101 Köpfe, Folge 120

Paul Kienberger: Eigentlich wollte ich den Betrieb nicht übernehmen

Paul Kienberger ist vor 28 Jahren bei Egenberger GmbH & Co. KG in Thierhaupten in den elterlichen Betrieb eingestiegen. Was er bei einer Busfahrt ins „Tal der schönen Frauen“ erlebt hat und wann er selbst den ÖPNV nutzt, verrät er im 101 Köpfe-Interview.

Name: Paul Kienberger

Alter: 49 Jahre

Position: Geschäftsführer

Unternehmen: Egenberger GmbH & Co. KG

Hobbies: Musik, Pferde


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wollten Sie immer schon die Firma Ihrer Eltern übernehmen?

Paul Kienberger: Nein, das wollte ich damals eigentlich nicht. Ich hatte eine Interessante Arbeit in München bei einem großen Touristiker und kam viel und weit in der ganzen Welt herum – ideal für einen jungen Menschen. Durch eine Erkrankung meines Vaters half ich Zuhause aus und stieg mit 21Jahren dann im elterlichen Betrieb ein.

An welche Bus-Geschichte erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

Eine meiner „lustigsten“ Busreise war 1992 eine Fahrt in einer Sommerwoche nach Egger/Ungarn ins Tal der schönen Frauen. Auf dem Weg in Richtung Ungarn irgendwo zwischen München und Salzburg  saß ich am Lenkrad und der 2. Fahrer saß am Beifahrersitz. Wir sprachen die Details der kompletten Tour nochmals durch. Nebenbei steckte der Beifahrer eine Musikkassette in den Radio und ließ diese im Fahrgastraum abspielen. Nach einer Weile kam ein Fahrgast nach vorne und fragte, wann es denn die passenden Weihnachtsgeschenke gäbe? Der Beifahrer hatte tatsächlich mitten im Sommer eine Weihnachtskassette erwischt, was natürlich zur allgemeinen Belustigung führte. Das blieb auch noch den Rest der Fahrt ein gelungener Spaß!

Die Bus-Branche ist ein stark umkämpfter Markt. Wie schaffen Sie es, sich hier zu behaupten?

Wir versuchen mit dem Wandel der Zeit zu gehen und sehen dies als Chance.

Nutzen Sie privat eher den ÖPNV oder ihr Auto?

Fast immer nur das Auto. Den ÖPNV nutze ich meist nur im Urlaub.

Was war die bisher ungewöhnlichste, aber vielleicht beste Entscheidung in Ihrer Position als Geschäftsführer?

Das Projekt „Unternehmenswert Mensch“ in unserem Busbetrieb umzusetzen – wie der Name schon sagt den „Unternehmenswert“ Mensch herauszufinden und zu stärken beziehungsweise noch weiter auszubauen  und dass es unternehmenswert ist „Mensch“ zu sein beispielsweise als Dienstleister gerade im Zeitalter der Digitalisierung.

Mit wem würden Sie gerne einmal einen Bus-Roadtrip machen und wohin würde Sie fahren?

Mit all denen, die noch nie mit einem unserer Busse mitgefahren sind, um dieses Erlebnis auch mal zu er-fahren!

Sie engagieren sich sehr stark bei der IHK und hatten einen Ihrer Busse mit einem HWK-Slogan beklebt. Wie wichtig ist Ihnen die Zusammenarbeit mit den Kammern?

Sehr wichtig, da der Auftrag der Kammern – zur Rahmengestaltung der Bildung – eine einmalige Stellung in unserem Ausbildungssystem darstellt. Diese Möglichkeit sich hier engagieren zu können sollte man nutzen!

Was bedeutet für Sie Heimatverbundenheit?

Heimatverbundenheit – die auch gelebt wird – bedeutet mir sehr viel, denn hier habe ich, trotz eines modernen High-Tech-Wirtschaftsstandortes, eine Heimat. Wir erhalten unsere Traditionen und kulturellen Werte aufrecht. Unser ehemalige Bundespräsident Roman Herzog stelle dies sehr zutreffend fest: „Laptop und Lederhose“.

Was raten Sie jungen Menschen, die in den elterlichen Betrieb einsteigen?

Macht es! Das ist das Beste was Ihr tun könnt. Das ist unsere Zukunft!

Was würden Sie Ihrem 18-jährigen Ich sagen, wenn Sie könnten?

Darüber habe ich nie nachgedacht. Aber ich würde sagen: Machen wir wieder so.

Wenn Sie gerade nicht in der Arbeit sind, was tun Sie dann am liebsten?

Die Zeit mit meiner Frau und den Kindern verbringen. Natürlich gehe ich dann auch gerne meinen Hobbies Musikspielen und den Pferden nach.

Ganz spontan in 30 Sekunden: Drei tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben?

Mein Vater Max Kienberger, unser aktueller Staatsminister Dr. Hans Reichart und Jakob Fugger.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
101 Köpfe, Folge 120

Paul Kienberger: Eigentlich wollte ich den Betrieb nicht übernehmen

Paul Kienberger ist vor 28 Jahren bei Egenberger GmbH & Co. KG in Thierhaupten in den elterlichen Betrieb eingestiegen. Was er bei einer Busfahrt ins „Tal der schönen Frauen“ erlebt hat und wann er selbst den ÖPNV nutzt, verrät er im 101 Köpfe-Interview.

Name: Paul Kienberger

Alter: 49 Jahre

Position: Geschäftsführer

Unternehmen: Egenberger GmbH & Co. KG

Hobbies: Musik, Pferde


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wollten Sie immer schon die Firma Ihrer Eltern übernehmen?

Paul Kienberger: Nein, das wollte ich damals eigentlich nicht. Ich hatte eine Interessante Arbeit in München bei einem großen Touristiker und kam viel und weit in der ganzen Welt herum – ideal für einen jungen Menschen. Durch eine Erkrankung meines Vaters half ich Zuhause aus und stieg mit 21Jahren dann im elterlichen Betrieb ein.

An welche Bus-Geschichte erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

Eine meiner „lustigsten“ Busreise war 1992 eine Fahrt in einer Sommerwoche nach Egger/Ungarn ins Tal der schönen Frauen. Auf dem Weg in Richtung Ungarn irgendwo zwischen München und Salzburg  saß ich am Lenkrad und der 2. Fahrer saß am Beifahrersitz. Wir sprachen die Details der kompletten Tour nochmals durch. Nebenbei steckte der Beifahrer eine Musikkassette in den Radio und ließ diese im Fahrgastraum abspielen. Nach einer Weile kam ein Fahrgast nach vorne und fragte, wann es denn die passenden Weihnachtsgeschenke gäbe? Der Beifahrer hatte tatsächlich mitten im Sommer eine Weihnachtskassette erwischt, was natürlich zur allgemeinen Belustigung führte. Das blieb auch noch den Rest der Fahrt ein gelungener Spaß!

Die Bus-Branche ist ein stark umkämpfter Markt. Wie schaffen Sie es, sich hier zu behaupten?

Wir versuchen mit dem Wandel der Zeit zu gehen und sehen dies als Chance.

Nutzen Sie privat eher den ÖPNV oder ihr Auto?

Fast immer nur das Auto. Den ÖPNV nutze ich meist nur im Urlaub.

Was war die bisher ungewöhnlichste, aber vielleicht beste Entscheidung in Ihrer Position als Geschäftsführer?

Das Projekt „Unternehmenswert Mensch“ in unserem Busbetrieb umzusetzen – wie der Name schon sagt den „Unternehmenswert“ Mensch herauszufinden und zu stärken beziehungsweise noch weiter auszubauen  und dass es unternehmenswert ist „Mensch“ zu sein beispielsweise als Dienstleister gerade im Zeitalter der Digitalisierung.

Mit wem würden Sie gerne einmal einen Bus-Roadtrip machen und wohin würde Sie fahren?

Mit all denen, die noch nie mit einem unserer Busse mitgefahren sind, um dieses Erlebnis auch mal zu er-fahren!

Sie engagieren sich sehr stark bei der IHK und hatten einen Ihrer Busse mit einem HWK-Slogan beklebt. Wie wichtig ist Ihnen die Zusammenarbeit mit den Kammern?

Sehr wichtig, da der Auftrag der Kammern – zur Rahmengestaltung der Bildung – eine einmalige Stellung in unserem Ausbildungssystem darstellt. Diese Möglichkeit sich hier engagieren zu können sollte man nutzen!

Was bedeutet für Sie Heimatverbundenheit?

Heimatverbundenheit – die auch gelebt wird – bedeutet mir sehr viel, denn hier habe ich, trotz eines modernen High-Tech-Wirtschaftsstandortes, eine Heimat. Wir erhalten unsere Traditionen und kulturellen Werte aufrecht. Unser ehemalige Bundespräsident Roman Herzog stelle dies sehr zutreffend fest: „Laptop und Lederhose“.

Was raten Sie jungen Menschen, die in den elterlichen Betrieb einsteigen?

Macht es! Das ist das Beste was Ihr tun könnt. Das ist unsere Zukunft!

Was würden Sie Ihrem 18-jährigen Ich sagen, wenn Sie könnten?

Darüber habe ich nie nachgedacht. Aber ich würde sagen: Machen wir wieder so.

Wenn Sie gerade nicht in der Arbeit sind, was tun Sie dann am liebsten?

Die Zeit mit meiner Frau und den Kindern verbringen. Natürlich gehe ich dann auch gerne meinen Hobbies Musikspielen und den Pferden nach.

Ganz spontan in 30 Sekunden: Drei tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben?

Mein Vater Max Kienberger, unser aktueller Staatsminister Dr. Hans Reichart und Jakob Fugger.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben