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Arbeitsschutz – zentraler Bestandteil der „Qualität der Arbeitswelt“

Bilder: secum GmbH
Getreu dem Slogan: „Qualität der Arbeitswelt“ berät und unterstützt die Arbeitsschutz. Ein Interview mit Geschäftsführer Ulrich Müller.

Secum hat sich ein hervorragendes Renommee erarbeitet, wenn es darum geht, Unternehmen bei der zukunftssicheren Ausrichtung zu unterstützen. Die drei Dienstleistungsbereiche, Personalstrategie, Managementsysteme und Arbeitsschutz stehen in enger Verflechtung miteinander. Dem 1992 von Ulrich Müller und Karl-Heinz Brunner gegründeten Unternehmen in Kempten vertrauen heute über 850 Betriebe unterschiedlichster Größe und Branche. 2015 ist mit Sven Brunner bereits die zweite Generation in die Geschäftsführung eingestiegen. Ulrich Müller berichtet im Interview über die Herausforderungen, denen Klienten wie Berater – vor allem im zentralen Bereich des Arbeitsschutzes – gegenüberstehen und verrät, welche Lösungen secum bereithält.

Herr Müller, wie lauten die derzeit häufigsten Fragen oder Aufgaben, mit denen Kunden auf Sie zukommen?

Ulrich Müller: Wenn es um den Arbeitsschutz geht, will der Unternehmer Rechtssicherheit und ein Haftungsrisiko möglichst ausschließen. Zentrale Frage ist: Welche Voraussetzungen und Maßnahmen sind erforderlich, um die gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen?

Wo liegen da die besonderen Herausforderungen?

Ulrich Müller:  Gerade im Bereich des Arbeitsschutzes gibt es eine historische Entwicklung speziell in Deutschland, die das Thema sehr beratungsintensiv macht. Insbesondere durch Bürokratieabbau und Deregulierung sind schwarz-/weiß-Antworten kaum zu liefern. Stattdessen gilt es, maßgeschneiderte Lösungen auf Basis der individuellen betrieblichen Gefährdungsbeurteilung zu erarbeiten. 

Welche Lösungen bieten Sie dazu an?

Ulrich Müller: Der Beratungs- und Unterstützungsbedarf ist je nach Situation und den Wünschen des Kunden sehr unterschiedlich. Grundsätzlich bieten wir die Beratung und nach Bedarf auch operative Unterstützung an. Das hängt unter anderem von der Betriebsgröße ab – gibt es beispielsweise Personal und Kapazitäten, das Thema intern (weiter) zu entwickeln? Selbst wenn Personal dafür vorhanden ist, bieten wir zwei Lösungen an. Wir können direkt mit Manpower bei der betrieblichen Umsetzung unterstützen oder wir qualifizieren das Personal des Kunden.

Was wird im Beratungsalltag seitens der Kunden am meisten unterschätzt?

Ulrich Müller: Erfahrungsgemäß wird meist der Zeit- und Personalaufwand bei der ersten Implementierung unterschätzt. Auch langfristig bindet ein professioneller Arbeitsschutz Kapazitäten. Dies erfordert mitunter die Entscheidung, Aufgaben outzusourcen.

Wie läuft ein Beratungsprozess bei Ihnen üblicherweise ab?

Ulrich Müller: Nach den ersten Gesprächen wird die Situation beim Kunden genau erfasst. Diese Daten werden analysiert und fachlich bewertet. Auf dieser Basis stellen wir dem Kunden Maßnahmen oder Pakete vor, die bereits entscheidungsreif sind. Für die Realisierung stellen wir dann Berater und – soweit erforderlich – weiteres Personal. Nach der Umsetzung wird eine Erfolgskontrolle durchgeführt. Vertraglich können unsere Leistungen auf ein Projekt beschränkt sein oder im Rahmen einer Teil- oder Vollbetreuung dauerhaft eingesetzt werden.

Welche Kriterien oder Effekte spielen für die Kunden eine Rolle?

Ulrich Müller: Für die Entscheidung der Kunden sind unserer Erfahrung nach vor allem die folgenden Aspekte relevant: Haftung, Kosten und Motivation. Wie eingangs erwähnt, will der Unternehmer das unternehmerische Risiko im Sinne der Haftung reduzieren. Des Weiteren können durch die richtigen Hebel im Arbeitsschutz Ausfallzeiten von Mitarbeitern abnehmen. Das wirkt sich auf die Kosten aus. Beispielsweise kostet der Ausfall eines Mitarbeiters den Betrieb durchschnittlich 300 Euro am Tag. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat für 2015 rund 15 Ausfalltage pro Arbeitnehmer ermittelt.

Ein weiterer Punkt, der sich langfristig auszahlt, ist die Motivation. Unternehmer und Belegschaft müssen für das Thema sensibilisiert und aktiviert werden. Mit unserem Schulungsangebot oder in Gesprächen schaffen wir Bewusstsein und versuchen möglichst viele Betriebsangehörige für eine Mitwirkung zu gewinnen. Das gilt im besonderem Maße für Führungskräfte. Die Arbeitssicherheit sollte ein langfristig erstrebenswertes Unternehmensziel sein. Nicht zuletzt entsteht ein Imagegewinn, der sich positiv auf die Attraktivität als Arbeitgeber auswirkt. Gerade im Wettbewerb um Fachkräfte ist das ein wichtiger Aspekt.

Wie bewerten und bewahren Sie den eigenen Qualitätsanspruch innerhalb Ihres Teams?

Ulrich Müller: Wir haben schon sehr früh mit dem Qualitätsmanagement angefangen. Innerhalb des Teams sorgen regelmäßige Gespräche, Schulungen und aktives Controlling dafür, dass wir immer auf dem neusten Stand sind. Darüber hinaus entsteht im Rahmen unserer Projekte ein reger interdisziplinärer Dialog, da unsere Dienstleistungen in der Regel das Wissen von mehreren Spezialisten erfordern. Ein weiterer Baustein für die interne Qualitätssicherung ist die stetige Optimierung unserer Prozesse und die Fortbildung unserer Mitarbeiter.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung, welche Trends oder entstehenden Wirkungsfelder sind zu beobachten oder gewinnen an Relevanz?

Ulrich Müller: Unser Tätigkeitsfeld ist in die drei Haupthandlungsfelder Technik, Organisation und Personal unterteilt. Dabei konzentriert sich die Einflussnahme immer mehr auf die organisatorischen und personellen Faktoren, da die technischen heute nahezu ausgereizt sind. Im Personellen beispielsweise begrüßt uns der demografische Wandel mit immer älter werdenden Belegschaften, die es zu berücksichtigen gilt. Weiterhin gehen statistisch die klassischen Erkrankungen und Unfälle erfreulicherweise zurück. Dafür nehmen psychische Belastungen zu. Diese werden heute im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung bereits berücksichtigt.

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