammenarbeit mit einem Unternehmensberater.

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