Fech Fenstertechnik

Ein Patent erobert die Welt

Fensterbauer des Jahres, Bayerischer Staatspreisträger, Bayerischer Innovationspreis und Bayerischer Export­preis – die Fech Fenstertechnik GmbH & Co. KG in Norden­dorf reiht Erfolg an Erfolg. Ursache ist eine Erfindung des Inhabers Werner Fech, die rund um den Globus zum Einsatz kommt.

Im Jahr 1997 hatte sich Werner Fech geärgert. Er baute für seinen Fenstertechnikbetrieb eine Halle mit PU-Sandwichpaneelen. Ein Material, das im Industriebau weit verbreitet war. Für den Einbau von Fenster und Türen sind aufwändige Wandriegelkonstruktionen und Verblechungen innen und außen notwendig, die zu Dellen in der Fassade, langen und nicht schön anzusehenden Silikonfugen und Wärmebrücken führen können.

Dem wollte Fech abhelfen und machte sich ans Tüfteln, knapp drei Jahre lang. Ergebnis: das Fech-Jet-System für den schraublosen Einbau von Fenstern und Türen in Sandwichelemente. Das geht dank eines speziell angefertigten Aluminiumrahmens, eine zweischalige Zarge, in die das Fenster eingeschoben wird. Haltbar machen es gegenläufige Verzahnungen, die sich miteinander verhaken. Der Effekt: volle Integrität des Fensters im Sandwichpaneel, Bündigkeit mit der Wand, schnelle Montage und verbesserte Optik sowie keinerlei Wärmebrücken.

Einfach und konkurrenzlos

Ein wirkungsvolles, aber im Grunde einfaches System, auf das man schlicht kommen musste. Selbst Wettbewerber zollen ihm Respekt, sagt er, doch er ist es, der die Patente seit 2001 in deutscher und 2006 in europäischer Version hält. Konkurrenz habe er keine, lediglich ein Mal gab es den Versuch einer Nachahmung, die er per Klage erfolgreich konterte. Bis heute hat er sein Fech-Jet-System ausgebaut: Es eignet sich für Dreh-, Kipp-, Schiebe-, Schräg- und Schwingfenster, Festverglasung und Ganzglasecken sowie schraublose Toreinfassungen, Automatik- und Fluchtwegtüren.

Mit dem Fech-Jet-System, erzählt der Erfinder und Tüftler, nahm sein Geschäft Fahrt auf. Der 1989 gegründete Ein-Mann-Handwerksbetrieb entwickelt sich zum mittelständischen Unternehmen mit heute fast 40 Mitarbeitern. Das Fech-Jet-System wird schnell bekannt, zuerst in Deutschland, dann europaweit und schließlich weltweit. Weniger durch Marketing, als vielmehr durch die Baustellen. Das einfach zu montierende und effektive System beeindruckt und spricht sich herum.

Etwa nach Tadschikistan, wo der Neubau einer Großschlachterei mit rund einem Kilometer Länge mit seinen Fenstern ausgestattet wird. Sie wiederum sieht ein mongolischer Bauherr und setzt sie in seinem Heimatland ein. In ähnlicher Weise kam Fech zum Auftrag für die Bananenreifeplantagen auf der Karibikinsel Curaçao. Ein Monteur aus Holland wird in Deutschland auf das Fech-Jet-System aufmerksam, berichtet seinem Chef, der in der ehemals niederländischen Kolonie tätig ist und seine Sandwichpaneele kurzerhand auf Fech-Produkte umstellt. Weitere Aufträge erhält Fech aus Australien, Marokko, für den Flughafen in Dubai oder eine Ölbohrplattform vor dem norwegischen Stavanger. Ein Franchise-Partner mit Sitz in London unterstützt die weltweite Verbreitung des Jet-Systems – heute liefert Fech, außer nach Südamerika, auf jeden Kontinent dieser Welt.

Automobil- und Lebensmittelindustrie

Zehn bis 15 Prozent Steigerungsraten verzeichnete Fech in den vergangenen Jahren. Nach wie vor wichtiges Standbein ist der Markt in Deutschland. Dank der florierenden Wirtschaft boomt der industrielle Hallenbau, wo die Produkte von Fech bevorzugt zum Einsatz kommen. In der Automobilindustrie etwa, wo es laut Fech, derzeit keine neue Halle gäbe, die er nicht mit seinem System ausstattet. Ebenso die Lebensmittelindustrie, insbesondere die fleischverarbeitende Branche mit Großunternehmen wie Tönnies, Böklunder, Handl oder Hertha. Ihnen kommt zugute, dass dank der Flächenbündigkeit des Fech-Jet-Systems Hygienemaßnahmen effizienter erfolgen können.

Viermal ausgezeichnet

Deutschland ist das Land des Mittelstands. Und würdigt seine Erfinder. Was auch für das Jet-System von Werner Fech gilt. Seine Patente und das darauf aufbauende Geschäft waren viele Auszeichnungen wert: 2011 erhält das Unternehmen Fech den Bayerischen Exportpreis, 2014 den Innovationspreis Bayern. Auf der Internationalen Handwerksmesse in München in diesem Jahr verleiht ihm die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern den Bayerischen Staatspreis gemäß den Kriterien technische Lösung, Qualität der Ausführung, Innovationsgrad, Anwendungsnutzen und Nachhaltigkeit. Und die Fensterbaubranche nominiert ihn zum „Fensterbauer des Jahres“ und zeichnet ihn in der Kategorie „Produktentwicklung und Fertigung“ aus.

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Fech Fenstertechnik

Ein Patent erobert die Welt

Fensterbauer des Jahres, Bayerischer Staatspreisträger, Bayerischer Innovationspreis und Bayerischer Export­preis – die Fech Fenstertechnik GmbH & Co. KG in Norden­dorf reiht Erfolg an Erfolg. Ursache ist eine Erfindung des Inhabers Werner Fech, die rund um den Globus zum Einsatz kommt.

Im Jahr 1997 hatte sich Werner Fech geärgert. Er baute für seinen Fenstertechnikbetrieb eine Halle mit PU-Sandwichpaneelen. Ein Material, das im Industriebau weit verbreitet war. Für den Einbau von Fenster und Türen sind aufwändige Wandriegelkonstruktionen und Verblechungen innen und außen notwendig, die zu Dellen in der Fassade, langen und nicht schön anzusehenden Silikonfugen und Wärmebrücken führen können.

Dem wollte Fech abhelfen und machte sich ans Tüfteln, knapp drei Jahre lang. Ergebnis: das Fech-Jet-System für den schraublosen Einbau von Fenstern und Türen in Sandwichelemente. Das geht dank eines speziell angefertigten Aluminiumrahmens, eine zweischalige Zarge, in die das Fenster eingeschoben wird. Haltbar machen es gegenläufige Verzahnungen, die sich miteinander verhaken. Der Effekt: volle Integrität des Fensters im Sandwichpaneel, Bündigkeit mit der Wand, schnelle Montage und verbesserte Optik sowie keinerlei Wärmebrücken.

Einfach und konkurrenzlos

Ein wirkungsvolles, aber im Grunde einfaches System, auf das man schlicht kommen musste. Selbst Wettbewerber zollen ihm Respekt, sagt er, doch er ist es, der die Patente seit 2001 in deutscher und 2006 in europäischer Version hält. Konkurrenz habe er keine, lediglich ein Mal gab es den Versuch einer Nachahmung, die er per Klage erfolgreich konterte. Bis heute hat er sein Fech-Jet-System ausgebaut: Es eignet sich für Dreh-, Kipp-, Schiebe-, Schräg- und Schwingfenster, Festverglasung und Ganzglasecken sowie schraublose Toreinfassungen, Automatik- und Fluchtwegtüren.

Mit dem Fech-Jet-System, erzählt der Erfinder und Tüftler, nahm sein Geschäft Fahrt auf. Der 1989 gegründete Ein-Mann-Handwerksbetrieb entwickelt sich zum mittelständischen Unternehmen mit heute fast 40 Mitarbeitern. Das Fech-Jet-System wird schnell bekannt, zuerst in Deutschland, dann europaweit und schließlich weltweit. Weniger durch Marketing, als vielmehr durch die Baustellen. Das einfach zu montierende und effektive System beeindruckt und spricht sich herum.

Etwa nach Tadschikistan, wo der Neubau einer Großschlachterei mit rund einem Kilometer Länge mit seinen Fenstern ausgestattet wird. Sie wiederum sieht ein mongolischer Bauherr und setzt sie in seinem Heimatland ein. In ähnlicher Weise kam Fech zum Auftrag für die Bananenreifeplantagen auf der Karibikinsel Curaçao. Ein Monteur aus Holland wird in Deutschland auf das Fech-Jet-System aufmerksam, berichtet seinem Chef, der in der ehemals niederländischen Kolonie tätig ist und seine Sandwichpaneele kurzerhand auf Fech-Produkte umstellt. Weitere Aufträge erhält Fech aus Australien, Marokko, für den Flughafen in Dubai oder eine Ölbohrplattform vor dem norwegischen Stavanger. Ein Franchise-Partner mit Sitz in London unterstützt die weltweite Verbreitung des Jet-Systems – heute liefert Fech, außer nach Südamerika, auf jeden Kontinent dieser Welt.

Automobil- und Lebensmittelindustrie

Zehn bis 15 Prozent Steigerungsraten verzeichnete Fech in den vergangenen Jahren. Nach wie vor wichtiges Standbein ist der Markt in Deutschland. Dank der florierenden Wirtschaft boomt der industrielle Hallenbau, wo die Produkte von Fech bevorzugt zum Einsatz kommen. In der Automobilindustrie etwa, wo es laut Fech, derzeit keine neue Halle gäbe, die er nicht mit seinem System ausstattet. Ebenso die Lebensmittelindustrie, insbesondere die fleischverarbeitende Branche mit Großunternehmen wie Tönnies, Böklunder, Handl oder Hertha. Ihnen kommt zugute, dass dank der Flächenbündigkeit des Fech-Jet-Systems Hygienemaßnahmen effizienter erfolgen können.

Viermal ausgezeichnet

Deutschland ist das Land des Mittelstands. Und würdigt seine Erfinder. Was auch für das Jet-System von Werner Fech gilt. Seine Patente und das darauf aufbauende Geschäft waren viele Auszeichnungen wert: 2011 erhält das Unternehmen Fech den Bayerischen Exportpreis, 2014 den Innovationspreis Bayern. Auf der Internationalen Handwerksmesse in München in diesem Jahr verleiht ihm die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern den Bayerischen Staatspreis gemäß den Kriterien technische Lösung, Qualität der Ausführung, Innovationsgrad, Anwendungsnutzen und Nachhaltigkeit. Und die Fensterbaubranche nominiert ihn zum „Fensterbauer des Jahres“ und zeichnet ihn in der Kategorie „Produktentwicklung und Fertigung“ aus.

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