Thema der Woche

MVV plant Monoverbrennungs-Anlage im Industriepark Gersthofen

Die in Kläranlagen anfallenden Klärschlämme werden bisher entweder als Dünger auf den Feldern ausgebracht oder in Kohlekraftwerken mitverbrannt. MVV hat hierfür eine neue Strategie entwickelt: eine Monoverbrennungsanlage für Klärschlamm im Industriepark Gersthofen.

Für die bisherigen Entsorgungswege von Klärschlämmen muss eine neue Strategie entwickelt werden, denn: Der Einsatz in der Landwirtschaft wird durch die im Jahr 2018 novellierte Klärschlammverordnung stark eingeschränkt, und auch die thermische Verwertung in Kohlekraftwerken ist durch den geplanten Kohleausstieg nur noch befristet möglich.

Große Herausforderung für alle Kommunen

Eine gesicherte und umweltgerechte Entsorgung des Klärschlamms wird also in den nächsten Jahren zu einer großen Herausforderung für alle Kommunen, besonders aber für die Betreiber größerer Kläranlagen. Hinzu kommt, dass mittlere und große Kläranlagen ab 2029 verpflichtet sind, den Phosphoranteil im Klärschlamm zu recyceln.

Eine Monoverbrennungsanlage für Klärschlamm

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie AG plant derzeit, im Industriepark Gersthofen eine Monoverbrennungsanlage für Klärschlamm zu errichten. Mehr als 35 Millionen Euro will der Energieversorger in den kommenden Jahren an seinem schwäbischen Standort dafür investieren. Den Anlagenbetrieb soll die MVV Industriepark Gersthofen GmbH übernehmen, die bereits jetzt für die Standortinfrastruktur und die Energieversorgung der zehn Unternehmen auf dem Gelände verantwortlich ist.

Entscheidung soll im Sommer dieses Jahres fallen

Das Genehmigungsverfahren wurde mit einer ersten Vorstellung des Projekts bei der zuständigen Behörde, der Regierung von Schwaben, Anfang Oktober 2019 begonnen. Die endgültige Entscheidung zur Realisierung des Projekts soll dann im Sommer 2020 fallen, bei Zustimmung aller Gremien könnte die Anlage Anfang 2023 ihren Betrieb aufnehmen.

Etwa 85 000 Tonnen Klärschlamm können behandelt werden

In der Monoverbrennungsanlage können künftig pro Jahr etwa 85 000 Tonnen Klärschlamm behandelt werden – dieser kommt zum größten Teil von kommunalen Kläranlagen aus der Region. Durch die thermische Verwertung in einer Monoverbrennungsanlage, die ausschließlich für Klärschlamm ausgelegt ist, besteht anschließend die Möglichkeit, den wertvollen Phosphoranteil in der Asche zurückzugewinnen. 

Schonung natürlicher Ressourcen

„Phosphor ist vor allem für die Produktion von Düngemitteln unverzichtbar. Die Rückgewinnung dient daher direkt der Schonung von natürlichen Ressourcen, denn der Pflanzennährstoff Phosphor ist weltweit nicht unbegrenzt verfügbar“, sagt Heinz Mergel, Geschäftsführer der MVV Industriepark Gersthofen GmbH. „Mit der neuen Anlage schlagen wir drei Fliegen mit einer Klappe: Wir schützen die Umwelt, erhöhen die Entsorgungssicherheit für Klärschlamm für die Kommunen und gewinnen gleichzeitig einen wertvollen Rohstoff.“

Vielfältige Synergien sollen genutzt werden

Die neue Anlage soll neben dem bestehenden EBS (Ersatzbrennstoff)-Kraftwerk errichtet werden, um vielfältige Synergien – zum Beispiel vorhandene Infrastruktur, die moderne Leitwarte oder das erfahrene Personal – nutzen zu können. Die bei der thermischen Verwertung anfallende Überschussenergie wird in das Wärmenetz des Industrieparks eingespeist.

Informationsveranstaltung aufgrund Corona verschoben

Aufgrund der aktuellen Situation mit der Verbreitung des Coronavirus wird die für den 31. März geplante Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit verschoben, denn ein offener Dialog mit der Nachbarschaft steht für die MVV an erster Stelle. Ein Flyer mit vielen wichtigen Informationen zur Anlage und zum Verfahren der Klärschlammverbrennung sowie die Antworten auf häufig gestellte Fragen kann über die Homepage (www.mvv-igs.de/kva) heruntergeladen werden.

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Thema der Woche

MVV plant Monoverbrennungs-Anlage im Industriepark Gersthofen

Die in Kläranlagen anfallenden Klärschlämme werden bisher entweder als Dünger auf den Feldern ausgebracht oder in Kohlekraftwerken mitverbrannt. MVV hat hierfür eine neue Strategie entwickelt: eine Monoverbrennungsanlage für Klärschlamm im Industriepark Gersthofen.

Für die bisherigen Entsorgungswege von Klärschlämmen muss eine neue Strategie entwickelt werden, denn: Der Einsatz in der Landwirtschaft wird durch die im Jahr 2018 novellierte Klärschlammverordnung stark eingeschränkt, und auch die thermische Verwertung in Kohlekraftwerken ist durch den geplanten Kohleausstieg nur noch befristet möglich.

Große Herausforderung für alle Kommunen

Eine gesicherte und umweltgerechte Entsorgung des Klärschlamms wird also in den nächsten Jahren zu einer großen Herausforderung für alle Kommunen, besonders aber für die Betreiber größerer Kläranlagen. Hinzu kommt, dass mittlere und große Kläranlagen ab 2029 verpflichtet sind, den Phosphoranteil im Klärschlamm zu recyceln.

Eine Monoverbrennungsanlage für Klärschlamm

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie AG plant derzeit, im Industriepark Gersthofen eine Monoverbrennungsanlage für Klärschlamm zu errichten. Mehr als 35 Millionen Euro will der Energieversorger in den kommenden Jahren an seinem schwäbischen Standort dafür investieren. Den Anlagenbetrieb soll die MVV Industriepark Gersthofen GmbH übernehmen, die bereits jetzt für die Standortinfrastruktur und die Energieversorgung der zehn Unternehmen auf dem Gelände verantwortlich ist.

Entscheidung soll im Sommer dieses Jahres fallen

Das Genehmigungsverfahren wurde mit einer ersten Vorstellung des Projekts bei der zuständigen Behörde, der Regierung von Schwaben, Anfang Oktober 2019 begonnen. Die endgültige Entscheidung zur Realisierung des Projekts soll dann im Sommer 2020 fallen, bei Zustimmung aller Gremien könnte die Anlage Anfang 2023 ihren Betrieb aufnehmen.

Etwa 85 000 Tonnen Klärschlamm können behandelt werden

In der Monoverbrennungsanlage können künftig pro Jahr etwa 85 000 Tonnen Klärschlamm behandelt werden – dieser kommt zum größten Teil von kommunalen Kläranlagen aus der Region. Durch die thermische Verwertung in einer Monoverbrennungsanlage, die ausschließlich für Klärschlamm ausgelegt ist, besteht anschließend die Möglichkeit, den wertvollen Phosphoranteil in der Asche zurückzugewinnen. 

Schonung natürlicher Ressourcen

„Phosphor ist vor allem für die Produktion von Düngemitteln unverzichtbar. Die Rückgewinnung dient daher direkt der Schonung von natürlichen Ressourcen, denn der Pflanzennährstoff Phosphor ist weltweit nicht unbegrenzt verfügbar“, sagt Heinz Mergel, Geschäftsführer der MVV Industriepark Gersthofen GmbH. „Mit der neuen Anlage schlagen wir drei Fliegen mit einer Klappe: Wir schützen die Umwelt, erhöhen die Entsorgungssicherheit für Klärschlamm für die Kommunen und gewinnen gleichzeitig einen wertvollen Rohstoff.“

Vielfältige Synergien sollen genutzt werden

Die neue Anlage soll neben dem bestehenden EBS (Ersatzbrennstoff)-Kraftwerk errichtet werden, um vielfältige Synergien – zum Beispiel vorhandene Infrastruktur, die moderne Leitwarte oder das erfahrene Personal – nutzen zu können. Die bei der thermischen Verwertung anfallende Überschussenergie wird in das Wärmenetz des Industrieparks eingespeist.

Informationsveranstaltung aufgrund Corona verschoben

Aufgrund der aktuellen Situation mit der Verbreitung des Coronavirus wird die für den 31. März geplante Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit verschoben, denn ein offener Dialog mit der Nachbarschaft steht für die MVV an erster Stelle. Ein Flyer mit vielen wichtigen Informationen zur Anlage und zum Verfahren der Klärschlammverbrennung sowie die Antworten auf häufig gestellte Fragen kann über die Homepage (www.mvv-igs.de/kva) heruntergeladen werden.

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