101 Köpfe, Folge 116

Jörn Steinhauer: „Lego bauen kann sehr entspannend sein“

Jörn Steinhauer, CEO der alphasystems gmbh. Foto: alphasystems
Jörn Steinhauer hat schon vor 30 Jahren seinen Kommilitonen mithilfe von IT durchs Studium gebracht. Was genau seine erste Geschäftsidee war und weshalb er gerne Mal in die Rolle von James T. Kirk schlüpfen würde, erzählt der CEO der alphasystems gmbh im 101 Köpfe-Interview.

Name:  Jörn Steinhauer

Alter: 52

Position: CEO

Unternehmen: alphasystems gmbh

Hobbies: Sohn, Hund, Fotografie, Skifahren


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Sie haben alphasystems vor 30 Jahren gegründet. Was bedeutet Ihnen dieses Jubiläum?

Jörn Steinhauer: Sehr viel. Ich denke, es ist schon ein Kompliment für unser Unternehmen und die Mitarbeiter. Gerade in der schnelllebigen IT-Branche sind 30 Jahre schon eine Hausnummer. Immerhin haben wir zu Zeiten angefangen, zu denen DOS oder DBASE gerade erst erfunden wurden.

Wie hat alles angefangen?

Wir haben 1988 mit der Idee begonnen, programmierbare Taschenrechner an unsere Studienkollegen im Bereich Elektrotechnik und Maschinenbau zu verkaufen. Der Clou an den Taschenrechnern war es, dass sie bereits mit von uns entwickelter Software bestückt waren, die – formulieren wir es mal freundlich – prüfungsunterstützend eingesetzt werden konnte. Und schon lange vor Windows hatten wir eine Art „Affengriff“ mit der man durch Druck von zwei bestimmten Tasten gleichzeitig den Speicher des Taschenrechners komplett löschen und somit die „Spuren“ verwischen konnte. Wir haben damals sogar eine „lebenslange“ Garantie gegeben, die Software wieder kostenlos auf zu spielen, sollte man mal in die Not kommen, den Taschenrechner löschen zu müssen.

Gerade die IT-Branche ist einem ständigen Wandel ausgesetzt. Wie bleiben Sie und Ihre Mitarbeiter immer auf dem neuesten Stand der Technik?

Das ist nicht immer so einfach. Im Kern suchen wir uns immer Auszubildende, Werkstudenten und Praktikanten, die aus der Ausbildung, aus persönlichem Interesse oder aus dem Studium neuen Ideen mit bringen. Zudem sind natürlich auch unsere Kunden immer wieder ein Trigger, neue Technologien auszuprobieren und für den Einsatz in Projekten zu testen.

Neben der IT gilt Ihre Leidenschaft der Fotografie. Haben Sie je darüber nachgedacht, Ihr Hobby zum Beruf zu machen?

Ja, allerdings ist es aus meiner Sicht schwer, ein so guter Fotograf zu werden, dass man davon die Familie gut ernähren kann. Es gibt sehr viele sehr gute Fotografen und der Markt ist sicher nicht einfach.

Welches Motiv hätten Sie gerne einmal vor der Linse?

Stars oder Politiker am Morgen, direkt nach dem Aufwachen. Das würde dann als Serie unter dem Label „wrinkled faces“ laufen!

Die Fotografie ist eine sehr zeitintensive Beschäftigung. Wie bringen Sie die Führung Ihres Unternehmens und Ihre kreativen Auszeiten unter einen Hut?

Da gibt es nicht viel unter den Hut zu bringen. Familie und Unternehmen gehen vor, das Hobby muss im Zweifelsfall zurückstecken.

Die IT ist nicht gerade als kreative Branche bekannt – die Fotografie schon. Dennoch sind Sie in beiden Bereichen aktiv. Ist das für Sie ein Widerspruch?

Nein, ganz im Gegenteil. Die IT – und hier vor allem der Bereich Development - ist eine extrem kreative Branche und sowohl wir als auch viele andere IT Unternehmen haben das schon lange erkannt und versuchen ihren „Kreativen“ auch entsprechende Freiräume zu schaffen, um diese Kreativität entfalten und sinnvoll einsetzen zu können.

Programmier-Code ist die Schnittstelle zur Fantasie der Generation Y. Unsere Welt wird immer mehr durch Software bestimmt und wir brauchen eine größere Diversität bei den Menschen, die diese Software schreiben. Sowohl in der Beratung, der Konzeption und der eigentlichen Realisierung, also dem  Programmieren geht es immer um Kreativität, Ausdruckskraft und praktische Anwendung.

Filme, gerade aus dem Genre Science-Fiction, haben es Ihnen angetan. In welche Rolle würden Sie gerne für einen Tag schlüpfen und warum?

James T. Kirk… Warum? Darum: Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Dies sind die Abenteuer des neuen Raumschiffs Enterprise, das viele Lichtjahre von der Erde entfernt unterwegs ist, um fremde Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen. Die Enterprise dringt dabei in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Was macht für Sie einen guten Film aus?

Das hängt von der Situation ab, in der ich den Film schaue. Flaches Popcorn-Kino kann mich genauso begeistern wie tiefschürfende Dramen. Aber im Wesentlichen sind es eine gute Story, ein guter Spannungsbogen und gut eingesetzte Action.

Wenn Sie einen Tag frei haben, was machen Sie dann?

Mich um meine Familie, insbesondere meinen Sohn und meinen Hund kümmern. Dabei habe ich festgestellt, dass Lego bauen sehr entspannend sein kann!

Ganz spontan in 30 Sekunden: Drei tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben?

Denis und Daniel Gibisch, die Gründer von Little Lunch, da sie mit ihrem Startup gezeigt haben, wie innovativ die Region ist.

Johannes Hintersberger, weil er sich immer politisch für die Region stark macht.

Jim Knopf, da er schon mehr als ein halbes Jahrhundert ein weltweites Markenzeichen für Augsburg darstellt – und das – genaugenommen – sogar mit Migrationshintergrund!

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