Batz+Burgel GmbH & Co. KG

„Man darf die Augen nicht vor der Zukunft verschließen“

Das Familienunternehmen Batz+Burgel in Friedberg feierte im Frühjahr 2019 sein 25-jähriges Jubiläum. Geschäftsführer Jürgen Burgel erzählt von den Stolpersteinen der Gründungsjahre und von den Zukunftstrends der Branche.

Herr Burgel, welche Produkte und Dienstleistungen bieten Sie Ihren Kunden?

Jürgen Burgel: Batz + Burgel ist seit 25 Jahren kompetenter Partner der Industrie im Bereich Metallhandel und Metallbearbeitung. Eine große Sortimentstiefe, unsere hohe Fertigungskompetenz, von Einzelteilen bis zur Vormontage komplexer Baugruppen, sowie eine ausgeprägte Flexibilität zeichnen unser Unternehmen aus. Wir verstehen uns als Systempartner, als kompetenter Mitdenker und persönlicher Berater. Unsere qualifizierten Mitarbeiter bringen ihr Spezial- Know-how in jeden Auftrag ein. Gemeinsam mit unseren Kunden finden wir die beste Lösung: das optimale Produkt mit der passenden Metalllegierung mit Blick auf den Verarbeitungsprozess und die Anwendung.

Wieso damals überhaupt die Entscheidung, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Burgel: Deutschland befand sich in einer ähnlichen Situation, auf die wir uns auch jetzt vermutlich vorbereiten müssen: Eine „normale“ Wirtschaftskrise, die sich über zwei bis drei Jahre hinzog. Jürgen Batz und ich waren damals bei einem der größten europäischen Aluminiumproduzenten beschäftigt, welcher der Krise durch Schließung diverser Standorte begegnete. Wir und unser kleines Team glaubten fest an eine regionale Verankerung. Deshalb entschieden wir, das Zepter selbst in die Hand zu nehmen und eine eigene Firma zu gründen.

Mit Sicherheit kein ganz einfacher Schritt?

Burgel: Der Sprung ins Ungewisse war der schwierigste, aber in der Rückschau auch der absolut spannendste Punkt. Es galt zunächst die Meilensteine Businessplan, Gewerbefläche, Finanzierung und Lieferanten abzuarbeiten und ganz entscheidend die künftigen Mitarbeiter vom Projekt zu überzeugen. Nach all den Basics galt es dann im Frühjahr 1994, die Ideen und Überzeugungen mit einem kleinen Team aus sieben Mann in die Realität umzusetzen.

Mit welchen Stolpersteinen hatten Sie zu kämpfen?

Burgel: Vieles aus unseren Plänen kam naturgemäß anders. Nicht alle Marktteilnehmer waren begeistert, einen neuen Metallhändler zu akzeptieren. Heute bin ich mir sicher, dass es von unserer Überzeugung abhing, anders zu sein als die Etablierten. Wir waren richtig gierig, hungrig nach Kundenaufträgen und lernten sehr schnell zuzuhören, was der Markt und unsere Kunden von uns verlangen.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Womit sehen Sie sich aktuell konfrontiert?

Burgel: Wir befinden uns in einem stetigen Wandel – im Unternehmen, aber natürlich auch in der gesamten Wirtschaft. Die Digitalisierung und damit einhergehend die vierte Industrierevolution sind keine Zukunftsmusik mehr. Als KMU darf man die Augen davor nicht verschließen. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass diese Veränderungen vorranging die kaufmännischen Prozesse betreffen. Gewohnte Abläufe werden automatisiert oder fallen ganz weg. Ich denke, ein Unternehmen in unserer Größenordnung braucht bis zu fünf Jahre, um diese neuen digitalen Abläufe zu entwickeln und zu integrieren. Das kostet sehr viel Energie und produziert zunächst jede Menge Kosten.

Inwieweit gehen Sie diesen Wandel bereits mit?

Burgel: Wir haben 2010 damit begonnen, uns stark mit der Zukunft von Batz + Burgel auseinanderzusetzen. In einem ersten Schritt wollten wir den Fortbestand des Unternehmens voranbringen und beriefen Alexander Batz, den Sohn meines Mitgründers, in die Geschäftsführung. Alexander hat in seiner Vita zwei abgeschlossene Berufsausbildungen zum Zerspanungsmechaniker, zum Industriekaufmann und zuletzt ein abgeschlossenes BWL-Studium. Im zweiten Schritt haben wir uns zum Ziel gesetzt, Vorreiter bei der Entwicklung digitaler Geschäftsabläufe zu sein. Bisher ist die Branche in diesem Bereich eher träge. Der Mittelstand darf die Augen nicht vor der Digitalisierung verschließen.

Haben Sie hierzu ein Beispiel?

Burgel: Seit Jahren investieren wir große Teile des Gesamtbudgets in die Weiterentwicklung unseres Warenwirtschaftssystems und somit in die Optimierung von internen Prozessen. Kundenaufträge werden termin-und ausbringungsoptimiert programmiert und digital in maschinenlesbaren Codes direkt an die Maschinen gesendet. Eine ausgeklügelte Betriebsdatenerfassung ermöglicht einen gezielten Abgleich von Vor- und Nachkalkulation. Unser aktuelles Ziel ist es, mithilfe von Onlinetools die Kalkulation von Frästeilen schneller und effektiver zu machen. Dazu werden wir auf unserer Website mit gezielten Maßnahmen verstärkt in den Online-Handel einsteigen. Wir sind der festen Überzeugung: Die Zukunft ist digital!

Wie begegnen Sie diesen Veränderungen?

Burgel: Als Vorstand des Verbands Deutscher Halbzeughändler bin ich bestrebt, die Strukturen zu verändern und eine tiefere Zusammenarbeit zu organisieren. Denn wie schon erwähnt, ist aus meiner Sicht die Zukunft regional und nicht wie bei großen Online- Händlern zentralisiert. Das Wichtigste ist es meiner Meinung nach, seinen Kunden auch künftig zuzuhören, auf neue Projekte mit großem Interesse zu reagieren und diese mit echter Begeisterung umzusetzen. Für ein solches Projekt sind wir in diesem Jahr mit dem „Supplier of the Year Award“ der Firma Uhlmann Pac Systeme ausgezeichnet worden.

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Herr Burgel, welche Produkte und Dienstleistungen bieten Sie Ihren Kunden?

Jürgen Burgel: Batz + Burgel ist seit 25 Jahren kompetenter Partner der Industrie im Bereich Metallhandel und Metallbearbeitung. Eine große Sortimentstiefe, unsere hohe Fertigungskompetenz, von Einzelteilen bis zur Vormontage komplexer Baugruppen, sowie eine ausgeprägte Flexibilität zeichnen unser Unternehmen aus. Wir verstehen uns als Systempartner, als kompetenter Mitdenker und persönlicher Berater. Unsere qualifizierten Mitarbeiter bringen ihr Spezial- Know-how in jeden Auftrag ein. Gemeinsam mit unseren Kunden finden wir die beste Lösung: das optimale Produkt mit der passenden Metalllegierung mit Blick auf den Verarbeitungsprozess und die Anwendung.

Wieso damals überhaupt die Entscheidung, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Burgel: Deutschland befand sich in einer ähnlichen Situation, auf die wir uns auch jetzt vermutlich vorbereiten müssen: Eine „normale“ Wirtschaftskrise, die sich über zwei bis drei Jahre hinzog. Jürgen Batz und ich waren damals bei einem der größten europäischen Aluminiumproduzenten beschäftigt, welcher der Krise durch Schließung diverser Standorte begegnete. Wir und unser kleines Team glaubten fest an eine regionale Verankerung. Deshalb entschieden wir, das Zepter selbst in die Hand zu nehmen und eine eigene Firma zu gründen.

Mit Sicherheit kein ganz einfacher Schritt?

Burgel: Der Sprung ins Ungewisse war der schwierigste, aber in der Rückschau auch der absolut spannendste Punkt. Es galt zunächst die Meilensteine Businessplan, Gewerbefläche, Finanzierung und Lieferanten abzuarbeiten und ganz entscheidend die künftigen Mitarbeiter vom Projekt zu überzeugen. Nach all den Basics galt es dann im Frühjahr 1994, die Ideen und Überzeugungen mit einem kleinen Team aus sieben Mann in die Realität umzusetzen.

Mit welchen Stolpersteinen hatten Sie zu kämpfen?

Burgel: Vieles aus unseren Plänen kam naturgemäß anders. Nicht alle Marktteilnehmer waren begeistert, einen neuen Metallhändler zu akzeptieren. Heute bin ich mir sicher, dass es von unserer Überzeugung abhing, anders zu sein als die Etablierten. Wir waren richtig gierig, hungrig nach Kundenaufträgen und lernten sehr schnell zuzuhören, was der Markt und unsere Kunden von uns verlangen.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Womit sehen Sie sich aktuell konfrontiert?

Burgel: Wir befinden uns in einem stetigen Wandel – im Unternehmen, aber natürlich auch in der gesamten Wirtschaft. Die Digitalisierung und damit einhergehend die vierte Industrierevolution sind keine Zukunftsmusik mehr. Als KMU darf man die Augen davor nicht verschließen. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass diese Veränderungen vorranging die kaufmännischen Prozesse betreffen. Gewohnte Abläufe werden automatisiert oder fallen ganz weg. Ich denke, ein Unternehmen in unserer Größenordnung braucht bis zu fünf Jahre, um diese neuen digitalen Abläufe zu entwickeln und zu integrieren. Das kostet sehr viel Energie und produziert zunächst jede Menge Kosten.

Inwieweit gehen Sie diesen Wandel bereits mit?

Burgel: Wir haben 2010 damit begonnen, uns stark mit der Zukunft von Batz + Burgel auseinanderzusetzen. In einem ersten Schritt wollten wir den Fortbestand des Unternehmens voranbringen und beriefen Alexander Batz, den Sohn meines Mitgründers, in die Geschäftsführung. Alexander hat in seiner Vita zwei abgeschlossene Berufsausbildungen zum Zerspanungsmechaniker, zum Industriekaufmann und zuletzt ein abgeschlossenes BWL-Studium. Im zweiten Schritt haben wir uns zum Ziel gesetzt, Vorreiter bei der Entwicklung digitaler Geschäftsabläufe zu sein. Bisher ist die Branche in diesem Bereich eher träge. Der Mittelstand darf die Augen nicht vor der Digitalisierung verschließen.

Haben Sie hierzu ein Beispiel?

Burgel: Seit Jahren investieren wir große Teile des Gesamtbudgets in die Weiterentwicklung unseres Warenwirtschaftssystems und somit in die Optimierung von internen Prozessen. Kundenaufträge werden termin-und ausbringungsoptimiert programmiert und digital in maschinenlesbaren Codes direkt an die Maschinen gesendet. Eine ausgeklügelte Betriebsdatenerfassung ermöglicht einen gezielten Abgleich von Vor- und Nachkalkulation. Unser aktuelles Ziel ist es, mithilfe von Onlinetools die Kalkulation von Frästeilen schneller und effektiver zu machen. Dazu werden wir auf unserer Website mit gezielten Maßnahmen verstärkt in den Online-Handel einsteigen. Wir sind der festen Überzeugung: Die Zukunft ist digital!

Wie begegnen Sie diesen Veränderungen?

Burgel: Als Vorstand des Verbands Deutscher Halbzeughändler bin ich bestrebt, die Strukturen zu verändern und eine tiefere Zusammenarbeit zu organisieren. Denn wie schon erwähnt, ist aus meiner Sicht die Zukunft regional und nicht wie bei großen Online- Händlern zentralisiert. Das Wichtigste ist es meiner Meinung nach, seinen Kunden auch künftig zuzuhören, auf neue Projekte mit großem Interesse zu reagieren und diese mit echter Begeisterung umzusetzen. Für ein solches Projekt sind wir in diesem Jahr mit dem „Supplier of the Year Award“ der Firma Uhlmann Pac Systeme ausgezeichnet worden.

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